lasst uns 2012 den dritten Weg diskutieren – die Maßwirtschaft

liebe Leser dieses Blogs,

die besten Wünsche für persönliches Glück und Gesundheit in 2012.

Wer volkswirtschaftlich ganzheitlich und logisch denken kann, wird voller Sorge wegen der absehbaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Katastrophe sein. Deutschland wird wohl spätestens ab Mitte des Jahres eines der Hauptkrisenländer werden. Dies, weil wir DER Investitionsgüterhersteller der Welt sind und die Investitionsausgaben in der kommenden globalen Depression am stärksten einbrechen.

Aber diese wirtschaftliche und gesellschaftliche Katastrophe wird es auch sein, welche die bisher verdrängten Probleme der maßlosen privaten Geldvermögensbildung ins Bewusstsein der Menschen bringen wird. 2012 werden viele Menschen das Geldsparproblem begreifen und dies wird die Vorraussetzung dafür schaffen, dass wir auch die anderen Maßlosigkeiten unserer ökonomischen und ökologischen Probleme diskutieren können.

Wir sollten davon wegkommen, Dinge in „Gut und Böse Schubladen“ einzuordnen. Die Dinge sind nicht „Gut oder Böse“, die Dinge sind entweder maßvoll oder maßlos. Die private Geldvermögensbildung ist per Saldo identisch mit der globalen Staatsverschuldung. Die immer maßlosere Staatsverschuldung ist also identisch mit der immer maßloseren privaten Geldvermögensbildung. Es gibt ihn also, den dritten Weg zwischen Depression und Staatsschuldenexplosion – die Begrenzung der privaten Geldvermögensbildung auf ein gesundes Maß.

Identisches lässt sich über fast alle Probleme sagen, menschlicher Egoismus ist auch nicht böse, er ist heute nur maßlos. Ich werde die Betrachtung zu den Maßlosigkeiten gelegentlich vertiefen, am Anfang des Jahres 2012 steht aber die Eskalation der Guthabenkrise.

Ich möchte die Herleitung unserer wirtschaftlichen Probleme aus der privaten Geldvermögensbildung noch einmal mit völlig erklärten Begriffen darlegen. Bitte helfen Sie mit, die gesellschaftliche Diskussion über die Guthabenkrise und maßvolle Lösungen in Gang zu bringen – danke.

01.01.2012 Jörg Buschbeck

Vorstand Global Change 2009 e.V.

9 Kommentare zu „lasst uns 2012 den dritten Weg diskutieren – die Maßwirtschaft“

  1. Tja,
    wenn sogar der Jörg sagt, alles wäre zu einfach und zu einseitig …
    Dann muss dies ganz bestimmt stimmen!

    Dem @S? würde dies erst recht zu trivial und zu primitiv erscheinen – würde ich zumindest vermuten
    😉

    Es ist aber trotzdem gut – sehr gut -, auch ein separates/partielles Problem des Systems, die rein kriminellen Machenschafeten innerhalb des Finanzsektors bloß zu stellen

  2. Ja danke @SF, ist mir aber einen Tick zu Zinskritik-lastig. Es bringt nichts, nur eine Einkommensart für das Problem der privaten Verkaufsüberschüsse verantwortlich zu machen:

    1. ist es sachlich falsch
    2. ist die Multikausalität der privaten Verkaufsüberschüsse eine wunderbare Chance auf weitgehende Einbindung aller „Systemfrager“

  3. @Thorsten Blume

    Tja, stellen Sie sich vor es gebe keine Reiche, oder keine Superreiche. Dann brauch man auch keinen Konto zu sperren.

    Das düfte effektiver sein.

    PS
    Das kriminelste was es giebt ist eben Krieg

  4. Guten Tag Herr Buschbeck,

    ich bin ehemaliger Offizier der Bundeswehr und habe folgende Frage:

    Warum werden heutzutage nicht über den Zugriff auf die Zentralbank, dann weiter zu den Privatbanken und dann weiter zu den einzelnen Konten dem „Gegner“ einfach die Konten gesperrt. Wenn ein Terroristenführer oder Warlord seine Leute nicht mehr bezahlen kann, rennen ihm seine Untergebenen weg. Ohne Einkommen werden seine Handlanger den Allah einen guten Mann sein lassen und abhauen.

    Wäre doch eine unblutige Beendigung von kriminellen Handlungen, ohne den Einsatz von Soldaten. Ohne Geld läuft eben rein gar nichts.

    Da Krieg die höchste Eskalationsstufe ist sollte das Sperren von Konten doch als niedrige Eskalationsstufe zumindesten mal probiert werden. Und es dürfte deutlich effektiver sein. Denn selbst der sich 10 Jahre versteckt gehaltene Osama braucht ja ein Einkommen.

    mit feundlichem Gruß

    Thorsten Blume

  5. @ Zeller
    >>> Maßvoll und maßlos sind moralische Bewertungen.

    In der Tat. WiWi ist nicht wertneutral und deshalb sind die moralischen Bewertungen unbedingt wichtig. Wenn wir A oder B oder C wollen, dann wollen wir es deshalb, weil wir es wollen. Nehmen wir an, wir wollen B. Was weiter kommt, hat dann nicht mehr mit der Moral zu tun. Wir wollen B realisieren, und dann stellen wir fest, B hängt von u, v, w, x und y ab. Es sind aber auch Quantitäten und sie stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Das ist dann maßvoll. Ist dieses Verhältnis gestört, dann ist es maßlos. Ist dieses Verhältnis sehr gestört, dann lässt sich B nicht mehr realisieren. Etwas geht kaputt. Das kann auch die ganze Marktwirtschaft sein. Und das ist eben der Fall – weil die Reichen in den letzten Jahrzehnten das Volk ausgeplündert haben.

  6. Verehrter Jörg Buschbeck,

    Was ist ein gesundes Maß? Wer legt das fest? Und was sind maßvolle Lösungen?

    Maßvoll und maßlos sind moralische Bewertungen. Wie wollen Sie die unterschiedlichen Interessenlagen von, sagen wir, Menschen mit Geldvermögen im sechsstelligen Euro-Bereich oder mehr, mit den Interessen von Hartz-IV-Bezieher_innen oder SoZialhilfeempfänger_innen maßvoll ausgleichen?

    Wann ist eine Vermögensabgabe noch maßvoll? Bei 3, 5, 10, 20, 25 oder 50 Prozent?

    Wenn Bewertungskriterien für ökonomisches Handeln notwendig sind, dann anhand der Kriterien „vernünftig“ und „unvernünftig“ bzw. „sinnvoll“ und „nicht sinnvoll“.

    1. Nicht unbedingt hajo,

      wenn wir z.B. keine Staatsschulden wollen, dann wäre die Höhe der Privatschulden(Kaufüberschüsse) freiwilliger und solventer Schuldner das gesunde Maß für die privaten Verkaufsüberschüsse(Geldvermögensbildung).

      Für Deutschland eine Zahl von ca. 2,5 Billionen €

      Für Sachen wie Egoismus ist natürlich keine Zahl zu nennen, da geht es darum nur das Prinzip zu verstehen, Dinge nicht mehr nach persönlicher Präferenz nach „Gut und Böse“ zu sortieren sondern um das richtige Maß zu streiten. Ich werde im Jahresgang 2012 noch ausführlicher erläutern, welches große gesellschaftliche Potential ich in diesem Ansatz sehe.

  7. >>> Die Dinge sind nicht “Gut oder Böse”, die Dinge sind entweder maßvoll oder maßlos.

    Das ist gut, hervorragend … eine unglaublich starke Ausdrucksweise !

    PS
    Stammt aus der Ethik, aber die Wörter haben etwas Quantitatives in sich, so dass sie auch bei den mathematischen Ansätzen gut brauchbar sind

Und was denkst Du so?

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