Sparen schafft Werte – Geldsparen schafft Schulden


War ein Beitrag „im Gelben“ – Ja, die Deutschen sparen nicht zu viel, Sie sparen nur falsch

Sparen ist prinzipiell etwas Vermögenssteigerndes – da wird Einkommen nicht für Konsum ausgegeben, sondern für bleibende Sachwerte. Ist diese Investition größer als die Abschreibung, steigt das Nettovermögen eines Volkes.

Nur darf man Sparen nicht mit Einnahmeüberschüssen verwechseln, also das „Sparen“ in Geldvermögen. Dieses Geldsparen erzeugt keine Werte, es erzeugt nur (an anderer Stelle) Schuldner, die wir nun wieder retten sollen.
Dies ist auch der Grund, warum wir schlussendlich an die anderen wieder zahlen müssen – die Deutschen haben zu wenig Informationen und Anreize, um “richtig” zu sparen. Auch ist Geldsparen als Angstphänomen eine typisch deutsche Erscheinung?

Das Nettovermögen eines Landes steigt zwar rechnerisch auch, wenn man per Exportüberschüsse den Rest der Welt verschuldet, dies geht aber eben nur bis zu dessen Überschuldung und damit bis zum nächsten „Rettungspaket“.

Dass die Vermögen der anderen (siehe Link oben) höher sind, ist kein Wunder – die Sachwerte haben dort eine höhere „Wertschätzung“.
Ich hoffe, die Deutschen wachen 2012 auf:

Sparen schafft Werte
Geldsparen schafft Schulden

Siehe zur Erläuterung auch den neuen Beitrag „Jedes Geldsparen schafft sich seine Verschuldung selbst“

9 Kommentare zu „Sparen schafft Werte – Geldsparen schafft Schulden“

  1. >>Werden nicht viele wenn nicht die meisten Wirtschaftenden jeweils die Form wählen, die den größten Vermögenszuwachs erwarten läßt, also in der Deflation eben Geld und in der Inflation eher Sachwerte?

    Klar kann man darauf dann politisch Einfluß nehmen, indem man z.B. Geldhaltung besteuert (analog zu Gesells Schwundgeld) oder indem man Sachwertsparen subventioniert oder mit Steuervorteilen belegt (Eigenheimzulagen etc.).

    Aber passiert das nicht in gewissem Umfang schon?

    Ja, Ja, Ja, lieber Moneymind, auch wenn Sie im Gelben alle NEIN schreien. 🙂 Mal sehen wie lange Du da noch schreiben darfst, wenn Du so viele Alternativen zum Spielende siehst 🙂

  2. Hängt nicht die Geldsparneigung von der erwarteten Wertentwicklung ab?

    Setzen wir mal voraus, es gebe ein Kalkül der Vermögensmehrung, dann kann dieses Vermögen in unterschiedlicher Form gehalten werden.

    Werden nicht viele wenn nicht die meisten Wirtschaftenden jeweils die Form wählen, die den größten Vermögenszuwachs erwarten läßt, also in der Deflation eben Geld und in der Inflation eher Sachwerte?

    Klar kann man darauf dann politisch Einfluß nehmen, indem man z.B. Geldhaltung besteuert (analog zu Gesells Schwundgeld) oder indem man Sachwertsparen subventioniert oder mit Steuervorteilen belegt (Eigenheimzulagen etc.).

    Aber passiert das nicht in gewissem Umfang schon?

    Naja, etwas Nachhilfe bezüglich Keynes und Stützel täte unseren heutigen, in der neoliberalen Illusion der Anwendung der Einzelrationalität auf die Gesamtgesellschaft befangenden Politikergeneration schon sehr gut.

    Saldenmechanik und Rationalitätenfalle kapiert zu haben, ist schon essentiell für rationale Wi-Politik.

    Man muß Leute wie Bofinger und Stützel unterstützen, die das verstanden haben.

    Gruß
    moneymind

  3. Ich stimme mit deiner Ansicht überein. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit das Sachwertsparen attraktiver wird. Ich gehe davon aus, dass sich nicht jeder den wissenschaftlichen Hintergrund durchdenkt. Sobald das Sachwertsparen in den Köpfen der Leute ist und mehr bringt als Geldsparen, werden wir eine Wende beim Sparen erleben.

    Jetzt verstehe ich den Geldschöpfungsprozess erst richtig. Die Bank benötigt kein Geld von Sparern, um Kredite zu vergeben. Das Buchgeld ist vom Bargeld zu unterscheiden. Buchgeld ist noch nichtmal gesetzliches Zahlungsmittel. Es wird jedoch überall in der Wirtschaft anerkannt. Die Bank hinterlegt die Mindestreserve (Europa 2%, Amerika 10%) und gewährt einen Kredit (100%). Das Geld dafür bezieht sie von der Zentralbank, welche Geld druckt. Hat Geldsparen nur den Vorteil, dass es bei jeder Bank unkomplziert möglich ist?

  4. @WBF
    1. Moral ist da für mich nicht unbedingt eine diskussionswürdige Sache. Es kann n.m.E: nur um Rahmenbedingungen gehen, welche diese gesellschaftlichen Gefangendilemma durchbrechen. Und spreche nur von der Summe der Wirtschafter und diese Summe fragt viel zu viel Schuldscheine als (Versicherungs-)Guthaben nach und beklagt gleichzeitig laut heulend deren Produktion.

    Es geht um die Rückkehr des Verstands, wir sind gerade dabei wirtschaftlichen „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“ zu begehen.

    Und die Bank braucht eben auch keinen Geldsparer um einen Kredit zu vergeben! Es wird ja auf der „anderen Seite“ schon genug Nachfrage durch 12% BIP Kredittilgungen vernichtet.

  5. Angenommen mein Unternehmen läuft, dann kann ich u.U. durch Abschreibungen neue Investitionen finanzieren. Aber wenn ich ein Unternehmen gründen möchte, brauche ich Grundkapital, welches man in den meisten Fällen als Kredit beziehen muss. Gesamtwirtschaftlich gesehen müssen dazu Nichtunternehmer Geld beiseite legen, damit Unternehmer darauf zurückgreifen können. Oder bist du der Meinung, dass Geldsparen immer unmoralisch ist?

  6. Nein WBF

    Geldsparen wird für unternehmerische Investitionen nicht gebraucht.

    Vielmehr erzeugt Geldsparen der Nichtunternehmer die Verschuldung der Unternehmer. Dies kann man aber nun wieder begrüßen, die Kerle sollen schon Schulden zu ihren Sachvermögen machen. Nur wenn Sie wie heute sich aus Abschreibung finanzieren, geht Geldsparen IMMER weiter in die Staatsverschuldung und wenn Die nicht mehr geht kommt die Depression.

  7. In der heutigen Zeit ist Sachwertsparen eine sinnvolle Forderung. Ich bitte um die Diskussion konkreter Anregungen, damit das Thema schmackhafter wird!

    PS: Geldsparen ist nicht immer schlecht. Es ermöglicht Verschuldung und damit unternehmerische Investitionen. Es schafft den Fortschritt. Sachwertsparen kann das nicht. Heutzutage erzwingt Geldsparen die Verschuldung, deshalb sollten wir umswitchen!

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