φορ χιτλερ καμ μπροινινγ


in deutschen Buchstaben: vor Hitler kam Brüning.

Auch Deutschland hat sich schon einmal aus einer Schuldenkrise heraussparen wollen. Nach 6 Millionen Arbeitslosen als Ergebnis brüningscher Deflationspolitik kamen dann die Nazis an die Macht. Radikalisierung und totaler Wirtschaftsabsturz werden wir jetzt auch in Griechenland erleben. Zumindest wenn die Radikalsparerei dort durchgezogen werden sollte, was ja noch keineswegs sicher ist.

Wer etwas gegen Schulden tun will, muss den Schuldnern die Möglichkeit geben, Waren gegen die Guthaben der ausländischen Gläubiger zu liefern. Das geht im Fall Griechenland nur mit der Wiedereinführung einer stark abgewerteten Drachme. Die Altschulden sind unter Zinsverzicht der Gläubiger dann abtragbar.

Deutschland braucht also künftig Exportdefizite statt Exportüberschüsse, wenn die Ausländer Ihre Schulden bei uns zahlen sollen. Dies geht volkswirtschaftlich nur mit extrem wachsender inländischer (Staats)verschuldung. Alternativ müssten wir negative monetäre Sparquoten haben. Wir könnten unsere Sparquote in Sachwerten aber gern steigern. Problemtisch ist nur die monetäre Sparquote – wir müssen uns endlich das Schuldenerzwingen Dritter ersparen!
Eine unbequeme Wahrheit: Wer Schulden abbauen will, muss Guthaben abbauen, am besten durch Investitionen der Guthaben im Inland, statt durch einen Crash.

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9 Kommentare zu „φορ χιτλερ καμ μπροινινγ“

  1. Vortrag von Prof. Berger „Die Finanzmarktkrise – Ergebnis einer Fehlkonstruktion, die wir korrigieren können.“:

    Der Vordenker der französischen Revolution, Jean Jacques Rousseau, hat erklärt, warum sowohl Bettler als auch übermäßig Reiche die Freiheit zerstören und Staat und Gesellschaft in die Anarchie stürzen. Unser heutiger Finanzsektor zerstört die Marktwirtschaft und vernichtet den Mittelstand. Die Maßnahmen der Politik verlängern das Siechtum des Systems. Ein gesunder Mensch braucht keine Diät und eine nachhaltige Finanzordnung braucht keine staatlichen Eingriffe. Ökonomen und Politiker verschließen die Augen vor den wirklichen Ursachen der Krise. Dieser Vortrag öffnet sie Ihnen.
    http://www.business-reframing.de/www/cms/single_de_59
    Diese 1 1/2 Stunden zu investieren lohnt sich. Es wird die ganze Misere incl. Lösungsvorschlag wirklich sehr anschaulich, verständlich und logisch erklärt, sowohl für Laien als auch für Volkswirte.

  2. Hallo Jörg,

    Recht hast Du: 1933 war es, und wir sind uns einig, daß Wohlstand tendenziell kein Diktatur hervorurft und umgekehrt.

    Die Staatsverschuldung ist also ein Detail. Selbst bei Null-Staatsverschuldung, kommt zwangsläufig der wirtschafliche Zusammenbruch: habe ich Dich richtig verstanden?

    Gegenmaßnahme: selbstentwertende Zahlungsmittel. Stimmt das? Was noch?

    Sind für Dich vielleicht negative Zinsen der Trick, um das BuchG zu entwerten?

    Danke und viele Grüße,
    Geppetto

    1. @Gepetto

      „Gegenmaßnahme: selbstentwertende Zahlungsmittel. Stimmt das? Was noch?“

      vor Missbrauch geschützte Zahlungsmittel trifft es besser – das Bargeld kommt auf 1 Quartal befristet aus dem Automat“

      vor dem Stichtag konsumierst Du und investierst Deine Überschüsse – dazu brauchen wir neue liquide und sichere Wertaufbewahrungsmittel – stell dir eine Aktie vor die ungehebelt nur mit Eigenkapital Sachwerte aufkauft – Rendite schlecht aber über null.

      Die Minuszinsen sind nur der Weg zur Investition -wir machen ein Regiogeld mit Ablaufgebühr – nehmen aber fast Nie
      die Gebühr ein weil vor Ablauf nachgefragt wird.

      Die Gesellschaft muss vorm Horten wie vorm Morden geschützt werden. Wenn es eine Hortungsschutzgebühr gibt, zahlen diese genauso wenig Leute, wie wegen Mord im Knast sitzen. :o)

  3. Hallo Jörg,

    Adolf kam 1937 an die Macht nicht 1932. Ein direkter Zusammenhang mit der Deflationspolitik sehe ich deshalb (noch) nicht.

    Wie funktioniert das mit der Drachme-Neueinführung?
    Sagt man 1 zu 1, stellt die Schulden auf Drachmen um, und wertet dann ab, sagen wir 1 zu 50?

    Zu Deinem letzten Satz: Der Staat ist nicht gezwungen, sich zu verschulden.

    Es gibt n.m.M. nichts Zwangsläufiges in diesem Punkt, oder was denkst Du?

    Danke und Gruß,
    Geppetto

    1. Hi Gepetto,

      AH erst 1937? – lies bitte selbst noch mal im Geschichtsbuch nach. :o)

      und ja, der Staat kann auch zuschauen beim Zusammenbruch – hat Brüning ja gemacht -auch weil vor 29 – 32 ja 1923 (Hyperinfla) lag.

      Grüße, Jörg

  4. hi Starwars,

    Die „Explosion“ der Schulden findet ja durch die Kontiniuität der Guthabenausweitung statt. Nicht alles an der statistischen Sparquote ist übrigens monetär.
    In letzter Zeit hat es sich nach Auskünften meiner Hausbänker aber aus den Investitionsprodukten in die Geldhaltung verschoben – diese kritische Verschiebung zeigt keine Sparquotenstatistik.

    Andere Länder haben teilweise viel höhere Sparquoten als Deutschland, es ist aber mehr Sachwertinvestition in Immobilien dabei. Eine Sparquote über 10% ist keineswegs falsch -es muss nur eben nichtmonetär in Sachwerten vorgesorgt werden.
    Es gibt ja gar keine Vorsorge in Geldvermögen in Summe, da sich Schulden und und Guthaben aufheben. Nur Sachvermögen ist gesamtvolkswirtschaftlich „netto“ vorhanden.

    das „Zuvielmonetärsparen“ kannst Du n.m.M. saldenmechanisch fast nach der einfachen Formel berechnen:

    Zuvielsparen = Staatsverschuldung plus Exportüberschüsse minus Inflationsrate

    oder wie der Ex-Wirtschaftsweise Wolfgang Stützel in seinem Buch Saldenmechanik schreibt:

    Der Verschuldungsbedarf der Unternehmer enstpricht den Einnahmeüberschüssen(Guthabenaufbau) der Nichtunternehmer.

    Da man Unternehmer nicht dauerhaft zur Verschuldung zwingen kann, ist der Staat gezwungen sich zu verschulden.

    Grüße, Jörg

  5. Hallo,

    in einer anderen Disussion wurde folgendes geäussert,Zitat:

    Hätten Sie vielleicht mal Belege für „explodierende“ Sparquoten ?

    Nicht nur in Deutschland, sondern allgemein und flächendeckend, so wie Sie es formulieren.

    In Deutschland sank meines Wissens nach die Sparquote von 1990 bis 2001 von 13,5 auf 9 %, um heute wieder bei rund 11 % zu sein. Von Explosion ist da wenig zu sehen.

    Die Sparquote lag in Deutschland übrigens zwischen 1960 und heute immer zwischen 9 und 15 Prozent. Auch da kann ich keine „Explosion“ ausmachen.“ Zitatende.

    Jörg kannst du das mal bitte kommentieren.
    Danke.

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