Grundkurs zur monetären Alphabetisierung____________________________ Teil1 – warum wir Geld eigentlich nicht denken können

Es ist eines der erstaunlichsten Phänomene unserer Gesellschaft, von früh bis spät geht es an jeder Ecke um Geld. Jedoch bestehen kollektiv große Unklarheiten was Geld ist und wie die genauen Zusammenhänge mit der Wirtschaft sind. Die Eskalation dieses Nichtwissens in der aktuellen Finanzkrise ist da nur eine logische Folge. Aber selbst diese Krise hat bisher keinen großen Erkenntnisschub geliefert – wie ist dies nur möglich?

Dazu sollten wir verstehen, dass Menschen auf verschiedenen Arten mit Informationen umgehen. Menschen können über Informationen recht rational und logisch zweifelnd nachDENKEN,
denken

sie können Information nach persönlichen Erfahrungen beURTEILEN
urteilen

oder ihr Umgang mit Informationen ist eher von geFÜHLEN und Wunschdenken geprägt.
fuhlen

Dabei ist die Auswahl des Umgangs mit der Information, von der Information selbst abhängig. Es gibt einfach „kühle“ Informationen, die sich prinzipiell für eine rationale Verarbeitung eignen, z.B. eine Rechenaufgabe. Und es gibt Informationen, welche starke Gefühle in uns auslösen oder zu welchen wir uns schon lange ein festes Urteil gebildet haben. Weiterhin gibt es auch persönliche Präferenzen in der Informationsverarbeitung und es ändert sich mit dem Alter. Ältere Menschen tun sich auf aufgrund ihrer Erfahrung immer schwerer, Informationen nicht generell nur zu beURTEILEN. Deswegen ist die Denk-Frage WARUM wohl auch ein Phänomen der Kleinsten, während die Älteren i.d.R. WER fragen, um zu urteilen. Das Nachdenken über das Geld-Thema wäre also in der Grundschule am besten aufgehoben.

Warum wir Geld eigentlich nicht denken können?

Gerade aufgrund der Bedeutung des Geldes für den Einzelnen ist das Thema so hochgradig emotional. Zusätzlich ist die Thematik auch so von Erfahrung = Beurteilung geprägt, dass die Kommunikation ohne vorherige Bewusstmachung dieser 2-fachen Denkblockaden aus Gefühlen und Urteilen überhaupt nicht zu vertiefen ist. Ich möchte Sie also in Einleitung der folgenden Beiträge einladen, Ihre zwangsläufig eintretenden Denkblockaden durch Bewusstmachung zu entschärfen.

Beobachten Sie sich bitte selbst während des Kurses – stellen Sie sich sachliche Warum-Fragen oder sind Sie in emotionale und urteilende WER-Fragen abgerutscht?

Negativbeispiele
urteilen statt denken: „WER ist dieser Jörg Buschbeck, dass die Information richtig sein kann?“ 🙂
fühlen statt denken: „Ich habe ein schlechtes Bauchgefühl, ich kann es zwar nicht begründen, aber die Information muss falsch sein?“

richtiger Umgang mit den Kursinformationen – der sachliche Zweifel:

„WARUM kann die Information richtig oder falsch sein, welche prüfbaren Belege gibt es?“

Sehen Sie es doch bitte als eine  persönliche Herausforderung – es sind schon Menschen schreiend aus meinen Vorträgen gerannt. Teilweise wird auch über einen kurzzeitigen „Blackout“, plötzliche Schläfrigkeit oder Magenkrämpfe berichtet. Machen Sie sich bewusst, dass dies der beschriebene Angriff des Geldthemas auf Ihre kognitive Denkleistung ist. Ich werde Ihnen in den kommenden Beiträgen Informationen zumuten, welche in der Beherrschung Ihrer zutiefst menschlichen Emotionen eine schwierige Aufgabe werden. Ich werde Guthaben, welche Ihr Wunschdenken ansprechen, mit Schulden, zu denen Sie sicher ein Urteil haben, einfach so gleichsetzen. Ich werde Ihnen erläutern, warum es Geldvermögen, von denen wir uns alle gern mehr wünschen, „unter dem Strich“ gar nicht gibt.

Sie werden im Laufe der Beiträge hoffentlich erkennen, dass sich Geld aus Sicht des einzelnen Individuums ganz anders darstellt, als in der Gesamtbetrachtung. Die Beurteilung des ganzen Geldsystems anhand der persönlichen Erfahrungen mit Geld also grob irreführend ist.
Dies ist vergleichbar mit der einstigen menschlichen Wahrnehmung der „Erdscheibe“ aus der persönlichen Erfahrung = Beurteilung ohne Blick auf das Ganze.

scheibe

Hoffe, wir können zusammen im Sinne einer „kopernikanischen Wende“ in der Wahrnehmung wirtschaftlicher Prozesse mit Geld eine etwas abgehobenere Position einnehmen. 🙂

kugel

Dabei geht es um eigentlich triviale Informationen, welche Sie mit klarem Verstand auch einfach nachprüfen können. Werde auch versuchen, so oft wie möglich Referenzen und bildliche Beispiele zu bringen, um Ihnen kritisches Überprüfen der Informationen zu ermöglichen. Freue mich natürlich auch sehr über Ihre Rückfragen und Verbesserungsvorschläge als Kommentar.
Die Beiträge werden auch mit Ihren Anregungen, eigenen neuen Gedanken sowie Hintergrundlinks fortlaufend ergänzen.

weiter mit Teil 2 – der fundamentale Denkfehler „Tauschwirtschaft

5 Kommentare zu „Grundkurs zur monetären Alphabetisierung____________________________ Teil1 – warum wir Geld eigentlich nicht denken können“

  1. Schöne Einleitung zu dieser Beitragserie. Bin morgen in Wörgl. Ist das Heimatmuseum empfehlenswert?

    Gruß,
    Christian

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