Warum wir im „reifen“ Kapitalismus ohne eine Guthabenbremse verarmen


steht im 5.Satz der Konjunkturtheorie von Stützel:

„5) Bleiben die Investitionsausgaben konstant und verhalten sich die Konsumenten so, dass sie nach Überschreiten eines bestimmten Einkommens ihre Konsumkäufe gegenüber früher einschränken, nach Unterschreiten dieses bestimmten Einkommens aber Konsumkäufe gegenüber früher ausdehnen, dann wird im Laufe der Zeit dieses „bestimmte Einkommen“ erreicht und auch dann beibehalten werden, wenn bei dieser Gesamtstromstärke das Produktionspotential nicht voll ausgenützt wird.“

auf Deutsch von mir – die Einkommen fallen so lange, bis keiner mehr zum sparen kommt…alternativ, der Staat besteuert die Leute auf diesen Punkt.

https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/02/13/vwl-studium-wird-kunftig-durch-einen-2-tage-kurs-ersetzt-1h-davon-ist-konjunkturtheorie/

6 Kommentare zu „Warum wir im „reifen“ Kapitalismus ohne eine Guthabenbremse verarmen“

  1. ja die S und I Sache sorgt regelmäßig für Verwirrung, Doppeldeutigkeit bildet n.m.e. den Wesenskern unendlicher unbefriedigender VWL – Diskussionen.

    Da ist die Stützelsche Terminologie wohl ein Weg raus.

    Einnahmeüberschüsse(Geldvermögenserhöhung)
    ungleich
    reales Sparen (Kauf von Sachwerten)

    Ausgabeüberschüsse(Geldvermögensabbau)
    ungleich
    reales Investieren (Kauf von Sachwerten)

    reales Sparen und Investieren sind ex ante schon identisch, weil es 2 Worte für die gleiche Sache sind.

    Die konjunkturrelevante Differenz liegt bei den Plänen für Geldvermögensänderungen = Pläne für Kaufsalden(Einnahmeüberschüsse, Ausgabeüberschüsse).

    Eventuell sollten wir uns noch einig werden, S und I nicht mehr zu verwenden. 🙂

  2. Einnahmeüberschüsse reduzieren die Gewinne der Unternehmer, dies bremst regelmäßig Investitionen, was aber bei drohenden Angebotsmangel und bei ausreichender Verschuldbarkeit der Unternehmer durchaus hilfreich ist.

    Dass ist heute nicht mehr gegeben, nur ändert dies nichts an
    S=I – es werden eben dann nur Zwangsinvestitionen in den Lagerbestand mit Folgewirkungen für die Nichtunternehmer in den Folgeperioden.

  3. I>S:
    „Die Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung wird üblicherweise dahingehend orthodox interpretiert, dass aus Einnahmeüberschüssen Ausgabenüberschüsse finanziert werden. Allerdings ist der Zusammenhang im Sinne der Kredittheorie sowie der Saldenmechanik vielmehr in umgekehrt kausalem Zusammenhang zu erkennen: Die Höhe des Ausgabenüberschusses finanziert die Höhe des Einnahmeüberschusses des komplementären Sektors.[7][8][9]

    Aus dem Ausgabenüberschuss des Auslands gewonnene Überschussliquidität kann freilich, um tendenziell abließende Liquidität[11] aus dem Bankensektor des Defizitlandes zu kompensieren, den ausländischen Kreditinstituten (erneut) zu Refinanzierungszwecken zur Verfügung gestellt werden.[12] Gleichwohl gilt hinsichtlich Leistungsbilanz (genauso auf die folgende Wirtschaftsperiode bezogen): Ausgabenüberschüsse finanzieren Einnahmeüberschüsse komplementärer Gruppe(n) in gleicher Höhe.[13]“ (Aus Wiki: VGR#Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung)

  4. Ja Jörg,

    S = I stimmt immer, nur die Schlüsse daraus sind regelmäßig falsch. Also im Sinne das jedes Geld-Sparen zu Investitionen und damit Wohlstandszuwachs führt.

    Durch Geldsparen erzeugte Zwangsinvestitionen in den Lagerbestand führen in der nächsten Periode zu sinkenden Einkommen der Nichtunternehmer

  5. Heiner Flassbeck zitiert Paul Krugman so:

    „…die Verbraucher/Konsumenten sich in einer Situation befinden, in der sie nicht so viel sparen können wie geplant, weil ihr Einkommen sinkt. Natürlich werden diese unbeabsichtigten Ergebnisse zu weiteren Verhaltensänderungen führen, wobei die Firmen die Produktion zurückfahren, und die Konsumenten das Sparen wieder reduzieren, bis schließlich eine Art Gleichgewicht erreicht wird, wo das gewünschte Sparen und das gewünschte Investieren sich entsprechen; dieses neue Gleichgewicht ist aber nicht notwendigerweise eines, bei dem die Investitionen gestiegen sind, die Investitionen könnten auch gefallen sein“.

    Wenn ich mich nicht täusche, ist das die gleiche Aussage wie die von Stützel, oder?

    siehe http://www.flassbeck-economics.de/hat-paul-krugman-recht-oder-hat-er-unrecht-auf-jeden-fall-ist-er-inkonsistent-wenn-es-um-buchhalterische-zusammenhaenge-geht/

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