Ja, auch wir Reichen leiden an der Armut der Anderen


Der Betreiber dieses Blogs gehört zu den obersten 10% der Bevölkerung mit den größten Vermögen. Nicht dass ich größere Beträge auf dem Konto hätte, aber als Unternehmer verfüge ich über ein nicht unbeträchtliches Sachvermögen.

Als Haupt-Argument gegen ein globale Wende höre ich immer wieder folgendes:
Die Reichen wollen ja eh nichts abgeben und werden verhindern, dass sich etwas ändert. Alles Käse Freunde, gerade die richtig Reichen haben Ihr Geld auch nur zu einem Bruchteil auf Festgeldkonten. Sie sind vielmehr in realwirtschaftlichen Investitionen engagiert und haben auch in einer deflationären Depression und Bürgerkrieg viel zu verlieren – ein umfangreiche Analyse zu den vielen Aspekten zu großer Vermögensunterschiede heute Thomas Fricke in der Financial Times Deutschland.

Auch wir Reichen sitzen mit Euch in dem Zug, den die grottenschlecht beratene Lokführerin Merkel gerade mit Volldampf an den deflationären Prellbock zu fahren droht und wir Reichen sitzen auch noch ganz vorn im Zug.

Das Problem des fehlenden Wandels lässt sich also auf 2 Punkte eingrenzen:
1. Ökonomen, welche nur wenig von Wirtschaft und Geld verstehen, dafür aber die Politik falsch beraten

2.Es geht uns noch zu gut um aktiv zu werden

An Punkt 1 – an Lösungsansätzen für eine neue Ökonomie arbeitet GlobalChange
und Punkt 2 erledigt sich demnächst von selbst – bald seid Ihr leider völlig „ausgemerkelt“.

vorrevolutionäre Grüße, Jörg

13 Kommentare zu „Ja, auch wir Reichen leiden an der Armut der Anderen“

  1. @ Michael

    Danke für die Antworten!

    @ Jörg

    Danke für den Link (kannte ich noch nicht). Ich sag ja, mit der Zeit wird ein Blog einfach unübersichtlich – mit den dortigen Antworten, hätten sich meine Fragen erübrigt und natürlich auch meine Links. 🙂

    Bei den Goldwährungsvervechtern (Eichelburg & Co) hab ich bereits vor Jahren mal ein Link-Feuerwerk gezündet oder besser gesagt eine sachliche Diskussion starten wollen, da m.E.n. eine Goldwährung ebenfalls totaler Schwachsinn wäre (wie auch in deinem Link kurz beschrieben) – leider ohne sichtlichen Erfolg, manche Leute sind einfach bildungsresistent.

  2. Hallo Hans,

    ich möchte deine Fragen auch gerne beantworten:

    > 1. Was ist der Unterschied zwischen Negativzinsen (von GC vorgeschlagen) und einem umlaufgesicherten Geld

    Zunächst geht es um das erreichbar-Machen negativer Realzinsniveaus, und dafür ist ein negativer Realzins auf Geldbasis (für Nichtbanken also auf Bargeld) nötig. Ein solcher wird durch eine
    „Umlaufsicherungebebühr“ erreicht, wie aber auch grundsätzlich durch Inflation (Inflation aber durch Neuverschuldung zu „machen“ zieht gleichzeitig das Zinsniveau auch wieder hoch).

    > 2. Die Geldschöpfungssichtweise, dass “Geld aus dem Nichts” (Fiat Money = Es werde Geld) geschöpft wird, ist bei Ökonomen und Geldreformern (Prof. Bernd Senf, Prof. Joseph Huber, Gerald Celente u.v.a.m.) weit verbreitet – warum eigentlich?

    Sie haben sich verrannt und suchen Schuldige („die bösen Banker“). Sie fragen mehr nach dem WER als nach dem WARUM. Das macht es auch einfacher bei den meisten Menschen.

    > 3. Soll nach Ansicht von GC die Geldschöpfung nach wie vor in privater Hand bleiben (FED & Co)?

    Private Monopole sind sicherlich die allerschlechteste Wahl. Entweder Währungswettbewerb oder das EZB-Modell (aber nur mit wirtschaftlich ähnlichen Ländern) mit einem zusätzlichen Instrument, eben entweder explizite Inflationierung (ohne reale Neuverschuldung) oder Demurrage („Umlaufsicherungsgebühr“).

    Jörg hat da noch ein anderes Modell, nämlich quasi sparen in Realkapital. Das geht natürlich auch, entfernt sich aber für mich zu weit von der Geldtheorie.

    Mir ist die konkrete Lösung ziemlich egal, solange sie 1. an der Ursache ansetzt (also nicht nur Symptome bekämpft/unterdrückt) und 2. keine neuen Marktverzerrungen hervorruft.

    > [GC] und folgerichtig(?) auch nicht die FED basht.

    Nicht mehr oder weniger als die EZB. Eher sogar etwas weniger, weil die FED immerhin schonmal durch Dauerinflationierung einen negativen Realzins auf Geldbasis erzeugt, aber leider durch Neuverschuldung – was eben auch den Markt verzerrt.

    Grüße
    … Michael

  3. @ Jörg

    Also 2-3 Leute würden das Buch bestimmt lesen (David.P, der Michael Hönnig und natürlich auch ich).
    Wenn das mal nicht ausreicht, ein Buch zu schreiben. 😀

    Ne hast recht, macht jetzt vielleicht wirklich noch keinen Sinn.

    Und keine Sorge, ich werd dich schon auch noch in Zukunft ordentlich mit Links versorgen (vorausgesetzt sie erfüllen das Prädikat „Vollkäse“). 🙂

  4. @Hans

    Fast alle Geldsystemkritiker sehen ein Zinsproblem, aber selten bis nie ein monetäres Sparproblem. Ich vermute, weil Sie eben selbst auch sparen und das Problem und die SCHULD nun mal doch möglichst nicht unter eigener Beteiligung stehen soll.

    Deshalb habe ich jetzt die Idee mit den 50.000 Euro/ Kopf Freibetrag. Also eine Familie mit 2 Kindern íst bis 200k Hortung auch noch lieb und wie 90% der Menschen an gar nix schuld.

    Aber irgendwo muss halt Schluss sein mit der Horterei und dann selbst investiert werden ,wenn es keine Dritten freiwilligen und solventen Investoren gibt.

    Ein Buch schreibe ich lieber Hans, wenn ich weis wie man Leuten das Sparproblem so vermittelt, dass Sie es auch hören wollen.

    Solange es keiner hören will, will es auch kleiner lesen. Da ist es billiger, wenn Sie es im Blog nicht lesen wollen, als wenn Sie es im Buch nicht lesen wollen. 🙂

    Hier kann ich das Spiel – „Ich seh etwas, was Du nicht siehst“ noch so lange spielen, bis ich den Weg zur Vermittlung des „Sparproblems“ finde oder auch nicht 🙂

    liebe Grüße, Jörg
    PS
    komm Hans, schlepp die Links schön einzeln an – ich rege mich dann über jeden einzeln auf 🙂
    Hannich, der die Geschäftsbankengeldschöpfung leugnet,
    Huber und andere die Sie dramatisieren – die FED-Basher und was weis ich Hans – es geht immer darum von der persönlicher Horterei abzulenken. Aber eben wohl nicht bewusst – sondern unterbewusst. Viele sitzen wie Huber auch nur einfach dem Problem auf, Geld für ein Ding zu halten und nicht für einen Kontrakt.

    Hier noch ein schöner Beitrag vom Keynesianer, der hier auch immer mal kommentiert.
    http://keynesianer.blogspot.com/2010/06/das-geldhortungsproblem.html

  5. Ich habe noch drei Verständnisfragen und hoffe, dass mir die hier wer beantworten kann:

    1. Was ist der Unterschied zwischen Negativzinsen (von GC vorgeschlagen) und einem umlaufgesicherten Geld (u.a. von Andreas Popp, Prof. Senf, Günter Hannich und natürlich auch Gesell himself u.v.a.m. vorgeschlagen)?

    2. Die Geldschöpfungssichtweise, dass „Geld aus dem Nichts“ (Fiat Money = Es werde Geld) geschöpft wird, ist bei Ökonomen und Geldreformern (Prof. Bernd Senf, Prof. Joseph Huber, Gerald Celente u.v.a.m.) weit verbreitet – warum eigentlich?
    Sind die alle doof, sitzen die einem Missverständnis auf oder sind sie einfach „nur“ opportunistisch, weil sie eben was behaupten, was weit verbreitet und eh jedem „sonnenklar“ ist?

    3. Soll nach Ansicht von GC die Geldschöpfung nach wie vor in privater Hand bleiben (FED & Co)?

    Meines Wissens ist Global Change der einzige Geldreform-Ansatz, der NICHT auf diesen „Fiat Money-Trend“ aufgesprungen ist und folgerichtig(?) auch nicht die FED basht.

    Lediglich Günter Hannich, soweit mir das bekannt ist, hält von dieser „Geld aus dem Nichts“-Floskel ebenfalls nichts.
    Ob Hannich allerdings die FED basht, weiß ich nicht.

    Hat GC (und Hannich?) unser Geldsystem als einziger kapiert (oder eben nicht?) oder wie darf ich das verstehen?

    Allerdings bin ich mir beim Geldverständnis von Herrn Hannich nicht so sicher – für ihn ist ja Giralgeld KEIN Geld. Für ihn zählt der Spruch: „Nur Bares ist Wahres“.
    Trotzdem habe ich aber schon des öfteren mit meiner Bankkarte ohne Probleme bezahlt. Ich hoffe, dass ich ihm hier nichts Falsches unterstelle (hab schon lange nichts mehr von ihm gelesen/gehört – das letzt Buch hab ich vor ca. 5 Jahren von ihm gelesen).

    Fragen über Fragen.
    Da steh ich nun ich armer Tor und bin…

    PS: 4. Frage an Jörg
    Warum bringst du eigentlich kein Buch raus mit feinen, übersichtlichen Grafiken (so, dass das auch die Politiker/Ökonomen verstehen) und „revolutionierst“ den Geldreform-Bücher-Markt?
    Sich alles aus einem Blog zusammenzusuchen ist zwar gut gemeint und wichtig, aber auf Dauer ziemlich mühsam, da es ganz einfach unübersichtlich wird.

  6. @ Michael Hönnig

    Danke für den Link – wow, 106 Kommentare, diese Diskussion hab ich total übersehen.
    Werd mich da jetzt mal einlesen.

    @ Jörg

    Den Smiley hab ich ja auch nicht übersehen – ich hab das tatsächlich lustig gefunden (jetzt nicht ironisch gemeint).
    Bin aber wahrscheinlich auch zu dominant, um das einfach unkommentiert stehen zu lassen (für mein Seelenheil versteht sich). 🙂

    Und dein Montags-Kapitalismus-Quickie ist einfach nur genial.
    Jörg Buschbeck oder Georg Schramm for President!
    Hier ein kleiner Vollkäse-Link dazu:
    http://www.facebook.com/Schramm4President

    Liebe Grüße
    Hans

  7. Ja, aber ich hatte ja auch einen fetten Smiley hingemacht – ich muss mich immer über irgend was aufregen. Dies brauchen dominante Menschen für Ihr Seelenheil.

    Also weiter so Hans und liebe Grüße 🙂

  8. @Hans es ist eben etwas müßig jede Woche erneut über Vollgeld zu diskutieren. Jörgs Vergleich ist schon passend: Vollgeld ist Vollkäse, denn es setzt nicht nur an einer Stelle an, die gar kein Problem ist, sondern behebt das eigentliche Problem auch in keinster Weise.

    Vollgeld-Vertreter gehen von Geldschöpfung aus dem Nichts aus. Und dazu findet sich hier schon eine Diskussion: http://www.global-change-2009.com/blog/die-geldschopfung-der-geschaftsbanken/2010/05/

  9. „Ach Hans,
    Du immer mit Deinen Links“

    😀

    Ok sorry, ich werde versuchen, mich mit meinem „Vollkäse“ in Zukunft ein bisschen zurückzuhalten.

    Ich werde hier nur mehr Links posten, die keinen Millimeter mehr von der GC-Linie abweichen…..GC hat DIE Lösung – der Rest, bitte Klappe halten…..obwohl, dann wäre es doch hier nur halb so lustig, wenn wir alle der gleichen Meinung wären – außerdem würden mir dann schon ein bisschen deine lustigen Kommentare fehlen, Jörg.

    Aber wahrscheinlich kann man den ganzen „Vollkäse“ um uns herum nur mit Humor ertragen…

    Liebe Grüße
    Hans

  10. Ach Hans,

    Du immer mit Deinen Links, 🙂

    die Vollgeldidee ist leider in der bisherigen Form – „Vollkäse“ und geht von falschen Grundannahmen aus.

    Die Ursache der Verschuldung, die Nachfrage nach Schuldscheinen,
    wird leider auch von dieser Truppe nicht beachtet.

    Auch wird Unfug zur Geldschöpfung behauptet – die Zinsmargen daraus sind übrigens zu klein und nicht zu groß. Da die Banken nicht davon leben können, machen Sie allerhand Blödsinn neben Ihrer eigentlichen Aufgabe, der mit Eigenkapital abgesichrten Monetarisierung von Pfändern nebenher, was nicht lustig ist.

    wir könnten aber mit „Vollgeld“ das Zuvielsparen ausgleichen, ist eine zinsfreie Lösung, macht nur das System nicht stabiler. Dazu müssten die Vollgeldleute das „Zuvielsparerproblem“ aber erst mal sehen.

    liebe Grüße, Jörg

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