11 Kommentare zu „HR2-Interview mit Jörg Buschbeck vom 19.02.2010“

  1. hallo Teufel76 🙂

    Der in Geld (Einnahmeüberschuss) gesparte Zins „fehlt“, so wie der in Geld gesparte Lohn. Nirgendwo wird Guthaben nach Einkommensart beschriftet und verschieden behandelt – dies ist doch wohl trivial…ebenso, dass Zinseinkommen besonders häufig in Geld gespart werden.

    Bedeutet, eine Sparzinsabschaffung, welche ich in meinem Monetative Konzept ja auch vorschlage, verringert das Schuldenproblem, ist aber nicht hinreichend – erst die Verringerung der Geldsparpläne aus allen Einkommensarten – von Unternehrmern und Nichtunternehmern – führt zu einem Abbau der Staatsverschuldung.

  2. Hallo Herr Buschbeck,

    ihre Theorie ist interessant und auch in großen Teilen nachvollziehbar, aber ihre Behauptung, der Zins sei eine reine Einkommensart, der in der Geldmenge nicht fehlt, stimmt m.E. schlicht und einfach nicht.

    Ich empfehle Ihnen dazu folgenden Diskurs:

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=f1aba01bf7&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=11689

    Der Zins FEHLT in der Geldmenge und ermöglicht damit überhaupt erst, dass der „Gewinner“ des Konkurrenzkampfes um die fehlenden Zinsen und der Insolvenz des „Verlierers“ schuldenfreies (!) Guthaben erhält, welches er SPAREN kann! Denn er muss dies nun niemandem mehr zurück zahlen. An dieser Stelle stimmt ihre Behauptung sogar: Der Zins (welcher nur durch weiteren Kredit erzeugt werden konnte) wurde ausgegeben (verkonsumiert) und der insolvente Schuldner bekommt seine Schulden gestrichen. Das „Problem“: Dieser will weiterleben und nicht verhungern. Und deshalb muss im Notfall jemand anderes (Familie, Freunde, Staat) sein Überleben sichern und dafür benötigt er Geld und das bekommt man woher? Genau: Schlussendlich nur durch Kredit! Also wird die Verschuldung nur verschoben, nicht gänzlich aufgehoben. Und der „Gewinner“ hat nun genau die Möglichkeit, die ein Kapitalist nunmal in diesem System hat: Erpressung von Kreditnachfrage anderer durch eigenen Nachfrageverzicht!

    So sehe ich das… 😉

  3. @weltreGIERer

    Dass Geld aus Schuld geschaffen wird ist einfach das Wesen des Geldes. Das ist meiner Meinung nach weder gut noch schlecht. Es ist das Ergebnis eines Vertrags, den 2 Parteien eingehen: einer finanziert vor, der andere leistet später zurück.

    Die von Ihnen angesprochene Problematik des Weltfinanzsystems sehe ich allerdings genauso. IWF, Weltbank, FED und ein paar Banken herrschen mit Hilfe der massiven Verschuldung und Ausbeutung vor allem über die dritte Welt und die Rohstofflieferanten, um einer kleinen Gruppe von Personen und Institutionen den Zugriff auf die Weltressourcen zu ermöglichen (mit welchem Ziel auch immer). Der Knackpunkt ist aber meiner Meinung nach hierbei, dass die Geldschöpfung in privater Hand liegt und nicht demokratisch kontrolliert ist. So entsteht die Möglichkeit des Missbrauchs. Dazu kommt, dass fast alle Menschen das Geldsystem nicht durchschauen, wodurch die „Machenschaften“ dieser Institutionen kaum jemanden auffallen. (Wer das alles nicht glaubt, dem sei der Film „Let’s make money“ als Einstieg empfohlen).

  4. Hallo Herr Buschbeck,

    ich teile ihre Sorge, dass die ‚Suche‘ nach Schuldigen, auch in eine falsche Richtung laufen kann.

    Was ich jedoch nicht teilen und auch ihrer Argumentation nicht folgen kann, ist, wenn das WER, ein wesentlicher Bestandteil ihres präferierten WARUM ist, zwingt sich selbst bei der Frage WARUM, die Frage nach dem WER ganz von selbst mit auf.

    Und sicherlich meine ich hier nicht den leicht-, oder gutgläubigen Sparer, auch nicht den Bankangestellten, Versicherungskaufmann, oder ähnliche.

    Wie gesagt, um eine wirkliche Änderung der Zustände herbeizuführen, was in ihrem Sinne zu sein scheint, gehört die Frage WARUM vollständig geklärt und sie wird das WER enthalten müssen.

    Auf sachliche Art und Weise, das ist meine persönliche Überzeugung. Denn mit einem besseren System alleine, können wir uns nicht vor Menschen schützen, deren EGO jeglichen Rahmen sprengt. Deren Einflussnahme auf Medien, Politik kann m.E. für die Zukunft nur verhindert werden, wenn die Gesellschaft diesbezüglich deutlich besser aufgeklärt ist.

    Ich halte es übrigens für gar nicht mal so schwierig, wir bräuchten nur eine Alternative zur BILD 😉

    Vielleicht können sie diese Thematik bei Interesse mit Ihren Partnern erörtern. Die Form, wie global-change-2009 auftritt, erweckt m.E. nach den Eindruck, als wäre das WER vollkommen irrelevant. Darauf zu verweisen, dass auch die WER-Frage sehr sachlich behandelt werden kann und sollte, würde ich für sinnvoller halten.

    Ich bin ziemlich überzeugt, das das, was uns jetzt bevorsteht, an manchen Orten auch dazu führen wird, dass Menschen ‚Gerechtigkeit‘ fordern und wollen, auch über das akzeptable Maß hinaus. Wenn man den Menschen das Gefühl gibt, diese Gerechtigkeit und m.E. nach auch der verständliche Wunsch danach, wird nicht herbei geführt werden, provoziert man damit eher eine gefährliche Eigendynamik, anstatt ihr aufklärend vorzubeugen.

    Viele Grüße

  5. @IBASID

    Das Problem ist doch, Schuldige statt Lösungen, wird demnächst das Motto sein. Dabei kommt nur gar nichts brauchbares raus. Klar müssen wir auch ein paar schuldige Neu-Enronianer einsperren, aber dafür muss man nicht werben, Schuldige suchen die Leute immer. Vor allem Drittschuldige – am Schuldenwachstum sind alle Geld-Sparer schuld, wollen wir alle Geld-Sparer internieren?

  6. Hallo Team von Gobal Change,

    ich freue mich sehr über Ihr Engagement in Sachen Geldsystem und wünsche Ihnen bei der Aufklärung und der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten viel Erfolg.

    Allerdings möchte ich einen, meines Erachtens nach sehr wichtigen Punkt ansprechen, den ich für überdenkenswert halte. Ihr Credo lautet „Lösungen statt Schuldige“.

    Vor den Lösungen eines Problemes steht üblicherweise dessen ausführliche Analyse. Hier genügt es allerdings nicht nur zu beschreiben, was die Fehler sind, sondern auch die Frage, wie es zu diesen Fehlern kommen konnte.
    Vorneweg möchte ich erwähnen, dass es mir nicht um ‚hängen‘ geht, wenn man Schulidge ausmachen kann, jedoch stimme ich einer Dame zu, die sich dazu in dem Sinne geäussert hat, es müsse eine Art Strafgerichtshof eingerichtet werden. Ohne eine Aufklärung, WARUM es soweit kommen konnte, lernt die Gesellschaft nicht aussreichend über die (von Menschen verursachten!) Fehler, um diesen Zukunft wirkungsvoller vorzubeugen. Im übrigen gilt hier für mich persönlich, dass ‚Schuld‘ auch bewertet (vorsätzlich, grob fahrlässig, etc.) werden sollte.

    Meine Begründung hierfür ist einfach. Dass dieses Finanzsystem (Geld, Schulden, Börse, Vorsorge, Versichern) heute noch ähliche und teils die gleichen Fehler macht wie vor gut 100 Jahren, ist nicht der Unwissenheit über ein besserers System geschludet, sondern der Tatsache, dass es Einelinteressen dient, begleitet von Überheblichkeit.

    Ich stimme hier Prof. Harald Lesch zu, der in einer seiner Sendungen äussert, er halte das Ganze für ein Kapitalverbrechen. Und wenn, was zu klären wäre, dem so ist, gehört es zu einem ordentlichen Rechtsstaat, dass man die Verantwortlichen, entsprechend der Schwere ihrer Verantwortung auch zur Rechenschaft zieht.

    Wo kommen wir hin, um das berühmte Beispiel der ‚Pfandbon-stehlenden‘ Kassiererin zu verwenden, wenn ein Mensch wegen ein paar Cent seine Stelle und somit seine Lebensgrundlage verliert und andererseits großmütig toleriert und ausgeblendet wird, das Menschen, die für unsäglich und unbeschreibliche Verwerfungen auf dem gesamten Planeten mitverantwortlich sind, nicht mal erwähnt werden.

    Wie schon erwähnt, es geht mir nicht um ‚verbrennen‘ oder ‚hängen‘, aber dem in meinen Augen notwendigen Verstehen, dass diese Fehler nicht aus purem Leichtsinn oder/und Unwissenheit entstanden sind, sondern von Menschen in (Finanz-) Wirtschaft und Politik gefördert wurden.

    Es ist meine Überzeugung, dass wir (als Demokratie) erst dann in der Lage sein werden, ein nachhaltiges Geldsystem zu erschaffen.

    Viele Grüße und viel Erfolg

    ___________________________________________________________________________
    Das derzeitige Politik-, Medien-, und Wirtschaftssystem ist, als würde
    der Schwanz mit dem Hund wackeln.

  7. Herr Buschbeck,

    Sie analysieren richtig, dass in dem derzeitig festgelegten Kreditsystem (es ist eigentlich kein Geldsystem) alles „Geld“ nur als Schuld geschöpft wird.

    Ein Teil des Geldes wird dem Kreislauf entzogen, weil Banken (und auch Sparer) neu erschuldetes „Geld“ einbehalten. Dies erzeugt in dem aktuell definierten System die Notwendigkeit neue Schuden zur Bedienung alter Schulden aufzunehmen. Es folgt eine Erweiterung der Geldmenge und ein Wachstumszwang der den Planeten vergewaltigt und die Menschen weiter im Hamsterrad (Schuldgeldrad) versklavt obwohl in der westlichen Welt eigentlich alle bereits materiell ausreichend versorgt sind oder wenigstens sein könnten.

    Indem Sie diesen (von mir verknappt geschilderten) Zusammenhang durchschaut haben, heben Sie sich als einer aus mind. 1000 Mitbürgern ab. Trotz Ihrer scharfen Beobachtungsgabe machen Sie nicht das blutsaugende, feudalgesellschaftliche, momentane Geldsystem dafür verantwortlich, sondern die Sparer unter den Mitbürgern sowie den Exportüberschuss. Ich kann wirklich nur davon ausgehen, dass Sie ein Agent sind, oder von
    Systemlingen geschult wurden und hier sind um die Leute noch weiter zu verarschen.

    Es würde der Neuen Welt Ordnung (dem finalen alles oder nichts Schlag der alten babyloninschen Sklavenhändlereliten) gewiss sehr entgegenkommen, wenn keiner mehr selbstverantwortlich Vorsorgen darf, wenn das Bargeld dann abgeschafft wird, wenn der Sparer dem Schuldgeldsystem geopfert wird, wenn die Regierungen ruhig noch mehr Schulden machen und alle Völker denen restlos ausgeliefert werden, die die sogenannten „Schulden“ kontrollieren.

    Das gesamte Bankenkartell bis hinauf zum IWF/BIS braucht kein „Geld“ zu verdienen. Diese Leute kennen die virtuelle Natur dieses grausmen Zahlentricks sehr genau. Es geht nur darum zwangsläufig alle und alles immer weiter in die „Schuld“ zu fahren, und die Völker der Erde über diese angeblichen „Kredite“ (deren wirkliches Kollateral und damit wahrer Gläubiger die Völker SELBER sind) zu knechten. Warum? Wozu? Psychopaten. Warum wollten Djingis Khan, Hitler oder Stalin herrschen? Kranke Ideen. Dystopia.

    Ich habe Ihre Webseite bisher nur flüchtig angesehen. Falls Sie der Menschheit eine Erlösung von diesem Schuldgeldsystem wünschen, habe ich Sie möglicherweise falsch verstanden und Sie werden mich evtl. darüber aufklären.

  8. Hallo Grenznutz,

    danke für Ihre Rückmeldung. Auch für Hinweise zur Optimierung der Seite wäre ich Ihnen verbunden – immer zu! (für meine leichte Legasthenie findet sich demnächst aber jemand :o)

    der Schuldenwachstumszwang ergibt sich aus 2 Punkten, die ich bisher nur überschlägig mit 8% ermittelt habe. Sie haben recht, es könnten es auch 7% oder 9 % sein. Dies liegt vor allem an den Schwierigkeiten die tatsächlichen Kreditmengen im Verhältnis zum BIP sauber zu bestimmen. Ich weise aber darauf hin, das Wörtchen ungefähr den 8% vorgeschaltet zu haben.

    Also, ich hänge keineswegs der oft gehörten These an, dass der Zins fehlt und durch Neukredit geschaffen werden müsste. Der Zins ist eine Einnahmeart im Volkseinkommen wie jede andere auch.
    Der konsumierte oder selbst investierte Zins „fehlt“ also nirgendwo.

    Der Schuldenbedarf ergibt sich n.m.E.:

    a.aus dem Saldo der monetären Sparleistung (Verzicht auf Konsum und Selbstinvestition)

    zzgl.

    b.“Inflationserzwingungszuschlag.“ wegen nicht deflationsfesten Finanzsystem = Sicherheitsabstand zur Pleiteklippe.

    Die EZB hat ein offizielles Inflationsziel von knapp 2% – dagegen steht ein Produktivitätswachstum auch ungefähr in dieser Höhe.

    b. wird also ungefähr in Höhe von 4% des BIP liegen, um mit 4% kreditärer Zusatznachfrage aus einer durch das Produktivitätswachstum eigentlich „naturdeflationären“ Marktwirtschaft ein Inflationssystem zu erzwingen.

    Aber dies hätte so in den Interview sicher keinen Platz gehabt.
    Exaktere Berechnung zu diesem Thema werden Teil meines Schulungskonzeptes ab Mai sein. Spätestens dann auch hier detailiert mehr dazu. Aber absolute Genauigkeit ist auch da nicht zu erwarten – schon der wegen Inflationsdefinition nur über CPI. Es wird also bei ungefähr bleiben – dass ist auch nicht mein Job dies genau ausrechenen zu müssen. Mir geht es darum, wegen verdrängten Grundzusammenhängen Lärm zu schlagen. Gern würde ich die Ökonomen Ihren Job machen lassen und ich mache meinen. Aber viele Ökonomen machen Ihren Job halt in grundlegenden Fragen n.m.E. derzeit schlecht. Dies führe ich auf falsche Bilder beim Geldverständnis und Ignoranz saldenmechanischer Zusammenhänge zurück.

    Mit freundlichen Grüßen Jörg Buschbeck

  9. Hallo, Herr Buschbeck!
    (oder eben auf sächsisch: hi)

    Mit der Zinsproblematik und der Notwendigkeit, dem Umlauf entzogenes Geld mit einem negativen Zins zu belegen, bin ich einigermaßen vertraut.

    Im obigen Interview behaupten Sie, dass im gegenwärtigen Wirtschaftssystem ein jährlicher Schuldenzuwachs von 8 % erforderlich ist und leiten anschließend Schlussfolgerungen daraus ab. Sie müssten das aber argumentativ belegen, um überzeugend zu sein. Sehr plakatiert also gefragt: Wieso sind es nicht 7 oder 9 % Schuldenzuwachs?

    Im Übrigen finde ich Ihre Seiten ebenso gut wie verbesserungswürdig.

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