Marktwirtschaft geht auch als Kreislaufwirtschaft und ohne Wachstumszwang

Eine freie Marktwirtschaft braucht Unternehmer, welche gegen Gewinnaussichten das Risiko der notwendigen Vorfinanzierung der Angebotserstellung eingehen. Ansonsten muss man eine staatliche Planwirtschaft machen, wobei der Staat das Angebot an Produkten und Leistungen plant und vorfinanziert.

Beispiel zur Marktwirtschaft:
Unternehmer kauft eine Maschine und muss über 10 Jahre Abschreibungszeit versuchen, die Vorfinanzierung über die verkauften Produkte wieder einzuspielen. Das Risiko der Verschuldung und den Einsatz von Eigenkapital wird der Unternehmer also nur eingehen, wenn er einen
Gewinn, also eine Risikoprämie bekommt. Eventuelle Fremdkapitalgeber riskieren auch Verluste und kalkulieren diese in den Kreditzins ein.

Allein aus diesen Überlegungen „fehlender Zinsen und Renditen“ leiten einige Ökonomen den kausalen (Schulden)Wachstumszwang der Wirtschaft her. Dies ist aber eine unzulässige Problemverschlingung, wie uns Prof. Dr. Johannes Schmidt. in diesem Vortrag erklärt Es werden zwei Dinge vermengt, die eben nicht kausal zusammengehören:
1. Gewinn/Zins als Einkommensart und
2. Ausweitung der Guthaben/Schulden als Art der Einkommensverwendung.

Vielmehr könnte man den Gewinn auch in Sachwerten realisieren und es könnten sogar bestehende Sachwerte sein, die bei sinkendem Kapitalisierungszinssatz in der Ertragswertberechnung im Wert steigen. Es ist also möglich eine Marktwirtschaft völlig ohne Wachstumszwang zu betreiben, wenn ein funktionierender Geldmarkt in jedem Fall für die Investition von Gewinnen und gesparten sonstigen Einkommen sorgt. Der Wachstumszwang heute ist also nur eine Manifestation des gestörten Geldmarktes. Ein Wachstumszwang, der insbesondere die heutige System-Kernschmelze bei einer Deflation verhindern soll und also mit einem funktionierenden Geldmarkt nicht länger besteht.

Auch die „Wegwerfgesellschaft“ ist ein reines Phänomen gestörter Märkte, den eigentlichen Wert von Ressourcen geht einfach deshalb nicht in die Preisbildung ein, weil künftige Generationen nicht mitbieten können und externe Kosten von Umweltverbrauch nicht enthalten sind. Würde der Preis der Ressourcen Ihren eigentlichen Wert abbilden, wäre wohl keine Wirtschaftsform besser geeignet eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, als eine freie Marktwirtschaft.

Königsweg = Lenkungssteuern auf Ressourcenverbrauch und Rückgabe/Akzeptanz über ein Grundeinkommen für jedermann.

Wenn sich cradle to cradle rechnet – werden wir cradle to cradle haben – link zu Prof. Braungart

4 Kommentare zu „Marktwirtschaft geht auch als Kreislaufwirtschaft und ohne Wachstumszwang“

  1. Tja Hans, man kann immer aus irgendwas irgendwelche Schlüsse ziehen.

    Woher kommt ein Wachstumszwang – n.m.E ist dafür folgende GRUNDLEGENDE Formel zu beachten und daraus die Schlüsse abzuleiten:

    Ein wirtschaftliches Gleichgewicht besteht in einer Periode, wenn die Pläne, Geldvermögen aufzubauen, mit den Plänen, Geldvermögen abzubauen, übereinstimmen.

    Daraus ergibt sich nun wieder folgende Ableitung für wirtschaftliches Gleichgewicht:

    Geldsparpläne + private Kredittilgungen = finanzierbare Verschuldungspläne

    Wenn also aus Geldsparplänen Sachwertsparpläne werden, müssen auch keine Schulden mehr wachsen!

  2. Erst wird hier gesagt, statt Guthaben/Schulden könnten auch Sachwerte als Gewinn gegeben werden. Schon im nächsten Satz wird ein „funktionierender Geldmarkt“ verlangt. Das ist ein unauflöslicher logischer Fehler, denn Geld ist nichts anderes als ein Schuldschein. In anderen Worten: Wer Geld ausgibt (Notenbank/Staat) gibt damit ein Versprechen auf zukünftige Leistung ab und nimmt damit Schulden bei den Inhabern der Geldscheine auf.
    Es bleibt also nichts als die entscheidende Frage: Wie kann man eine Marktwirtschaft ohne Anreiz und Erfordernis des Wachstums organisieren. Wobei der Anreiz schon genügt: Wenn überhaupt irgendjemand wächst, wächst das ganze, wenn er sein Wachstum nicht auf Kosten eines anderen Marktteilnehmers macht.
    Marktwirtschaft lebt davon, dass die Marktteilnehmer versuchen für sich möglichst gut abzuschneiden. Wenn ich besser abschneiden will, gibt es aber doch nur zwei Optionen: Entweder ich jage einem anderen ein Stückchen mehr vom Kuchen ab oder ich mache den Kuchen größer.
    Ich suche nach einer Antwort auf dieses Dilemma, die marktwirtschaftlich bleibt, es also vermeidet, in Planwirtschaft und dann konsequenter Weise im Polizeistaat zu enden.
    Können wir beides haben: Freiheit des Einzelnen und Ende des Wachstumszwangs?

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