die Bundesbank hat die Zahlen für das Krisenjahr 2009


Krise ist, wenn Sparen zu wenig Sachwertinvestition ist

Sparen ist in der Volkswirtschaftslehre alles Einkommen, was nicht für Konsumgüter ausgegeben wird. Der Privatmann versteht darunter natürlich i.d.R. eher, dass seine Guthaben und Geldanlagen wachsen. Dass diese Geldanlagen aber auch risikoarme kreditfrei verbriefte inländische Sachwertinvestitionen (Wertgeld) sein könnten, ist unser Lösungsvorschlag alternativ zu den ungeliebten Minuszinsen und unserer genauso ungeliebten Kritik am Sparen als solchen.

Die Bundesbank hat kürzlich aktuelle Zahlen zum Krisenjahr 2009 veröffentlicht,
wobei man sehr gut die Bedeutung der Sachwertinvestition sehen kann. Neben den etwas weg brechenden Exportüberschüssen(Nettokreditgewährung daraus -45Mrd.€) ist der radikale Einbruch der Sachwertinvestition (von 111Mrd. € runter auf nur noch 44Mrd. €) für die Explosion der Staatsverschuldung im Vergleich zu 2008 (ca. von 2Mrd. € auf 80 Mrd. €) verantwortlich.

Der Zusammenhang zur Staatsverschuldung ergibt sich daraus – dass die Sparquote so zur Hortquote/Nachfragelücke wird. Sachwertinvestition ist ja wie oben beschrieben auch Sparen, aber eben ohne eine solche Nachfragelücke zu hinterlassen.

Das Wachstum der Staatsverschuldung mit ca. 78 Mrd. € kann die weg brechenden Sachwertinvestitionen und Exporte nicht ausgleichen, deshalb schrumpfte analog das BIP. Mit noch mehr Staatsschulden hätte man das BIP auch konstant halten können. Ohne Abwrackprämie und Co. wären wir wahrscheinlich völlig abgestürzt, da dann die Sachwert-Investitionen in einer Kettenreaktion noch mehr eingebrochen wären. Insgesamt hat die Bundesregierung innerhalb der hinterfragenswerten Rahmenbedingungen*  also recht vernünftig gehandelt.

Die Bundesbank rechnet übrigens immer noch die wachsende Verschuldung des Auslands bei uns als deutsches Vermögenswachstum. Dies ist theoretisch sicher richtig, ob dies aber auch praktisch richtig ist, wird die Zukunft zeigen und wir haben da große Zweifel. Von dort kommt nach unserer Überzeugung  der nächste große Knall. Wir bräuchten für das bisherige deutsche Spar-Modell kontinuierlich wachsende Verschuldung des Auslands bei uns. Diese ist in solventer Form mit großer Sicherheit kaum mehr verfügbar – vielmehr ist schon die Solvenz der bisherigen diesbezüglich gebuchten Vermögenswerte in Frage zu stellen.

Hiermit meinen wir nicht, dass die Verschuldung des Auslands prinzipiell zu hoch wäre, vielmehr wird aber kurzfristig z.B. in Griechenland klar werden, wie verhängnisvoll die Exportaggression Deutschlands und Chinas zum Schaden aller Beteiligten wirkt, wenn die Ungleichgewichte auf einmal „völlig überraschend“ zur Kenntnis genommen werden und sich Importüberschüsse nicht kurzfristig in Exportüberschüsse wandeln lassen. Nationale Sparprogramme in den PIIGS (aufgrund begrenzter Staatsverschuldungsmöglichkeiten) werden nun die nächste Eskalationsstufe einleiten.

* Private deutsche Wirtschaftssubjekte sparen monetär, in Ermanglung eines funktionierenden Geldmarktes mit bedarfsweisen Spar-Zinsen unter Null, munter am Bedarf vorbei.  Leicht wachsend mit 186 Mrd. und machen noch Witze/Lamento über den von Ihnen erzwungene nationale und internationale Staatsverschuldung. Das nicht nachhaltige deutsche Hort/Export-Modell  wird im Ausland immer mehr kritisiert – aber auch im Inland mehren sich die kritischen Stimmen. Dies macht Hoffnung Schlimmeres zu vermeiden – hier eine Anfrage zu „Schlimmeren“  und die Antwort des historisch und geldgeschichtlich sehr gebildeten Dr. Paul.C.Martin.

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