Wir müssen uns neue Bilder schaffen – Global Change im ökonomischen Denken = Globalsatzdenken, die „neue kopernikanische Wende“

Wirtschaftliche Definition unterscheiden sich wesentlich nach der Betrachtungsperspektive.  Stützel hat die dafür die Begrifflichkeiten der Partialsätze und Globalsätze geprägt.

Partialsatz
– die Betrachtung für ein einzelnes Wirtschaftssubjekt
Globalsatz – die Betrachtung für die Summe aller Wirtschaftssubjekte

Stützel gebraucht übrigens folgendes Kino-Bild

Partialsatz – eine Person kann durch Aufstehen ihre Sicht vebessern
Globalsatzalle Personen können durch Aufstehen ihre Sicht nicht verbessern

Die enorme Herausforderung für den Mensch liegt nun darin, dass er in Bildern denkt. Da seine „natürlichen Bilder“ immer aus dem Partialsatz, also seiner eigenen Wahrnehmung stammen, steht er ständig in Gefahr, diese Partialsätze auf die globalen Zusammenhänge zu übertragen. Die „ökonomische Erde“ wird dadurch als Scheibe gesehen.

scheibe

Dass selbst die meisten Ökonomen nur „Partialsatz-Ökonomen“ sind, ist also eine Folge der fehlenden Bilder für globale Sätze. Hiermit bitte ich ideenreiche „Visualisierer“, Bilder für Globalsätze zu schaffen.Die Bedeutung dieser neuen Bilder wird klar, wenn wir uns bildhaft solche Partialsätze und Globalsätze anschauen. Wir wissen heute, dass die Erde keine Scheibe ist, weil man uns „künstlich“ Kugelbilder der Erde geschaffen hat!

kugel

Beispiel – weniger Geld ausgeben, „Sparen“ im umgangssprachlichen Sinne

Partialsatz
Je geringer die Ausgaben, desto größer der Einnahmeüberschuss – das Geldvermögen wächst.
Geldvermögen existiert real im Partialsatz!

Globalsatz
Ein Ausgaberückgang eines Wirtschaftssubjekts führt stets zu einem Einnahmerückgang eines Anderen – das Geldvermögen ist konstant und beträgt NULL*, weil der Einnahmeüberschuss des Einen, der Ausgabeüberschuss (Verschuldung) Dies ist so lange kein Problem, solange sich eh jemand verschulden wollte. Gibt es aber nicht mehr ausreichend freiwillige Schuldner, folgt aus dem Geldsparen die Zwangsverschuldung und  die deflationäre Depression.


Geldvermögen und Geldschulden existieren nicht im Globalsatz – die Welt ist nur so reich, wie Sie reale Sachvermögen hat.

Die Vorstellung, dass die Welt durch Geldsparen reicher wird, statt zu erkennen, dass die Staatshaushalte durch privates Geldsparen überschulden, ist also einfach die fehlerhafte Anwendung des Partialsatzes auf globale Zusammenhänge.


Ich sprüh’s an jede Wand – neue Bilder braucht das Land

* die betragsmäßig winzige Ausnahme sind die monetisierten Goldbestände der Notenbanken – also de facto auch „Sachwerte“

37 Kommentare zu „Wir müssen uns neue Bilder schaffen – Global Change im ökonomischen Denken = Globalsatzdenken, die „neue kopernikanische Wende““

  1. Die Gleichung ist eine unzulässige Vereinfachung der Zusammenhänge.

    http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com/2011/11/staatsverschuldung-im-verhaltnis-zum.html

    Was so verwirrend ist.

    Jetzt soll wieder in den Markt eingegriffen werden, noch mehr angebotsorientierte Politik bis hin zur Subventionierung von Unternehmen soll die ‚Marktgesetze‘ wieder in Kraft setzen.

    Irgendwie unbefriedigend was Stützel uns zu bieten hatte.

    Warum ist der Staat unfähig sachgerechte Investionsentscheidungen zu treffen, die mittel- und langfristig das Outputniveau anheben.

    Und den Geldvermögensbesitzer reale Assets anbieten in die sie investieren können.

  2. „Ernstgemeinte Frage an Jörg: Was fehlt dir denn noch bzgl. MMT?“

    Eine deutsche übersetzung – ich hatte Russisch in der Schule 🙂

    Es geht hier ja auch nicht darum was als Erster zu schreiben, Stützels Saldenmechanik ist auch fast 50 Jahre alt. Die MMT geht wohl in die Richtung einer Geldschöpfungs-Monetative – ob die theoretische Grundlage die Gleichen sind, kann ich mit meinem schwachen Englisch nicht beurteilen…

    Hier geht es übrigens um ein grundlegendes neues ordoliberales Gesellschaftsmodell auch mit Ansätzen jenseits des Geldsystems z.B. im Bereich Ökologie—schau bei Interesse mal den den Film aus 2009 und die Interviews bei Mr. Dax.

  3. Hm, ich bin der Meinung das gibt es doch alles schon: Modern Monetary Theory (MMT).

    Eine Einführung:
    http://pragcap.com/resources/understanding-modern-monetary-system

    Eine weitere Einführung, mit vielen Anekdoten:
    http://mosler2012.com/?page_id=147

    Und von Randall Wray, mit einer netten historischen Einführung, neulich auf der Konferenz vom IMK.
    http://www.multiplier-effect.org/?p=2344

    Ernstgemeinte Frage an Jörg: Was fehlt dir denn noch bzgl. MMT?

  4. Hallo webmax

    > ich bin selbständig

    Und, hast Du auf dem Gewerbeamt damals Tauschmittel und Tauschware gegen den Gewerbeschein bekommen – oder musst Du Dein Wirtschaften auch selbst vorfinanzieren? Oder bist Du gar „Subsistenzler“ und tauschst nur Deine Überschüsse wie in der Tauschtheorie?

    > Nicht alle ideen aus dem “Elfenbeinturm” sind schlecht – das wäre > eine Unterstellung Deinerseits.

    mit dem Elfenbeinturmbashing hast Du aber angefangen 🙂

    zu Deinen anderen Frage:

    http://www.global-change-2009.com/blog/grundkurs-zur-monetaren-alphabetisierung____________________________-teil2-%E2%80%93-der-grose-irrtum-tauschwirtschaft/2011/07/

  5. Hi Jörg,

    ich bin selbständig und reiferen Alters – also Vorsicht!
    Nicht alle ideen aus dem „Elfenbeinturm“ sind schlecht – das wäre eine Unterstellung Deinerseits.

    Was hast Du denn gegen
    „Wirtschaft gleich Tausch
    und
    Geld = Tauschmitte“
    Das Geld besichert aufseine wesentliche und ursprüngliche Form zurückführen und nicht zur Ware machen – das ist es doch.

    „Vorfinanzieren“ ist ein Begriff aus der Zinskiste.
    Wenn ich besser (schneller, preiswerter etc) anbieten kann, kann ich auch Gewinne aus produktivitätsfortschritt erzielen und nicht aus Zinsaufblähung. Echtes Wachstum also, nicht das falsche derzeitige.
    —-
    Was hältst Du denn von der Idee, jeden Bundesbürger schon bei Geburt mit sagen wir 100.000 Euro Guthaben an seinem Land auszustatten, welches durch anfallende Bildungskosten etc. reduziert wird?
    Finanziert vielleicht durch eine 50%ige Erbschaftssteuer auf alles?

  6. sorry webmax,

    versteh leider kaum was Du mir sagen willst – im übrigen ist die Idee dass

    Wirtschaft gleich Tausch
    und
    Geld = Tauschmittel

    eine Idee aus dem Elfenbeinturm. Mach dich mal selbständig, dann lernst Du was Wirtschaften ist – Der Versuch die Vorfinanzieren der Wertschöpfung mit Gewinn wieder einzuspielen.

  7. Hallo Jörg, kein Eigenbezug, nein, nur der Versuch, Inhalte verständlicher zu machen. Klappt auch nicht immer.
    Trotzdem:
    Was wäre – global gedacht – von einer Volkswirtschaft zu halten, die ihr BSP vorwiegend durch den Entzug und die Wiedererteilung von Fahrerlaubnissen generiert?
    USa sind eine andere Baustelle, sorry, fiel mir nur so ein zum Ressourcenverbrauch. Aber hier schließt sich für mich der Kreis: ein Land muss zum Tausch von Lebensnotwendigem etwas anbieten können: Wasser, Öl, Landschaft, Knowhow. Am besten alles 😉

    Meine Kritik war gewiß nicht persönlich gemeint – aber zur Durchsetzung einen funktionierenden Tauschmittels (für die oben erwähnten Tauschvorgänge) muß eine Alternative entstehen, die der größten Mehrheit verstandesgemäß eingeht Wie Essen, Trinken, Wasserlassen. Sonst gibt es keine Chance auf friedlichen Wechsel. Also keine Studierzimmer-Elfenbeinturm-Modelle…

  8. also ein triviales gut nachvollziehbares Beispiel hast Du jetzt auch nicht gerade gebracht – kann es sein, dass es einen Eigenbezug hat, für mich sind meine Texte/Beispiele auch immer verständlich 🙂

    Die Unterscheidung in Partialzusammenhänge und Globalzusammenhänge ist extrem wichtig. Aufgrund dieser Mißverständnisse will man die Staatsschuldenkrise mit staatlichen Ausgabekürzungen bekämpfen, glaubt an das naive saysche Theorem usw.

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=238828

  9. Ein triviales Beispiel für den überflüssigen Expertenstreit partial -global:
    Der motorisierte Außendienstler, dem man – durch Eigenverschulden – den Führerschein für längere Zeit wegnimmt, wird lauthals fehlende Vertriebsmöglichkeiten und Einkommenmsverlust beklagen; der Staat kompensiert dies im BSP jedoch mindestens durch Verfahren, Geldstrafen, Richter, Anwälte, Sachverständige und Schulungsmassnahmen – und behauptet durch diese Umverteilung auch noch einen Gewinn bei der Verkehrssicherheit.
    Und nun gucken wir mal, warum die 7% US-Einwohner – mit 25% Welt-Ölverbrauchsanteil- für ihre Militärmaschinerie ein gutes Drittel davon verbraten, zur Sicherung ihrer Ölimporte; die sie ohne dieses Militär reduziert doch einfach kaufen könnten…

  10. Hallo Webmax,

    also der Egovorwurf trifft mich hart, ich halte die (westliche) Wohlstands-Egomanie mit ihrer Überbetonung der emotionalen Intelligenz für einen Kern unserer Probleme. Was ich hier schreibe, mache ich aus Verantwortungsbewusstsein/Aufgabenorientierung.

    Ich habe hier die Begrifflichkeiten von Wolfgang Stützel übernommen.
    Einnahmeüberschüsse der Einen = Ausgabeüberschüsse des Rest ist einfach. Und trotzdem behaupten alle nichts zu verstehen.

    Wenn Du es besser formulieren kannst, danke für Unterstützung. Ich rufe ja auch auf, Bilder zu schaffen.

    Einfache, aber sachlich falsche Theorien wie z.B. „der Zins fehlt“ „Geldschöpfung aus dem Nichts“ bringen es aber auch nicht.

  11. Auch hier schon wieder alles zu kompliziert – ist denn diese Aufwertungsgier des Ego durch Verwendung von Fachwörtern und selbstgestrickten Finanz-„Modellen“ unabänderlich?
    Merke: Funktionierende Lösungen sind immer ganz einfach. Verständlich und von jedem versteh- und anwendbar.

    Was natürlich nicht für deren Durchsetzung gegen die herrschende Systemwillkür gilt – da musswohl erst noch mehr Kind im Brunnen landen….

  12. @Jörg

    Der Stützel wird mir vermutlich nichts bringen, weil ich das ganz von selber als Junge von 13 Jahren während der Rezession von 1967 kapiert habe, dass die Geldpolitik der Bundesbank mit hohen Zinsen dafür gesorgt hat, dass die Leute mehr sparen und sich weniger verschulden wollten.

    Seitdem habe ich nur das Problem, wie diese simple Ursache aller Wirtschaftskrisen dem breiten Publikum zu vermitteln wäre. Dem breiten Publikum wurde schon in Kindergärten und Grundschulen von dem netten Fräulein eingeredet, dass das Sparen ganz was tolles wäre. Weil die Bank das gesparte Geld alles wieder verleihen täte an jemanden, der ganz dringend einen Kredit will und ohne unseren Sparer keinen Kredit bekommen könnte. Deswegen glaubt unser Systemfrager auch, dass das Sparen ganz unschädlich für die Konjunktur wäre, solange das Geld nicht im Garten vergraben würde. Und es wird ja wirklich nicht im Garten vergraben.

    Da bist Du mir mit Deinen genialen Sprachkunststücken sehr positiv aufgefallen. Das Geldsparen als ein Blockieren von Schuldentilgungsmitteln zu bezeichnen, zum Beispiel, ist so eingängig, dass es in breiteren Kreisen verstanden werden könnte.

    Darum müsstest Du ein Buch schreiben, weil der Stützel es einem breiten Publikum, das ist das Problem, vermutlich nicht eingängig rüber bringt, außer halt für die, die es eh schon wissen.

    Ja, mehr als Adam Riese bräuchte es eigentlich nicht.

  13. „neue Bilder schaffen“: Falls Sie es nicht schon kennen, könnte sie das (rde-)Büchlein „Sprache, Denken, Wirklichkeit“ von Benjamin Lee Whorf interessieren. Für mich war das eine ganz fundamentale Lektüre; auch dort geht es um falsche Begriffe/Vorstellungen/Bilder.

    danke @Cangrade, hab’s gebraucht bestellt, lG, Jörg Buschbeck

  14. @SF

    siehst Du nicht, dass eine PLÄNE-MECHANIK beides vereint.

    Die Trivialität von 2 + 2 = 4 mit der Unbestimmtheit menschlicher Entscheidungen?

    Investier doch mal die 120 okken und schau Dir an, wie differnziert Stützel mit der Sache umgeht.

    und urteile bittte erst danach. Mit Flassbeck und Bofinger waren seine Schüler nun auch wirklich nicht alle neoliberal im schlechtesten Sinn.

    Saldenmechanik Seite 1/2/3 – Wolfgang Stützel 1978

    ..wird aber leider manchmal übersehen, dass es neben Zusammenhängen, die vom menschlichen Verhalten abhängen, und häufig auch als Zwischenglieder solcher Zusammenhänge, viele Größenbeziehungen in der Wirtschaft gibt, über die sich streng Allgemeingültiges aussagen lässt…
    Es geht freilich bei diesen Zusammenhängen häufig um recht primitive Dinge.

    So besteht zwischen der Wirtschaftstätigkeit des Herrn Schulze und der Tätigkeit aller übrigen Mitglieder der Weltwirtschaft außer zahllosen anderen Beziehungen auch noch der primitive Zusammenhang, dass stets, sooft Herr Schulze mehr verkauft und einnimmt als er selbst kauft und ausgibt, die „übrige Weltwirtschaft“ im gleichen Zeitraum einen gleichgroßen Überschuss Ihrer Käufe über Ihre gleichzeitigen Verkäufe haben wird, da offensichtlich jeder Verkaufsakt für den Partner einen Kaufakt darstellt. Man braucht, um derartige Zusammenhänge darzustellen, keine höhere Mathematik, es genügt, im Bewusstsein zu halten, dass eben auf dieser Erde stets 2 + 2 = 4 bleibt.

    Man könnte vermuten, dass solche arithmetischen Zusammenhänge….stets so primitiv und so selbstverständlich sind….muss man leider feststellen, dass gerade diese primitiven Zusammenhänge vielfach nicht beachtet werden.

  15. Jörg
    die Alten haben auch so etwas, was man kummulatives Wissen nennt. Sie wissen zB, dass nicht Gottlieb Daimler das Rad erfunden hat, sondern dass das Rad schon ein paar Jahre fürher erfunden wurde.

    Und nun zu dem Problem Teil-Ganzes. Hat noch Aistoteles darüber nachgedacht. Auch in der WiWi im 19. Jh. hat man diskutiert, ob WiWi eine physikalische oder eine chemische Wissenschaft ist. In der deutschen WiWi war es Daniel Friedrich List, der genialste deutsche Ökonom aller Zeiten, der sich gegen, ich nenne sie „Pars-pro-Toto“ Denkweise, gestellt hat. Man nennt solche Denkweise methodischer Redunktionsimus, sonst nennt man die philosophische Richtung, die die Gegenposition vertritt Holismus.

    Ja, ich weiß, man ist zu jung dies alles schon zu kennen. Übrigens, auch ich habe schon hier (und weiter) den methodischen Reduktionismus (pars-pro-toto) kritisiert

    Pars-pro-Toto als eine primitive und längst überholte Denkweise
    Das Ganze ist weder die Summe der Teile noch ein vergrößerter Teil

    weiter >>>

    Also hör bitte auf, Stützel als einen Erfinder des Holismus zu präsentieren. Das ist einfach lächerlich. Und wenn eine Neoliberaler gegen pars-pro-toto ist, dass ist nur eine Heuchelei, Frechheit, …

  16. @systemfrager

    seit ich weiß, dass Du schon etwas älter bist, habe ich eine gewisse Toleranz gegenüber Deiner „Tendenz zum Urteil“

    Sorry – dies ist nun mal ein Phänomen des Alterns. Kleinkinder fragen WARUM und denken – die Alten glauben alles zu Wissen und urteilen und fragen WER.

    Der Mann hinter Lambsdorf war wohl auch der „alte Stützel“ – der junge Stützel war ein „aufregender Querdenker“. Die Saldenmechanik war wohl seine Abschlussarbeit 1955. Stützels leistung ist die Aufdeckung des Partialsatzdenkens und der ständigen Problemverschlingung nicht kausal zusammengehöriger Sachverhalte. Auf diesen Problemverschlingungen wurden extrem komplexe Modelle gebaut – die man einfach rauskürzen kann.

    http://www.global-change-2009.com/blog/saldenmechanik-ein-ansatzpunkt-fur-die-weiterentwicklung-der-makro-okonomischen-theorie/2010/09/

    Im übrigen habe ich Stützel nicht gekannt, als ich die gleichen Ideen hatte. Kennst Du noch die alte Bosch Werbung – wo der Erfinder immer aufs Amt kommt?

    weiterhin sehe ich mich selbst als „Extremliberalen“, der Unterschied zeigt sich nur im Sinne der übersehen Marktvermachtungen. Die Scheinliberalen übersehen die wachsenden Marktvermachtungen auf der Angebotsseite und die Geldmarktstörungen sowiso.

    Ich möchte nur ein Einkomensmonopol für den Menschen – dieser Anker wird auch für den „totalen Markt“ gebraucht, um keine Dauerdeflation auszulösen. Angebotsdeflation ist zwar nichts prinzipiell schlechtes – aber ohne marktneutralen Anker ist keinerlei Stabilität erwartbar. Und die Erwartung von Stabilität ist ein hohes ökonomisches Gut.

    Nachtrag – und im übrigen geht es um Logik und trivialste aritmetische Zusammenhänge – mein Leit-Ökonom ist also Adam Ries 🙂

  17. >>> in Preis/Geld/ Macht wird er als Mann hinter Lambsdorff vorgestellt

    Jetzt kommen wir der sache näher. Also das ist doch der Stützel – dein Stüzel: ein neoliberales Arschloch
    http://www.stiftung-marktwirtschaft.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/KK_12_Markt_1986.pdf

    Schade Jörg. Du bist auf dem Holzweg. So wie damals mit dem Gesell. Wo findest du nur immer wider solche Scharlatane

    Lass mich raten. Die Saldenmechanik von Stützel ist ein Ein-Gut-Modell. Also ein Model ohne makroökonomische Fundierung. Das ist ein dummes Zeug. Das ist eine geistige Onanie in der Sprache der Mathematik

    Schade, wirklich schade … ich glaube nicht, dass wir eine gemeinsame Position finden, dass wir überhaupt was gemeinsam machen könnten … schade schade … aber so ist das Leben

  18. @Wolfgang, @Systemfrager

    ich soll wohl jetzt mal an einem Buch mitwirken. Wollte auch 2010 schon eines schreiben, aber mein potentieller Co-Autor konnte damit nicht umgehen, dass niemand anders MIT NAMEN/ALSO ein WER „das Gleiche“ sagt.

    Es steht aber alles schon bei Stützel – noch besser als die Saldenmechanik ist das Buch

    http://www.amazon.de/Paradoxa-Geld-Konkurrenzwirtschaft-Wolfgang-St%C3%BCtzel/dp/3511090296

    Ja – sehr teuer – aber für jeden von Euch genau noch ein Investitions-Exemplar da. Dort nimmt er alles logiscgh auseinander was für Zusammenhänge von Wirtschaft/Geld je modelliert wurde.

    @SF
    Kronberger Kreis – keine Ahnung, in Preis/Geld/ Macht wird er als Mann hinter Lambsdorff vorgestellt. Mir ist das egal, solange er logische Dinge schreibt.

    Wenn ihr euch das Geld sparen wollt, zum Schluss kommt auch wie ich drauf, dass fast alle Modelle unnütze Verkomplizierungen sind und es nur um

    Geld-Sparpläne zu Verschuldungspläne geht, allerdings sieht er das Tilgungsproblem so nicht – war ja damals auch noch nicht sooooo.

    An den auslösenden Mechanismus divergierender Pläne könnte man Dein Kreislaufmodell wohl schon noch als Verfeinerung, definition der Multiplikator Mechanismen, ranhängen – aber Verkomplizierer dürfen bitte erst ran, wenn die einfache Grundformel klar und Konsens ist. 🙂
    http://www.global-change-2009.com/blog/die-kredittilgungen-und-das-wirtschaftliche-gleichgewicht/2011/09/

  19. Man muss dann auch noch zwischen realem Sparen in Gestalt der Abstinenz und womöglich in der Form des Hortens von Sachwerten und dem produktiven Sparen unterscheiden.

    Das produktive Sparen ist eine Verbesserung der Produktionsmittel und ist eigentlich gar kein Sparen. Richtig würde man diese Investitionen als Produktionsumwege (nach Knut Wicksell) bezeichnen, die dann das Produzieren auf der entsprechenden Stufe produktiver machen.

    Es ist dann eigentlich kein Sparen, sondern nur ein effizientes Produzieren.

    Aber die Darstellung des Problems des Geldsparens von Jörg ist sehr gut. Ich habe den Stützel nie gelesen und vermute, dass er mich eines Tages sehr enttäuschen wird.

    Jörg Buschbeck sollte endlich auch sein Buch über die Ökonomie des Denkens in Globalsätzen schreiben. 🙂

  20. @Systemfrager

    danke für die interesanten Links – dem Marx sind fehlende Kenntnisse der Saldenmechnik wohl nicht übelzunehmen. Aber den real existierenden „Partialsatz-Ökonomen“ ca. 50Jahre nach Stützels Erstausgabe schon.

    lG, Jörg
    PS
    irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass wir ein Alter währen -da ich jetzt bei FB gesehen habe, dass Du fast mein Vater sein könntest, bin ich ab sofort respektvoller zu Dir. 🙂

  21. Ach so !!!!

    Wen die merkwürdige Spezies, die etwas mathematisch stringend haben will, nicht schon längst und völlig ausgesorben ist, was nur eine wagemutige bis verrückte Hypothese ist – natürlich 😉

    Zum Thema reales Sparen und Wachstum:

    Die distributiven Koeffizienten als Grundlage des Kreislaufmodells 3.0
    weiter >>>

    Die reale Kapitalakkumulation und das Produktivitätswachstum
    weiter >>>

  22. >>> „Die Vorstellung, dass die Welt durch Geldsparen reicher wird, … ist also einfach die fehlerhafte Anwendung des Partialsatzes auf globale Zusammenhänge.“

    Nicht nut das. Sondern
    „die Vorstellung, dass die Welt durch reales Sparen (Abstinenz) reicher wird, … ist in westlichen Wirtschaften minderstens seit einem Jahrhundert einfach die fehlerhafte Anwendung des Partialsatzes auf globale Zusammenhänge.“

    Jawohl, an diesem Irrtum kollabierte der ganze Marxismus:

    Ein fauler Zaubertrick zur Umwandlung von Kapital in Produktivität
    weiter >>>

    Begriffsklärung: Organische Zusammensetzung des Kapitals & Kapitalkoeffizient
    weiter >>>

  23. Hallo WBF,

    was Du beschreibst nannte Stützel übrigens „Rationalitätenfalle“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rationalit%C3%A4tenfalle

    Die Interessen des Einzelnen fallen mit dem der Gemeinschaft auseinander – diese Rationalitätenfalle sollten wir als „menschlich“ einfach akzeptieren – mit fairen Spielregeln und monopolfreier Konkurrenz ist sie im sinne der unsichtbaren Hand von Adam Smith sogar eine Kraft – „die böses will und gutes schafft“

  24. schön in wort und satz gepackt.

    trotzdem denken viele leute an ihren eigenen kurzfristigen vorteil. verträge zur altersvorsorge mit haftungsstörung werden abgeschlossen, um die urangst zu beruhigen. außerdem ist man ja nicht blöd und verzichtet auf die „hohen“ zinsen. in irgend einer beziehung sind wir alle zu bequem uns selbst zu informieren. man hat ja jemand, dem man „vertrauen kann“. das jagen nach dem besten angebot ist gesellschaftlich anerkannt und auch wenn der globale zusammenhang verstanden wird, fällt es dem einzelnen schwer zu verzichten. die meisten spielen das spielchen bis zum game-over. man will ja nicht vorzeitig als verlierer dastehen.

    wenige wollen sich den luxus leisten, auf unrealistisch hohe zinssätze zu verzichten. am ende sind wir alle die verlierer, aber die masse hat mitgespielt und ihren vorteil daraus gezogen. oder zumindest ein gutes gefühl bei der sparerei gehabt.

    kann eine gesamtheitliche änderung durch den einzelnen geschehen oder müssen durch die politik neue regeln aufgestellt werden? selbst wenn die politik versteht, werden solche änderungen erst durchgesetzt, wenn die mehrheit ein interesse daran hat. kann man die schuld auf die politiker schieben? vllt muss jeder einzelne umdenken und auf seinen kurzfristigen vorteil verzichten. doch einen neuen menschen kann man nicht schaffen, richtig? befinden wir uns in einer sackgasse? wie soll der umbruch kommen?

    die notwendigen änderungen müssen über „magenfreundliche“ politik verwirklicht werden! grundeinkommen hört sich gut an. es braucht ideen, die den „gierigen menschen“ zu seinem glück zwingen. schön, diese ideen hier zu diskutieren und den menschen darauf zu besinnen eine verantwortung zu tragen. für sich selbst und für das allgemeinwohl.

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