Kapitalismus als Religion? Geld als Religion?

ich mag dazu mal ein paar Links sammeln, da wir es eben wohl nicht nur mit rationalen Problemen zu tun haben?
Geld als Gottesbegriff

Kapitalismus als Religion

einige Theologen zum Geld

daraus
|| Prof. Dr. Thomas Ruster

„Ist der Kapitalismus eine Religion, so wäre ihr Gott das Geld. … Geld ist allgegenwärtig und allmächtig, und es lässt die, die ausreichend über es verfügen, an diesen göttlichen Attributen teilhaben. Es gibt nichts, was von der Macht des Geldes unabhängig wäre. Alles ist für Geld zu haben. … Auf das Geld richten sich die Haltungen, die sonst Gott galten: Vertrauen, Treue, Sicherheit, Geborgenheit, Mut zur Zukunft, Liebe, Hoffnung, unersättliches Begehren. Wo es aber fehlt, herrschen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Geld ist, in den Begriffen der Theologie gesprochen, zum ‚Sakrament der bürgerlichen Gesellschaft’ geworden: das sichtbare Zeichen der unsichtbaren Gnade.

Die Verteilung der Lebenschancen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Reichtum und Armut, Glück und Unglück, gelingendes oder gescheitertes Leben werden vom Geld bestimmt wie früher von der göttlichen Vorsehung. Es vermittelt, wie einstmals die kirchlichen Sakramente, zwischen Immanenz und Transzendenz. Es ist in allem … und es ist über allem als das Absolute, das alles beherrscht und selbst nicht beherrscht werden kann. Geld ist die schlechthin alles bestimmende Wirklichkeit. …
Geld kann nicht in der Weise Gott sein, wie auf dem Boden der abendländischen Religionsgeschichte gesprochen worden ist. Es ist nicht personal; man kann kein Gebet an es richten. Ihm wird keine ausdrückliche kultische Verehrung zuteil, wie immer man auch die sakral anmutende Architektur der Bank- und Versicherungsgebäude werten mag. … Es gilt also den Kapitalismus zu enträtseln, um die Macht des Geldes und damit auch seine religiöse Valenz zu verstehen.“

Der verwechselbare Gott – Theologie nach der Entflechtung von
Christentum und Religion. Freiburg 5. Aufl. 2002, S. 142-144.

„Dieser Religion des Kapitalismus gegenüber ist nur eine entschiedene christliche Gegnerschaft möglich. Die Wirtschaft ist heute das Instrument, dessen der Tod sich bedient, um seine Herrschaft auszuüben; um des lebendigen und Leben schaffenden Gottes willen ist ihr der Kampf anzusagen. Dieser Kampf kann geführt werden durch ein Leben nach den Geboten Gottes, jenen Geboten, von denen es heißt, dass durch sie leben wird, wer sie tut (Lev 18,5). Die Rückwendung zur biblischen Leitunterscheidung Gott/Götter bedeutet zugleich eine Wiederentdeckung der Tora als dem Gesetz des Lebens. Exemplarisch kann man auf die Bedeutung des Zinsverbots als Mittel gegen den mörderischen Wachstumszwang der Wirtschaft verweisen.“

Der verwechselbare Gott. Einführung zu: Felix Senn (Hg.), Welcher Gott? –
Eine Disputation mit Thomas Ruster. Luzern 2004, S. 23.

„Das kapitalistische Wirtschaftssystem hat versagt. … Der Gegensatz zum Kapitalismus ist nicht der Sozialismus, sondern eine Wirtschaft, die nicht zu beständigem Wachstum gezwungen ist. …
Man muss den Blindflug in die Selbstvernichtung nicht einfach mitmachen. Man muss den quasireligiösen Fatalismus überwinden, der dieses Wirtschaftssystem für alternativlos hält, dann kann sich etwas ändern. Man muss zeigen, dass es anders geht. … Ich halte es für durchführbar, ein sekundäres kirchliches Währungssystem nach dem Modell der Alternativwährungen einzuführen, die es ja da und dort schon gibt. Bei einem Kirchentag werden Bons verkauft, die auch nachher noch als Zahlungsmittel dienen. Nach der Theorie des Alternativökonomen Silvio Gesell sind sie umlaufgesichert, d.h. sie verlieren im Laufe der Zeit einen gewissen Teil ihres Werts, so dass sie sich nicht als Geldanlage eignen. Dieses zinslose Geld würde rasch ausgegeben: für Klosterprodukte, Weine aus bischöflichen Gütern, kirchliche Dienstleistungen aller Art. Ein Teil der Gehälter der Kirchenangestellten könnte in dieser Währung ausbezahlt werden. Je nachdem, wie weit man hier die Kreise ökumenisch oder weltkirchlich zieht, ergäbe das schon eine stattliche Sekundärökonomie mit erheblichem Irritationseffekt.“

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