Wenn etwas defekt ist, sollte man eventuell mal an Reparatur denken?

In unserem Wirtschaftssystem gibt es ganz offensichtlich einige Störungen. Ständig stehen Systeme vor dem Kollaps und müssen irgendwie mit Steuer-„Fantastillarden“ gerettet werden. Alles wird immer bürokratischer, alles ist angeblich alternativlos und irgendwie wirkt aber alles auch immer kaputter. Wie sollten wir also damit umgehen?

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto macht ganz komische Geräusche, weil ein Steuerzahnriemen verschlissen ist. Was würden Sie tun? Ignorieren? Stöpsel ins Ohr? Eine neue Schalldämmung über den Motor montieren? Ein neues Auto kaufen? Sich mit Ihrem Partner streiten, wer denn nun Schuld an dem Geräusch ist?

Nein, wir würden das Auto natürlich reparieren, den gestörten Zahnriemen schnellstmöglich tauschen, eh noch Folgeschäden auftreten.

Und genau dies sollten wir auch mit unserer Marktwirtschaft machen, einfach mal grundlegend reparieren statt mit irgendwelchen Kunstgriffen an den Folgen von Störungen herumzulaborieren. Zumal das alternative Modell der Planwirtschaft noch durch jeden Praxistest gefallen ist und so gar nicht überzeugen konnte.

Aber wie repariert man eine Marktwirtschaft? Na, genauso wie beim Auto – man sucht die Fehler und stellt Sie ab.

Marktwirtschaft ist im Vergleich zu einem hochkomplexen Auto ein sehr, sehr einfaches Prinzip, die Fehlersuche ist dort nicht wirklich schwierig und wir können Ihnen nicht sagen, warum man noch nicht auf die Idee der grundlegenden Reparatur gekommen ist. Also hier ist ein Vorschlag für das Vorgehen bei der Fehlersuche an einer Marktwirtschaft:

1. Grundfunktion der Marktwirtschaft verstehen – der Ausgleich von Angebot und Nachfrage erfolgt über einen freien Gleichgewichtspreis – über eine freie Preisbildung gleicht sich kurzeitiges Über- oder Unterangebot schnell aus. Das Konkurrenzparadoxum führt dazu, dass dies mit einem Optimum an Effizienz erfolgt.

2. mögliche und typische Störungen einer Marktwirtschaft

a. Mindestpreisstörung – der Gleichgewichtspreis liegt unter einem durch externe Faktoren vorgegebenen Mindestpreis.

Mindespreisstörung Beispiel1 Langzeit-Arbeitslosigkeit:
Während kurzfristige Arbeitslosigkeit bei Strukturumbrüchen in einer Marktwirtschaft in der Natur der Sache liegt, haben wir auch längerfristig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossene Mitbürger. Dies hat seine Ursachen in faktischen Mindestlöhnen(Mindestpreise) durch bedingt gewährte Sozialleistungen. Wessen Marktwert dauerhaft unter diesen Mindestpreisen liegt ist dauerhaft arbeitslos. Und wer längere Zeit ohne Arbeit ist, verliert ständig an Marktwert seiner Arbeitskraft. Ein Teufelskreis aus einer Mindestpreisstörung. Diese Mindestpreisstörung ist ganz einfach dadurch abzustellen, dass Sozialleistungen nicht mehr bedingt gewährt werden – also jeder Bürger ein Grundeinkommen bekommt und seinen freien Marktwert dazu verdient.

Mindestpreisstörung – Beispiel2 Wirtschaftskrisen, Zwangsverschuldung des Staates
Auch die meisten sonstigen ökonomischen Probleme sind eine schlichte Marktstörung durch einen Mindestpreis im Markt der Märkte – dem Geld- und Kreditmarkt. Der Preis für den Verzicht auf Nachfrage, der Guthabenzins, kann nicht unter Null fallen. Deshalb löst sich das Problem von Unternachfrage nicht einfach automatisch im Markt.

b. Marktvermachtung – die Marktpreise liegen künstlich zu hoch – da ein Anbieter zu hohe Marktmacht erlangt hat.
Beispiel: ständig wachsende Marktvermachtungen durch Firmenaufkäufe und Schaffung künstlicher Markteintrittsbarrieren

c. Externalitäten – wichtige externe Effekte fließen nicht in die Preisbildung ein.
Beispiel: Naturverbrauch kostet erst mal nichts

Dies als erster Einstieg in unseren Grundansatz – Ursachen und Lösungen suchen, statt wegen der leider viel populäreren Schuldigensuche vor unlösbaren Problemen zu stehen. Man findet immer, was man intensiv sucht – Lösungen oder Schuldige.
Hier geht es also um die wirklichen Ursachen und Lösungen – einen Einstieg bietet auch unsere Film aus 2009.

unsere Anregungen in Filmform zum Thema

3 Kommentare zu „Wenn etwas defekt ist, sollte man eventuell mal an Reparatur denken?“

  1. Wer die Welt als einen „Markt“ ansieht von einem „Marktwert“ von Menschen redet, liegt in meinen Augen völlig verkehrt.

  2. Hallo Michael,

    schön wieder mal von Dir zu lesen, aber meinst Du nicht, dass die heutige Betriebs-Mischung eigentlich zu niedrige Zinsen in Verbindung mit zu hoher Verschuldung ist.

    Also um Inflation aufrecht zu halten – hab ich bei Isssing als „wickselscher Prozess“ so verstanden?

    Erst sind die Zinsen zu niedrig und wenn die damit geschaffene Blase platzt, dann sind Sie mit Null noch zu hoch?

    Und ist das Problem nicht gelöst, wenn man eben keine „künstliche Inflation“ mit einem Inflationsziel mehr braucht, weil man einen Betriebsmodus bei Nullinflation gefunden hat?

    liebe Grüße, Jörg

  3. Mittlerweile sind viele Wissenschaftler allerdings zu der Überzeugung gekommen, dass es immer wieder zu gerissenen Keilriemen kommt. Daher werden die Keilriemen tendenziell eher etwas locker eingestellt (der Zins lieber etwas zu hoch gehalten), damit er nicht reißt (sich die Menschen und Staaten angesichts hoher Zinsen nicht zu hoch verschulden). Trotzdem reißen die Keilriemen (überschulden sich Menschen und Staaten).

    Damit ist gilt dann als „bewiesen“, dass es so etwas wie eine optimale Keilriemenspannung (einen Gleichgewichtszins) gar nicht gibt. Es soll daran liegen, dass die Keilriemen zu lang (die Zinsen tendenziell zu hoch) wären? Schmarrn!

    Was nicht sein darf, das nicht sein kann.

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