Leipziger Erklärung – neue Montagsdemonstrationen für Frieden und Freiheit


Leipziger Erklärung

Wir erklären zu den aktuellen Montagsdemos, welche jeden Montag 18 Uhr auf dem Augustusplatz statt finden:

Wir stehen in der Tradition der friedlichen und gewaltfreien Bürgerbewegung von 1989.

Wir sehen uns als freie aufgeklärte Bürger, für die es nicht mehr akzeptabel ist, dass die aktuelle Politik der Wirtschaft und anderen Lobbygruppen dient.

Wir stehen für Frieden auf der ganzen Welt und akzeptieren nur gewaltfreie Handlungen als Mittel der Konfliktlösung.

Wir sind nicht mehr bereit, die vorgegebenen Strukturen weiter zu ertragen, in denen Arbeitssuchender gegen Arbeiter, Rechts gegen Links, Ost gegen West, Handwerker gegen Unternehmer und Inländer gegen Ausländer aufgehetzt wird, um den Zwist im eigenen Volk aufrecht zu erhalten.

Wir sind nicht mehr bereit, von den von uns zwangsfinanzierten Medien überwiegend einseitige Sichtweisen der Weltlage präsentiert zu bekommen, die den Verdacht aufdrängen, nicht über alle Sachverhalte und Hintergründe zu informieren, während gleichzeitig das allgemeine Niveau immer weiter sinkt und die Gehälter der Intendanten ins Unermessliche steigen.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass uns die immer weiter um sich greifende Überwachung und Speicherung von Daten als Verbesserung unserer Sicherheit unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung verkauft wird.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass unsere gewählten Politiker in einem Land, in dem tausende Familien Lebensmittelspenden bei den Tafeln in Empfang nehmen müssen, eine ihrer ersten sinnvollen Amtshandlungen darin sehen, eine
unverhältnismäßige Diätenerhöhung durchzuführen.

Wir sind nicht mehr bereit, das Kriegsgerassel, welches immer wieder unter dem Deckmantel von Menschenrechten geführt wird, jedoch klar wirtschaftlichen Interessen dient, zu akzeptieren. Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass andere Staaten Atomwaffen und militärische Einheiten in unserem Land stationieren, um Deutschland als Basis für Aggressionen gegen andere Nationen zu nutzen. Unsere Flughäfen dürfen keine Umschlagplätze für militärisches Personal und Material sein.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass entgegen dem gesunden
Menschenverstand des Bürgers unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden, deren Folgen für uns und die nachfolgenden Generationen nicht abzusehen sind.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass eine kleine politische Kaste in einem abgeschirmten politischen System in unserem Namen spricht, jedoch nicht in unserem Sinne handelt.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass Entwicklungshilfegelder nicht den bedürftigen Menschen vor Ort dienen, sondern nur wirtschaftlichen Interessen der ersten Welt und damit die sogenannte dritte Welt bewusst in Armut gehalten und nur als Rohstofflieferant und Absatzmarkt betrachtet wird.

Wir sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, wie der wirtschaftliche Lobbyismus ganz offensichtlich in den Politikerstuben in Berlin und Brüssel ein- und ausgeht. Wir stehen für eine Demokratie, die den Namen wieder verdient und direkte Entscheidungen des einzelnen Bürgers zulässt.

Wir stehen für ein Bildungssystem, dass Chancengleichheit herstellt und die Bedürfnisse der Eltern respektiert.

Wir stehen für eine transparente und sparsame Finanzierung der öffentlichen Medien, die nicht dem Duktus von Einschaltquoten und Werbeeinnahmen unterworfen sind.

Wir stehen für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Natur und Umwelt, welcher unsere Lebensgrundlage vor schädlichen industriellen Einflüssen bewahrt und Tiere nichtmehr als Sache, sondern als empfindsame Lebewesen ansieht.

Wir stehen für eine sachgerechte und ethische Gesetzgebung, die nicht durch Lobbyismus gesteuert wird und nicht nur auf die Interessen einzelner globaler Wirtschaftsunternehmen abzielt.

Wir stehen für eine eigenständige und klare deutsche Innen- wie Außenpolitik, die Ihrer Verantwortung gegenüber der Geschichte gerecht wird, sich jedoch nicht als Befehlsempfänger äußerer Interessen ansieht.

Wir stehen für ein faires Steuer- und Geldsystem, welches frei von Zins und Zinseszins ist und den Interessen Aller und nicht Weniger dient.

Wir erklären uns solidarisch mit allen mutigen Bürgern, die heute und in Zukunft in Deutschland für ihre Interessen und die der nachfolgenden Generationen auf die Straße gehen.

Wir erklären uns solidarisch mit allen europäischen Bewegungen, die für die Interessen der Menschen eintreten und sich gegen Zentralismus und gegen das Diktat des Wirtschaftswachstums stellen.

Wir erklären uns solidarisch mit jedem einfachen Menschen auf dieser Welt, der sich aus Ohnmacht und Unterdrückung jedweder Art befreien möchte und dafür öffentlich einsteht.

Die Leipziger Montagsdemo im Jahre 2014!

Wir rufen jeden verantwortungsbewussten Menschen der sich mit dieser Erklärung identifizieren kann auf, alles in seiner Macht stehende zu tun, um unsere Welt gewaltfrei in einen besseren Ort zu verwandeln.

Jeden Tag zu jeder Stunde. Denn der Wandel beginnt bei uns selbst!

2 Kommentare zu „Leipziger Erklärung – neue Montagsdemonstrationen für Frieden und Freiheit“

  1. Sehr geehrter Herr Phil Rae,

    Eine sehr gute Beschreibung des Status quo! Ja, sie haben recht: Man muss Realist sein und doch Visionär! Es hilft nichts sich eine Welt herbeizuträumen, die es nie geben wird. Aber es hilft auch nichts, jeden Veränderungswunsch in Pessimismus zu ersticken. Alles Gute wünsche ich Ihnen!

    Alfred Felsberger

  2. Hallo Jörg,

    dieser Erklärung kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Einerseits denke ich, dass eine Mehrheit von bestimmt 80% der Bevölkerung dieser Erklärung zustimmen würden, andererseits irritiert mich doch immer wieder, dass eine ähnliche große Mehrheit unsere alternativlose Frau Merkel „toll“ findet.
    Diese Menschen auf die Straße zu bringen, und für die o.g. Ziele einzustehen scheint mir mehr und mehr utopisch. Dies wird vielleicht erst dann passieren, wenn das Wirtschaftssystem zusammengebrochen ist, und die Deutschen es am eigenen Leib erfahren, was wir ohne mit der Wimper zu zucken den Griechen zumuten.
    Dann jedoch stehen Millionen von Menschen auf der Straße und rufen und fordern laut…. ähm…. ähm….ja was sollen sie denn nun KONKRET rufen und fordern? Da gibt es neben Jörg Buschbeck zweifellos etliche weitere Visionäre, die tatsächlich richtige Ansätze verfolgen, diese gehen jedoch hoffnungslos unter in der Vielzahl von Spinnern, Esoterikern, Traumtänzern, Rechts- und Linksradikalen, Stammtisch-Experten, etc. Das Problem ist, dass sich die breite Masse nicht mit den Alternativen auseinandersetzt, und Lösungen in einem breit angelegten, demokratischen Prozess ausgearbeitet werden.
    Wenn der große Knall kommt, stehen wir also „nackt“ und unvorbereitet, ohne gemeinsame Vision auf der Straße und sind wiederum darauf angewiesen, irgendwelchen selbsternannten „Führern“ zu folgen, die uns versprechen, jetzt nun endlich alles „richtig“ zu machen. Und die Mehrheit der Bevölkerung wird es wiederum hinnehmen, dass nach der nächsten Währungsreform das selbe miese Spiel, einfach von vorne losgeht.

    Ich denke inzwischen, dass es anders laufen muss: Es müssen jetzt auf regionaler Ebene nach und nach demokratische Konvente einberufen werden, in einer Art und Weise wie sie z.B. Christian Felber in seinem letzten Buch („Geld“) beschreibt.
    Jörg, kennst Du die Veröffentlichungen von Herrn Felber? Mich würde interessieren, was Du davon hältst. Ich selbst bin inzwischen begeisterter Anhänger seiner „Gemeinwohl-Ökonomie“ geworden. Er zeigt ein glaubhaftes, ganzheitliches Konzept für eine bessere Wirtschaftsordnung auf, in dem diverse sinnvolle Komponenten enthalten sind: Vollgeld/Monetative, zinsfreies Geld, Vermögens- und /Einkommensobergrenzen, Bodennutzungsrechte statt Eigentum, Gemeinwohlbilanz, und vieles mehr.
    Wenn er es wirklich schafft, diese Themen in regionalen Geld-/bzw. Wirtschaftskonventen graswurzelartig von unten heran wachsen zu lassen, dann könnte da wirklich was draus werden. Falls Du Herrn Felber noch nicht kennst, hier zwei Links:

    http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/de

    Gib doch, falls Du Lust und Zeit hast, einmal Feedback was Du davon hältst.

    Gruß,
    Phil.

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