Der Geld-Sparer ist der Mörder – Gesell sah wie ich den kommenden Krieg


Silvio Gesell hätte heute seinen 150. Geburtstag. Er wurde aber nicht einmal alt genug, um den von ihm schon 1918 vorhergesagten großen Krieg erleben zu müssen:

»Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz des Rufes der Millionen „Nie wieder Krieg“, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muss ich es sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, dass es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik lässt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen, und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen.«

Silvio Gesell, im Jahr 1918 – 21 Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg.

1. Geld-Sparen ermöglicht Verschuldung Dritter
und
2. Geld-Sparen erzwingt Verschuldung Dritter.

Der erste Fall ist nach dem Krieg – der zweite Fall ist vor dem Krieg.

Jörg Buschbeck, im Jahr 2009 – wenige Jahre vor dem Dritten Weltkrieg?

Es gibt aber Alternativen zum Krieg!

3 Kommentare zu „Der Geld-Sparer ist der Mörder – Gesell sah wie ich den kommenden Krieg“

  1. Hallo Stiller Leser,

    danke für Deine Anmeldung hier

    Inflation ist ein weites Feld – sie kann Folge einer monetär bedingten Übernachfrage aber auch „gewohnheitsmäßiger“ oder sonstiger Preiserhöhungen sein. Vor allem auch Folge schwindenden Wettbewerbs bei wachsender Marktvermachtung. Hab grad wenig Zeit – da tiefer reinzugehen.

    Deine Vorschläge sind sicher hilfreich – noch wichtiger wäre aber n.m.E. erst mal die offene Diskussion und Erlernung der Zusammenhänge.

    Keine Staatsschulden und keine Habi-Überschüsse = kein Wachstum der privaten (Netto) Geldvermögen mehr – darüber müßte zuerst gesprochen und ein gesellschaftlicher Konsens gesucht werden…..

    http://www.global-change-2009.com/blog/wie-wollen-wir-sparen-ein-aufruf-zur-gesellschaftlichen-diskussion/2012/01/

  2. Hallo Jörg,

    als stiller Leseer des gelben und regelmäßiger Leser deines Blogs würde ich gerne meine Vorstellung des Kreditgeldsystems besser einordnen.

    Ich stimme grundsätzlich mit deiner Meinung überein, dass der Zins als solcher bei ausbleibender Hortung in Form von Sichtguthaben/Bargeld nicht fehlt (= wirtschaftliches Gleichgewicht); Bei Hortung aber die fehlende Nachfrage durch Staatsausgaben kompensiert werden muss (Staatsschulden = Monetäre Guthaben der Bürger).

    Vorausgesetzt es exisitert keine Hortung können alle Kreditnehmer im Idealfall tilgen; Es kommt zu keinen Kreditausfällen.

    Die Geldmenge ist dann durch den Zins äquivalent zur Gütermenge gewachsen.

    Meine Frage:
    Muss es gesamtwirtschaftlich automatisch Inflation bei der Geldmenge in Höhe der Abschreibungen der Güter (Abnutzung/endgültiger Konsum) geben? Ist Inflation also systemimanent?

    Ich denke ja, ABER:
    Damit Inflation in Höhe der Abschreibungen erfolgt, darf es innerhalb des gesamten Systems keine zu starke Vermögenskonzentration geben, sonst kann wie aktuell beobachtbar, die zusätzliche Liquidät nicht kaufkraftwirksam werden.

    Aus dieser Überleung heraus stellt sich ein Idealmodell für mich so dar:

    – Stark progressive Vermögens/Guthaben/Kapitaleinnahmenbesteuerung ODER hohe Erbschaftssteuer auf monetäre Guthaben
    –> zu große Geldhaltung unattraktiv gestalten (z.B. durch negative Realzinsen)
    – Zulassen von Bankrotten/Verhindern von to big to fail
    – Keine Staatsschulden
    – Keine Handelsbilanzüberschüsse

    Ich würde mich über eine Beanwortung meiner Frage und einer Einordnung meiner Gedanken freuen.

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