Saldenmechanik und Guthabenbremse im belgischen Parlament

Guthaben und Schulden bestehen immer nur paarweise. Wenn man eine Schuldenbremse für den Staat einführt und keinen Ersatzschuldner findet, führt die Schuldenbremse automatisch zu einer Guthabenbremse. Das verschweigt jedoch die Politik. Aber die Menschen werden es schon selbst merken. Entweder müssen sie vermehrt ihre Geldguthaben auflösen, um über die Runden zu kommen, oder es geschieht das, was in Zypern passiert ist: die Guthaben der privaten Haushalte werden einfach eingezogen, um den Staat zu retten.

Man freut sich natürlich über solche Worte des grünen Parlamentariers und FB-Freundes Karl Heinz Braun Sparla:

„Guthabenbremse im Parlament. Ehre wem Ehre gebührt. Dank an Jörg, meinem geistigen Vater (in diesem Bereich).“

und der heldenhafte Heiner Flassbeck freut sich natürlich auch….

4 Kommentare zu „Saldenmechanik und Guthabenbremse im belgischen Parlament“

  1. guthabenkrise

    das würde ich eher als version 6.N bezeichnen. Mann kann ja gerne darüber diskutieren ob die Umschichtungen von den Privaten freiwellig (natürlich durch nachhelfen staatlicher Steuerungsfunktion) oder aller Roosevelt durch den Staat oder durch eine Mischform aus beiden geschieht. Jedoch muss erst einmal die Notwendigkeit erkannt werden.

    Du bist mit deiner Version halt mal wieder allen gedanklich weit vorraus 😉

    sadoma

    P.S. Kennst du einen ritter ruby? Der Argumentiert bei wieesaussieht wie du, ich verstehe aber nicht alle seine Referenzen.

  2. danke @sadoma – für den link und den Tipp mit dem Fehllink im Grundlagenbeitrag.

    Ich sehe halt noch Punkt 7 – Geldvermögen in die Sachvermögen treiben – dies drückt das Sachkapital ins Überangebot = Machtschwund und senkt die renditen – aber scheinbar profitieren auch die Vermögenshalter – Dax 30.000 ahoi bei minimalsten Dividentenrenditen.

  3. Die Mögichen Varianten das derzeitige Dilemma zu lösen sind

    1 Austeritätspolitik
    2 Bail-Out-Politik
    3 Wachstum à la Neoliberalismus – durch «Reformen»
    4 Wachstum à la Keynesianismus – durch Deficit-Spending
    5 Ein Schuldenschnitt
    6 Der welteite Abbau von Vermögensbeständen

    Die gesellschaftlichen Schäden (Anzahl der Personen die Kapitalforderungen verlieren) werden von 1 bis 6 immer geringer 😉

    Ulrich Thielemann hat dies in folgendem Artikel sehr gut zusammengefasst:

    http://www.mem-wirtschaftsethik.de/blog/blog-einzelseite/article/schulden-od/

    Der Artikel endet mit folgender Feststellung, die vom Betreiber dieses Portals bereits als Lebensaufgabe umgesetzt wird. Mein Dank dafür.

    „Die Wiedergewinnung von Volkssouveränität kann nur auf international koordiniertem Wege gelingen. Entweder wir bändigen das Kapital – und dazu zählt auch und vor allem die Reduktion seines absurde Ausmaße angenommenen Umfangs – oder wir, jedenfalls die Nicht-Rentiers, die Normalbürger, haben uns seinen Wünschen zu unterwerfen. Wichtigster Eckpunkt dabei ist die Aufklärung der Bürger der demokratischen Rechtsstaaten über die hier nur knapp skizzierten Zusammenhänge – auf dass sie ihre Politiker dazu drängen, die internationalen Verhandlungen endlich aufzunehmen.“

  4. Als hätte Jörg im belgischen Parlament gesprochen:

    „Wenn Geld durch Kredit entsteht, dann hat die entsprechende Schuld ein Fälligkeitsdatum. Das durch den Kredit gleichzeitig entstandene Geld hat jedoch kein Fälligkeitsdatum. Geld ist, mal abgesehen von der schleichenden Entwertung durch Inflation, unbegrenzt haltbar. Diese Haltbarkeit verleitet natürlich zum Horten. Wenn jedoch Geld gehortet wird, kann es ein Schuldner nicht zurückverdienen, um damit seinen Kredit zu tilgen.“

    Wie die von einer Schuldenbremse des Staates ausgelöste Guthabenbremse der Konjunktur funktioniert, wenn die Guthabenbildung nicht durch Steuern oder Inflation und andere Mittel gehemmt wird, hat Keynes beschrieben. Nämlich so:

    „Der Bestand an Kapital und das Niveau der Beschäftigung werden folglich schrumpfen müssen, bis das Gemeinwesen so verarmt ist, daß die Gesamtersparnis Null geworden ist, so daß die positive Ersparnis einiger Einzelner oder Gruppen durch die negative Ersparnis anderer aufgehoben wird. In einer unseren Annahmen entsprechenden Gesellschaft muss das Gleichgewicht somit unter Verhältnissen des laissez-faire eine Lage einnehmen, in der die Beschäftigung niedrig genug und die Lebenshaltung genügend elend ist, um die Ersparnisse auf Null zu bringen.“

    Keynes: Allgemeine Theorie, Berlin 1936/2006, S. 183

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