Die „Guthabenbremse“ als Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kapitalismus

Warum Guthabenbremse?
Eine Guthabenbremse brauchen wir, um die fehlende Selbst-Investitionsautomatik des Kapitalismus zu heilen. Diese Problematik wird mörderisch krisenhaft, wenn dem Kapitalismus wie heute wieder die solventen Fremdkapital-Investoren (Schuldner) ausgehen. Die genauen Zusammenhänge beschreibe ich unter http://www.kapitalismus-verstehen.de

Guthabenbremse als Ende der Alternativlosigkeiten
Eine (Selbst) Investitionsautomatik schafft die politischen Zwänge ab, Investoren mit gesellschaftlich unsinnigen Dingen wie z.B. künstlich erhöhten Kapitalrenditen locken zu müssen. Sie schafft die Zwänge ab, heute „schlechte“ Schuldner (Subprime, Exportüberschüsse) für die Guthabensünder erst zu suchen und dann später „retten“ zu müssen. Die Abschaffung des Guthabenwachstums ist die Abschaffung des Schuldenwachstumszwangs und damit des generellen Wachstumszwangs.

Guthabenbremse ist Staatsschuldenbremse
Das Wachstum der globalen Staatsschulden bildet eine Identität mit dem Wachstum der privaten Geldvermögen. Eine Privat-Guthabenbremse ist damit die einzig wirksame Staatsschuldenbremse.

Guthabenbremse ermöglicht Grundeinkommen
Ein Grundeinkommen mit zusätzlichen Staatsausgaben finanziert sich automatisch ohne Staats-Defizite, wenn diese zusätzlichen Ausgaben nicht in Geldhaltung gespart werden.

Arten der Guthabenbremse

A. Hortersteuer auf große Geldvermögen
(Geld)sparerfreibetrag von 100T€/Kopf

B. Monetative auf Basis des gesamtwirtschaftl. Denkens
Diese bewirkt die Abschaffung des Sparzinses und insbesondere der Erwartung künftiger Sparzinsen und gibt weitere Anreize für Selbstinvestition bisheriger Geldsparer. Die Besteuerung von Exportüberschüssen wirkt als Guthabenbremse gegen das Ausland. Dies vermeidet die spätere Abschreibung dieser Forderungen und damit das heutige faktische Verschenken unseres Sozialproduktes über Exportüberschüsse.

C. zurück zu Blüm – Schaffung auskömmlicher Rentenerwartungen
Umlagefinanzierung statt Privatforderungsrente = Staatsschuldenrente

81 Kommentare zu „Die „Guthabenbremse“ als Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kapitalismus“

  1. Die Herausgeber eines ‚Versorgungs-Spieles‘ vereinbaren immer auch ihre Regeln untereinander (und schreiben sie fest) und geben dann auch ihr dazu gehöriges ‚Spiel-Geld‘ heraus. Wer nun dieses ‚Spiel-Geld‘ nutzt, nimmt automatisch an dessen ‚Spiel‘ teil und muss damit auch dessen Regeln (Gesetze) einhalten. Wer nun dieses Spiel nicht mitspielen will, muss also Mitspieler/innen für ein eigenes ‚Versorgungs-Spiel‘ finden und kann dann für das eigene ‚Versorgungs-Spiel‘ die eigenen ‚Spiel-Regeln‘ vereinbaren und das eigene ‚Spiel-Geld‘ herausgeben. Wer nun Euer ‚Spiel-Geld‘ nutzt, nimmt automatisch an Euerm ‚Spiel‘ teil und muss damit auch Eure Regeln (Gesetze) einhalten. 🙂 Das wäre dann ‚Selbstversorgung 2.0‘ (y) Die Angst vor Inflation,.. Elektro-Geld und dem ‚Zudrehen des Geld-Hahns‘ wäre gebannt 🙂
    😉 Um nicht die selben Fehler in Euer Geld-System zu übernehmen solltet Ihr (wie alle anderen „Tauschringe“, „Tauschkreise“ und #Regionalgeld-Initiativen) eine Hortungs-Obergrenze vereinbaren und ein Zins-Verleih-Verbot, um die Gier nicht ebenfalls zu fördern (y)
    🙂 Deine nächste Regionalgeld-Initiative, Deinen nächsten „Tauschring“ oder „Tauschkreis“ findest Du auf den mit den Seiten Tauschringportal + Regionalgeldportal verknüpften Seiten: http://Regionalgeldportal.de + http://tauschringportal.de Versorgung + Spiel + Regeln + Geld gehören immer zusammen. 🙂

    1. Wenn Gemeinden/ Regionen ihre Versorgung wieder selbst übernehmen und ihr eigenes Geld selber machen haben sie ihr #Schicksal, ihre #Zukunft und Gegenwart wieder selbst in der Hand 🙂 durch die Möglichkeit dieses Geld für alle regionalen Aufgaben durch die Gemeinde selbst herauszugeben, gibt es keine finanziellen Engpässe mehr (y) und Jeder/Jedem wird es leicht, dieses Geld zu verdienen 🙂 so werden die Vielfältigen #Talente geweckt und entdeckt und Jede/r kann leicht zum Gemeinwohl beitragen und dies kann auch immer honoriert werden (y) So können alle zu einer besonders breiten #Versorgung aller Bürger/innen eines Dorfes, einer Gemeinde, einer Stadt,.. beitragen 🙂 es entsteht Vielfalt und Versorgung wird immer möglich (50Min) https://vimeo.com/70288313

      1. ..zum Wirken von Regional-Geld schreibt u.a. Michael Kopatz (vom Wupperinstitut + Humane-Wirtschaft,..) es verringert den ‚ökologischen Fußabdruck‘, Transport und Fahrerei (y) ermöglicht mehr Menschen Teilhabe und Beteiligung am regionalen ‚Dienstleistungs-Markt‘, an den Produktionsprozessen und auch am ‚Erwerb‘ (y) ermöglicht also breiter verteilte Beteiligung am Schaffensprozess, die immer auch honoriert werden kann 🙂 fördert so auch breiter verteilte Honoration, also breitere Verteilung von Kaufkraft für regional erzeugte Produkte, an deren Schaffensprozess wiederum eine breitere Bevölkerung beteiligt ist und sich diese Produkte in Folge dessen auch leisten kann (y) ..ist also eine freundliche Variante des Teile-und-Herrsche-Spiel‘s (y) sogar für die ‚Tätigkeiten zum Gemeinwohl‘ kann nun immer Honorar gezahlt werden, da so viel Geld entsteht, wie Werte geschaffen werden, eben durch Arbeit und Innovation (y) und nicht durch Freigabe durch eine Bank, die heute bestimmen, wieviel Geld im Umlauf ist :/ / 🙂 und auch wer wofür wieviel bekommt bestimmen beim Regionalgeld die Herausgeber, also die Menschen der Region und können nun beschließen, dass alle Arbeit entsprechend dem Stunden-Aufwand honoriert wird unzwar so, dass in Regionalgeld + Euro in etwa für jeden der gleiche Betrag pro Stunde gezahlt wird + einem Qualitäts-Zuschlag, den ja jede/r selbst bestimmen kann (y) 🙂 Vorläufig bleibt Regionalgeld auch ‚Parallel-Geld‘, neben dem Euro, da nicht alles nur aus der Region kommt, wird also ein Anteil meist in Euro gezahlt. Und der kann zu Beginn sogar der höhere Anteil sein -_- für Ein-Euro-Jobber könnte der Lohn mit Regionalgeld aufgestockt werden bis zu der Höhe des üblichen Stunden-Lohnes (y) Ein Parallel-Geld ist eben genau das, was in einem Konzern die Gewerkschaft ist, eine Organisationsform für die ‚Werte-Schaffenden‘, die sonst einer Diktatur durch die bisherigen Herausgeber des Euro, Dollar,.. ausgesetzt wären (y) 🙂 http://www.humane-wirtschaft.de/2015_06/HW_2015_06_S04-06.pdf + http://epub.wupperinst.org/files/6003/6003_Kopatz.pdf

  2. Nettogläubiger zu sein, ist sinnvoll in einer deflationären Situation. Erstens werden Beschäftigung und Einkommen unsicherer, also wird es sinnvoll, sparend für möglich zukünftige Einkommenslosigkeit vorzusorgen. Zweitens kann man für denselben nominalen Geldbetrag später mehr Waren erhalten, weil deren Preise ja sinken (weil die Anbieter billiger anbieten müssen, um ihr Zeug überhaupt noch loszuwerden).

    Natürlich kann saldenmechanisch zwar jeder, aber können eben niemals ALLE Nettogläubiger sein. Stattdessen sparen sich die Sparer in eine deflationäre Depression hinein, in der am Ende alle weniger haben als zuvor und weniger produziert wird als zuvor, d.h. im Extremfall alle „zwangsfaul“ und „zwangseinkommenlos“ sein müssen – es sei denn, es werden „immer neue Schuldner“ gefunden, die den Sparern ihrer Sparerei ermöglichen, und da nimmt man dann gerne auch mal sehr schlechte (unsichere) Schuldner (wie Entwicklungs- oder Griechenländer) – solange nur ein lieber Onkel, genannt „Staat“, als Bürge für sie einsteht, damit halt ned das „ganze System zusammenbricht“. Daher werden die Gegenbuchungen zu den Sparorgien natürlich letztlich alle auf das Konto sicherer Staaten gebucht – wo ja auch die Sparsüchtigen alle sitzen und sich bar jeder Saldenmechanik „in Sicherheit“ wiegen.

    In dieser Situation wird dann nach „Guthabenbremsen“ gerufen – also Inflation (relative „Geldentwertung“) oder relative Preissteigerung in irgendeiner Form.

    Nettoschuldner zu sein, ist sinnvoll in einer inflatonären Situation. Denn da ja die nominal variablen Preise steigen, kann man später weniger für nominal fixe Guthaben kaufen als heute, aber Güter später teurer verkaufen als heute, weshalb es wenig Sinn ergibt, Nettogläubiger zu sein, stattdessen alle Nettoschuldner sein wollen.

    Aber natürlich kann zwar jeder, aber eben nicht alle gleichzeitig Nettoschuldner sein, sowenig wie alle Nettogläubiger sein können, wie jeder Stützel-Leser weiß.

    Wenn alle es trotzdem versuchen, entstehen spiegelbildlich zu den Spar-Orgien Geldausgabe-Orgien und Inflationsorgien, in denen alle konsumieren wollen, aber keiner mehr arbeiten.

    Auch ein nettes Konkurrenzparadoxon, das Stützel in den späten 70ern/80ern schön erkannt hat.

    Die spannende Frage, die sich mir jetzt stellt, wäre: was würde passieren, wenn GLEICHZEITIG Inflation für Gläubiger und Deflation für Schuldner herrschen würde – was natürlich nur zentral durchgesetzt werden könnte, wie von Keynes mit seiner (von Gesell inspirierten) internationalen Clearing Union ja vorgesehen war? Wie würden sich solche Zentralvorgaben über die Zentral- und Geschäftsbanken „nach unten“ durchsetzen, und wie würden sich Nettogläubiger und Nettoschuldner auf den den nationalen Zentralbanken untergeordneten Ebenen (nationale Geschäfts- und Nichtbanken) anders verhalten?

    Könnten über die Umfunktionierung der EZB in eine europäische Clearing Union nach Keynes‘ Modell (Strafgebühren für Schuldner UND Gläubiger, die sich ja gegenseitig bedingen) die innereuropäischen Leistungsbilanzdefizite abgebaut werden? Luca Fantacci und Axel Troost haben das ja vorgeschlagen. Natürlich dürfte sich dagegen in erster Linie deutscher Widerstand regen, da es hier dem beggar-thy-neighbor-Exportfetischismus an den Kragen ginge, wie ja schon 1944 die damals größte Überschußnation, die USA, Keynes‘ Plan ausgehebelt hat (von dem auch zu fragen wäre, ob er überhaupt ohne dazugehörigen Staat umzusetzen wäre).

    http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/Bankor#Der_Keynes_Bancor_Plan_-_eine_L.C3.B6sung_f.C3.BCr_heute.3F

    1. Axel Troosts Vorschlag zur Umfunktionierung der EZB in eine Clearing Union, die Schuldner UND Gläubiger mit Strafgebühren belegt:

      http://www.axel-troost.de/article/5211.eine-europaeische-ausgleichsunion-a-8211-die-waehrungsunion-2-0.html

      Der entsprechende Vorschlag (ebenfalls für die EZB) von Luca Fantacci:

      https://www.opendemocracy.net/ourkingdom/luca-fantacci/reuniting-monetary-union-proposal-to-counter-eurozone%E2%80%99s-imbalances

      Von Matthias Schmelzer, wie bei Keynes fürs globale Währungssystem:
      http://www.attac.de/neuigkeiten/detailansicht/news/matthias-schmelzer-goldstandard-neues-bretton-woods-clearing-union-das-scheitern-der-g20-angesic/?cHash=ea065cb0ee63b2b63d3c9ce6fcedefc8

      Der Keynes-Plan basierte auf der Stützel’schen Einsicht, daß sich global die Schulden und Guthaben entsprechen. Entsprechend könnte auch eine internationale Clearing Union (Verrechnungsunion) insgesamt niemals in Zahlungsschwierigkeiten gegenüber irgendjemandem kommen und bräuchte dementsprechend auch kein nennenswertes Eigenkapital (während nationale Zentralbanken zwar in eigener Währung niemals zahlungsunfähig werden können, wohl aber in internationalen Zahlungsmitteln – es sei denn, sie emittieren diese selbst wie die FED).

      1. Danke für die Links zum Vorschlag von Axel Troost aus 2011. Schön, dass er in seinem PDF einige wesentliche Keynes-Zitate auf deutsch wiedergibt.

        Vor einer Weile hatte ich von Lautenbach ein interessanter Passus zu Keynes‘ Bancor-Plan gelesen. Ich habe es einem Gutachten von ihn entnommen. Er lobte diesen Plan. Im betreffenden Passus habe ich alle Wörter „Amerika“ durch „Deutschland/deutsch“ und „Welt“ durch „Europa/europäisch“ oder „Eurozone“ ersetzt. Urteile selbst…

        > Die fundamentale Bedingung für Prosperität in der gesamten europäischen Wirtschaft, die ihren Ausdruck dann auch in gesunden Währungsverhältnissen fände, wäre diese kraftvolle und besonnene Aussteuerung aller großen Länder auf Vollbeschäftigung. Könnte man sich darauf verlassen, daß alle Großen so im gleichen Schritt und wohlausgerichtet voranmarschierten, dann allerdings hätte ein gut konstruierter internationaler Währungsapparat eine große Bedeutung und wäre sogar ein wundervolles technisches Mittel, kleine Unebenheiten und Spannungen elastisch und elegant zu überbrücken und auszugleichen.
        Es genügt, die Bedingungen für den idealen Zustand aufzuzeigen, um zu erkennen, welche „euro“fremde Illusion es wäre, mit ihnen als praktischer Prämisse zu rechnen. Bei dem Gewicht, das die deutsche Wirtschaft für sich allein in der Gesamtmasse der europäischen wirtschaft darstellt, würde ein der Idealregel widersprechendes Verhalten Deutschlands allen übrigen Ländern, die sich auf das universelle Zusammenspiel der Eurozone verließen, und sich auf Gedeih und Verderb ihm anvertrauten, den Boden unter den Füßen wegziehen. Wenn uns daher Europa-Pläne, die eine Universalordnung verheißen, vorgelegt werden, so scheint uns das zunächst einigermaßen dem Versuch vergleichbar, den Bau eines Hauses mit dem Dach zu beginnen. Der stärkste Beitrag, den Deutschland im Interesse der Gesundung der Eurozonen-wirtschaft leisten könnte und leisten müßte, bevor sie Eurozone-Pläne offerieren, bestünde darin, daß sie zunächst einmal die Ordnung im eigenen Hause verbürgten; eine Ordnung, die nicht erkauft wird dadurch, daß der europäische Markt durch eine deutsche Exportoffensive überflutet wird.

        Quelle: „Zins, Kredit und Produktion“, Lautenbach-Schriften, zusammengestellt von Wolfgang Stützel, S. 167/168.
        Downloadbar bei http://www.saldenmechanik.info/index.php/literatur

        1. Hallo Rob,

          ja, genau wie die USA als damaliges Überschussland den Keynes-Plan ausgehebelt haben, wird das heute Deutschland machen.

          Die Erwartung, Deutschland werde seine Exportorientierung aufgeben, ohne dazu von außen gezwungen zu werden, ist ebenso fromm wie die auf eine europäische Clearing Union. Gezwungen werden könnte Deutschland nur durch einen europäischen Bundesstaat oder internationale Institutionen, hinter denen die USA stehen. Die werden das kaum machen.

          Die zwischenstaatlichen Konkurrenzparadoxa werden wieder siegen, Europa wird auseinanderfallen, und es wird eine große Krise geben. Danach wird sich die Frage stellen, ob sich ein neuer Hegemon entwickeln kann, der für eine neue Ordnung sorgen kann, oder ob einfach Systemzerfall folgt.

          Lustig finde ich halt, wenn Leute, die eigentlich mit Stützel das Zeug hätten, diese Dinge zu verstehen, stattdessen von „Guthabenbremsen“ und „Papa Nationalstaat“ reden. Aber gut, jeder, wie es ihm gefällt.

          Wir sind alle Don Quichottes in diesem Spiel.

          Grüße
          Wolfgang

    2. Und vor allem bräuchte Deutschland bei einer Exportüberschussbremse eben inländische Sanktionen gegen Geldvermögensbildung – denn alternativ fast 10% BIP Staatsverschuldung ist ja auch nicht gesund/“politikabel“.

      Und gegen Guthabenbremsen sind aber 99% – einige auch ganz offen und ehrlich – andere können es sich nicht mal selbst eingestehen, dass sie gegen eine „Gottbremse“ sind. Man merkt dies dann nur eben immer an Sprachlosigkeit oder Scheinargumenten/Projektionen, „der will ja nur“ wenn man über sinnvoll gesteuerte Guthabenbremsen diskutieren möchte. Ich habe dazu den Begriff der „kognitiven Hortinanzen“ erfunden. 🙂

      1. Deine Hortinanzen sind anderswo auch unter den Namen „Buschbeckitis“ oder „Buschbecktic“ bekannt 🙂 Aber klar … wer ’nen Hammer hat, erfreut sich natürlich daran, die Welt, in der er nur Nagelköpfe erblickt, allgemein zu behämmern, das gilt für uns alle 🙂 So, ich muß weg, zum hämmern.

    3. moneymind:interessante Gedankenspiele zur Gleichzeitigkeit von Inflation für die einen und Deflation für die anderen. Nebenbei verstehe ich nun endlich, wie eine Hyperinflation ohne eine „böswillige „Gelddruckmanie seitens des Staates entstehen kann: Alle wollen ja Schuldner sein. Und wenn die Geldmenge schon sehr groß ist, wird das gefährlich. Vielleicht kippt es erst, wenn die Realvermögenswerte praktisch ohne Ausnahme deutlich überbewertet sind. Aber auch dann gilt: es muss eine klare Inflationserwartung geben.

      Für mich sieht das alles aus wie eine Kugel, die sich auf einer konvexen Oberfläche befindet. Und die Oberfläche, die lässt sich nur mit Mühe (durch Politik und Zentralbanken) in der Grundorientierung ausrichten, so, dass die Kugel in die andere Richtung gesteuert wird (aber dann sofort wieder die Neigung zur Beschleunigung verspürt anstelle von still zu halten).
      Die Oberfläche, auf der dieser Kugel des Geldwertes rollt, sollte konkaf gemacht werden. Bancor wäre zumindest ein Beitrag dazu.

  3. Da die Guthabenbesitzer ihre Guthaben nicht freiwillig abgeben werden und das Anhäufen großer Guthaben schlichtweg rational ist, weil der Kampf um knapper werdende Resourcen über die Kaufkraft geführt wird, kann nur eine progressive GELD-Vermögenssteuer Abhilfe schaffen. Eine Vermögenssteuer hat das BVergG aber für nicht verfassungskonform erklärt, weil sie angeblich einen unzulässigen Eingriff in das Eigentum darstellt. Diese Begründung kann nicht aufrechterhalten werden. Geld ist ein Schuldschein, der ein Forderung begründet, auf deren Basis ein Anspruch geltend gemacht wird. Ansprüche können nach BGB aber nicht für eine unbegrenzt lange Zeit aufrechterhalten werden. Geld ist demnach kein Gegenstand, den man besitzen kann wie ein Haus oder ein Auto. Es ist deshalb festzustellen, dass die Begründung des BVerG nur für das Sachvermögen gelten kann, keinesfalls aber für das Geldvermögen. Eine Besteuerung von Geldvermögen stellt deshalb aus meiner Sicht keinen unzulässigen Eingriff in das Eigentum dar. Das BVerG liegt hier schlichtweg falsch.

    Ursache des Fehlers ist die inkorrekte Behandlung von Geld als Gegenstand, den man besitzen kann wie ein Haus oder ein Auto. Dieser Fehler zeigt sich auch in den Äußerungen des Blogbetreibers immer wieder, z.B. wenn er fragt, ob ein Konto „leer“ sei. Es zeigt sich auch in der Haltung fast aller Bürger. Dieser Fehler ist nicht leicht zu erkennen, und auch Eingeweihte fallen immer wieder in dieses falsche Denken zurück. Auch ich muss hier aufpassen. Der Fehler wurde uns quasi in die Wiege gelegt. Er wurde uns mit der Sparbüchse eingeimpft und durch das Bargeld nahegelegt. Deshalb sagen wir ja auch, dass wir „Geld auf dem Konto haben“. Wir glauben, das wäre dasselbe wie „Kohlen im Keller haben“. Ist es aber nicht. Selbst unsere obersten Richter leiden hier unter systemisch bedingter Blindheit.

    Es kommt also entscheidend auf die Natur des Geldes an. Darüber möchte der Blogbetreiber aber nicht reden, da ihm derartige Diskussionen überflüssig erscheinen. Das sind sie meiner Meinung nach aber nicht. Ohne eine richtige Sichtweise auf das Geld und die sich daraus ergebenden juristischen Konsequenzen beraubt sich der Blogbetreiber meiner Meinung nach der Möglichkeit, sein Programm in die Tat umzusetzen.

    1. >>>Ursache des Fehlers ist die inkorrekte Behandlung von Geld als Gegenstand, den man besitzen kann wie ein Haus oder ein Auto. Dieser Fehler zeigt sich auch in den Äußerungen des Blogbetreibers immer wieder, z.B. wenn er fragt, ob ein Konto “leer” sei.

      Hahaha – Sie glauben nicht im Ernst, dass gerade ich mir Geld als Ding vorstelle? Dies war natürlich die Fangfrage für Gelddingler – also eben typischerweise z.B. Anhänger der Huber-Monetative.

      Wenn Sie es aber schon verstanden haben, dass Zahlungsmittel eben kein Ding, sondern nur ein durch Zusatzbesicherung umlauffähig gemachtes Schuldverhältnis ist, dann verstehe ich Ihre Argumenation einfach nicht.

      Sie greifen die Argumentation auf, dass die Dingschöpfung eben in öffentlich Hand muss, wissen aber, dass es kein Ding gibt.

      Wenn ich dann argumentiere, dass Zahlungsmittelschöpfung komplett in staatlicher Hand nichts anderes als „allen Kredit vergibt der Staat“ ist, kommt eben diese Argumentation mit dem unklaren Wort Geld. Sie weigern sich trotz mehrmaliger Aufforderungen klarere und klärende Begriffe zu verwenden.

      >>>Jetzt hören Sie doch bitte ‘mal auf, mir Dinge zu unterstellen, die ich nicht gesagt habe. Und hören Sie auf, die Baustellen zu vermischen:

      Dies ist doch der Punkt, was sie nicht sagen. Ich erkläre Ihnen hier, wie die monetären Zusammenhänge sind, Sie bestreiten diese nicht, behaupten aber im nächsten Moment, es gäbe keine allgemein anerkannten und empirisch belegbaren Modelle. Da müßten Sie die Keynes-Formel erst mal bestreiten. Machen Sie aber nicht – Sie ignorieren und haben es dann sogar drauf, das genaue Lesen von Beiträgen anzumahnen, welches diese Ignoranz zeigen.

      1. Machen wir die Sache doch einmal konkret. Solange die Geldschöpfung in privater Hand ist, haben Sie keine Chance, gegen die großen Guthaben vorzugehen, weder mit einer Vermögenssteuer noch mit irgend etwas anderem, weil die Vermögensbesitzer und ihre „Helfer“ — die Geldschöpfer — jeglichen „Abfluss“ sofort durch Geldschöpfung „ersetzen“. Das Ergebnis ist eine zügellose Inflation, in der die Vermögensbesitzer immer auf der Gewinnerseite stehen, weil sie sich mit Hilfe der Geldschöpfung die realen Vermögenswerte aneignen können, siehe Immobilienmarkt. Oder anders gesagt: im aktuellen Geldsystem machen sich die Reichen selbst reich. Sie können dagegen nur etwas unternehmen, wenn Sie die Geldschöpfung in öffentliche Hand bringen. Solange ein kleiner Kreis von Leuten in den Zentralbanken, den großen Geschäftsbanken und beim IWF über die Verteilung von Kaufkraft in Form von Geldschöpfung entscheidet, ist jegliche Hoffnung auf eine Veränderung der bestehenden Vermögensverhältnisse illusorisch.

        1. >>Machen wir die Sache doch einmal konkret. Solange die Geldschöpfung in privater Hand ist, haben Sie keine Chance, gegen die großen Guthaben vorzugehen, weder mit einer Vermögenssteuer noch mit irgend etwas anderem, weil die Vermögensbesitzer und ihre “Helfer” — die Geldschöpfer — jeglichen “Abfluss” sofort durch Geldschöpfung “ersetzen”.

          Eine neue Schleife dieses Unsinns? Zahlungsmittelschöpfung = Kreditvergabe der Banken mit Geldvermögensschöpfung (KAUFSALDEN) zu verwechseln? Fangen Sie doch bitte hier mal das Lesen von Antworten an. Ansonsten muss ich Ihre Beiträge wegen Voll-Trollerei löschen.

          1. Frage: Woher haben die Oligarchen dieser Welt ihre Milliarden?

            Bezahlt wird in der Praxis mit Giralgeld. Und Giralgeld ist Kredit. Geldvermögen entsteht durch Sparen. Durch Sparen wird Giralgeld „stillgelegt“, also als Zahlungsmittel vernichtet. Beim „Entsparen“ wird der „entsparte“ Betrag als Zahlungsmittel neu erzeugt. Geldvermögen ist demnach „latentes Zahlungsmittel“. Widerspruch?

            1. >>>Frage: Woher haben die Oligarchen dieser Welt ihre Milliarden?

              Aus ihren Einkommen, insbesondere aus unternehmerischer Tätigkeit. = Teurer verkaufen als incl. Kosten einkaufen. Bei Oligarchen regelmäßig mit irgendwelcher Marktmacht verbunden.

              Geldvermögen sind zuallererst mal keine Forderungen gegen banken, sondern gegen Nichtbanken aus KAUF/Verkauf. Banken besichern Kaufsalden für die Übertragbarkeit.
              Dies ist prinzipiell eine Lösung und kein Problem. Wir beide können auch Zahlungsmittelschöpfung machen. Sie schreiben meine Wechsel quer – dies ist exakt der Vorgang der Zahlungsmittelschöpfung der Banken. Wie sieht es aus Herr Gamm – so ein Recht der Geldschöpfung können Sie sich doch nicht entgehen lassen? Wann fangen wir an? Und nein, ich zahle Ihnen nichts dafür, ist doch ein Gewinn an einer Geldschöpfung mitzuwirken.

    2. > Ursache des Fehlers ist die inkorrekte Behandlung von Geld als Gegenstand, den man besitzen kann wie ein Haus oder ein Auto.

      Aber genau das würde die Vollgeldreform doch bewerkstelligen? Deshalb bin ich gegen Vollgeld. Geld darf unter keinen Umständen als „Ding“ angesehen werden (wie es Jörg übrigens auch nicht so sieht, wie er hier betont).

      Wenn die Leute bloß die schöne Definition von Götz werner für wahr halten würden, wäre viel gewonnen:

      > Für viele Zeitgenossen ist noch zu wenig deutlich, worum es sich beim Geld eigentlich handelt: um eine Weltbuchhaltung von Leistungs- und weiteren sozialen Beziehungen der Menschen. Sie hilft, Probleme zu sehen und zu lösen. Die Hauptaufgabe des Geldes liegt in der Abrechnung von Güter- und Dienstleistungsströmen (kurz: Leistungsströmen) und macht uns bewusst, welche Menschen in welcher Weise an dem Füreinander der Leistungserstellung beteiligt sind. Sekundärfunktionen wie Wertaufbewahrung oder Wertmessung kann das Geld nur erfüllen, wenn es zuvor diese Primäraufgabe erfüllt.

      Wenn man es so sieht, ist es eigentlich egal, wer Kreditgeld schöpft.

      1. Wie kommen Sie auf die Idee, dass die Vollgeldreform das Geld zu einem Ding macht? Geld ist auch nach einer Vollgeldreform juristisch ein Schuldschein mit allen sich daraus ergebenden juristischen Konsequenzen. Er hat jetzt aber eine gesetzliche Grundlage — im Gegensatz zum Giralgeld — und die Erzeugung und Vernichtung der Schuldscheine mit der Bezeichnung „gesetzliches Zahlungsmittel“ liegt in öffentlicher Hand.

        Mit der Definition von Götz Werner gehe ich voll konform. Nur zum Thema „Wertaufbewahrung“ mache ich die Anmerkung, dass „Wert“ nur ein Synonym für „Preis“ ist und es prinzipiell keine Wertaufbewahrung geben KANN. Das ist eine contradictio in adjecto. Wert kommt von „bewerten“ und „bewerten“ bedeutet in der Ökonomie „bepreisen“.

        Theoretisch ist es natürlich egal, wer Kreditgeld schöpft. Praktisch kann man aber Schuldscheine in die Welt setzen, ohne etwas geleistet zu haben. Genau das machen die Banken: Sie erzeugen Giralgeld, das sie den Bürgern gegenüber als äquivalent zum Bargeld ausgeben, das aber nur ein Zahlungsversprechen ist, das die Banken nicht halten können. Ähnliches passiert bei der Wechselreiterei. Es bedarf also eines Kontrollmechanismus. Und der sollte — wie jeder Kontrollmechanismus — in öffentlicher Hand liegen.

        Es gibt zur Zeit zu viele Anhänger des Vollgelds, die die Sache nicht oder nicht vollständig verstanden haben und der Bewegung nur schaden.

        1. >>Genau das machen die Banken: Sie erzeugen Giralgeld, das sie den Bürgern gegenüber als äquivalent zum Bargeld ausgeben, das aber nur ein Zahlungsversprechen ist, das die Banken nicht halten können.

          Sie haben es eben nicht verstanden, was herr Werner da geschrieben hat, das eigentlich Geforderte ist realwirtschaftliche Gegenleistung und nicht irgendein „richtiges Geld“(ding).

          Die Banken verbürgen sich nach Prüfung für ein realwirtschaftliches Leistungsversprechen eines Kreditnehmers. Wenn dies nach ordentlichen Regeln läuft, ist alles ganz perfekt. Man kann und muss über diese Besicherungs-Regeln reden, aber eben nicht irgendwelchen Schöpfungsnebel erzeugen. Geldschöpfung ist ein anders Wort für Bankkreditvergabe. Der eigentliche „Schöpfer“ von Geldvermögen ist aber der Kreditnehmer. Der ist weder „Luft“ noch „ein Nichts“ und erst recht nicht seine Pfänder.

          Die „Geldsystemdiskussionen“ sind deshalb so unendlich, weil sich neben der Verwendung zweideutiger Begrife wie Geld, Sparen und Investieren auch regelmäßig in die Zahlungsmittelebene abgeglitten wird. Alle unsere aktuellen Probleme liegen aber im Bereich der Geldvermögen =Kaufsalden = reale Leistungssalden. Wer da über Zahlungsmittel diskutiert, kann auch genauso sinnstiftend über das Wetter reden.

          1. „Das eigentlich Geforderte ist realwirtschaftliche Gegenleistung und nicht irgendein “richtiges Geld”(ding).“

            Das eigentlich geforderte ist kein „Geld-Ding“, sondern ein „Real-Ding“?

            Ich verstehe schon, was Du meinst: das, was Flaßbeck meint, wenn er sagt, „letztlich können Schulden nur mit Gütern bezahlt werden“. Was er damit eigentlich meint, ist wechselseitige Aufrechnung von Forderungen (Clearing). Ich kaufe dir auf Lieferantenkredit Erdbeermarmelade für 10 E ab, Du hast also eine Forderung über 10 E an mich. Anschließend kaufst Du bei mir Kaugummis für 10€, ebenfalls auf Lieferantenkredit. Aus diesem Kauf habe ich eine Forderung von 10 € an dich. Diese beiden Forderungen verrechnen wir jetzt und sind quitt. Flaßbeck unterschlägt das und sagt im Prinzip: Du hast ’ne Forderung an mich über 10 €, die ich Dir „in Kaugummi bezahlt“ habe. Was begrifflich falsch ist, da Kaugummi kein Geld (allgemein akzeptiertes Tausch-, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel ist). Was für die Zahlung relevant war, waren auch nicht die Kaugummis, sondern ihr Vermögenswert in Höhe von 10 €.

            Man könnte bestenfalls noch sagen: das Geforderte ist abstraktes VERMÖGEN, das halt in unterschiedlichen Formen kommen kann: als Nominalforderung, oder ersatzweise auch als Eigentumsrecht an materiellen Dingen (wie einem Grundstück oder Goldmünzen) oder an immateriellen Ideen (wie Markenrechten, Patenten etc.).

            Wo der Herr Gamm so schön „die Juristen“ ins Feld führt, zitiere ich doch glatt mal einen:

            „Wer eine bestimmte Summe Geldes schuldet, hat dem Gläubiger die Verfügungsmöglichkeit über den durch den Nennbetrag der Schuld ausgedrückten UNKÖRPERLICHEN VERMÖGENSWERT zu verschaffen.“ (mein Lieblingsjurist Karl Larenz: Lehrbuch des Schuldrechts, München 1987, S. 167)

            Letztlich aber kann ich mit Kaugummis nicht zahlen – es sei denn, mein Gläubiger will zufällig welche zum Nennbetrag meiner Verbindlichkeit ihm gegenüber bei mir kaufen.

        2. > Wie kommen Sie auf die Idee, dass die Vollgeldreform das Geld zu einem Ding macht?

          Huber auf vollgeld.de:
          „Aber Vollgeld ist tatsächlich vorhanden, bestandsicher und befindet sich im Besitz der Kunden. Giralgeld dagegen befindet sich nicht im Besitz der Kunden, sondern stellt nur ein Versprechen der Banken dar …“

          Also „Besitz“. Das sagt schon genug.

          Nehmen Sie doch auch die Kritikt von Menendez zur Kenntnis:
          > Die Vollgeld-Phantasie ist nur dazu geeignet Verwirrung zu stiften, sonst nichts.

          In: Vollgeldspielereien – https://soffisticated.wordpress.com/2012/10/31/vollgeldspielereien/

          1. Vollgeld ist nicht gleich Huber. Die Natur des Geldes wird idealtypisch erfasst durch „What is money?“ von Alfred Mitchell-Innes. Es gibt zur Zeit keine sachgerechte Darstellung der Thematik aus „einem Mund“. Ich empfehle deshalb eine Synthese von Hubers Buch „Monetäre Modernisierung“ mit dem Buch „Geld und Schuld“ von Raimund Dietz. Dietz ist übrigends auch Mitglied im Verein Monetative. Aus meiner Sicht lassen sich die auf den ersten Blick konträren Sichtweisen ganz einfach harmonisieren. Dietz verweist darauf, dass Geld ein Schuldschein ist, mit den von mir hinreichlich beschriebenen Konsequenzen. Huber verweist darauf, dass die Erzeugung und der „Handel“ mit diesen Schuldscheinen einer öffentlichen Kontrolle bedarf. Beides ist — für sich betrachtet — selbstverständlich. Es geht nun darum, diese beiden Aspekte nicht gegeneinander auszuspielen, sondern zu synthetisieren. Der Tenor ist allerdings klar: Geld ist ein Schuldschein und kein „Ding“. Allerdings kann man mit Schuldscheinen genauso handeln wie mit „Dingen“. Im Sinne des Handelns ist Geld in der Tat ein „Ware“, nicht aber im Sinne des Besitzens. Wer diesen Unterschied begreift, hat die Natur des Geldes verstanden.

            1. Genauer: Giralgeld ist ein Zahlungsversprechen der Bank und geht mit dieser unter. Auf diesen Sachverhalt bezieht sich Huber. Damit das vermieden wird, muss sich das Geld auf Bankkonten im Besitz der Kunden und nicht im Besitz der Bank befinden. Mehr ist mit diesem „Besitz“ nicht gemeint. Auch ein Schuldschein — Geld — hat selbstverständlich einen Besitzer und die Besitzverhältnisse entscheiden darüber, was im Falle einer Insolvenz der Bank mit dem Geld passiert. „Bestandssicher“ meint hier: sicher vor einer Insolvenz der Bank. Wer die Ausführungen von Huber sorgfältig liest, merkt das auch. Mit der Frage, wie lange aus dem Schuldschein ein Anspruch abgeleitet werden kann, hat das nichts zu tun. Das ist eine ganz andere Frage, die von Huber — wie von fast allen anderen auch — gar nicht thematisiert wird.

      2. Dies hat Götz Werner wunderbar formuliert – nun sollte man aber eben auch von BUCHEN und nicht von SCHÖPFEN sprechen, um jeden irreführenden Dingbezug zu vermeiden. Und es ist eben auch nicht egal, nach welchen Regeln gebucht wird.

        Um die ganze Sache zu verstehen, muss man sie vom Zeitbedarf arbeitsteiligen Wirtschaftens her denken -also zuerst die zeitlose Tauschvorstellung beerdigen.

        Der Zeitbedarf des Wirtschaftens bedingt den Kaufvorsprung – das negative Leistungssaldo der Vorfinanzierer des Wirtschaftens. Banken müssen organisieren, dass diese negativen Leistungssalden später wieder ausgeglichen werden. Würde dies eine Behörde machen, bekäme keiner Kredit, würde ja nur Ärger für die Kreditbeamten bedeuten. Aber der Staat muss Regeln aufstellen, damit nicht die kurzfristigen Gewinnaussichten der Banken zu langfristigen Verlusten führen.

        Für Vorstellung eines Geld-Dinges, was in irgendeinen Umlauf ist, oder in bestimmten Mengen in irgendeinen Umlauf gebracht wird, ist eine einzige Fehlbebilderung des Abrechnungssystems, was herr Werner so schön beschrieben hat.

    3. > Es ist deshalb festzustellen, dass die Begründung des BVerG nur für das Sachvermögen gelten kann, keinesfalls aber für das Geldvermögen. Eine Besteuerung von Geldvermögen stellt deshalb aus meiner Sicht keinen unzulässigen Eingriff in das Eigentum dar.

      Danke für diese Zeilen, denn es ist enorm wichtig, Wege aufzuzeichnen, wie etwas verfassungskonform gestaltet werden kann. Und eine reine GELDvermögensbesteuerung wäre an sich sehr effektiv. Nachteil (gegenüber Sachvermögen): Kapitalfluchtgefahr.

      Lautenbach hatte zu seiner Zeit bereits Gedanken dazu angestellt (in Zins, Kredit und Produktion, Hrsg. W. Stützel), und gesagt, dass eine Geldvermögensbesteuerung aber auch einen richtigen Inflationsrausch verursachen könnte. Wir wollen ja Inflation, aber keinen Rausch. In sofern wäre eine einmalige Geldvermögensabgabe erst mal sinnvoller.

  4. Gerade habe ich etwa das erste 2/3 der aktuellen – hochinteressante – Diskussion zwischen Gemm und dem Blogbetreiber gelesen.

    Kern der Unterschiede liegt wohl in der Bewertung der Geldschöpfung der Geschäftsbanken. Wohl auch in der Ansatzweise der angedachten Maßnahmen. Was Letzteres anbelangt, stehe ich auf Jörgs Seite.

    Der Monetative würde ich sagen: eine Erfindung ist nicht schlecht, weil sie an sich schlecht ist, sondern weil es eine falsche oder meinetwegen perverse Nutzung gibt.
    Angewendet auf die Geldschöpfung (Loans make Deposits, worauf Gemm hinweist, das aber vom Blogbetreiber nicht widersprochen wird) kommt es darauf an, schlechte „Nutzung“ zu unterbinden. Und wie so oft ist das beste Mittel nicht etwa „Verbote“ oder Verbote überflüssig machende Systemänderungen (Monetative!), sondern eine Steuerung über den Preis (Gesell).
    Es muss unattraktiv gemacht werden, hohe Guthaben längere Zeit aus dem Verkehr zu ziehen. Ich finde Gemms Überlegungen dazu am Anfang der Diskussion, nämlich die juristischen, sehr hilfreich (und ich muss sagen: so habe ich es noch nicht betrachtet – ich mache Moneymind darauf aufmerksam).

    Dazu folgender Abstecher. Vor kurzem bin ich mir erst darüber im Klaren geworden, dass Schulden im Erbfall verweigert werden können (wenn man innerhalb von 6 Wochen reagiert). Ich finde es numehr geradezu unerträglich, dass Guthaben ohne nennenswerte Steuern vererbt werden können, wenn netto Schulden einfach „verloren“ gehen. Mein Problem: die Asymmetrie darin.

    Danke an Gemm für das Wiederaufbaubeispiel in Württemberg bis 1957.
    Ein ingenieur.

    1. Hier liegt ein grundsätzlicher Irrtum vor: Die Monetative strebt KEINE Systemänderung an, sondern die Herstellung genau des Zustandes, der den aktuellen Gesetzen entspricht. Die Giralgeldschöpfung durch die Geschäftsbanken hat keine rechtliche Grundlage und das Giralgeld ist als Zahlungsmittel nur geduldet. Siehe dazu die „FAQ zur Geldschöpfung“ von der Bundesbank: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html . Weitere Erläuterungen dazu in meinem Artikel „Geld – eine Einführung“: http://www.ibega.de/Geld___eine_Einfuehrung.pdf . Die fehlende rechtliche Grundlage für das Giralgeld ist auch der wesentliche Grund dafür, dass eine Abschaffung des Bargelds zur Zeit strikt abzulehnen ist, siehe http://www.ibega.de/Bargeld.pdf . Es geht beim Bargeld nicht primär um die Schattenwirtschaft oder um den „gläsernen Bürger“. Es geht um viel mehr.

      Ziel der Monetative ist es, die Geldschöpfung unter öffentliche Kontrolle zu bringen. Das ist enorm wichtig, da der Kampf um knapper werdende Resourcen über die Kaufkraft und damit über die Geldschöpfung geführt wird. Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe von Leuten in den Zentralbanken, den Grossbanken und beim IWF entscheidet, wer auf dieser Welt Geld bekommt und wer nicht. Diese Leute sind heute „völlig unabhängig“, d.h. sie folgen ihren eigenen Interessen. Deshalb kommt das „Quantitative Easing“ der Zentralbanken auch nur dem „Geldadel“ zugute, während dem kleinen Mann „Gürtel-enger-schnallen“ verordnet wird, siehe Griechenland.

      Geld regiert die Welt. Gleichzeitig ist Geldschöpfung unverzichtbar. Folglich gehört die Geldschöpfung in Bürgerhand und nicht in Draghi-Weidmann-Sonstwer-Hand.

      Technisch wird sich gar nicht so viel ändern. Eine Monetative wird an der Spitze des Geldsystems stehen, wie das Bundesverfassunggericht an der Spitze des Justitzsystems steht. Darunter werden die Landesbanken stehen. Die tatsächliche Geldschöpfung wird nach wie vor bei den Banken erfolgen. Das dabei geschöpfte Geld gehört aber formal der Monetative, ist gesetzliches Zahlungsmittel und wird von einer Insolvenz der Bank nicht berührt. Die Landesbanken kontrollieren und steuern diesen Prozess auf Länderebene, die Monetative auf Bundesebene. Auf allen Ebenen gibt es bestimmte Spielräume, die ohne Rücksprache genutzt, deren Nutzung aber gemeldet und begründet werden muss. Das Ganze bekommt eine ausgesprochen dezentrale Struktur. In der Monetative sitzen die Leute, die den Prozess unter makroökonomischen Gesichtspunkten überwachen. In den Landesbanken treffen makroökonomische und mikroökonomische Aspekte aufeinander. Die Banken folgen nach wie vor ihrem mikroökonomischen Kalkül. Es gilt: Initiative von unten nach oben, Kontrolle von oben nach unten. Das Geldsystem ist strukturell genauso aufzubauen wie die Justiz.

      Das Wichtigste ist aber, dass das Buchgeld endlich eine rechtliche Grundlage bekommt und dass das Geldsystem einer demokratischen Kontrolle unterworfen wird. Sonst hebelt der „Geldadel“ nämlich die Demokratie aus. Griechenland ist da kein Einzelfall.

  5. Bei „Guthabenbremse“ handelt es sich um die „Rückseite“ der Schuldenbremse. Geld ist ein Gutschein oder ein Schuldschein, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet. Zu jedem Gläubiger gehört ein Schuldner, zu jedem Guthaben eine Schuld. Das gerät beim Geld häufig in Vergessenheit, weil der Schuldner nicht namentlich benannt wird. Um das näher zu erläutern, ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte nötig. Kleine Gruppen von Menschen brauchen kein Geld, da sie sich ihre Schulden einfach „merken“ oder mit ganz einfachen Mitteln wie z.B. Strichlisten festhalten. Eine typische Form sind Strichlisten auf Kreidetafeln. Daher kommt das „in der Kreide stehen“. Kaufleute im Mittelalter bezahlten in der Regel mit ihrem guten Namen, später dann mit Handelswechseln. Beim Handelswechsel ist der Bezogene benannt. Es handelt sich also um einen „spezifischen“ Schuldschein. Die ersten Banken waren Wechselbanken, die Wechsel diskontierten. Diese Banken kaufen Handelswechsel gegen die von ihnen ausgegebenen Banknoten auf. Sie verwandelten damit den „spezifischen“ Schuldschein namens „Handelswechsel“ in viele „unspezifische“ Schuldscheine namens „Banknoten“. Gedeckt sind die Banknoten durch die Handelswechsel. Erst später kam die unsinnige Sichtweise auf, die Banknoten wären durch Gold im Keller der Bank gedeckt. Diesen Unsinn haben die verrückten Engländer erfunden. Es wurde dann auch bis 1971 immer wieder behauptet, die Banknoten wären ganz oder teilweise durch Gold gedeckt. Das war IMMER eine Lüge. Wurde es ernst, hat man die Golddeckung IMMER aufgehoben, genauer: Man gab zu, dass sie nicht existierte.

    Geld ist also ein „unspezifischer“ Schuldschein. Es „verbrieft“ eine Forderung, ohne den Schuldner konkret zu benennen. Wer Geld spart, sammelt demnach Schuldscheine. Das ist rational und kann nicht so einfach verboten werden. Nun ist es natürlich unsinnig und schädlich, wenn z.B. die Albrecht-Brüder (Aldi) gigantische Berge an Schuldscheinen sammeln. Das ruft natürlich nach einer progressiven Vermögenssteuer, die man meinetwegen auch „Guthabenbremse“ nennen kann. Damit ist das Problem aber nicht wirklich behoben, denn dadurch wird die Spaltung der Gesellschaft nicht gestoppt. Gäbe es z.B. eine Obergrenze für Vermögen, wären langfristig einige Menschen an der Obergrenze und der Rest bei Null. Ich habe dazu einmal einen Artikel begonnen, der aber Fragment geblieben ist: http://www.ibega.de/grundlagen_vwl.pdf . Alexander von Rüstow, der letzte wahre deutsche Liberale und scharfe Kritiker des Wirtschaftsliberalismus („Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus“, „Die Religion der Marktwirtschaft“), hat nach dem 2.WK eine Erbschaftssteuer von 100% gefordert, d.h. gleiche Ausgangschancen für alle. Bis heute gibt es aber keinen konkreten Entwurf, wie Erhard’s „Wohlstand für alle“ systemisch hergestellt werden soll. Eine „Guthabenbremse“ reicht dazu meines Erachtens nicht aus. Es braucht ein Bündel an Maßnahmen, mit dem die Vermögensverteilung mehr oder weniger automatisch auf „Gauss-Glocke“ bebracht wird.

    1. Würde Ihren Ausführungen weitgehend zustimmen.

      Wobei eben Geld ein unspezifisches Wort ist. Auch eine Forderung aus einem Kaufsaldo ist Geldvermögen und sehr spezifisch. Sie werden mit Geld aber Forderungen gegen banken meinen, dann schreiben sie doch auch einfach Zahlungsmittel (eventuell noch mit Angabe Nutzerkreis Banken/Nichtbanken) statt dem unspezifischen Wort Geld.

      Ex post sind Guthaben und Schulden natürlich immer gleich groß, weshalb man logisch geneigt ist, eine Guthabenbremse mit einer Schuldenbremse gleichzusetzen. Es macht aber einen großen Unterschied, ob man auf die privaten GeldsparPLÄNE einwirken möchte, oder dem Staat im falle von zu großen Einnahmeüberschüssen der Privaten zu Ausgabekürzungen zwingen. Ersteres vermeidet Depression, zweiteres ist der Weg in die Depression und schlussendlich auch Krieg.

      Denn bei einer wirklich durchgezogenen Schuldenbremse fallen halt die Einkommen solange, bis keiner mehr zum Sparen kommt. Zwischendurch ist auch noch das Bankensystem und damit die Ersparnisse platt, was ohne Staatsrettung Mord und Totschlag auslöst.

      Eine Guthabenbremse, welche die Geldsparpläne auf den Kreditbedarf kreditwürdiger und kreditwilliger Privatschuldner begrenzt, ist dagegen ein echtes Friedens – und Wohlstandsprojekt.

      Und natürlich ist eine Guthabenbremse nicht die ganze Reform, sondern nur die Basis. Ansonsten wird ja alle andere Reform immer mit dem Argument erschlagen, es würde Investoren abschrecken. Eine Investitionsautomatik muss deshalb an den Anfang.

      1. Ihre Begriffe sind unklar. Wir haben in einer Volkswirtschaft drei Akteure: die Bürger, die Unternehmen und den Staat. Jeder dieser drei Akteure kann theoretisch Nettovermögen oder Nettoschulden haben, wobei sich die Summe zu Null addiert. Den Begriff „Guthabenbremse“ wenden Sie offensichtlich nur auf die Bürger an, den Begriff „Schuldenbremse“ offensichtlich nur auf den Staat. Sehe ich das richtig? Wenn Sie „What is money?“ von Alfred Mitchell-Innes richtig verstanden haben, müssten Sie eigentlich auch verstanden haben, dass die ex-ante-ex-post-Diskussionen nur Scheingefechte sind.

        In einer gesunden Volkswirtschaft sparen die Bürger, d.h. sie verleihen ihren „Geldüberschuss“ an die Unternehmen. Die Bürger haben Nettovermögen, die Unternehmen Nettoschulden. Der Staat setzt sich aus der Verwaltung und den Staatsunternehmen zusammen. Die Verwaltung sollte neutral sein, während die Staatsunternehmen „schuldentechnisch“ den privaten Unternehmen gleichgestellt sind und ebenfalls Nettoschulden haben. Die Forderung, der Staat solle keine Schulden haben, ist demnach nur dann gerechtfertigt, wenn es keine Staatsunternehmen gibt. Da es „schuldentechnisch“ keinen Unterschied macht, ob ein Unternehmen staatlich oder privat ist, ist es für die weitere Diskussion von Vorteil, die Staatsunternehmen den Unternehmen zuzuschlagen und unter „Staat“ nur die Verwaltung zu verstehen. Also: Die Bürger haben Nettovermögen, die Unternehmen Nettoschulden — nämlich genau das Nettovermögen der Bürger — und die Staatsverwaltung ist bei Netto-Null.

        Was bedeutet jetzt sparen? Es bedeutet, dass der Sparer auf die sofortige Ausübung der ihm aufgrund des Schuldscheins „Geld“ zustehenden Forderung verzichtet. Er kann das Geld nun unters Kopfkissen legen oder verleihen. Bleiben wir zunächst bei Ersterem. In diesem Fall glaubt der Sparer, er könne seine Forderung unbegrenzt lange geltend machen. Das kann er durchaus versuchen, es muss ihm aber klar sein, dass das in die Hose gehen kann. Den Juristen ist das schon immer klar. Für sie geht es um die Frage, ob sich aus der Forderung ein Anspruch ableiten lässt. Ansprüche verjähren aber und können deshalb grundsätzlich nicht beliebig lange geltend gemacht werden. Daran erkennt man einen fundamentalen Denkfehler: Der Schuldschein „Geld“ suggeriert, dass sich aus der Forderung beliebig lange ein Anspruch ableiten lässt. Das ist nicht der Fall. Der Aufbau großer Vermögen über einen längeren Zeitraum — bei den großen „Gelddynastien“ über Jahrhunderte — und deren Umsetzung in Ansprüche ist deshalb eigentlich rechtswidrig. Kein Gesetz dieser Welt mutet einem Schuldner zu, ewig für Begleichung der Schuld bereit zu stehen oder Vorsorge zu treffen. Jede Schuld verjährt. Deshalb ist es so wichtig, das Geld als Schuld zu erkennen. Das ist kein Wortspiel. Das hat weitreichende juristische Konsequenzen.

        Auf den anderen Fall gehe ich jetzt nicht mehr ein, es ist aber auch hier klar, dass die Rückzahlung verliehenen Geldes nicht auf ewige Zeiten eingefordert werden kann. Wir müssen Geld als Schuldschein auffassen und genauso behandeln wie andere Schuldscheine. Gesell’s Schwundgeld ist ja auch nichts anderes als die Begrenzung der „Schulddauer“. Dito Jubeljahre und Erbschaftssteuer.

        Volkswirtschaftlich gilt aber immer: Die Bürger sind die geborenen Nettogläubiger, die Unternehmen die geborenen Nettoschuldner. Die Unternehmen gehören demnach den Bürgern, wodurch das Ganze dann wieder zum Nullsummenspiel wird, was es als geschlossenes System auch sein muss.

        1. da ist zwar auch wieder richtiges – aber der kern der Sache ist viel einfacher:

          Es können die Geldvermögen und damit die Schulden nicht dauerhaft um 8% BIP wachsen, wenn die Wirtschaft nicht um 8% wachsen kann und soll.

          Und ohne Guthabenbremse passiert aber genau dies,
          ca 8% Wachstum der Geldvermögen = Schulden im Jahr. Und wenn die Staaten und Unternehmen WIE HEUTE am Ende der Verschuldungsmöglichkeiten und Verschuldungswilligkeit angekommen sind:

          Depression/Krieg als ungeregelte Guthaben/Schuldenbremse..

          Alternative – eine Guthabenbremse, welche auf die Pläne zur Geldvermögensbildung nicht erst über den Verlust der Einkommen in einer Weltwirtschaftskrise wirkt!

          Im übrigen können eben auch Nichtunternehmer SCHULDLOS in Sachwerten sparen, dies tun sie heute schon und muss einfach ausgebaut werden.

          1. Selbstverständlich kann die Geldmenge stärker wachsen als die Warenmenge. Das geschieht durch die Ausstellung gefälschter Schuldscheine durch private Banken. Man bekommt dann eben weniger für sein Geld. Basta. Wenn sich die Gesellschaft der Illusion hingeben will, durch exzessive Fälschung von Schuldscheinen reicher zu werden, soll sie das tun. Jeder Riester-Rentner glaubt heute, dass hohe Zinsen gut für ihn sind. Die kapitalbasierte private Altersvorsorge ist DER Coup des Jahrhunderts! Der kleine Mann glaubt nun, dass ihm das nützt, was ihn in Wirklichkeit schädigt. Bravo Finanzindustrie! Eine echtes Meisterstück.

            Wir leben in einer Welt mit begrenzten Resourcen, während die Weltbevölkerung nach wie vor exponentiell zunimmt. Die verfügbaren Resourcen pro Kopf fallen demnach zwangsläufig. Der Kampf um diese Resourcen erfolgt in mehreren Stufen. In der ersten Stufe wird er über die relative Kaufkraft, d.h. über die Geldschöpfung, geführt. Es spielt keine Rolle, ob die Kaufkraft des Geldes konstant bleibt oder fällt. Nur die Verteilung der Kaufkraft ist von Interesse. Sind die Verlierer nicht mehr bereit, ihre Ausplünderung hinzunehmen, kommt es zu sozialen Unruhen. Die kann ein Land besänftigen, indem es andere Länder ausplündert. Wird das von den Verlierern nicht mehr akzeptiert, gibt es Krieg. Den Kampf einer zunehmenden Weltbevölkerung um knapper werdende Resourcen können Sie mit einer „Guthabenbremse“ nicht aufhalten. Dazu müssen Sie das Bevölkerungswachstum stoppen.

            Ich bevorzuge diesbezüglich eine Salamitaktik. Zunächst muss die Ausstellung gefälschter Schuldschein durch private Banken aufhören. Deshalb unterstütze ich die Monetative. Geld regiert die Welt. Wer nachhaltige soziale Reformen will, muss zunächst die Geldschöpfung in öffentliche Hand bringen. Dieser erste Schritt müsste eigentlich von allen Sozialreformern angestrebt werden, unabhängig davon, wie sie sich den weiteren Weg vorstellen.

            1. Das „Zuvielgeldsparen“ lässt sich eben nicht allein mit gefälschten Schuldscheinen kompensieren.

              Dazu braucht es echte Kaufüberschüsse, die wir in Deutschland mit Exportüberschüssen realisieren. Dass diese dann mit schlechtem Kredit finanziert werden, ist Teil der Depressionsvermeidung. Die Kritik an diesem schlechten Kredit geht völlig daneben, wenn man nicht die Zwänge kritisiert, die solches Handeln erzeugt. Und an die Wurzel der Probleme gehende Geldsparkritik konnte ich vom Verein Monetative noch gar nicht hören?

              1. Sie haben eine unzutreffende Sichtweise auf das Sparen. Wenn Sie eine Leistung erbringen und dafür keine unmittelbare Gegenleistung, sondern einen Schuldschein („Geld“) annehmen, steht es Ihnen frei, diesen Schuldschein zu behalten oder zur Begleichung Ihrer Schulden weiterzugeben. Es ist ja gerade die Funktion eines Schuldscheins, die Gegenleistung in die Zukunft zu verschieben. Dass das mit Risiken verbunden ist und auch total daneben gehen kann, ist klar. Dass es juristisch nicht ewig gehen kann, ist auch klar.

                Ich nehme mir jetzt also vor, ein Unternehmen ohne Fremdkapital zu gründen. Dazu arbeite ich Tag und Nacht, lebe am Existenzminimum, um möglichst schnell an die z.B. 1 Million Euro zu kommen, die ich einzusetzen gedenke. Ich spare also 1 Million Euro. Ist das nun verboten? Oder hängt es davon ab, was ich mit der Million mache, wenn ich sie habe?

                1. Und Sie haben allerdings einen Blick auf das Sparproblem, der mit aller Anderen identisch ist. Es darf nicht sein!

                  8 % BIP gesamtwirtschaftliches Guthabenwachstum geht nicht dauerhaft. Dies ist trivialeLogik, einfach weil die Schuldner nicht exponential mitwachsen.

                  Und dagegen helfen auch keine einzelwirtscaftlichen Beispiele, z.B. dass ich keinem Unternehmer mehr investieren lassen will. Fakt ist, die deutschen Unternehmen sind gesamtwirtschaftlich seit vielen Jahren Nettosparer. Aber diese Realität wird eben auch verdrängt.

                  Fakt ist auch – verdrängte Probleme führen in die Eskalation. Diese wird auch nicht zu vermeiden sein, leider wächst im Krieg aber auch keine Erkenntnis, nur ein neuer Zyklus. 😦

                  Und zu Ihrem Vorbeitrag – es ist ja zusätzlich so traurig, dass der Kapitalismus natürlich auch das Produktivitätspotential für alle Herausforderungen hat. Auch die Herausforderungen der Ökologie und des Bevölkerungswachstums sind lösbar. Nur leider wird er ungesteuert wieder zur Kriegsmaschine.

                2. Im übrigen stelle ich die prinzipielle Funktion des Geldsystems ja keineswegs in Frage. Geldvermögen ist eben nur in einem begrenztem Umfang als Wertaufbewahrungsmittel verfügbar. Und deshalb muss man die Geldvermögensbildung begrenzen, keineswegs abschaffen.

                  Denn wenn niemand mehr Geldhaltung betreiben will, sind wir sofort in der Hyperinflation. Es geht nur um das gesunde Maß – der begrenzte Kreditbedarf kreditwürdiger und kreditwilliger Schuldner muss die Geldvermögensbildung bestimmen. Nicht die unbegrenzten geldsparpläne der Wirtschafter. Für Deutschland sprechen wir hier über ca. 2,5 Billionen Euro – Geldvermögen gibt es aber schon wesentlich mehr, die schlechten Schulden des Auslandes und des Staates. Deshalb kann jetzt nicht mehr immer weiter drauflos gespart werden. Natürlich könnte der Staat, zinslos über eine Monetative finanziert, die Lücke schließen. Aber dies wären dann eben auch 8% BIP – dafür muss man auch erstmal eine Mehrheit finden. Und als Investor ist er auch eher schwach, siehe Flughafen Berlin, Bahnhof Stuttgart oder Elbphilharmonie Hamburg.

                  1. Die Wertaufbereitung hatten wir schon beerdigt. Genauer: Wir mussten sie nicht beerdigen, weil es sie nicht gibt. Dass Unternehmen keine Nettovermögen haben dürfen, weil das eine volkswirtschaftliche Perversion ist, hatten wir auch schon abgehakt. Ich bin aber Ingenieur, und als Ingenieur interessiere ich mich nicht nur dafür, wie gut eine Maßnahme zu begründen ist, sondern auch dafür, wie es konkret funktionieren soll. Darf ich die Million nun sparen oder nicht?

                    Der Verein Monetative ist keine soziale Reformbewegung. Er verfolgt ein Ziel, das Voraussetzung für jede nachhaltige Reform ist und unter einer Vermischung mit weitergehenden Zielen nur leiden kann. Die Geldschöpfung muss in öffentliche Hand. Damit wird der Finanzdiktatur der Groß- und Zentralbanken sowie ihres Länder-Ausplünderungs-Hedgefonds IWF der Treibstoff entzogen. Dann sehen wir weiter.

                    Den IWF werden wir ganz einfach los. Er muss veröffentlichen, wie die Vermögensverteilung in den Ländern, in denen er tätig war, vor und nach seinem Auftreten war. Das überlebt er nicht. Wenn wir Glück haben, reisst der Aufruhr die ganze Finanzoligarchie mit in den Abgrund.

                    Ich will jetzt aber auf jeden Fall noch wissen, ob ich die Million sparen darf, und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

                    1. Als Ingenieur wissen Sie, man muss die Ursache eines Problems beheben, nicht deren Erscheinungsformen. Und die Instabilität des Geldsystems ist die Instabilität des Kreditsystems. Die guten Schuldner reichen nicht für die Nachfrage der Geldsparer. Wer da nun die schlechten Kredite als Erscheinungsform begrenzen will, aber die Ursache nicht sehen will, kann kein System reparieren. Die Huber-Monetative will die gläubiger – Position noch verbessern. das heute asoziale Geldsparen würde sogar noch gefördert.

                      Wie eine Monetative für die heutigen Herausforderungen des real existierenden Kapitalismus tatsächlich funktionieren sollte, habe ich auf diesem Blog schon 2012 aufgeschrieben.

                      Diese hat eben auch die Funktion einer Geldsparbremse, weil es nie wieder Sparzinsen gibt. Damit wird die Selbstinvestition auch bei niedrigen realwirtschaftlichen Renditen angeregt.

                      Selbstinvestion = Eigenkapitalisierung der Wirtschaft = stabil.

                      Geldsparen = Fremdkapitalsierung der Wirtschaft = immer instabiler

                      So eine Steuerung geht an die Ursache der Probleme. Und ja, selbstverständlich kann man da auch eine Million in Geldhaltunhg sparen. Nur hat dies eben einen negativen Realzins. Deshalb werden dies nur wenige tun.

                      https://guthabenkrise.wordpress.com/2012/01/30/ein-grundlegender-losungsansatz-fur-die-systemkrise-notenbanken-werden-zur-monetative/

                    2. >>Damit wird der Finanzdiktatur der Groß- und Zentralbanken sowie ihres Länder-Ausplünderungs-Hedgefonds IWF der Treibstoff entzogen. Dann sehen wir weiter.

                      Fakten, Fakten statt Projektionen.

                      Die Guthaben/Schuldentreiber sind eben nicht das Bankensystem oder der IWF, sondern die Nichtbanken, siehe Bundesbank-Zahlen

                      https://guthabenkrise.wordpress.com/2015/06/16/die-horterwirtschaft-in-ihrem-lauf-halt-weder-ochs-noch-draghi-auf-bundesbankzahlen-bis-2014/

                    3. „Die guten Schuldner reichen nicht für die Nachfrage der Geldsparer.“

                      Das ist Unsinn. Kredite und Kreditblasen entstehen durch Geldschöpfung, nicht durch Sparen. In Irland wurde die Geldmenge zwischen 2004 und 2008 um 30% pro Jahr erhöht. Das hat nichts mit Sparen zu tun. Siehe auch „FAQ zur Geldschöpfung“ der Bundesbank (Frage 5): https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html . Es gilt „loans create deposits“, nicht umgekehrt. Alternativ von der Bank of England: http://www.bankofengland.co.uk/research/documents/workingpapers/2015/wp529.pdf (Figure 2 auf Seite 47 und Figure 3 auf Seite 48). Zitat: „Saving is a consequence of lending“.

        2. Hallo Eberhard,

          danke für diesen schönen Beitrag. Ich würde Dir dazu gern zwei Fragen stellen.

          Zum einen: Ist es nicht so, daß vertragliche Forderungen immer einen spezifischen Fälligkeitstermin haben, vor dessen Eintreten eine Forderung nicht verjähren kann – sonst wäre sie eben keine, weil der Schuldner ja nur abzuwarten bräuchte, bis seine Verpflichtung von selbst verschwindet. Bei Insolvenz können nicht alle Gläubiger, deren Forderungen fällig sind, bedient werden. Sie müssen also teilweise verzichten, was für sie einen Nettovermögensverlust bedeutet. Das ist ein ganz normales Gläubigerrisiko.

          Wie aber nun ist es beim „Geld“ mit der Fälligkeit? Klammern wir Warengeld (z.B. Goldstandard) mal aus, da es natürlich keine Forderung darstellt und also auch keinen Fälligkeitstermin hat. Schauen wir uns nur Giralguthaben bei Geschäftsbanken und Zentralbanken sowie Zentralbanknoten an. Sind dies Forderungen mit einem bestimmten Fälligkeitstermin?

          Giralguthaben bei Geschäftsbanken ist eine jederzeit fällige Forderung auf Zentralbankgeld (Barauszahlung jederzeit möglich). Die jederzeitige Fälligkeit bedeutet aber natürlich auch, daß der Inhaber des Guthabens beliebig lange warten kann, bis er sich sein Guthaben auszahlen läßt oder es an Dritte überweist. Ähnlich ist es bei Banknoten. Auch diese stellen keine zu einem bestimmten Termin fälligen Forderungen dar und können im Prinzip bis zum St. Nimmerleinstag gehalten werden.

          Mich würde nun interessieren, wo genau ich die Rechtsvorschriften zur Verjährung von Bankguthaben und Banknoten nachlesen kann, von denen sie in ihrem Beitrag gesprochen haben.

          Meine zweite Frage: Du hast geschrieben, in einer „gesunden Volkswirtschaft“, die aus „Bürgern, Unternehmen und Staat“ bestünden, seien „die Bürger Netto-Gläubiger und die Unternehmen Netto-Schuldner“, weiter unten schreibst Du, die Bürger seien die „geborenen Nettogläubiger“ und die Unternehmen die „geborenen Nettoschuldner“. Mal davon abgesehen, daß es in einem System souveräner Nationalstaaten gerade keine geschlossene Staatswirtschaft gibt, man also bei jedem Staat auch die Nettogläubiger- oder Schuldnerposition des Auslands als des „4. Sektors“ berücksichtigen muß:

          Letzteres ist heute ja nicht so (der Unternehmenssektor ist Nettogläubiger), also schon mal nicht „natürlich“ oder gar „angeboren“. Mich würde nun interessieren, warum es „gesund“ sein soll, und wie sich diese „Gesundheit“ herstellen ließe.

          Besten Dank!

          1. Der Einfachheit wegen unterstelle ich, dass es nur einen Staat gibt. Alternativ kann man die Gruppierung global auffassen. Den 4.Sektor sollte es idealerweise auch nicht geben, da Handelsbeziehungen zwischen Staaten grundsätzlich ausgeglichen sein sollten. Wenn das nicht gegeben ist, kracht es früher oder später, siehe 3.Welt oder Griechenland.

            Geld wird heute falsch aufgefasst. Das schlägt sich auch in der Rechtsprechung nieder. Siehe hierzu den separaten Beitrag zur aus meiner Sicht unhaltbaren Ablehnung einer Vermögenssteuer durch das BVerG.

            1. Leider haben sie meine Frage, in welchem Gesetz ich nachlesen kann, wann die durch eine Banknote beurkundete Forderung verjährt, gar nicht beantwortet.

              Sie hatten ja geschrieben:

              „Den Juristen ist das schon immer klar. Für sie geht es um die Frage, ob sich aus der Forderung ein Anspruch ableiten lässt. Ansprüche verjähren aber und können deshalb grundsätzlich nicht beliebig lange geltend gemacht werden.“

              Wenn das „den Juristen schon immer klar“ sein soll, dann sollte es es doch auch irgendwo gesetzlich geregelt und nachlesbar sein. Für den Beleg danke ich im voraus.

              Meine zweite Frage, woher sie ihre Vorstellung einer „gesunden Wirtschaft“ nehmen, haben sie leider auch nicht beantwortet. Sie hatten ja geschrieben:

              „In einer gesunden Volkswirtschaft sparen die Bürger, d.h. sie verleihen ihren “Geldüberschuss” an die Unternehmen. Die Bürger haben Nettovermögen, die Unternehmen Nettoschulden. Der Staat setzt sich aus der Verwaltung und den Staatsunternehmen zusammen.“

              Welche Kriterien für „Gesundheit“ legen sie denn da an? Ist die heutige (deutsche) Wirtschaft diesen Kriterien nach heute „krank“? Die „Bürger“ (ich nehme an, sie meinen den Sektor der privaten Haushalte) „sparen“ heute doch mehr denn je, d.h. sind Nettogläubiger.

              Allerdings sind die dem per buchhalterischen Identitäten gegenüberstehenden Netto-Schuldner – vermittelt über Banken – heute nicht mehr die Unternehmen, da die heute bekanntlich ebenfalls Nettogläubiger sind. Ihre Schuldner sind der deutsche Staat und das Ausland.

              Das ist nun ihrer Definition nach „krank“, und ich wüßte gern, warum; und ich wüßte gern, wie sie diese Krankheit beheben und in den Zustand überführen möchten, den sie für „gesund“ bzw. „natürlich“/“angeboren“ halten. Sie hatten ja geschrieben:

              „Volkswirtschaftlich gilt aber immer: Die Bürger sind die geborenen Nettogläubiger, die Unternehmen die geborenen Nettoschuldner. Die Unternehmen gehören demnach den Bürgern, wodurch das Ganze dann wieder zum Nullsummenspiel wird, was es als geschlossenes System auch sein muss.“

              Bei der Aussage,

              „Die Unternehmen gehören demnach den Bürgern“ geht nun wirklich alles mögliche durcheinander. Erstens sind Forderungen kein Eigentum, sondern Ansprüche auf Schuldnervermögen. Zweitens kann unter den von Ihnen gemachten Annahmen von neutralem Staats- und Ausslandssaldo der Sektor der privaten Haushalte schon deshalb nicht Ansprüche auf das GESAMTE Vermögen des Unternehmenssektors haben, weil der sonst gar kein Eigenkapital mehr hätte und damit insolvent wäre. Auf diesen Fehlschluß kommen sie, weil sie schlicht das Realvermögen der Unternehmen unterschlagen oder vergessen. Das Nettovermögen eines Unternehmens setzt sich ja zusammen aus dem „Realvermögen“ plus dem Netto-Finanzvermögen (Forderungen-Verbindlichkeiten). Ist das Netto-Finanzvermögen negativ, ist also das Unternehmen Nettoschuldner. Solange aber die Netto-Schulden nicht das Realvermögen übersteigen, haben a) die Schuldner eben nicht Anspruch auf das gesamte Unternehmensvermögen, sondern nur auf einen Teil davon, und ist b) das Unternehmen nicht insolven.

              Da ich annehme, daß sie den von Ihnen als „gesund“ bezeichneten Zustand (der in den 50er und 60er Jahren ja in D tatsächlich geherrscht hat) über ein Vollgeldsystem herstellen möchten, würde ich von Ihnen gern wissen, wie es sein kann, daß dieser Zustand in den 50er und 60er Jahren ganz OHNE Vollgeldsystem hergestellt werden konnte.

              Ich hoffe, daß Sie noch einige Antworten nachliefern können, auf die ich mich sehr freue.

              Besten Dank und herzliche Grüße.

    2. Eberhard Gamm 21. Februar 2016 at 23:05 # Bearbeiten
      0 0 Rate This
      “Die guten Schuldner reichen nicht für die Nachfrage der Geldsparer.”

      >>Das ist Unsinn. Kredite und Kreditblasen entstehen durch Geldschöpfung, nicht durch Sparen. In Irland wurde die Geldmenge zwischen 2004 und 2008 um 30% pro Jahr erhöht.

      Die genauen Zusammenhänge kann man nur verstehen, wenn man sich vom nachgelagerten Prozess Zahlungsmittel und seiner Schöpfung löst. Man muss es aber auch verstehen wollen und dass der Sparer das Problem ist, wollen die Sparer und auch die Möchtegernsparer gar nicht verstehen.

      Geldvermögensbildung ist ein Verkaufsüberschuss von Leistungen, der im gleichen Moment ein Kaufüberschuss des rest der Welt ist. Nimmt der Rest der Welt keine Kredite auf, kann er entweder nicht bezahlen oder er kürzt seine Ausgaben und das System rutscht in die Kernschmelze der Deflation, weil dann alle anderen die Einnahmen kürzen Die Vergabe der schlechten Kredite ist der Notbremsstab vor der kernschmelze. Die Guthabenbremse wird kommen, gestern bei Anne Will wurde schon die Hardcore Version diskutiert. Wenn es die Anhänger einer Monetative schaffen, diese als sanfte Guthabenbremse aufzubauen, wäre viel gewonnen. Wir könnten dann das Bargeld behalten. Wenn wir weiter unfähig bleiben, die Notwendigkeit der Guthabenbremse zu sehen und zu diskutieren, kommt diese als sehr schlechte Lösung.

      1. „Saving is a consequence of lending“ (Bank of England, http://www.bankofengland.co.uk/research/documents/workingpapers/2015/wp529.pdf , Seite 48). Geld, das nicht durch Geldschöpfung erzeugt wird, kann auch nicht gespart werden. Geld ist ein Schuldschein. Das Geldsystem ist ein Schuldgeldsystem. Die einzige Möglichkeit, das Sparen zu begrenzen, besteht darin, die exzessive Geldschöpfung durch Kreditvergabe zu beenden. Sie können das Sparen nur dadurch begrenzen, dass Sie den Sparern ihr „Sparmittel“ entziehen. Und dieses „Sparmittel“ entsteht in einem Schuldgeldsystem durch Kreditvergabe.

        Ihre Problemanalyse ist im Kern richtig und stimmt auch mit meiner Problemanalyse durchaus überein. Sie müssen nur noch genauer der Frage nachgehen, woher die Sparer ihre exzessiven „Sparmittel“ eigentlich haben. Es sind „gefälschte“, durch Kreditvergabe der Banken entstandene Schuldscheine. Genau das will die Monetative unterbinden.

        1. >>Die einzige Möglichkeit, das Sparen zu begrenzen, besteht darin, die exzessive Geldschöpfung durch Kreditvergabe zu beenden.

          Dann sind wir im Krieg – in jeder Beziehung. Unter anderem gehen in der so ausgelösten Depression die Banken und damit die Sparguthaben eigentlich pleite, werden aber vom Staat gerettet – Privatschulden werden auf Staatsschulden umgebucht. Siehe 2008 –

          Wenn die Sparer bereit wären, ihre Guthaben bei banken und Versicherungen abzuschreiben, könnte man diese Depression gern so machen, ist ja auch sehr ökologisch wenn das BIP wie zwischen 1929 -1932 um 40% fällt. Machen Sie doch mal eine Umfrage, ob dies jemand will oder man da wieder wie 1933 wählt.

          1. Sie müssen nur dafür sorgen, dass die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gewährleistet bleibt, dann gibt es auch keine Rezession bzw. Depression. Die heutige Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass die EZB zwar Unmengen an Reserven ins Bankensystem pumpt, die Banken aber trotzdem keine Kredite an KMUs vergeben, sondern nur an Finanzspekulanten, die durch ihre Käufe die Preise für Vermögenswerte (Aktien, Immobilien, etc.) in die Höhe treiben und damit den „Sparern“ eine Rendite vorgaukeln, die natürlich nicht real ist. Die Ursache dafür liegt darin, dass die Vergabe von Immobilienkrediten für die Banken ein weitgehend standardisierter Prozess ohne nennenswerte „Prozesskosten“ ist. Dagegen ist die Vergabe von Krediten an KMUs für die Banken ein mühsames Geschäft.

            Wie man es richtig macht, konnte man nach dem 2.WK in der französischen Besatzungszone — vor allem in Baden und Württemberg — sehen. Hier wurde bis 1957 intensiv mit Direktkrediten der Landeszentralbanken an KMUs gearbeitet. Das hat Baden und Württemberg einen Entwicklungsvorteil beschert, dessen Wirkungen bis heute anhalten. Der bis heute starke Mittelstand im „Ländle“ ist eine direkte Folge dieser Kreditvergabepolitik. Mit dem Bundesbankgesetz von 1957 wurde diese Praxis abgeschafft.

            Auch heute muss das Ziel lauten, die Kreditvergabe für Finanztransaktionen zu stoppen und statt dessen die Kreditvergabe an KMUs anzukurbeln. Damit wird den Spekulanten und „Sparern“ der Treibstoff entzogen, ohne dass die mittelständische Wirtschaft leidet.

            Sie haben natürlich Recht, wenn Sie fordern, dass die großen Vermögen „vernichtet“ werden müssen. Dazu brauchen wir aber einen Weg, der die „Spargroschen“ des kleinen Mannes verschont. Für mich ist der Weg klar: Im ersten Schritt müssen die Guthaben in gesetztliches Zahlungsmittel umgewandelt werden, damit die „Spargroschen“ der kleinen Leute wirklich sicher sind. Davon profitieren zunächst natürlich auch die „Großsparer“. Deren Vermögen ist dann aber über eine Vermögenssteuer zu dezimieren.

            Bis heute sind alle „Vermögenskorrekturen“ so verlaufen, dass die „Kleinsparer“ ihr Geld verloren haben, während die „Großsparer“ mit einem blauen Auge davongekommen sind. Ihre „Guthabenbremse“ ist natürlich formal richtig, Sie müssen aber einen konkreten Weg aufzeigen, wie die Guthaben der „Großsparer“ abgebaut werden können, ohne dass die berühmte „Oma“ ihren „Spargroschen“ verliert. Dazu kann ich bei Ihnen keine konkreten Ansätze erkennen. Wenn Sie den Weg nicht ganz genau vorgeben und nicht für eine unzweifelhafte Absicherung der „Kleinsparer“ sorgen, besteht die große Gefahr, dass man Ihrer Forderung zwar zustimmt — das tut ich ja auch —, dass dann aber bei der Umsetzung wieder das passiert, was schon immer passiert ist: Die „Spargroschen“ der kleinen Leute sind weg.

            1. Das Grundproblem liegt darin, dass Geld auf Bankkonten kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, sondern nur ein Zahlungsversprechen der Bank. Damit befinden sich die Bankkunden in Geiselhaft. Baut die Bank, bei der Sie ihr Geld haben, „Bockmist“ und hätte es eigentlich verdient, zugrunde zu gehen, kommen Sie in die unangenehme Lage, die Bank retten zu müssen, damit Ihr Geld gerettet wird. Wenn das Geld auf den Bankkonten dagegen gesetzliches Zahlungsmittel ist, befindet es sich nicht mehr im Eigentum der Bank, sondern im Eigentum des Kontoinhabers. Es wird dann von einer Insolvenz der Bank nicht mehr bedroht. Der Bankkunde muss sich dann zwar eine neue Bank suchen, verliert aber keinen Cent. Damit ist die Geiselhaft durch die Banken beendet. Man kann dann dem Crash der eigenen Bank genüsslich zusehen, ohne Angst um sein Geld haben zu müssen. DAS IST DAS HAUPTANLIEGEN DER MONETATIVE. Siehe auch: http://www.ibega.de/Bargeld.pdf

            2. 1. Das Problem ist, dass gerade der Mittelstand schlecht in Geld spart – und die Superreichen besser in Sachwerten. Es ist also genau umgekehrt, erst muss man Rahmenbedingungen schaffen, die aus geldsparern Selbst-Investoren machen, eh man den Super-Investoren mit einer Vermögenssteuer in die Tasche fasst. Ansonsten kommt das Totschlagargument jeder Umverteilung, dass diese Investitionen und Arbeitsplätze gefährdet.

              2. Sind Sie es doch, der fahrlässig eine Kernschmelze des Systems propagiert, in dem man zuerst gegen den schlechten Kredit vorgehen soll, das schlechte Sparen aber nicht unter Sanktion soll. Dann werden die Banken und damit die Sparguthaben hops gehen. Weiterhin die Einkommen der kleinen Leute.

              3.Der deutsche Mittelstand wird diese Lücke heute nicht schließen, ist selbst Nettosparer. Der schlechte Kredit sind unsere Exportüberschüsse mit ca. 250 Mrd.€. Allein diese Dimension sollte einiges klären, wenn man nicht dem Wunschdenken verfällt.

              4. Wir haben heute vor dem Krieg eine ganz andere Situation als nach dem Krieg. Bei hoher Nettoinvestition nach dem Krieg müssen die Nichtunternehmer sparen – da war dies gut. Wir bekommen aber ohne Krieg keine hohen Nettoinvestionen mehr hin.
              http://www.kapitalismus-verstehen.de

                  1. Also, ich mache jetzt einmal einen Vorschlag zur gütlichen Einigung. Das ist auch dringend notwendig, denn die „Großsparer“ lachen sich natürlich einen Ast, wenn sich ihre Gegner gegenseitig ein Bein stellen.

                    Ihre Analyse, dass die großen Guthaben ein Problem sind, ist uneingeschränkt richtig. Nichts liegt mir ferner, als diese Einsicht zu bezweifeln. Ich bin sogar der Meinung, dass diese Guthaben aus juristischer Sicht rechtswidrig sind, wie ich durch die Klärung der Begriffe „Forderung“ und „Anspruch“ klar gemacht zu haben hoffe. Wir haben also das gleiche Ziel.

                    Wir haben aber folgende Differenz: Sie schreiben die Macht im Staate den „Großsparern“ zu, die zuviel Geld haben. Ich gehe einen Schritt weiter und frage, wo die „Großsparer“ dieses Geld eigentlich her haben. Diese Frage führt uns zu den „Geldschöpfern“, die den „Treibstoff“ für die „Großsparer“ liefern. Und da landen wir bei einer kleinen Gruppe an Zentralbankern und Großbankern, die „völlig unabhängig“ entscheiden, wer auf dieser Welt Geld bekommt und wer nicht. Zentralbanken sollen völlig unabhängig sein. Das gilt als Ideal. Doch welchen Interessen sind Leute verpflichtet, die völlig unabhängig sind? Die Antwort ist einfach: ihren Eigenen! Wer sind diese Leute, die „völlig unabhängig“ über die Geldversorgung entscheiden? Nehmen wir z.B. Draghi. Er ist ein Goldman-Sachs-Mann. Ein Goldman-Sachs-Mann entscheidet also „völlig unabhängig“ über die Geldpolitik der EU. Das ist ja wohl die Lachnummer des Jahrhunderts!

                    Solange die Geldschöpfung in den Händen einer kleinen Gruppe ist, die entscheidet, wer Geld bekommt und wer nicht, können Sie jegliche Hoffnung auf soziale Gerechtigkeit begraben. Wie sagte schon Rothschild: Man gebe mir die Macht über das Geld, und es ist mir egal, wer die Gesetze macht. Wer soziale Reformen will, muss ZUERST die Herrschaft über die Geldschöpfung erringen. Andernfalls ist er verloren. Ein Blick auf Griechenland genügt, um das zu erkennen.

                    „Geldschöpfung in öffentliche Hand!“ ist der Freiheitsruf, ohne den soziale Reformen nicht möglich sind. Der Verein Monetative formuliert ganz bewusst keine über dieses Etappenziel hinausgehenden Ziele.

                    „Loans create deposits“. Das ist der Grundsatz des heutigen Geldsystems. Wer die „deposits“ begrenzen will, muss die „loans“ begrenzen. Und zwar genau die „loans“, die zu permanenten „deposits“ werden, und keineswegs die „loans“, die NICHT zu permanenten „deposits“ werden, sondern zirkulieren.

                    1. Sie haben mich gebeten, mal Ihre Antworten zu lesen, wenn ich dies tue, merke ich dass Sie meine Antworten nicht lesen. 🙂

                      Die Neigung über unsere Verhältnisse zu sparen ist ein Mittelstandsproblem – schon weil fast 50% des Problems Millionen Lebensversicherungs-verträge sind. Natürlich gibt es mittlerweile auch industrielle Großsparer. Nur die Banken sind als Guthabensünder eher gering unterwegs und mit der Zahlungsmittelschöpfung der Banken hat die Sache überhaupt nichts direkt zu tun.

                      siehe fakten:
                      https://guthabenkrise.wordpress.com/2015/06/16/die-horterwirtschaft-in-ihrem-lauf-halt-weder-ochs-noch-draghi-auf-bundesbankzahlen-bis-2014/

                      Und die richtig Reichen sind richtig reich, weil sie eben investieren statt Geld zu sparen. Die positiven Geldvermögen sind ja auch nur ein winziger Bruchteil des Sachkapitalstockes, unwichtige Peanuts, die uns aber trotzdem in Krieg führen, wenn diese heute asoziale Sparform nicht gebremst wird. Der kleine Mann verarmt am Geldsparen…Geldvermögen ist gesamtwirtschaftlicher Nullwert. Wer zulässt, dass eine Gesellschaft in einem Nullwert spart, lässt ihre Verelendung zu. Auch ein Vollgeldsystem ist ein gesamtwirtschaftliches Nullwertsystem. Wir brauchen WERTschöpfungssparformen, dies geht nur über gesteuerte Investition in reale Werte.

                    2. „Wir brauchen WERTschöpfungssparformen, dies geht nur über gesteuerte Investition in reale Werte.“

                      Zweiter Teil völlig richtig, erster Teil nicht. Den „Wert“ hatten wir schon zweimal beerdigt. Es gibt ihn nicht. Wert ist ein Synonym für Preis und sonst gar nichts.

                      Ausserdem bestätigen Ihnen die Bundesbank und die Bank of England, dass die Kreditvergabe dem Sparen VORAUS geht und dass bei der Kreditvergabe NIEMALS Spargelder verliehen werden, sondern die Geldmenge erhöht wird. Nur so sind die Kreditblasen mit ihrer in kürzester Zeit explodierenden Kreditmenge möglich.

                      Damit wir weiterkommen, müssen Sie zu diesen beiden Punkten Stellung beziehen.

    3. >>Ausserdem bestätigen Ihnen die Bundesbank und die Bank of England, dass die Kreditvergabe dem Sparen VORAUS geht und dass bei der Kreditvergabe NIEMALS Spargelder verliehen werden, sondern die Geldmenge erhöht wird.

      Natürlich müssen in einer arbeitsteiligen Wirtschaftsform ZUERST die Einkommen vorfinanziert werden, die die Tilgung der Kredite dann in dem Umfang verhindern, wie sie eben nicht wieder bei den Vorfinanzieren Ihrer Einkommen, also den Schuldnern, kaufen.

      Die Vorstellung von „zuerst einzahlen – dann Kredit“ ist also schon von dieser Seite her für eine arbeitsteilige Wirtschaft gar nicht geeignet. Sie entspringt der universitären Traumwelt einer nur subsistär darstellbaren Tauschwirtschaft, in der Geld und Ware einfach vorhanden sind.

      Wobei es eben auch oft so ist, dass Banken gleichschrittig Forderungen befristen (sog. anlegen), wenn sie Kredite vergeben. Da eine befristung einer Forderung ihr die unmittelbare Zahlungsmitteleigenschaft nimmt, gibt es also gleichzeitig mit der Zahlungsmittelschöpfung auch eine Zahlungsmittelvernichtung. Der Kredit führt dann nicht zu einer Erhöhung der Zahlungsmittelmenge. Nun könnte man diese sicher noch verbindlicher machen, was hohe Sparzinsen für dieses „Anlegen/Befristen/ zeitweilige Demonetisieren“ bedingen würde. da dies die gesamtwirtschaftlichen Probleme aber vergrößert, lohnt keine weitere Reform in diese Richtung. Natürlich würden sich die Guthabensünder dies einzelwirtschaftlich wünschen.

      Nur kann man eben aus einzelwirtschaftlichen Zusammenhängen auch regelmäßig nicht sinnvoll auf das Ganze schließen. Und deshalb ist es völlig falsch, aus der Kreditschöpfung der Zahlungsmittel Kausalitäten für den verschuldungszwang herzuleiten.

      In verkäufermärkten (Sozialismus) ist das Angebot knapp – hier erzwingt der Schuldner den nachfrageverzicht des Sparers. Wir haben früher 15Jahre auf einen PKW gewartet.

      In Käufermärkten (kapitalismus) ist die Nachfrage knapp – hier erzwingt der Sparer die Zzusatzverschuldung der Vorfinanzierer der Einkommen.

      Dies sind keine Vorgänge auf Zahlungsmittelebene, sondern wie schon x-mal geschrieben – es geht um freiwillige und unfreiwillig Käufe. Ich kauf als Unternehmer aus festen Kontrakten jeden Monat Arbeitsleistung. Wenn der Rest der Welt aber Verkaufsüberschüsse macht, mache ich Kuafüberschüsse -also Verschuldung. Sind meine Finanzierungsmöglichkeiten erschöpft, kürze ich meine Ausgaben -versuche Leute zu entlassen oder gehe pleite. dies kann einzelwirtschaftlich nur mich betreffen, als Massenphänomen ist es dann der Mechanismus der Depression. Demnächst in diesem Kino…

      1. Geld ist ein Schuldschein und sein Wert hängt entscheidend davon ab, WIE das Geld in die Welt kommt und wieder verschwindet. Ein Schuldschein kann nicht ewig gelten. Insofern ist es auch völlig richtig, dass Geld mit dem Eingehen eines Schuldverhältnisses „in die Welt kommt“ und durch Auflösung des Schuldverhältnisses „die Welt wieder verlässt“. Ohne Schuldverhältnisse gibt es kein Geld. Deshalb gibt es auch kein „positive money“. Wenn Geld „einfach ‚mal so“ erzeugt wird, ist es natürlich ein Nullwert. Daraus folgt, dass „einfach ‚mal so“ nichts anderes ist als Betrug. Wenn Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie den Artikel von Alfred Mitchell-Innes lesen: http://www.ibega.de/innes___what_is_money.pdf .

        Der Kredit ist in seiner Urform ein Investitionskredit. Die ersten Banken haben Handelswechsel aufgekauft. Banknoten wurden nur gegen Handelswechsel seriöser Kaufleute ausgegeben. Das ist die eigentliche Aufgabe der Banken. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die berühmte Definition der Aufgabe einer Notenbank durch Hjalmar Schacht. Schacht ist meines Wissens nach der letzte Zentralbanker, der die eigentliche Bestimmung einer Bank nach außen korrekt und nachdrücklich vertreten hat. Und er hat es praktiziert! Das Dumme daran ist nur, dass er es von 1933 bis 1938 praktiziert hat und der gigantische, inflationsfreie Aufschwung einem verbrecherischen Regime zu Gute gekommen ist. Die Reichsbank hat von 1933 bis 1938 Geld nur gegen die sogenannten „MEFO-Wechsel“ herausgegeben, denen konkrete Produktion zugrunde lag. Die Aktiven der Reichsbank bestanden ausschließlich aus diesen MEFO-Wechseln. Es gab auf der Aktivseite der Bilanz weder Forderungen an den Staat noch Gold. Wenn Geld so erzeugt wird, ist es kein Nullwert, sondern ein durch die Produktion gedeckter Schuldschein, den man meinetwegen auch Gutschein nennen kann.

        Entscheidend ist also, auf welcher Grundlage Geld erzeugt wird. In diesem Zusammenhang ist auch unmissverständlich klarzustellen, dass es der Monetative nur darum geht, den Prozess der Gelderzeugung in öffentliche Hand zu bekommen. Auf welcher Grundlage der Prozess erfolgen soll, ist auch innerhalb der Monetative Gegenstand der Diskussion. Es gibt natürlich noch Leute, die glauben, das Vollgeld wäre eine prima Lizenz zur Staatsfinanzierung per „einfach ‚mal so“. Das ist natürlich Unsinn.

        Ferner gibt es keinen Wert und deshalb auch kein Wertaufbewahrungsmittel. Es gibt deshalb auch nur ein funktionierendes Rentensystem: das Umlagesystem. Alles andere ist pervers.

        Ich bin gespannt auf Ihre Meinung zu Mitchell-Innes.

        1. >>Ich bin gespannt auf Ihre Meinung zu Mitchell-Innes.

          Ich hatte fast nur Russisch in der Schule. Ein Buch, dass die Frage stellt was GELD ist, ist von vornherein aber sinnlos. Weil man mit unklaren Begriffen wie Geld nur seine Zeit vertut.

          Ich schreibe hier die ganze Zeit zu realwirtschaftlichen Kaufsalden (Geldvermögen) und Sie texten zu Zahlungsmitteln. Scheinbar treiben Sie die Nichtbanken-Zahlungsmittel um, da ja Geschäftsbanken nur diese beim Kredit erzeugen können. Die ganze hubersche Monetative-Idee lebt von unklaren Wieselwörtern wie Geld, Geldschöpfung in staatliche Hand usw. das dies Kreditvergabe komplett in staatlicher Hand bedeutet,wird nur deshalb nicht klar, weil eben mit unklaren Begriffen und Geldding Vorstellungen gearbeitet wird.

          Lesen Sie lieber mal Stützels Volkswirtschaftliche Saldenmechanik – der schreibt deutsch. u.a. können Sie da lesen, was der einzige Preisanker im System ist – die Verträge der Realwirtschaft, insbesondere natürlich die Arbeitsverträge. Nicht wie irgendwelche Gelddinge in die Welt kommen.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Saldenmechanik

          Wenn Sie Fragen zur Saldenmechanik haben, helfe ich Ihnen gern weiter, für weitere Piruetten in aktuell unwichtigen Zahlungsmittelfragen fehlt mir aber die Zeit und Lust. Wir haben die Probleme nun mal bei den Kaufsalden bzw. den Plänen dafür.

          1. Ich kenne Stützels Saldenmechanik. Bezahlt wird nun aber einmal mit Geld, das den intertemporären Charakter der Vorgänge betont — aus rein saldentechnischer Sicht bräuchte man ja gar kein Geld, sondern nur einen Verrechnungsmechanismus. Bei Stützel gibt es gar kein Geld im eigentlichen Sinne. Dabei belasse ich es jetzt aber.

            1. Bezahlt wird mit Zahlungsmitteln, beim BEZAHLEN oder Kreditaufnahme/ Zahlungsmittelschöpfung/ Kredittilgung/ Zahlungsmittelvernichtung oder Demonetisierung von täglich fälligen Forderungen durch Befristung ändern sich aber im Gegensatz zum KAUFEN keine Geldvermögen. Wenn man den Nutzerkreis dieser übertragbaren Forderungen nun noch benennt, wird es einfach und klar. Damit kann man es dann tatsächlich belassen, wenn man keine Geld-Religion oder Schuld-Projektion, sondern nüchterne Problemanalyse und Lösung unser Geldvermögensprobleme betreiben will. Mit den gigantischen Geldvermögensproblemen (Kaufsaldenproblemen) haben die Vorgänge um Zahlungsmittel heute maximal indirekt zu tun, z.B. in dem man sich einer Steuerung der Kaufsalden durch eine Steuer auf Nachfrageschulden/Geldguthaben durch Halten von verbrieften Forderungen gegen die Zentralbank entziehen könnte. Weshalb nun ja wegen der kollektiven Unfähigkeit zur zielgerichteten Diskussion unser Geldvermögensprobleme, die Abschaffung des Bargeldes ansteht.

              1. Ich bin viel näher bei Ihnen als sie denken. Überfliegen Sie bitte kurz diesen Text von mir aus dem Jahre 2008: http://www.ibega.de/verschuldung.pdf . Überlegungen dieser Art reichen aber nicht. Ich bin Experte für die Modellierung und Simulation nichtlinearer dynamischer Systeme und überprüfe volkswirtschaftliche Aussagen durch eigene Simulationen. Erhaltungssätze sowie die klare Trennung von Bestands- und Flussgrößen gehören für einen Ingenieur zum Alltagshandwerk. Will man das „Zeug“ wirklich programmieren, stolpert man natürlich sofort über die Lücken in der Theorie. Die Dynamik, die das reale Wirtschaftsgeschehen prägt, ist mit den heute zur Verfügung stehenden Modellen nicht beschreibbar. Das ist Fakt. Die Probleme sind vielfältig. So ist z.B auch die bisher von mir favorisierte Konsumtheorie von James Duesenberry noch nicht ausreichend. Die Dynamik kommt nicht aus dem realwirtschaftlichen Bereich, sondern aus dem Monetären. Das weiß sogar der Volksmund: Geld regiert die Welt. Ich versuche, die Dynamik in Griff zu bekommen, siehe mein Fragment http://www.ibega.de/grundlagen_vwl.pdf .

                Ich habe Stützel vor über 25 Jahren gelesen und habe das Buch gerade nicht zur Hand. Mit dem, was die Wikipedia über die Saldenmechanik schreibt, gehe ich konform. Das reicht aber nicht. Es fehlt ein brauchbares dynamisches Modell für den monetären Bereich. Das liefert auch Stützel nicht. Und Joseph Huber hat es natürlich auch nicht. Haben Sie es?

                1. >>Überfliegen Sie bitte kurz diesen Text von mir aus dem Jahre 2008:

                  getan:

                  „Der Grundsatz „Summe der Vermögen = Summe der Schulden“ gilt unerbittlich.“

                  Korrekt wäre, die Summe aller GELDvermögen ist identisch mit den Schulden. Dieser kleine Unterschied zeigt schon den Weg, wie alle sparen können und auch das Nettovermögen wächst, durch Sachwertsparen statt Geldsparen.

                  >>Es fehlt ein brauchbares dynamisches Modell für den monetären Bereich. Das liefert auch Stützel nicht. Und Joseph Huber hat es natürlich auch nicht. Haben Sie es?

                  Stützel hat dies freilich – er hat ja auch nicht nur die Saldenmechanik geschrieben, in der geht es ja nun mal nicht um die Konjunkturtheorie.

                  Preise kalkulieren Unternehmer anhand ihrer Kontrakte über ihre Kosten und üblicher eigener Preisbindungen. Der einzige direkte Preisanker sind langfristige Kontrakte.

                  Und die Konjunktur in Käufermärkten wird durch die Pläne für Konsum und Investition determiniert.

                  Nirgendwo gibt es mechanische Verbindungen zum Geldsystem z.B. im Sinne der Quantitätstheorie.

                  Relevant ist aber die Plankongruenz für Kaufsalden (Geldvermögensoperationen). Zwar gilt ex post immer Guthaben = Schulden, aber wenn ich ungeplant verschuldet werde, kürze ich meine Ausgaben in der Folgeperiode. Dies ist etwas ganz anderes, als ob ich geplant auf Kredit Investitionsgüter kaufe.

                  Und zweitens die Gewinnformel von Keynes. Denn ohne Gewinne bzw. diesbzgl. Erwartungen wird kaum mehr investiert.

                  Die Pläne für Geldvermögensbildung sind also zweifach konjunkturrelevant –
                  negativ korreliert – in der Formel von Keynes stecken sie ja auch.

                  https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/02/14/das-vwl-studium-wird-durch-einen-2-tage-kurs-ersetzt-eine-1h-ist-preistheorie/

                  https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/02/13/vwl-studium-wird-kunftig-durch-einen-2-tage-kurs-ersetzt-1h-davon-ist-konjunkturtheorie/

                  1. In meinem Text sind natürlich die Geldvermögen gemeint.

                    Es gibt selbstverständlich keine starre „mechanische“ Verbindung zwischen realwirtschaftlicher und monetärer Sphäre. Trotzdem werden die Konjunkturzyklen durch monetäre Expansion ausgelöst. In Irland nahm die Bruttokreditvergabe vor der Krise über mehrere Jahre um mehr als 30 Prozent pro Jahr zu. Jeder Banker weiß, dass das nicht gut gehen kann. Ein kleiner Blick in die Kreditstatistiken der Zentralbanken offenbart sofort, wo die nächste Blase platzen wird.

                    Die Relevanz der Bruttokreditvergabe für die Realwirtschaft ist bestens empirisch untersucht. Angeregt wurde das durch Schacht, der nach dem 2.WK bis zu seinem Tod als Berater für Zentralbanken tätig war, und durch die Doktorarbeit von Josef Ackermann. Aufbereitet hat das Ganze in jüngster Zeit Richard Werner („Neue Wirtschaftspolitik“). Es gibt dazu inzwischen auch sehr gute Artikel von den Wissenschaftlern des IWF, z.B.:

                    https://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2010/wp10268.pdf

                    https://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2012/wp12202.pdf

                    1. kein Dissens, lasche Kreditvergabe auch an eigentlich nicht kreditwürdige Wirtschafter ermöglicht deren temporäre Kaufüberschüsse, welche wie vorbeschrieben gleich doppelt auf die Konjunktur wirken (Plankongruenz/Gewinnformel). Logisch ist auch ein selbst verstärkender Prozess der Aufwertung der Pfänder und planmäßige Investitionen aus Erwartungen weiterer Wertsteigerungen.

                      Die Frage ist doch, WARUM macht man global solche Wirtschaftspolitik = Verschuldungspolitik und wie man diese Gründe abschafft.
                      Dazu habe ich jetzt hier wieder hinreichend Beiträge geschrieben. Verschuldung muss zur Depressionsvermeidung als Wirtschaftspolitik solange organisiert werden, wie man keine Guthabenbremse hat.

                      Meine Monetative hat übrigens eine Kreditsteuer als wichtigstes Steuerelement. Es muss eben nicht die EINZELWIRTSCHAFTLICHE Kreditvergabe = Zahlungsmittelschöpfung in staatliche Hände sondern deren GESAMTWIRTSCHAFTLICHE Steuerung.

                      Durch Kreditsteuer statt Sparzins wird:

                      1. die Funktion einer Guthabenbremse erreicht.

                      2. eine nationale oder sogar regionale Geldpolitik in Gemeinschaftswährungen möglich.

                      3.tatsächlich mal die Staatsverschuldung rückgeführt.

                      Ich verstehe nicht, warum nicht alle hurra schreien. Ich finde noch nicht mal einen Weg, meine Monetative irgendwie in eine kritische Diskussion zu bringen. Wahrscheinlich bietet sie zu wenig positive Emotionen für mein Hortervolk oder zu wenig Projektionen auf die bösen Banken 😦

                  1. Solche Ansätze gibt es natürlich viele. Auch ich spiele seit nunmehr 30 Jahren mit derartigen Modellen, habe aber bewusst nichts davon veröffentlicht, weil die empirische Fundierung fehlt. Heisst: Es genügt nicht den Anforderungen seriöser Wissenschaft.

                    Jeder hat sein eigenes Modell, mit dem er das zeigen kann, was er zeigen WILL. Das Problem liegt darin, dass es die Ökonomen nicht für nötig halten, einen Konsens herzustellen. Das ist in den Naturwissenschaften ganz anders. Ein A380 fliegt nur, weil man die ursprünglich verschiedenen Ansichten zur Aerodynamik konsolidiert hat. In der Ökonomie ist man davon weit entfernt. Stellen Sie sich einmal vor, es würden mit schöner Regelmäßigkeit Verkehrsflugzeuge abstürzen und nach jedem Absturz gäbe es an der Absturzstelle einen Expertenstreit über Aerodynamik. Absurd, oder? Genau das ist aber in der Ökonomie der Fall. Mit „brauchbaren Modellen“ meine ich deshalb Modelle, die eine solide empirische Grundlage haben, ein Reviewing durch anerkannte Experten durchlaufen haben und den Stempel „state of the art“ tragen.

                    1. Ich habe Ihnen doch hier aufgeschrieben, welche monetären Zusammenhänge wirken. Wollen Sie die Unternehmer-Gewinnformel von Keynes bestreiten? Oder dass Gewinnaussichten großen Einfluss auf die volatilen Investitionsausgaben haben?

                      Wir haben doch kein Theorieproblem – wir haben ein
                      „Geldsparen_darf_nicht_schlecht_sein Problem.

                      VWL ist heute nichts anderes als eine Verschleierungsveranstaltung der Guthabenkrise. Die Huber-Monetative ist eine Spielart davon.

                      Wenn die statistisch belegbare Guthabenkrise sein darf, dann ist alles ganz einfach.

                    2. „Ich habe Ihnen doch hier aufgeschrieben, welche monetären Zusammenhänge wirken. Wollen Sie die Unternehmer-Gewinnformel von Keynes bestreiten? Oder dass Gewinnaussichten großen Einfluss auf die volatilen Investitionsausgaben haben?

                      Wir haben doch kein Theorieproblem – wir haben ein
                      “Geldsparen_darf_nicht_schlecht_sein Problem.

                      VWL ist heute nichts anderes als eine Verschleierungsveranstaltung der Guthabenkrise. Die Huber-Monetative ist eine Spielart davon.“

                      Jetzt hören Sie doch bitte ‚mal auf, mir Dinge zu unterstellen, die ich nicht gesagt habe. Und hören Sie auf, die Baustellen zu vermischen:

                      Baustelle 1:

                      Geld auf Bankkonten braucht eine rechtliche Grundlage, die es heute nicht hat. Es muss zu dem werden, für was alle es halten: gesetzliches Zahlungsmittel. Das ist Programm der Monetative. Mit Huber hat das nichts zu tun.

                      Baustelle 2:

                      Die Geldmenge bedarf der Anpassung, d.h. es muss einen Geldschöpfungs- bzw. Geldvernichtungsprozesse geben. Dieser Prozess gehört in öffentliche Hand. Auch das ist Programm der Monetative. Die Forderung nach einer öffentlichen Geldversorgung wird genauso begründet wie die Forderung nach einer öffentlichen Wasserversorgung. Dazu bedarf es auch keiner „Staatstheorie des Geldes“. Auch diese Baustelle ist deshalb bei genauer Betrachtung keine „Huber-Baustelle“.

                      Baustelle 3:

                      Die rechtswidrige Existenz hoher Guthaben. Ist anerkannt und abgehakt. Die Ablehnung einer Vermögenssteuer durch das BVerG kann nicht aufrecht erhalten werden. Hier anzusetzen gehört nicht zu den Aufgaben der Monetative.

                      Baustelle 4:

                      Die Dynamik im Geldsystem. Das ist eine Aufgabe, die die Beherrschung des entsprechenden Handwerkzeugs voraussetzt. Auch das ist nicht Aufgabe der Monetative.

    4. „Geld ist also ein “unspezifischer” Schuldschein. Es “verbrieft” eine Forderung, ohne den Schuldner konkret zu benennen.“

      Ich bezweifle mal, daß ein Geldschein, auf dem nicht der Schuldner – die ausgebende Bank – benannt wäre, von irgendjemandem akzeptiert würde. Sie können das ja mal ausprobieren.

      Das Spezifische der Banknoten im Vergleich zu sonstigen vertraglichen Forderungen besteht doch nicht darin, daß auf ihnen kein Schuldner benannt wäre (auf jeder Euronote steht „EZB“). Sondern darin, daß die Note eine jederzeit fällige Forderung ohne spezifischen Fälligkeitstermin darstellt und deswegen ebenso ewig gehalten werden können wie einstmals Goldmünzen (Wertaufbewahrungsfunktion).

      Daß wir Formen der Vermögensverteilung brauchen, die der wachsenden Ungleichheit entgegenwirken, sehe ich genauso.

      1. Hier ist die eigentliche Funktion einer Bank im Auge zu behalten. Die Bank ist ein Schuldenhändler. Sie nimmt vorübergehend die Schuld in Form ihrer Banknoten auf sich und deckt diese mit den Schuldscheinen, die sie mit diesen Banknoten gekauft hat, z.B. Handelswechsel. Man muss also zwischen dem unmittelbaren und dem mittelbaren Schuldner unterscheiden. Die Banknote gibt Kaufkraft. Die Waren, die man mit dieser Kaufkraft kaufen können sollte, muss natürlich nicht die Bank liefern. Deshalb sind die Banknoten auch nicht durch ein XYZ im Keller der Bank gedeckt, sondern durch andere Schuldscheine. Die eigentliche Schuld liegt bei den Bezogenen der Handelswechsel. Die sind natürlich auf den Banknoten nicht genannt.

        1. Ok, klar, jetzt verstehe ich besser, wie es gemeint war. Der „eigentliche“ Schuldner ist der Bezogene des Handelswechsels, der ist auf der Banknote nicht vermerkt. Allerdings haftet natürlich die Bank für ihre Noten mit ihrem gesamten Vermögen, das sich nicht lediglich aus denjenigen Forderungen zusammensetzt, gegen deren Ankauf sie Noten emittiert hat. Sie fungiert also als Intermediär, die hier eine Fristen- und Risikotransformation macht und dafür einen Zins berechnet.

          Ja, die Bank ist ein „Schuldenhändler“ – besser, „Forderungshändler“.

          Und warum „gibt… „, ihrer Ansicht nach “ … die Banknote Kaufkraft“, während der Handelswechsel, den sie ankauft, das offensichtlich nicht im selben Maß tut? „Deckung“ halte ich für eine eher irreführende stoffliche Metapher. Es geht ja immer nur um immaterielle Vermögenswerte. Mit der „Deckung“ kann es schnell vorbeisein, wenn die Bank eben Forderungen gegen Schuldner abschreiben muß; und das kann schnell passieren, wenn eben die Aktivseite der Schuldner der Bank zusammenschrumpft, sei es nun weil die Schuldner Sachvermögenswerte abwerten müssen oder selbst Forderungen abschreiben müssen.

          Deswegen habe ich oben auch von „Haftung“ und nicht von „Deckung“ geredet.

  6. Ihr könnt soviele Brötchen und Windkraftanlagen hin und her schieben, wie ihr wollt. Das Papier-Geldsystem (ohne Gold-Deckung) ist ein Schneeballsystem und damit illegal. Der Staat entschuldet sich nun illegal auf Kosten der Bevölkerung. Die Rücksichtlisigkeit, mit der er dies tut, ist erschreckend, aber auch nicht anders als zu Römer-Zeiten oder im Mittelalter. Einzelschicksale interessieren nicht. Das einzige was hilft: Ein jeder sehe zu, dass er Gold, Grundstück, Haus kauft. Denn nichts anderes wird übrigbleiben. Ebenso wie zu Römerzeiten oder wie im Mittelalter. Und wer dann ein Haus und einen Garten hat, wenn es so richtig rummst, der kann dann auch seine Brötchen backen und wird überleben. Alle anderen werden sich gegenseitig totschlagen. Viel Glück euch allen.

  7. Der Bäcker kann seine selbstgebackenen Brötchen nicht sparen. Sparen bedeutet, in Vorleistung zu stehen. Etwas für jemanden getan zu haben, ohne bereits etwas zurückbekommen zu haben. Da die 40 Brötchen offenbar keiner haben wollte, sind sie verschwendet, nicht gespart. Gespart hat er den Gegenwert der 60 Brötchen, bis er sich dafür einen Fernseher kauft.
    Was beim Grundeinkommen oft vergessen wird: Es genügt nicht, was zu tun, es muss auch was sein, daß ein anderer haben will. Einfach mehr Brötchen backen ist kein Mehrwert.

  8. Das Bsp ist falsch: der Bäcker verkauft immer seine Semmeln . Mit dem Erlös aus 60 kauft er Fleisch und Gemüse und den Erlös von 40 investiert er in eine Windkraftanlage. Anders gesagt: Wir haben einen Teil der Ressourcen ,die mit Gebrauchsgüterproduktion ( diese sind recht stabil ausgelastet) und einen weiteren Teil der mit Produktion von Investitionsgüter „beschäftigt “ ist. Letztere sind die Hauptursache der komjunkturschwankungen, also wenn der Bäcker bzw seine Bank oder deren Kreditnehmer eben keine Windräder kaufen.

    Schulym

    1. @Schulym: Gut, sagen wir der Bäcker investiert in der Höhe von 40 in eine Windkraftanlage. In der nächsten Periode verkauft er Semmeln um nur noch 50 – investiert er dann wieder nun in der Höhe von 50 in eine weitere Windkraftanlage? Ja vielleicht, aber nur noch dieses Mal.

      1931 erklärte Lautenbach: „Wenn in dieser Situation Siemens sagte: ich muß mich liquide halten, würde ich zu Herrn KÖTTGEN (Siemens-Vorstandsvorsitzender) sagen:
      Gehen sie ruhig zur Deutschen Bank und nehmen Sie in Höhe von 15 Millionen Kredit. Er tut das und kauft von den Maschinenbauleuten die Ersatzteile,
      die er braucht. Jetzt sind die Maschinenbauleute in der glücklichen Situation, daß sie von Herrn KÖTTGEN die Motoren beziehen.
      In der Bilanz der Deutschen Bank ging folgendes vor: Siemens wurde belastet, die Maschinenbauer wurden erkannt (buchhalterische Bezeichnung für Gutschrift auf dem Konto des Maschinenlieferanten). Diese sagten: Großartig, ich kann von Siemens die Elektromotoren beziehen. Sie tun das und die Bilanzposten sind wieder aus den Büchern der Bank verschwunden. Heute haben Sie die Tatsache, daß alle deutschen Unternehmungen sämtlichen Ersatzbedarf beinahe gestoppt haben.“

      Aus: Knut Borchardt, Hans Otto Schötz (Hrsg.): Wirtschaftspolitik in der Krise. Die (Geheim-)Konferenz der Friedrich List-Gesellschaft im September 1931 über Möglichkeiten und Folgen einer Kreditausweitung. Baden-Baden 1991. S. 231 f .

  9. @anon: Der Bäcker investiert aber nicht, wenn er nur 60 Brötchen verkaufen kann, obwohl er 100 Brötchen backen könnte. Das Sparen, also wenn die Kunden nur 60 Brötchen kaufen, führt dann nur dazu, dass die Einkommen sinken: Die Kunden können sich jetzt auch nur noch 60 Brötchen leisten. Darum ist eine Guthabenbremse sinnvoll, damit die Bürger auch konsumieren oder wenigstens real sparen.

  10. @Jens: Da hat der Bäcker falsch spekuliert. Sparen gibt es – abgesehen vom Bargeld-horten, was kaum ein Mensch macht – nur in Form von Investments. Auch wenn Du auf deinem Konto etwas sparst liegt das Geld nicht bei der Bank im Keller, sondern es wird investiert. Deshalb ist ein Bank-Run auch so heikel, das Geld liegt ja nicht bereit zum abholen. Diese Investments schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen erst Wachstum. Deshalb ist eine Guthabenbremse auch unsinnig.

  11. warum ist sparen eigentlich so gut? wenn ein bäcker 100 brötchen produziert und die kunden nur 60 kaufen bleiben 40 liegen. die kunden sparen jetzt zwar 40 geldeinheiten aber dem bäcker vergammeln doch jetzt die 40 brötchen da seine kundschaft nicht kauft. versteh ich nicht ganz.

Und was denkst Du so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s