DER Systemfehler: „Schulden haben einen Rückzahltermin – Guthaben nicht“

die Gesellschaft der Schuldscheinsammler kann Ihre Probleme kaum länger verdrängen
mit der „Relativitätstheorie des Gewinns“ aus der ökonomischen und ökologischen Krise,

Kurzfassung
Schulden und Guthaben entstehen gleichzeitig bei der notwendigen Vorfinanzierung der Einkommen zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung. Um die BEFRISTETEN Schulden später tilgen zu können, wird die komplette Nachfrage der Einkommen (die gesamten Guthaben) zur Rückzahlung gebraucht. Diese Regel wird nur durch Nachfrage gegen Neuverschuldung außer Kraft gesetzt. Muss man aber wie heute die Neuverschuldung begrenzen – muss man auch den Nachfrageverzicht der Einkommen (die Guthaben) begrenzen. Dies kann durch Selbstinvestition der Guthaben oder Umverteilung erfolgen, ansonsten folgt kausal wirtschaftliche Depression und Zusammenbruch. Der Beitrag erläutert auch, wie wir dank der „Relativitätstheorie des Gewinns“ eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Marktwirtschaft ohne Wachstumszwang erreichen.

Langversion
Das Nachfrage-Krisen-Problem kommt mir, als in der sozialistischen Mangelwirtschaft aufgewachsenen „Ossi“, wie ein schlechter Witz daher. Wie kann eine leistungsfähige Markt-Gesellschaft nur durch das „Luxusproblem“ der mangelnden Nachfrage wieder in Depression, Massen- Armut und Zerstörung landen?
Klar, man hatte uns gewarnt – nach dem Horten kommt das Morden
Um diese Probleme zu erkennen, müssen kollektive „blinde Flecken“ überwunden werden – ein neuer Anlauf zur diesbezüglichen Hilfestellung:

Angebot und Einkommen bedürfen der Vorfinanzierung 
Das Angebot an Waren und Dienstleistungen muss lange Zeit vorfinanziert werden. Denken Sie hierbei bitte auch an die Produktionskette mit all Ihren Vorstufen und Investitionsgütern wie Maschinen, Nichtwohn-Gebäude, Wohnungen. Selbst der Staat muss seine Steuereinnahmen für die Infrastruktur und sonstige Leistung etliche Zeit vorfinanzieren.

Kreditvergabe ist die „Geldschöpfung“ aus dem Pfand des Kreditnehmers unter zusätzlicher Absicherung des Ausfallrisikos durch das Eigenkapital der Bank
wenn die Details interessieren – dann bitte hier lang

der Systemfehler –  die Ungleichbehandlung von Schulden und Guthaben
Kredite zur Vorfinanzierung des Angebots müssen zu festen Terminen getilgt werden. Dies ist i.d.R. durch harte Sanktionen vollstreckbar. Die NACHFRAGESCHULD DER EINKOMMEN (Geld-Guthabenausweitung), welche sich aus der Grund-Idee des arbeitsteiligen Wirtschaftens auch ergibt, ist dagegen MANGELS TERMIN NICHT DURCHSETZBAR.

der drohende GAU als Zwang zu wachsender Neuverschuldung
Werden diese Guthaben nicht zeitgleich zur Tilgung und Zinszahlung an den Wirtschafts-Kreislauf zurückgezahlt, droht eine selbst verstärkende Pleitewelle. Diese „deflationäre Depression“ ist beim heutigen geringen Eigenkapital-Puffer der Wirtschaft vergleichbar der Kettenreaktion einer Kernschmelze (GAU).

die Folge – aus „Altguthaben“ wird Neuverschuldung
Werden die „Altguthaben“ zu den Altschulden nicht zurückgezahlt, ist der Wirtschafts- GAU nur durch Neuverschuldung im Gesamtsystem zu vermeiden. Bei ausreichend Neuverschuldung werden sowohl Tilgungsmittel für bestehende Kredite bereit gestellt als auch die Ersatznachfrage für die ungetilgte Nachfrageschuld der Guthabenhalter realisiert.

das „Inflationsziel“ erfordert noch mehr Schulden
Die Kettenreaktionen einer deflationären Depression erfordern einen Sicherheitsabstand zur Absturzklippe. Die EZB hat deshalb keineswegs ein Inflationsziel von Null sondern von 2%. Inflation ist aber Übernachfrage, diese Übernachfrage ist nur mit zusätzlichen Verschuldungs-wachstum gegenüber dem Nachfrageverzicht der Einkommen zu erreichen. Die fehlenden Beherrschung der Unternachfrage = Deflation ist also auch Grund für das InflationsZIEL.

die Schuldschein-Sammler haben nichts mit der Schuldschein-Produktion zu tun?
Da fast jeder „ordentliche“ deutsche Bürger Geld-Guthaben = Nachfrage-Schulden aufbaut, können und wollen wir das Problem nicht sehen. Wir schimpfen über immer mehr Geld-Schulden – obwohl unsere Geld-Guthaben nichts anderes als gehortete Schuldscheine sind. Wir fragen also ständig mehr Schuldscheine zum Guthabenaufbau nach und beklagen gleichzeitig tränenreich deren steigende Produktion. Genauso glaubhaft könnte der Alkoholabhängige die Spirituosenproduktion bedauern.

kollektiv das Problem verdrängt und auf Zeit gespielt
Da wir diese Schuldscheine aber auch im Zahlungsmittelumlauf dringend brauchen ist immer wieder Neuproduktion angesagt. So ist uns heute jedes Mittel zur Ausweitung der Neuverschuldung recht. Mit extensiver Staatsverschuldung, Exportüberschüssen und damit gleichlaufend Kreditvergabe an schlechte Schuldner (Subprime) wurde so bisher die Kernschmelze des System verhindert. Ein Zeitgewinn ohne Problemlösung, was uns nun auf die Füße fällt. 

die Lösung – Schuldenbremse  funktioniert nur als  Guthabenbremse 
Da die neuen Verschuldungsmöglichkeiten weitgehend ausgereizt sind, ist eine Schuldenbremse durch Begrenzung der Guthabenhaltung zumindest für sehr große Geldvermögen nun dringend erforderlich. Schulden können nur im Gleichlauf mit Guthaben abgebaut/begrenzt werden. Dazu müssen nun auch mal Guthaben zurück gezahlt werden.

Investieren oder Umverteilen
Dazu können große Geldguthaben bedarfsweise durch Besteuerung der Guthabenhaltung (Negativzinsen) in die  Nachfrage nach Sachwerten gelenkt werden. Alternativ muss zwischen Reich und Arm umverteilt werden, es gibt ausreichend Leute welche die offenen Nachfrageschulden(Geld-Guthaben) der 1% Superreichen gern auf sich nehmen würden. 🙂

selbst Reiche leben ruhiger ohne das Gefangenendilemma der Flucht in Schuldscheine
Unter den oberen 20% der Vermögen gibt es heute schon sehr große Unterschiede bezüglich der Horterei. Einige sind nahezu vollständig investiert, aber es gibt auch sehr viele „schwäbische“ Intensivtäter(innen) mit enormer Nachfrage für Schuldscheine. Gerade in Krisenzeiten sinken die Renditeerwartungen der Sachkapitalien. Deshalb wird auch vermehrt Schuldscheine gesammelt, statt investiert – dies ist die eigentliche, sich selbst verstärkende Krise. Wir haben es hier mit einem Gefangenendilemma zu tun. Da bei Krisenanzeichen alles in Schuldscheine flüchtet, verfallen die Sachwerte. Bei einer Eskalation sind gerade die „richtig Vermögenden“ von der kollektiven Schuldscheinsammelei betroffen – denn wer investiert(hat) ist der Verlierer.

das Schlaraffenland der Marktwirtschaft, 20% auf alles, außer Schuldscheine
Eine von der Horterei befreite Marktwirtschaft kann genug für alle produzieren, Sie kann durch Besteuerung des Ressourcenverbrauchs auch als ökologische Kreislaufwirtschaft nachhaltig sein. Nur Schuldscheine für Schuldscheinhorter können nun mal nur Schuldner produzieren und keine Betriebe – deshalb muss der Zahlungsmittelmissbrauch als Wertaufbewahrungsmittel jetzt mal begrenzt werden.
Ca. 20% Rabatt auf alle Produkte und Leistungen, schwindende (Risiko)Zins- und Renditeanteile am Volkseinkommen lassen die wirklichen Leistungserbringer wieder richtig gut leben.

50.000 €/ Kopf horten ist noch ok – aber dann sollte das Hobby Hortungssteuer kosten
nun sagt jeder – da gehen die großen Guthaben doch in die Sachwerte. Wir sagen – exakt dies sollen Sie auch tun. Vermögensaufbau in Sachwerten braucht keine Verschuldung Dritter. Es entsteht gleichzeitig echter gesamtgesellschaftlicher Vermögenszuwachs und Druck auf die Renditen der Sachkapitalien. Wobei es zu keiner Explosion der Sachwertpreise kommt, wie nun wieder viele befürchten. Selbst wenn man keine neuen zusätzlichen Sachwerte schaffen würde, was eine unrealistische Annahme ist, liegt die Dimension des jährlichen „Zuvielhortens“ nur bei 2% des Sachkapitalstocks. Da bewegen wir uns mit „konservativer Kreditvergabe“ im Bereich sehr gesunder, geringer Wertsteigerungen. Platzende Preisblasen in den Sachwertmärkten sind immer einer Folge von mit Billigkredit angeheizter Spekulation. Dies ist durch strenge Regeln der Kreditbesicherung gut zu beherrschen – es gibt hingegen keine platzende Eigenkapitalblasen.

Marktwirtschaft funktioniert nur mit Gewinnaussichten für Unternehmer
Gewinnaussichten sind die Grundvorrausetzung dafür, dass ein Unternehmer in einem marktwirtschaftlichen System das RISIKO DER VORFINANZIERUNG der Wertschöpfung eingeht. Deshalb erscheint der kapitalistische Wachstumszwang bis auf die gescheiterte Planwirtschaft so alternativlos.

„Relativitätstheorie des Gewinns“ – die reale Abschaffung des Wachstumszwangs
SACHVERMÖGENSGEWINN muss aber keineswegs den Zuwachs physischer Sachvermögen mit entsprechendem Ressourcenverbrauch in der Herstellung bedeuten. Auch wenn ich denke, dass mit der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft noch einiges investiert werden muss. NEIN -GEWINN IST EINE RELATIVE SACHE im Vergleich zu Guthabenhaltung. Bestehende Sachwerte können auch unendlich im nominalen Geld-Wert durch die Nachfrage wachsen. Selbst die Erwirtschaftung einer „Hortungsabgabe auf Guthaben“ ist auch ein „relativer Gewinn“ ohne monetären Wachstumszwang – deshalb TINA war gestern – das Loch in der MATRIX ist gefunden: Wertewachstum statt Schuldenwachstum

Globalsatz Prof. Wolfgang Stützel, deutscher Wirtschaftsweiser – Volkswirtschaftliche Saldenmechanik Seite 79
“In der Gesamtwirtschaft und im Durchschnitt aller Einzelwirtschaften ist die Vermögensmehrung stets genau gleich der Sachvermögensmehrung. Falls Beobachtungen zu einem anderem Ergebnis kommen, sind sie falsch.”

41 Kommentare zu „DER Systemfehler: „Schulden haben einen Rückzahltermin – Guthaben nicht““

  1. Lieber Hr. Nurmalso, lieber Hr. Buschbeck,

    ich habe den Schlagabtausch gelesen und bin erstaunt über Ihr Wissen. Es drängt sich bei mir aber eine Frage auf!!! Warum beenden Sie Ihren mentalen Kampf nicht einfach und vernetzen Ihre Ideen und erschaffen dadurch einen genialen Entwurf einer besseren Gesellschaftsform. Solange ich im Internet solche Diskussionen lesen muss wo immer einer dem anderen Fehler und Fakten vorhält, weis ich dass sich nie was ändern wird. Vielleicht müssen wir Männer uns auch mal weiterentwickeln/besinnen dass es wichtiger wäre das Leben/Menschen zu beschützen; es zu bewahren als immer nur alles auszubeuten…?! Egal was es kosten mag!!! Ich glaub wir haben da nicht mehr so viel Zeit, schon jetzt ist offensichtlich dass das augenblickliche System uns in den Untergang treibt. Ich hab ja selbst keine Lösung zu bieten, aber wir müssen unbedingt unser Wissen vernetzen und nicht immer auf Theoriefehler anderer zeigen – Kooperation statt Konkurrenz, es geht nur miteinander, es geht nur wenn wir teilen/vertauen und uns helfen.

    St.

  2. Werter Herr Buschbeck,

    wenn die Muse fehlt die Fragen aus meinen Text zu lesen dann akzeptiere ich das natürlich.
    Nur seid Ihr hier in der Bringschuld, dem interessierten Leser gegenüber.
    Der grobe Ansatz ist ja ersichtlich für mich… aber zu meinen man sollte sich etwaige Antworten aus diversen Texten ziehen ist recht schwach.
    Wie wollt Ihr da größere Kreise erreichen?
    Denn bei einer Schwammigen Ausführung können auch keine direkten Fragen gestellt werden.

  3. @NMS

    wir haben Gesell nur um sein n.m.E. fehlerhaftes Geldbild bereinigt.

    Geld ist kausal Kredit, weil die Wirtschaft vorfinanziert werden muss – hab es doch nun wirklich Stück für Stück erläutert

    Ansonsten sind hier halt doch viele sehr konkrete Dinge, auch in dem Beitrag oben und den Verlinkungen aufgeschrieben.

    Und ansonsten sind wir nicht die neue Weltregierung, wir wollen Anregungen zur Diskussion geben und gut. Um auf alles Einzugehen was Du schreibst fehlt mir momentan die Muse, lies bitte erst mal noch mehr und dann bitte Punkt für Punkt einzeln und konkret, wenn Du eine Antwort von mir möchtest.

  4. @Herr Buschbeck,

    ich bin als Einzelunternehmer im Handwerk tätig. Parket um es genau zu sagen.
    Das bedeutet ich sehe was ich schaffe durch meiner Hände Arbeit. Eine Spezies die am aussterben ist da alle nur beschlipst und bekoffert durch die Gegend laufen möchten.
    Was auch ein Zeichen unserer „Wertekultur“ geworden ist.

    Bitte gehen Sie doch mal auf meine Fragen ein.
    Oder besser, wäre es nicht möglich wenn GlobalChange konkret eine Faktenaufstellung machen würde wie und wodurch sich Ihr System generativ vom derzeitig über 2000 jährigen Hortungssystem, dem eigentliche Sinn der Erbsünde(?), unterscheidet. Der Film ist nett aber doch recht vage…. eben Nebel ums Geld.

    Da die Mentalitäten der Ethnien nun einmal unterschiedlich sind, sollte sich eigentlich auch das jeweilige regionale Werte/Geldsystem den regionalen Charakteren anpassen.
    Eine „Schwäbische Hausfrau“ hat ein anderes inneres Wertesystem als ein Pizzabäcker aus Neapel. Hier liegt wohl die Quintessenz einer Fehlfunktion überhaupt begraben.
    Doch die Monosystematischen Betreiber stülpen einfach das selbe Wertesystem über verschiedene Regionen der Erde!
    Die Menschen leben nun ständig in dem Zwang sich zu diesem Geldsystem hinzuorientieren. Anstatt das sich ein Geldsystem nach den Regionen richtet.
    Natürlich kann ich nur im ersteren sinne Macht entfalten. Darum geht es doch seit eh und jeh… triebhafte Macht.

    Wenn Sie das abstellen können indem Sie an drei Rädchen drehen, voila dann bitte…
    Nur denke ich das sich im Hintergrund die eigentlichen Besitzer kaputtlachen. Es wird dann Zukünftig Regional entschieden von vielen kleinen FEDs und EZBs… aber nicht von den dort lebenden Menschen.
    Die gerade wieder erstarkenden Nationalen Idioten welche die Linken Idioten derzeit ablösen werden das erst bemerken wenn die kranke Sau Frischlinge bekommen hat.
    Kurt Gödel… „Das System schützt sich selbst“ Es ist ein Chameleon und wechselt nur die Farbe. Akteure werden gekauft.

    Vielleicht entspricht es aber auch einer natürlichen Sache und wir können dem Verfall nichts entgegensetzen. Es ist wie eine lange Fiberkur, leider nehmen wir eben Global am Endstadium teil.
    Doch danach sind wirklich alle geheilt Geld, Gold und was weis ich nicht für Horter gleichermaßen.
    -Eh Apokalyptische Gedanken aufkommen, ich bin Atheist und halte es mit Kants kategorischen Imperativ.

    Silvio Gesell wird am meisten verteufelt und das hat wohl seinen Grund. Denn dieser Mann hatte recht im Beweis von Wörgl. Deshalb schritten die Betreiber der Macht damals ein.
    Mit dem heutigen Internet wäre es ein leichtes eine Volkswärung und damit ein regionales unabhängiges Wertesystem zu schaffen.
    Genau weil Gesell so vernebelt und verteufelt wird, ist die Wahrheit ganz einfach bei ihm zu finden…denn das System schützt sich mit dem erzeugten Nebel selbst.

    grüße, Nms…

  5. @ Nurmalso Drauflosgeschrieben

    Sind Sie zufällig auch Unternehmer und dürfen einen Produktionsbetrieb finanzieren? Wenn ja, werden Sie sicher wissen, dass die Besicherungsvorschriften in Deutschland schon recht ordentlich sind. Gibt es mit 60% Beleihungswert Immoblasen in Deutschland?

    Nein, es passt schon -und meinetwegen sollen Sie in USA machen was Sie wollen, nur eben nicht mit meiner Steuerzahlergarantie als Sicherheit.

    Und wer über Bedarf drauflossparen will – der soll sein Geld bitte auch ohne meine Garantie ins Ausland verleihen.

  6. Lieber Herr Buschbeck,

    aber WER strafft denn dann die „Sicherungsvorschriften“, von welchem Punkt soll das Laufen? Das erinnert mich an die SEC Börsenaufsicht.
    Es bewacht der Fuchs die Hühner. All das ist wohl auch eine komplexe soziologische Frage, welche die Gesellschaftsordnung(en) an sich auf den Prüfstand stellt.

    Wenn gemeint wird das man nur an zwei drei Rädchen kurbeln muß um den Dampfer vom Eisberg wegzubekommen dann reiht man sich doch in die Politikerriege mit ein.
    Nur der Dampfer ist mittlerweile unsere ganze Kugel.

    Sicher ist ein Negativzins überlegbar und gar nützlich um Nachfrage anzukurbeln. Nur Nachfrage allein macht doch keine Wirtschaft aus. Für Sie vielleicht als Unternehmer…
    Wirtschaft…das Wort allein impliziert den Sachverhalt schon perfekt. Denn wenn der Wirt neben der Kundschaft auch noch säuft und somit Ultranachfrage erzeugt wer betreibt dann den Laden…
    Ich gebe zu das war jetzt sehr polemisch, aber Ihre Konstruktion aus „wir straffen die Hebelei mit Fremdkapital durch Sicherungsvorschriften…“ ist auch nicht gerade Zielführend.
    Ebenso die Kryptik „gutes Geld“.

    Ehrlich. Ich glaube an Ihre gute Absicht. Doch wenn nicht wirklich etwas neues Zinsloses(!) aus der Asche empor steigt wird der Zyklische Wahn auf ewig seine gewohnt exponentielle Funktion erfüllen.
    Die Gesetze des Universums helfen hierbei ganz von selbst.
    Sicher kann man mit Mathematischen Zirkus tolle logarithmische Offenbarungen zaubern. Dafür ist die euklidische Mathematik ja geschaffen, da nur zweidimensional.
    Würde aber begriffen das bei immer größeren Systemen in eine nichteuklidische Mathematik gewechselt werden müsste, so würde man auch erkennen das sich ein perfektes Drittel genauso verhält wie die Kreiszahl… nämlich unendlich. Kurz je größer der Wahnsinn³ wird desto mehr wächst er diametral entgegengesetzt zu seiner Berechenbarkeit.

    Einige Teilnehmer, auch bei Ihrer Variante, werden wieder Löcher im Zaun finden. Diese Löcher sind schon allein dann durch eben die Sachwerthorter vorprogrammiert. Ich behaupte einmal das diese dann Ihre installierten Sicherungsbeamten bestechen. Es liegt wohl in der fragilen Natur eines Hyperkomplexes das sich sein Wesen nicht wirklich ändert. Einzig aus diesem Grund müssen große unbeherrschbare Strukturen wieder in kleine beherrschbare zerlegt werden. Nebenbei erfasst man so auch den Globalismuswahn, ist dieser doch auch vom Geldsystem impliziert.

    Wir bekommen aber mit sicherheit nicht aus einem aufgeblasenen kranken Schwein eine zierliche Prinzessin gebastelt. Auch wenn man noch so daran herumschmückt.
    Die Horter und da gebe ich Ihnen recht verhindern das schon selbst da die das Schwein in Persona sind. Egal ob derzeit Fiatgeldwechsler oder nach Ihrer Metamorphose Sachwertglucken.
    Oma Erna von nebenan ist es mit sicherheit nicht, denn ihr gespartes was sich durch Kollaps oder Minuszins mindert fließt eh in genau den Rüssel dieses kranken Schweines.
    Sie überzeugen mich nicht wirklich…

    grüße, Nms

  7. @Nurmalso

    das „Zuvielsparen“ liegt momentan in einer Größenordnung von 0,2Bill bei 2% des Sachkapitalstocks von ca. 10Bill =
    8% des BIP von ca.2,5Bill.

    Da wir gleichzeitig die Hebelei mit Fremdkapital durch straffe Sicherungsvorschriften einschränken wollen, passiert fast gar nichts aufregendes.

    Außer eben, dass es für 8% BIP keine Falschgeldproduktion aus Exportsubprime und Staatsschulden mehr gibt. Und dann keine Sozialisierung für den Steuerzahler für diese Horterschäden mehr.

    Horter – wir zahlen nicht für Eure Krise

  8. Es tut mir Leid.
    Oder auch Weh.
    Oder beides zugleich?

    Was wird passieren wenn über 50000 € pro/Kopf eine Hortungssteuer eingeführt wird?
    Genau, so wie Sie es beschreiben, es wird dann zwangsweise in Sachwerte investiert.
    Die Folge daraus wird eine enorme Verteuerung der Sachwerte sein, infolge einer erhöhten Nachfrage!
    Wenn die Preise anziehen, wie soll dann eine Volkswirtschaft funktionieren, wenn die unteren Einkommen sich diese Verteuerung der Sachwerte nicht leisten können?
    Wird dann, um es noch mit einem Hartz-ähnlichen „Grundeinkommen“ zu koppeln, die breite Masse auch exponentiell steigend subventioniert werden um sich das nötigste zu leisten?
    Womöglich mit noch mehr Krediten und zwar in elektronischer Kleinstform für die täglichen Äpfel und Birnen, welche zum überleben gebraucht werden?

    Lieber Herr Buschbeck, ich habe den Eindruck das Ihr Modell von den Banken selbst stammt.
    Mit dem Ziel einer noch größeren Abhängigkeit der Menschen von einer Finanzhydra, welche in Zukunft nur regional gestückelt sein wird?
    Wird hier nicht den Menschen der selbe alte Teufel im neuen Sack verkauft?
    Es wird doch so eine absolute Zweiklassengesellschaft produziert, in der auf der einen Seite wenige Sachwertbesitzer auf immer größer werdenden Häufen hocken, deren Preis sich durch Nachfrage vermehrt.
    Im Gegenzug aber, wird die große Mehrzahl von diesen Sachwertverwaltern abhängen und infolge einer Preissteigerung für jeden Schei… einen Kredit benötigen…! Zum Beispiel bis 50000€!
    Bekommt man dann zukünftig den Kredit über 50K gleich bei Geburt gutgeschrieben um als „Verbraucher“ oder „Entsorger“ solvent zur verfügung zu stehen?
    Sämtliche Sachwertmonopolisten werden dann auch den Sachwert welchen sie bebrüten taxieren!
    Die immer mehr werdenden Habenichtse sind dann zu allem übel (bald regional?) auf deren Gunst einer Kreditwürdigkeit angewiesen, welche begründet ob diese „gute Schuldner“ mit „guten Geld“ sind…!

    Sicher werden infolge einer weitläufigen nichtverstehenden Hybris die Masse in der ersten Zeit wie verrückt nach „Habtischen“ Produkten gieren…
    Ähnlichkeiten zur Abwrackprämie tun sich auf…
    Es wird einen Schub geben für die Unternehmen… wie das Ihre. Ohne Zweifel!
    Doch es wird auch ein unglaublicher Ver -und Bemüllungsapparat in gang gesetzt werden.
    Die Leute werden sich anfänglich dämlich kaufen an Produzierten Tand und Plunder, schlimmer noch als heute, von einer Wachstumsabhängigen „Ihr braucht das alles zum Leben“ -Industrie.
    Später wenn das Hirn auch beim letzten anfängt zu arbeiten werden die Massen an dieser „Planwirtschaft“ verzweifeln. Wer soll dann aufsteigen zum „Sachwertvermögenden“ über 50K, wenn die Preise dafür ins nirvana abgleiten???

    Wir können letztlich rumdeuteln wie wir wollen, daß System kann sich nur bereinigen wenn autarke regionale Geldsysteme entstehen welche an die Freigeldwirtschaft Gesells anknüpfen.
    Denn wenn den Menschen hier nur ein Konjunkturprogramm implantiert wird, welches ihre Sachwertbebrüter über 50K beglückt und die darunterliegenden Kollektiv als „Zinsharzer“, ob mit oder ohne „Grundeinkommen“ lanciert, dann haben wieder einmal die Monopole und Produkteigner/erzeuger das alte System nur farblich umgestaltet.

    Die Relativitätstheorie ist leider nur zweidimensional ausgerichtet lieber Herr Buschbeck.
    E=mc² sollte wohl besser umgeformelt werden in E=mc³, da unsere Habtische Welt eben nicht flach ist sondern eine Kugel!
    Auch kann man es drehen und wenden wie man will. Es findet eine Geldschöpfung statt! Diese verbirgt sich nur geschickt in Ihrem Pfand.
    Es ist der Pfand der händeringend gesucht wird von den Bebrütern der Sachwerthäufen!
    Diese taxieren die „Werte“ und damit die Physische Welt entsprechend den Pfandforderungen des Systems in eine immer höher exponentielle Lage.
    Was glauben Sie weshalb auf einmal das Gruselkabinet Afghanistan solche Billionen Wertvollen Bodenschätze hat? Fragen Sie mal Horst Köhler.
    Die Afghanen sind ergo alle Reich… sie schwimmen im „Pfand“. Wir können alle Jubeln der nächste Schuldschein ist gedeckt das System ist weiter betreibbar…
    Heisenbergs Unschärferelation verschiebt den Ereignishorizont noch etwas nach oben.

    Als letztes Taxieren wir unsere gesamte Erdkugel zum Pfand!
    Womöglich können wir, bei gelingen einer interstellaren Enteraktionen, aber bald den Mond, Mars und ein paar Brocken vor Jupiter als Pfand bedienen….

    Gödelscher Unvollständigkeitssatz:
    „Jedes hinreichend mächtige formale System ist entweder widersprüchlich oder unvollständig.“
    „Ein System kann nicht zum Beweis seiner eigenen Widerspruchsfreiheit verwendet werden.“

    Da die Mehrheit aber dermaßen ungebildet, um das Wort dämlich zu vermeiden, in diesen Grundsubstanziellen Geldproblem unserer soziologischen Konstruktion ist,
    wird sie das System welches ihr am schillerndsten verkauft wird annehmen. Auch oder gerade wenn es das selbe, nur anders herum, ist.
    Wer die Propaganda beherrscht beherrscht auch die Masse….

    Bitte nehmen Sie mir die Angstzustände meiner Prophetie….

  9. Hallo Herr Waldner,

    danke für die Blumen -tut auch mal gut wenn man so verbissen an einem Projekt arbeitet.

    also mit den vergesellschafteten Produktionsmitteln haben wir aber im Osten ganz schlechte Erfahrungen gemacht. 🙂

    Ich habe aber gestern „im Gelben“ die revolutionäre

    „Relativitätstheorie des Gewinns“

    postuliert – 🙂

    die hat n.m.E. das Loch in der Matrix gefunden – Gewinn ist nicht absolut sondern relativ.

    er ist auch eine bilanzielle Größe und keine Nominale

    bitte auch mal die Unterlinks mit Diskussion mit Thomas Strobl/Weissgranix lesen –

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=169951&page=0&category=0&order=last_answer

    habe gleich noch einen Absatz dazu angehangen – liebe Grüße, JB

  10. Das Argument mit dem fehlenden Verfallstermin der Geldguthaben ist sehr einleuchtend. Man hat das zwar in anderen Worten auch schon oft gesagt, aber nicht so überzeugend.

    Da wird also ein Kredit abgeschlossen und der Kreditnehmer hat einen Termin, um das geschuldete Geld zurück zu zahlen, aber der Kreditgeber hat keinen Termin, um sein Geld vorher auch auszugeben, damit der Schuldner es sich verdienen kann.

    Ein grundsätzliches Problem sehe ich aber immer noch ungelöst. Es ist einfach die fehlende Rendite, wenn wir Privateigentum an Produktionsmitteln haben. Bei einem realen Wachstum von 2 Prozent kann die Kapitalrendite real nicht viel höher sein. Alles darüber sind eben die Blasen und Luftbuchungen im Finanzsektor.

    Wer investiert sein Kapital für 2 Prozent im Jahr?

    Daher wird es eine Lösung des Problems nur ohne Privateigentum geben können. Mit Markt und Wettbewerb, aber die Betriebe sind im Besitz der Mitarbeiter.

  11. @Oblomow
    Der Lohnempfänger hat ja selbst mit Hortungsschutz die Macht, die Unternehmer über die Konkurrenz auszuspielen. Mit-Defla_Gau – drohung erzwingt der Zahlungsmittelhorter nur den heutigen Wahnsinn aus insolventen Exportüberschüssen und Staatsschulden.

    Es braucht halt eine Trennung
    in Schuldgeld –
    dabei ist diese Menge auf den Kreditbedarf freiwilliger(also nicht staatliche Konjunkturprogramme) und solventer, also vollstreckbarer(also nicht Staat und Subprime) Schuldner zu begrenzen.

    und Wertgeld
    verbriefte Sachwerte zur Wertaufbewahrung – wir brauchen keine alternativen Zahlungsmittel -wir brauchen alternative Wertaufbewahrungsmittel um den Zahlungsmittelmissbrauch(erzwungene schlechte Schulden) zur Wertaufbewahrung einzuschränken.

  12. Hallo @gerscht

    Gesell verstand was von Wirtschaft – war ja Kaufmann und kein Ökonom 🙂

    Das einzige, was er wohl nicht überblickt hat, war der kausale Kreditcharakter des Geldes durch die Vorfinanzierung der Wertschöpfung.

    Da Boden keine Abschreibung hat – geht der Bodenwert tasächlich bei dauerhaft zu erwartenden Null/Negativzinsen ins Unendliche.

    Dies würde aber heute auch gehortete Rohstoffe betreffen.

    Also beim Boden sind mit Grundsteuer einfach die fehlenden Durchhaltekosten gegen Hortung reinzubringen – bei den Rohstoffen muss auch geSTEUERert werden.

    Wir sehen das Problem also auch identisch Gesell – er wollte auch eine Bodenrente als Grundeinkommen für Mütter. Und wir wollen eine
    Grundsteuer für’s BGE

  13. Diese „Hortungsmöglichkeit“ des Kreditgeldes ist es ja gerade, was dem Geld Wert und damit seinem Besitzer Macht verleiht.

    Im Produktionsprozeß hat zunächst mal der Unternehmer die Macht, weil er ja die Arbeitskraft seiner Mitarbeiter einkauft. Die Mitarbeiter hätten gern mehr Lohn, aber der Unternehmer sagt nix da und hält sie kurz.

    Sobald aber das Lohngeld an die Mitarbeiter ausgezahlt ist, haben sie die (Preisverhandlungs-)Macht. Denn der Unternehmer steht ab nun unter gehörigem Druck, seine Produkte zu verkaufen, d. h. das zuvor ausgegebene Lohngeld wieder einzusammeln, um seine Kredite zu bedienen.

    Dieses wechselseitige Machtverhältnis bestimmt letztlich auch die Gewinn- bzw. Verlustsituation des Unternehmers.

    Onkel Franks „goldene Regel“: Wer das Go(/e)ld“ hat, macht die Regel.

    Wenn jeder mit (eigenen) Aktien zahlen würde, würde die ganze Chose viel schlechter bis gar nicht funktionieren, u. a. weil Aktien keinen Fälligkeitstermin haben und der Wert der verschiedenen Aktien unterschiedlich ist und ständig schwankt. Deshalb hat man ja z. B. den Euro eingeführt, um die ganze Devisenproblematik (Transaktionskosten, Absicherungskosten usw.) innerhalb eines größeren Wirtschaftsraumes zu eliminieren.

  14. ich halte auch sehr viel von euren ideen (GC09) aber in einer sache bin ich mir noch unklar. und zwar was passieren wird wenn das bargeld umlaufgesichert ist und das geld auf dem konto bei bestimmten wirtschaftlichen bedingungen auch weniger werden. werden dann die leute die geld haben dieses nicht auch in land investieren? und damit auch wieder die möglichkeit haben ihr geld zu vermehren (nachfrage bestimmt den preis)? falls ich falsch liege berichtigt mich bitte, aber ich denke (auch wenn ich mittlerweile nicht mehr 100%ig von gesell überzeugt bin) das es eine art „freiboden“ geben sollte.

  15. hi divo,

    jo, nur muss eben auch der sachwert erst mal geschaffen werden, selbst Gold schürfen, musst Du vorfinanzieren. 🙂

    Deshalb kommst Du am Kredit nicht vorbei – und NEIn, der konsumierte Zins fehlt nicht – auch wenn dieses Märchen nicht totzukriegen ist.

    aber ansonten, ja „Wertgeld“= verbriefte Sachwerte zum Beispiel als Eigenkapital AG- Anteilsscheine sind ein guter Weg um die Wertaufbewahrungsfunktion von der Zahlungs und Wertschöpfungsfunktion des Schuldgelds abzutrennen.

  16. Ich habe mir eure Seite angeschaut. Der Tenor: Guthaben sind Schulden – das ist klar, denn Geld entsteht aus Schuld. Eure Lösung: Hortungssteuer.

    Das haben die Freigeld-Leute schon vor längerer Zeit vorgeschlagen, funktioniert aber nicht.

    Das erste Problem am aktuellen System ist, dass das Geld aus Schuld entsteht und damit keinen Wert besitzt und nicht, dass es gehortet wird.

    Das zweite Problem ist, dass auf dieses Nicht-Geld auch noch Zinsen erhoben werden. Damit entsteht eine exponentielle Geld-Schuld-Vermehrung, die am Ende zum Platzen der Blase führen MUSS.

    Ich sehe als einzige Lösung eine Art werthaltiges Warengeld, das es erlaubt, problemlos zu sparen. Darauf brauche ich keine Zinsen, denn es gibt keine Inflation, die kompensiert werden müsste.

    Will sich jemand dieses Geld leihen, weil er investieren möchte, muss er natürlich einen kleinen Zins dafür zahlen – das ergibt aber kein exponentielles Wachstum, weil dieses Geld nur EINMAL vorhanden ist. Hat es der Eine, kann der Andere es nicht ausgeben. Das ist fair und funktionierte Jahrtausendelang.

    Eure Lösung des Sparens in Sachwerten ist übrigens nichts anderes. Ob ich es nun Sachwert, Warengeld oder gedecktes Geld nenne – es handelt sich in allen Fällen um etwas werthaltiges, in das Arbeit und Mühe investiert wurde.

  17. @Andreas712

    Der Leitzins der EZB ist fürs Gesamtsystem nach meinem Dafürhalten vernachlässigbar. Es sei denn, die EZB kauft *alles* auf, was es am Markt gibt.

    Ich weiß, daß das viele anders sehen. Besonders die „Österreicher“.

  18. @Oblomow: „Ich kenne nur den Zins, den Kreditgeber und Kreditnehmer frei und einvernehmlich bei einem Kreditgeschäft vereinbaren.“
    Was ist dann mit dem sog. Leitzins der EZB z.B.?

  19. @Jörg Buschbeck

    Ja, zum Kredit gehören 2, einer der gibt und einer der nimmt. Sitzen beide im selben Boot. Und beide sollten sich bewußt sein, auf was sie sich da einlassen bei so einem Kreditgeschäft. Dieses Bewußtsein ist aber, wie man in der Praxis beobachten kann, oft genug nur sehr mangelhaft bis gar nicht vorhanden. Und dann wird geheult über die ungerechte Welt, wenn die Dinge ihren Lauf nehmen und es Brösel gibt.

    Zu den „Österreichern“ – deren Freund bin ich nicht. Und die haben mich auch nicht lieb. Würde jetzt aber zu weit führen.

  20. @Michael Hoennig

    „Gleichgewichtszins“ – was’n das für’n esoterisches Zeug? Ich kenne nur den Zins, den Kreditgeber und Kreditnehmer frei und einvernehmlich bei einem Kreditgeschäft vereinbaren. Und der ist eben individuell unterschiedlich, abhängig von einer Reihe von Faktoren.

    „positive Rückkopplung“ – yep, damit muß man leben. Oder man macht staatliche Planwirtschaft. Hat sich in der Praxis eher noch weniger bewährt als die positive Rückkopplung. Würd ich mal meinen.

    Aber nix für ungut. Soll jeder glauben, was ihn selig macht.

  21. @ Omblomwow
    – die griechische Methode ist die deutsche Exportüberschussmethode der Schuldscheinsammler

    Da gehören nämlich zwei dazu –
    der deutsche Michel der „sein Bier“ nicht selber trinkt und lieber spart und es dafür an die arbeitslosen Südländer ausschenkt und „auf den Deckel“ anschreibt und diese Deckel sammelt.

    Irgendwann stellt man völlig überrascht fest – das der arbeitslose Südländer wohl schon zu viel auf dem Deckel hat und nicht zurückzahlen wird. Ei, was für eine unvorhersehbare Überaschung.

    Da hilft nur künftig selber trinken – prost Michel

    Exportüberschüsse = Sparüberschüsse sind seit der Besiegelung der Transferunion am 09. Mai an Dummheit nicht mehr zu überbieten – wir schenken jetzt Freibier aus.

    Zum Thema Gleichgewichts-Zinsen findest Du auf dieser Seite umfangreiche Information um Deine etwas widersprüchlichen
    Kenntnisse aufzuhübschen.

    Nur eins noch – einfach laufen lassen sagen die „Österreicher“
    Wer bei Wirtschaftstheorie auf die „Österreicher“ hört – bekommt sicher wieder einen solchen.

  22. @Oblomow: Es geht um Realzinsen und nicht um Nominalzinsen. Und ja, durch Inflation können die Realzinsen schon negativ werden. Dummerweise immer zum falschen Moment!

    Denn Inflation gibt es erstens zeitverzögert nach einem Boom, nicht aber in der Rezession. Doch genau in der Rezession braucht man negative Realzinsen. Und zweitens reichen 2% Inflation bei weitem nicht aus, heute bräuchten wir schon etwa 7%, um den Gleichgewichtszins erreichbar zu machen. Ob die Preisänderung an sich problematisch ist oder nicht, sollten wir an anderer Stelle klären, die hat nämlich durchaus Vor- wie auch Nachteile.

    Und auch wenn es grundsätzlich richtig wäre, insolvente Unternehmen (auch Banken) in die Insolvenz gehen zu lassen, entstehen dabei nur kurzfristig negative Realzinsen – und zwar sogar in Einzelfall gigantisch tief negative Realzinsen (ggf. Totalverlust => praktisch -100% Realzinsen). Sobald das länger anhält, werden die Menschen Geldbasis (Nichtbanken also Bargeld und Geschäftsbanken ZB-Guthaben) halten – die aber im derzeitigen Geldsystem eben einen viel zu hohen Realzins haben.

    Die Folge: Die Krise gerät in eine positive Rückkoppling, verstärkt sich also systembedingt selbst.

  23. P.S.: Noch eine Nachbemerkung zu den Negativzinsen.

    Negativzinsen gibt es ja bereits. Realverzinsung kann ja auch negativ werden. Beispiel: Giroguthaben bei 0,x% und 2,x% Inflation.

    Das System reguliert sich ganz von selbst, da braucht man gar nüscht extra tun.

  24. @Jörg Buschbeck

    Klar Jörg, alternativ bietet sich die griechische Methode an. Man macht so viele Schulden, bis man keine neuen Gläubiger mehr findet. Und dann? Schönen Gruß aus Argentinien.

    Reiche noch ein sachliches Argument zu Negativzinsen nach: Du vermietest mir Deine Wohnung/Haus whatever gratis und legst dazu noch extra was drauf. Wenn Du dazu bereit bist, nehme ich mein „schwachsinnig“ zurück und lasse mir gerne Dein Geld auf mein Konto überweisen.

  25. klar Oblomow – die Brüning Methode , macht unner Angie doch schon –
    klärt sich alles von selbst durch Diktatur, Krieg und Massenmord.

    und – Deine „Schwachsinnsbehauptung“ lässt leider das sachliche Argument vermissen

  26. Das Wesen des Geldes und die Problematik des „übermäßigen Sparens“ ist zutreffend dargestellt.

    Die Schlußfolgerung daraus (Negativzinsen, Umverteilung) ist gut gemeint. Und gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut. Man könnte es auch schwachsinnig nennen.

    Das System braucht keine solche „Hilfestellung“, sie ist völlig überflüssig. Die Schuldentilgung findet im System auf jeden Fall statt: Entweder über den üblichen Konsumvorgang oder über den Konkurs.

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