Eine neue kopernikanische Wende – diesmal zum gesamtwirtschaftlichen Denken

„So wie ein Blick aus dem Fenster nicht die Kugelform der Erde offenbart, erschließen sich gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge nicht aus der begrenzten einzelwirtschaftlichen Sichthöhe auf den eigenen Haushalt. Solche Zusammenhänge sind heute noch so paradox wie einstmals die tatsächliche Form des Erdballs.“

Gesamtwirtschaftliche Betrachtungen besagen i. d. R. das genaue Gegenteil einzelwirtschaftlicher Betrachtungen. So erhöht z. B. das private Geldsparen einzelwirtschaftlich gedacht das Geldvermögen, gesamtwirtschaftlich gedacht jedoch nur die Verschuldung.

„Dass die Staaten mehr ausgeben als Sie einnehmen, ist logischerweise der einzige Weg, wie die Privaten mehr einnehmen als ausgeben können.“

Dieser einfache Satz aus dem streng logischen gesamtwirtschaftlichen Denken, zeigt schon wie ungewöhnlich dieser gesamtwirtschaftliche Ansatz heute ist. Ohne dieses „Denken mit der Gegenbuchung“ können wir unsere ökonomischen Probleme nicht lösen, es braucht also einen radikalen Wandel von Bildern und Bildung. Wir hatten uns schon jahrelang selbst dazu Gedanken gemacht, bis wir 2010 das fast vergessene Werk Wolfgang Stützels entdeckten.

Seine Aufklärung zu den heutigen „Noch-Paradoxien“ finden sich in der „Volkswirtschaftlichen Saldenmechanik“ und den „Paradoxa der Geld- und Konkurrenzwirtschaft“ – dort leider in sehr wissenschaftlicher Sprache und wohl deshalb ohne große Resonanz. Nun können wir uns aber auf diese wissenschaftlichen Grundlagen berufen. Dies definiert gleichzeitig unsere Arbeit klarer als allgemein verständlichere „Übersetzung“ eines unverstandenen Jahrhundertgenies. Der Schwerpunkt liegt dabei auf seinem Werk „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik“ welches Sie in unserem Shop erwerben können. Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im Wikipedia-Eintrag zur Saldenmechanik, an dem wir mitarbeiten durften.

Dieses Portal wird betrieben von Global Change 2009 e. V., einem gemeinnützigen Vordenker-Verein, der sich der Verbreitung von Denkanstößen für einen globalen gesellschaftlichen Wandel verpflichtet fühlt. Neben der Aufklärung zu den „Noch-Paradoxien“ können wir uns mit etwas Vorsprung im gesamtwirtschaftlichen Denken natürlich auch Lösungsvorschläge nicht verkneifen:

Nicht mehr Staat, sondern richtig …

Ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel sollte nach unserer Vorstellung darin bestehen, bisher unbefriedigend gelöste Probleme aus natürlichen und systemischen Marktstörungen sowie sonstige gesellschaftliche Rationalitätenfallen intelligenter und nachhaltiger anzugehen. Dies bedeutet eben nicht die Einschränkung marktwirtschaftlicher Haftungsprinzipien und des einzelwirtschaftlichen Wettbewerbs, sondern vielmehr die Sanktionierung seiner Störungen durch weitgehend wettbewerbsneutrales staatliches Handeln.

Dabei stellen wir heute vor allem zwei sich im Sinne einer „Komplettsanierung des Kapitalismus“ ergänzende Lösungsansätze zur Diskussion:

1. Eine auf der Saldenmechanik beruhende Monetative als vierte Staatsgewalt, welche die wettbewerbsneutrale Globalsteuerung des binnenwirtschaftlichen und  außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ebenso wie die Vermeidung der Vergesellschaftung privatwirtschaftlicher Verluste organisiert. Die Monetative beendet „schmerzarm“ die Guthabenkrise aus den heute zu großen Geldsparplänen der Privaten und kann via Sachwertaufwertung sogar bisherige Verluste aus der Finanzkrise wieder rückgängig machen.

2. Ein (zum Erhalt der Käufermärkte relativ kleines) Grundeinkommen mit Finanzierung aus der Besteuerung von Marktstörungen, Marktvermachtungen und Externalitäten (insbesondere Naturverbrauch), welches gleichzeitig auch noch das Marktversagen im Arbeitsmarkt (sowohl ohne als auch mit „klassischem“ Sozialsystem) als auch die fehlende ökologische Nachhaltigkeit des alten Kapitalismus behebt.

4 Kommentare zu „Eine neue kopernikanische Wende – diesmal zum gesamtwirtschaftlichen Denken“

  1. »„So wie ein Blick aus dem Fenster nicht die Kugelform der Erde offenbart, erschließen sich gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge nicht aus der begrenzten einzelwirtschaftlichen Sichthöhe auf den eigenen Haushalt. Solche Zusammenhänge sind heute noch so paradox wie einstmals die tatsächliche Form des Erdballs.“«

    Das leuchtet ein.

    Was mir nicht so richtig einleuchtet:

    Jedes einzelne Unternehmen in unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist bei Strafe des Untergangs darauf angewiesen, Jahr für Jahr die Differenz zwischen der Aktivseite seiner Bilanz und der Passivseite zu vergößern.

    Welche Konsequenzen hat das jetzt für die gesamtwirtschaftliche Ebene?

    Wenn sich Forderungen und Verbindlichkeiten auf der gesamtwirtschaftlichen (Welt-) Ebene zu Null addieren, heißt das dann, dass ein Vermögenszuwachs auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene nur im Zuwachs von Sachwerten bestehen kann?

    Wenn das so ist, gibt es da nicht beim Stand der Technik und Produktivität nicht zwangsläufig Probleme mit dem Ressourcenverbrauch?

    Anders herum gefragt: Kann das System stabil bleiben, wenn der Ausstoß an Produkten und Dienstleistungen nicht mehr wächst? Sondern vielleicht sogar schrumpft? Und wie kommen in einer geldbasierten Gesellschaft auch die Menschen an Zahlungsmittel, die für die Produktion von Waren und Dienstleistungen gar nicht mehr benötigt werden?

    Sind so Fragen.

    1. Sorry, hab mich da eben blöd ausgedrückt. Die Aktivseite und die Passivseite einer Bilanz sind natürlich immer gleich groß.

      Was ich sagen wollte: Das Reinvermögen (Eigenkapital) als Differenz zwischen der Summe der „Aktivposten“ und den „Passivposten“ (Verbindlichkeiten (Schulden), Rückstellungen usw.) muss auf Dauer wachsen, sonst droht Insovenz, oder?

      1. Das Weltvermögen ist das Weltsachvermögen, und dies wird bewertet, je niedriger die Zinsen, desto höher. Allein schon daraus kannst Du es gut steuern auch ohne real zu wachsen.

        Und es muss generell nichts wachsen, außer die Schulden für die Geldsparer. Mit einer Guthabenbremse ist auch dieser Wachstumszwang zu stoppen.

        Dass einzige ist, dass Investieren eine Risikoprämie gegen risikolose Geldhaltung erwarten lassen muss. Nur muss diese ja nicht gehortet werden und man könnte z.B. über Erbschaftssteuern auch viel mehr zurückverteilen.

        Nur hätten wir ohne Exportüberschüsse und ohne Guthabenbremse und mit Staatsschuldenbremse gar keine Gewinnerwartungen in Deutschland mehr und es droht deshalb die Großpleite der deflationären Abwärtsspirale.

        Aber wie gesagt, mit Guthabenbremse alles kein Problem…

        http://www.kapitalismus-verstehen.de

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