Konzepte mit „verbessertem Bewusstsein“ – Nein, dass ist einfach nur Mist

Als Weltverbesserer wird man ja immer mal so von anderen Weltverbesserern angequatscht:
„He Du, schau mal, mein Konzept ist doch auch nicht schlecht.“

Leider kann ich dies in der Regel nicht bestätigen, 🙂 weil die ganzen anderen Weltverbesserer immer das menschliche Bewusstsein verbessern wollen. Das Bewusstsein der Menschheit muss sich wandeln, bla, bla, bla. Es soll ohne Markt oder ohne Schuld mit Zetteln
gewirtschaftet werden, das NEUE BEWUSSTSEIN“ macht es möglich.

Meine etwas unterentwickelte emotionale Intelligenz (Fähigkeit zu taktischen Lügen und die Realität auszublenden 🙂 ) lässt mich da noch nicht mal taktisches Schweigen bewahren – nein, es ist n.m.E. wieder an der Zeit, sich wieder mal richtig zum Thema auszulassen:

Die Idee des verbesserten Bewusstseins ist schlicht und ergreifend faschistisch – und wer diese Aussage skandalös findet, den bitte ich die Empirie dieser Idee zu beachten. Da ich schon gut 20 Jahre an Großversuchen zu solchen „Verbesserung des Bewusstseins“ teilnehmen durfte und wichtige Familienmitglieder (Großväter) nicht persönlich kenne, weil auch Sie in Zeiten von intensiver „Bewusstseinsverbesserungen“ lebten, wächst mir schon bei dem Wort „Bewusstseinswandel“ eine Feder aus dem Hut.

Ja, aber es ist doch gut gemeint und dieses mal ist alles anders? Vergesst es Ihr Weltverbesserungs-Faschisten 🙂 , nichts ist anders, der Mensch ist wie er ist – sein Vorteil, sein Nutzen prägt sein Handeln. Im Übrigen bin auch ich für einen Bewusstseinswandel – nur eben als Folge eines neuen Gesellschafts-Konzepts und nicht als wirkenden Teil eines Gesellschafts-Konzepts.

Faire und durchgesetzte Spielregeln führen zu fairem Verhalten der Menschen. Nur sollte es eben noch ein Spiel sein, wenn es menschlich sein soll. Wir sollten uns von den Bewusstseinsverbesserern nicht davon abhalten lassen, diese fairen Spielregeln
für ein freies Spiel (Marktwirtschaft) zu entwickeln und ständig zu verbessern. Dieser Beitrag will nicht grenzenlosem Individualismus das Wort reden – nur eben das Steuerungselement der gesellschaftsverändertenden Bewusstseinsbeeinflussung bashen. Wir müssen Individuen im Bezug auf ökonomische und ökologische Überlebensfragen steuern – nur eben bitte über das „gesteuerte“ Marktspiel statt über die Hirnwäsche und Terror für die diesbezüglich Resistenten.

24 Kommentare zu „Konzepte mit „verbessertem Bewusstsein“ – Nein, dass ist einfach nur Mist“

  1. Vielleicht hat ja jemand Lust, diese Diskussion noch einmal aufzunehmen.

    Einig sind sich die Diskutant_innen hier in diesem Blog, der bestehende gesellschaftliche Zustand ist bedrohlich. Gibt es keine Veränderungen, rast das ganze System mitsamt der Mehrheit der Menschen ungebremst gegen eine Mauer oder in einen Abgrund. Einigkeit besteht auch noch darin, dass vor allem die ökonomischen Beziehungen zwischen den Menschen einen schweren Defekt haben.

    Strittig ist vor allem die Frage: Wie bekomme ich Veränderung hin? Erst das Sein verändern, erst das Bewusstsein verändern, erst die Regeln verändern, in welcher Reihenfolge usw.?

    Bei der Beantwortung dieser Frage sollten individualpsychologische und gesellschaftspsychologische Aspekte einbezogen werden. Hier ein kurzer Text von Erich Fromm Der Einfluss gesellschaftlicher Faktoren auf die Entwicklung des Kindes, der m.E. sehr schön das Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft beschreibt.

    Der Text zeigt auch, dass Veränderungskonzepte, die an den rational Nutzen maximierenden homo öconomicus anschließen, deutliche Schwächen haben. Die Schwäche liegt darin begründet, dass das Individuum aufgrund seiner Sozialisation und seiner Vorprägung eben nicht alle Informationen vollständig aufnimmt und verarbeitet, sondern manche Informationen eben erst gar nicht wahrnimmt und ausblendet. Wie sonst ist es zu erklären, dass zum Beispiel Wähler_innen Parteien oder Gruppierungen wählen, die dem bekundeten Eigeninteresse zuwiderhandeln? Oder eine (deutliche) Mehrheit der Menschen monetäre Analphabeten sind und vor allem bleiben wollen!?

    So viel fürs erste. Später mehr.

  2. @ Robert Pawelke-Klaer

    >Einwurf: Der Wettbewerb kann die Profite nicht begrenzen!! Warum?

    wer den sonst?

    >Ausgehend von dieser Annahme bedeutet dies, dass der Kunde den >Preis drückt, so dass kein Profit entstehen kann.

    Er versucht es und der Anbieter versucht das Gegenteil – dieses Spiel der ringenden Kräfte ist n.m.E. gesund, wenn die Kräfte ungefähr gleich verteilt sind.

    >Doch wo soll das Drücken aufhören?!,denn das wäre die nächste >Frage. Wir suchen immer nach Konzepten, nach Regel. Diese sind >nötig aber immer nur eine Krücke. Hier ein Gedanke zum >Widersprechen: Wenn die Kunden sich als Arbeitgeber begreifen >würden, das würde die Produzenten “guten Willens” von allerlei >Druck befreien und die anderen unter “guten Druck setzen.Das >hieße, der Kunde würde wieder König werden, was im Klartext >bedeutet, die Bedürfnisse müssten sich als Verursacher der >Streitereien auf dem Markt begreifen. Doch das wäre >Gotteslästerung gegenüber dem Haben.Aber genau diesen heiligen >Zorn gegen das Haben brauchen wir.

    Nun ja, ich treibe auch genügend altruistische Dinge ABER

    alle meine Erfahrungen im geschäftlichen Bereich widerlegen die hier angesprochene Sozialromantik. Hatte diese Woche erst wieder ein Riesenproblem mit dem konkurenzlosen Bill Gates und einigen anderen Lieferanten, die ich leider nicht mit ausreichend Konkurrenten zu halbwegs kundenorientierten Verhalten anregen kann.

    Und das größte Problem von Nichtmarktlösungen ist dies:

    Der Mensch ist unfähig sachlich einzuschätzen was er gibt und was er bekommt. Ersteres wird so überschätzt wie letzteres unterschätzt wird.

    Da lob ich mir den markt – statt der Sozialromantik der Bewusstseinsverbesserung – sie funzt nicht mit Menschen.

    Mit einigen Prachtexemplaren an Bewusstsein vielleicht, aber eben nicht mit allen – und schon sind wir beim Umerziehungslager für die mit dem mangelhaften Bewusstsein. Und wir sind bei der subjektiven Einschätzung der obersten Bewusstseinskontrolleure wer zur Bewusstseins-Nachbesserung muss.

    Und gerade bei Leuten die sich als „Oberbewusste“ ausgeben, habe ich oft starke „Nehmerqualitäten“ feststellen können. Sie sind halt so positiv, dass Sie Ihre eigene Leistung auch so sehr positiv sehen und höchste Vergütungen als angemessen. 🙂

    Monopolfreie Märkte sind fair – Menschen sind subjektiv.

  3. Einwurf: Der Wettbewerb kann die Profite nicht begrenzen!! Warum? Ausgehend von dieser Annahme bedeutet dies, dass der Kunde den Preis drückt, so dass kein Profit entstehen kann. Doch wo soll das Drücken aufhören?!,denn das wäre die nächste Frage. Wir suchen immer nach Konzepten, nach Regel. Diese sind nötig aber immer nur eine Krücke. Hier ein Gedanke zum Widersprechen: Wenn die Kunden sich als Arbeitgeber begreifen würden, das würde die Produzenten „guten Willens“ von allerlei Druck befreien und die anderen unter „guten Druck setzen.Das hieße, der Kunde würde wieder König werden, was im Klartext bedeutet, die Bedürfnisse müssten sich als Verursacher der Streitereien auf dem Markt begreifen. Doch das wäre Gotteslästerung gegenüber dem Haben.Aber genau diesen heiligen Zorn gegen das Haben brauchen wir.

    Robert Pawelke-Klaer

  4. Lieber Jörg,

    was sollen wir Feuer und Wasser mischen…

    Die Zeit wird es zeigen, ob wir weiterhin den Vedrängungswettbewerb und „Den Vorteil suchen“ leben…
    oder ob wirklich was Neues kommen darf..

    Warum so viele Schlagworte.. die doch alle fehlbesetzt und fehlinterpretiert werden (Kommunismus, Sozialismus, das Böse usw)

    Das was wir jetzt erschaffen müssen oder sollten und werden, das ist in noch keinem Lexikon nach zu lesen.

    Ich muss sagen: Deine Worte haben mir klar und gut dargelegt was die Aufgabe von GC ist,
    das hatte ich so nicht aus den Videos und den Texten gelesen und auch nicht von den Mitgliedern so vermittelt bekommen.

    Danke und herzliche Grüße
    Alexander

  5. Hallo Jörg,

    Ich bin mir sicher dass das deine Denke ist – und nicht das was die Menschen antreibt mit bei GC mit zu wirken. Sollte es der Fall sein… dann wäre für mich GC auch nur ein neues Vehikel der Wirtschaft, ohne den wirklichen Samen für eine Neuen Zusammenleben zu pflanzen.

    Unser Konzept des „Bedarfsorientierten Finanzsystem“ als Kommunistisch und Faschistisch abzutun ist echt geil. Der Zusammenhang ist und entbehrt jeder Grundkenntnis.

    Da bleibt mir nur ein Schluss:

    Wahrscheinlich sind wir mal wieder der Zeit einiger Gehirne im voraus, sodass unser Konzept als unwahrscheinlich und nichtpraktikabel empfunden wir.

    Alexander

    1. Hallo Alexander,

      > Ich bin mir sicher dass das deine Denke ist – und nicht das was die Menschen antreibt mit > bei GC mit zu wirken. Sollte es der Fall sein… dann wäre für mich GC auch nur ein neues
      > Vehikel der Wirtschaft, ohne den wirklichen Samen für eine Neuen Zusammenleben zu
      > pflanzen.

      Also, dass was der Global Change 2009 e.V. vertritt ist eine erneuerte und von Störungen/Monopolen befreite MARKTWIRTSCHAFT.

      Nix Bewusstseinsarbeit – Markt – Nutzen – Vorteil suchen – weil wir im Geiste von A.Smith glauben, dass dies den Wohlstand der Nationen schafft. Was von den „Sympatisanten aus der Bewegung“ davon verstanden oder hinein interpretiert wird, kann ich Dir nicht sagen. Dazu habe ich da zu wenig Kontakt. Auf alle Fälle finde ich, dies im Film klar ausgedrückt zu haben.

      >>Unser Konzept des „Bedarfsorientierten Finanzsystem“ als Kommunistisch und >Faschistisch abzutun ist echt geil. Der >Zusammenhang ist und entbehrt jeder >Grundkenntnis.

      Also, das totale Umverteilungskonzept gegen das böse Profitstreben ist erst mal nur Sozialismus – und was aus Sozialismus praktisch wird, dafür habe ich leider aus praktischem Erleben wenig Sympatie. Persönlich unterstelle ich keinem linken Weltverbesser böse Absichten, habe auch mit einigen Linken Kontakt und Sympatie. Die Faschismuskeule hätte ich wirklich auch stecken lassen können, obwohl ich eben glaube, dass es trotz gut gemeint immer kausal auf schlecht gemacht hinaus läuft. Ich habe Sozialismus persönlich halt als so menschenverachtend wie umweltzerstörend und langweilig erlebt.

      Aber eben persönlich bitte nichts für ungut und Grüße, Jörg
      PS
      Profite müssen dringend begrenzt werden, aber bitte durch mehr Wettbewerb
      und nicht durch noch mehr Staatsregeln.

  6. Robert Pawelke-Klaer

    Bewusstseinswandel ohne „Konzept“ ist Geschwätz. Konzepte gegen das Bewusstsein ist Diktatur. Das größte Problem ist, das eigentliche Problem erkannt zu haben. Das eigentliche Problem haben wir dann erkannt, wenn wir sehen, wie im Kleinen mit der großen Veränderung begonnen wird. Den Bauplan einer Maschine verstanden zu haben, heißt zu wissen, mit welcher einzelnen Schraube man beginnen kann oder muss. Wir suchen oft nach der „richtigen“ Aufgaben und sehen nicht, dass die richtige Aufgabe vor unseren Füßen liegt. Das ist unser Bewusstseinsproblem.

  7. hi Rainer,

    > Amen.

    ich mag Selbstironie – meine versteht man nur immer nicht 🙂

    Ich finde es auch toll, wenn Du Dein Bewusstsein positiv veränderst – aber was hast Du nun mit „den Anderen“ vor?

    lG Jörg
    PS
    Habe vor einen Haushaltsplan mit Grundeinkommen aus Besteurung schädlicher Dinge aufzustellen, dann kann jeder nachschaun ob es Ihm nützt. Wird aber wegen derzeitiger Arbeits-Überlastung wohl erst 2011.

  8. Hallo miteinander,

    als wir vor 6-7 Jahren angefangen haben, die Grundeinkommensidee ernsthaft zu unterstützen, haben wir anfangs ausschließlich Diskussionen über Modelle und deren Wirkungen und Konsequenzen diskutiert. Wir haben versucht zu verstehen, wie Märkte funktionieren, wie Sozialwesen funktioniert, wie der Arbeitsmarkt funktioniert, etc. Wir hatten damals oft Gelegenheit, mit „Vordenkern“ lange Abende zu verbringen und uns intensiv auszutauschen.

    Die Modelldiskussionen haben wir ganz eingestellt, sie haben uns nicht weiter gebracht, als bis zu den Modellen. Ideologische Diskussionen haben wir aufgegeben, weil wir ebenfalls nur bis zu den Ideologien kamen und nicht weiter. Politische Diskussionen haben wir auch komplett eingestellt und eigentlich auch alles was theoretischen Charakter hatte. Wir kamen nicht weiter, als bis zur jeweiligen Ebene.

    Uns ist aber recht schnell aufgefallen, dass man die Idee des Grundeinkommens und anderer neuer Ideen zu allererst mal als wirklich jungfräulich reine und neue Idee denken können muss, um die Dimension überhaupt erfassen zu können, die in diesen Ideen steckt. Es geht dabie aber gar nicht um Märkte oder um Arbeitsplätze. Es geht auch nicht um soziale Belange oder um politische. Es geht auch nicht um die Wirtschaft oder um Finanzierbarkeiten oder so.

    Es geht um komplett neue Weltbilder, um einen echten Paradigmenwechsel, der sich durch alle Lebensbereiche zieht.

    Wir haben schon vor einiger Zeit wieder komplett aufgehört, Menschen von einer Verbesserung oder Veränderung der Welt überzeugen zu wollen. Wir haben stattdessen begonnen, Menschen für die aktive Mitgestaltung ihrer Welt zu begeistern – jeder so, wie er es möchte.

    Jede bewußte Veränderung ist die Folge eines geänderten Bewußtseins. Man kann den Inhalt aber nicht gezielt verändern, in dem man nur den Rahmen ändert.

    Deshalb ist es aus meiner Sicht jetzt wichtig, das die paar wenigen Menschen, die noch halbwegs klar im Kopf sind, beides im Auge begalten. Die Rahmenbedingungen, die für diese neuen Ideen geschaffen werden müssen und die Inhalte selbst.

    Wir können uns eine Zukunft schaffen, in der wir alle gut leben können. Alle Menschen, alle Tiere, alle Pflanzen, alles Leben. Dafür müssen wir unter Umständen jeden Stein umdrehen. Wir müssen dafür jedes Modell, das uns nicht weiterbringt, wegwerfen. Wir müssen dafür jede Ideologie, die uns behindert, auf den Müll werfen und wir müssen jedes System, das uns nicht dafür nutzt, zum Mond schießen. Es geht um einiges, wenn es um unsere Zukunft geht, wahrscheinlich um alles.

    Amen.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

    Rainer

  9. Ich denke mal das der Herr Buschbeck dieses Schreiben in seinem Forum aufgesetzt hat, weil er den Kanal voll hat immer Konzepte zu bekommen und er der Herr Buschbek, was auch immer er zu sagen hat, – Nicht verstanden wird.

    So dachte auch ich für mich, der Jörg wird sich über gute Ideen freuen und habe ihm einfach zum Austausch unsere „Idee für die Zukunft“ gesendet: http://www.ak-ggg.de/EinBedarfsorientiertesFinanzsystem.pdf

    Als dann seine Antwort kam, mit den Hinweis auf seinen Forumsartikel, hat es mir doch glatt den Boden aus den Fässern gehauen…

    Nun ja. Ich dachte das ES sich, wie der Name schon sagt, um einen Globalen Wandel handelt.

    Global in dem Sinne von weltweit und global im Sinne von gesamt, also in allen Bereich: Wirtschaft, Gesundheit, Neue Energien, Politik, Rechtsprechung, Medizin, Völkerrecht, Bewusstsein, Steuern, Religionen, Bildung, Finanzen usw.

    Wenn man Neue Wege beschreiten will und man dann doch wieder nur Kompromisse und Verträge braucht, dann sind es zwar neue Wege, aber sie werden mit alten Schuhen begangen….

    Aus meiner Sicht und aus der Sicht vieler anderer wird ES ohne diesen Bewusstseinswandel nicht gehen….
    Denn der Mensch wird erst dann frei sein, wenn es keinen Zins und keine Knebel-Verträge mehr gibt…

    Auch wir unterstützen die Idee BGE, aber bitte bedenkt, ES geht eigentlich noch um viel, viel mehr…

    http://www.unternimm-das-jetzt-thueringen.de/ (Seite geht Anfang nächster Woche online)

    Liebe und herzliche Grüße
    Alexander

    1. hi alexander,

      also Du bist bei weitem nicht der Einzige, der mich zu solchen Aufsätzen inspiriert – wir führen die Diskussion hier auch nicht das erste mal – hier ging es mit @Hans und Frau Reglin Hormann schon mal ähnlich zur Sache:

      http://www.global-change-2009.com/blog/umfrageergebnis-99-fragen-zuerst-wer-dannach-fragt-aber-bitte-endlich-warum/2010/06/

      Dein Beitrag ist aber ein schönes Beispiel warum es geht:

      Bedarfsorientiertes Finanzsystem = jeder nach seinen Bedürfnissen

      dass ist die Grundidee des Kommunismus, die gut klingt und gut gemeint ist, aber eben in der praktischen Umsetzung immer faschistischere und menschenverachterende Züge trägt, je ortodoxer man Sie verfolgt.

      Und deshalb ist mir die Diskussion wichtig – ich bin auch nicht für ein bedarfsorientiertes Grundeinkommen – sondern für eine Grundeinkommen unter allen Bedürfnissen – eher für ein ordnungspolitisch korrektes „Hartz4 für jedermann“ um einen völlig freien Arbeitsmarkt zu ermöglichen und Akzeptanz für die ordnungspolitische Besteuerung schädliche Dinge zu schaffen.

      Weil nach meiner Sicht werden wir frei sein -wenn wir freie entmonopolisierte Märkte haben – und nicht wenn wir Zinsen verbieten und Bewusst – Erleuchtete Verträge auf EU-Bürokratten-Standards kontrollieren. Der Zins wäre in einem freien Markt heute schon unter Null.

      Die Frage freie Marktwirtschaft auch mit der Freiheit freiwillig vollstreckbare Verträge einzugehen oder Kommunismus/Sozialismus ist n.m.E. eben nicht trivial und auch nicht Henne/Ei.

      liebe Grüße, Jörg

  10. @Starwars

    >Die Reaktionen sollten wohl Auskunft darüber geben, mehr >inhaltlicher Wiederspruch ist nicht möglich.
    >Entweder war dir beim Schreiben nach Henne oder Ei spielen >zumute, oder du wolltest mal die Strapazierfähigkeit deiner >Stammleser testen.

    Ja, dies ist ein Crash-Test-Versuch der „Stiftung Lesertest“ 🙂

    Endlich mal wieder richtig leben in der Bude hier. 🙂

    >“Faire Spielregeln“ setzen immer einen Bewusstseinswandel vorraus!
    >Auch im Sozialismus gab`s „faire Spielregeln“ die „verstanden“ >wurden und ein 17 Mio.Volk 40 Jahre mitspielten.

    Nein, dies war n.m.E. keine Bewusstseinsfrage sondern eine Machtfrage – bespitzelt und unter Morddrohung eingemauert haben Sie uns. Die haben zwar ständig versucht an unserem Bewusstsein rumzufummeln, aber es ist bei einem Großteil der Menschen eben nicht gelungen. Und dann können die „Bewusstseinsfummler“ halt regelmäßig halt auch andere Seiten aufziehen. Das meine ich mit der Empirie des gesellschaftlichen Wandels durch Bewusstseinswandel.

    Und, ich halte es eben nicht für eine Henne/Ei Sache, ob der Wandel durch Bewusstseinswandel kommen soll oder umgekehrt.

    Vielmehr ist es das genaue Gegenteil – ob man Leute durch individuellem Nutzen zu einem Wandel bringen will oder durch Erziehung zu altruistischem Denken. Die letztere Idee ist entweder maximal erfolglos oder eben extrem bedenklich, wenn die Erfolglosen dann Macht bekommen.

    zu Deinem Gesell Zitat,

    ja – natürlich müssen wir es bewusst wollen und tun – aber eben warum?
    Und diese Frage beantworte ich eben so -weil der EInzelne an dem Konzept in einer bestimmten Kriseneskalation des bisherigen nicht nachhaltigen Systems, sich den größten individuellen Nutzen davon verspricht und nicht weil er einen Bewusstseinswandel zum Altruismus hin durchlaufen durfte.

    liebe Grüße, Jörg

  11. @ Jörg:
    Zitat: „versteht mich wieder keiner?“

    Ja.
    Die Reaktionen sollten wohl Auskunft darüber geben, mehr inhaltlicher Wiederspruch ist nicht möglich.
    Entweder war dir beim Schreiben nach Henne oder Ei spielen zumute, oder du wolltest mal die Strapazierfähigkeit deiner Stammleser testen.
    „Faire Spielregeln“ setzen immer einen Bewusstseinswandel vorraus!
    Auch im Sozialismus gab`s „faire Spielregeln“ die „verstanden“ wurden und ein 17 Mio.Volk 40 Jahre mitspielten.

    Mir fiel zu deinem Beitrag sofort, (wie sollte auch anders sein), ein Zitat Gesells ein.

    „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, als sie der Natur des Menschen angepaßt ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt.
    Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewußte und gewollte Tat.“

    Ist Global Change eine bewusste Tat die Bewusstsein vorraus setzt, um im Ergebnis neues Bewusstsein zu fördern?

    Doch welcher Mittel bedient man sich ?
    Kollektive Einsicht ?
    Gewalt?
    Oder der zu erwartenden Not ?

    PS:
    Die Aussicht auf ewiges Leben untergräbt leider deine Theorie der Nutzenoptimierung.
    Wir verschieben das Problem halt auf`s nächste Leben,mit dem Sprengstoffgürtel ab ins Paradies.
    Der Glaube versetzt Berge.

  12. Ich hoffe auch, dass die Eskalation der Krise der Bewegung (GC, BGE, Geldreform bzw. alles was in diese Richtung geht) einen ordentlichen Schub gibt bzw. dass sie dazu führt, dass die Lösungen angenommen und sofort umgesetzt werden.

    Nur habe ich so ein dumpfes Gefühl, dass „die oben“ andere Pläne mit uns haben, das lautet: Altes Spiel mit neuer Währung.
    Auf so einen Mist hätte ich echt keinen Bock mehr – aber ich fürchte, dass die Bevölkerung auch das schlucken würde. Man müsste es ihr nur lange genug über die Systemmedien eintrichtern, wie sinnvoll und wichtig dieser Schritt doch sei – genau wie bei den Bankenrettungspaketen.
    Und hat sich da irgendwer beschwert? Fehlanzeige.
    Das Volk ist leider dumm.

  13. nix dikatur hans – Nutzen – fast jede menschliche Handlung beruht auf individueller Nutzenoptimierung im Rahmen der Bedürfnisse des Menschen. Und die sind natürlich individuell verschieden und keineswegs nur materiell.

    Und wenn Probleme eskalieren, dann haben Lösungen einen höheren Nutzen. Die werden dann sicher bewusst -als Folge der Nutzenoptimierung im menschlichen Denken und Handeln.

  14. Doch, ich verstehe dich schon.
    Nur glaube ich, dass du da einem Denk- bzw. Logikfehler unterliegst.
    Du hast geschrieben:
    „Bewusstseinswandel als Folge gesellschaftlicher Änderungen“

    Nö, das wird m.E. so nicht funktionieren. Die Reihenfolge ist meiner Meinung nach genau umgekehrt:
    Die gesellschaftlichen Änderungen können erst NACH einem erfolgten Bewusstseinswandel in der Bevölkerung kommen und nicht umgekehrt. Es sei denn, du könntest veranlassen, dass das GC-Modell quasi per diktatorischem Beschluss eingeführt würde (ich bin ja normal kein Fan von Diktaturen, aber in diesem Fall würde ich das glatt begrüßen – aber ich bezweifle mal, dass du das veranlassen kannst…..aber vielleicht unterschätze ich dich ja auch nur 🙂 ).
    Und dieser Bewusstseinswandel in der Bevölkerung ist zur Zeit leider noch ein sehr junges und kleines Pflänzchen, das hauptsächlich von den jetzt zwischen 20 und 30 Jährigen getragen wird (die älteren Generationen -natürlich mit ein paar Ausnahmen- kann man diesbezüglich vergessen; aber das war ja schon immer so) – das wird wahrscheinlich ein längerer Prozess werden.

  15. versteht mich wieder keiner?

    Nochmal – ich bin schwer dafür, dass wir einen Bewusstseinswandel haben, indem diese Gesellschaft faire Spielregeln bekommt.
    Bewusstseinswandel als Folge gesellschaftlicher Änderungen

    Ich bin aber schwer dagegen –Bewusstseinswandel statt faire Spielregeln zu machen oder Menschen zu altruistischen Wesen züchten zu wollen.

    An solchen Großexperimenten durfte ich teilnehmen, und wenn ich an jeder Ecke solche neuen „Bewusstseinsverbesserer“ treffe, dann schreib ich an einem schlechten Tag schon mal so einen Beitrag. Trotzdem bitte ich alle Falschversteher höflichst die Smileys zu beachten.

    und nein @hans
    Nein ,wir brauchen keinen Bewusstseinswandel und keinen „besseren Menschen“ um faire Spielregeln einzuführen.
    Wir müssen es nur tun, das Warten auf den „besseren Mensch“ macht die Sache nur unrealistisch. Deshalb warte ich nur auf die Eskalation der Probleme – auf dass die Lösung einen höheren Nutzen als die Trägheit beim Denken und Handeln hat.

  16. stoßen wir da wieder auf das alte definitionsproblem? weil von „bewusstseinswandel“ kann man z.B. auch schon sprechen wenn ansichten oder meinungen die man hat, verändert werden. so gesehen betreibt ihr die ganze zeit bewusstseinswandel 😉

    aber mal was anderes. ich hab hier schon viele gute ideen gesehen und meinungen gehört aber der letzte schritt wird nicht gegangen. nämlich an einer umsetzung zu arbeiten. Es gibt jetzt schon viele interessierte auch in sachen bGE (unternimm das jetzt, usw.), aber um die sache nachhaltig zu einer neuen politik zu führen brauchen wir wirklich eine neue partei. es ist nämlich auch ein großes problem wenn nur ca. 2% der wahlberechtigten in einer partei sind und somit die kanditaten, die wir dann per kreuz wählen können, stellen. wieviel „demokratie“ bleibt da noch?

    grüße, gerscht

  17. Da hab ich vorhin versehentlich ein „nicht“ zu viel eingebaut – der Satz sollte heißen:
    „Auch wenn du bestreiten wirst, dass sich der Mensch bei deinem Modell ändern müsste…..“

    Da komme ich schon manchmal ins Schwitzen mit diesen doppelten Verneinungen 😉

  18. Och Jörg, ganz ohne Bewusstseinswandel wird’s aber nicht gehn – auch wenn dir dabei eine Feder aus dem Hut wächst.
    Du nennst ja deinen Blog wohl auch nicht ganz zufällig „Global Change“, oder?
    Bevor das GC-Modell eingeführt werden kann, muss zuerst ein massiver Bewusstseinswandel in den Köpfen der Leute einsetzen, geschweige denn bei noch radikaleren (m.E. ganzheitlicheren) Ansätzen wie dem Venusprojekt.
    Auch wenn du bestreiten wirst, dass sich der Mensch bei deinem Modell nicht ändern müsste – ja der Mensch selbst müsste sich IN deinem Modell nicht ändern, ABER damit es erst überhaupt soweit kommen kann, müsste sich unser aller MenschenBILD massiv ändern; und manche nennen das halt „Bewusstseinswandel“…..ich bin auch einer „von denen“.

    PS: Ja ich weiß, dass du das VP für faschistische Traumtänzerei hältst – leider.
    Aber vielleicht hast du mir tatsächlich diese 20 Jahre Regime-Erfahrung voraus und mir fehlt daher diese Einsicht, wer weiß…

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