Der neue Mauerfall beginnt im Kopf – unser Gott ist eine Null

Tor auf, Tor auf …äh… Kopf auf, Kopf auf, Kopf auf ….

Wir leben heute in einer Gesellschaft, in welcher der Besitz von Geld für den Einzelnen zu besonderer Freiheit und besonderer Sicherheit führt.

Umgekehrt schränken Schulden die Freiheit und die Sicherheit des Einzelnen ein.Guthaben werden deshalb schon fast religiös verehrt – sie sind unser „neuer Gott“ und die Schulden sind „das Böse“.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind Guthaben und Schulden aber die gleiche Sache. Guthaben minus Schulden bleibt immer null. „Gott und Teufel“ sind also die gleiche Person, die sich gesamtwirtschaftlich als Nullwert herausstellt.

„Unser Gott ist eine Null“

Wenn dies in das Bewusstsein dringt, ist es der Startschuss für eine neue friedliche Revolution. Wir können mit einem rationalen Blick auf das Geld unsere Gesellschaftsordnung so verändern, dass die Wirtschaft den nachhaltigen Interessen der Menschen dient. Ansonsten steuern wir wohl in eine ökonomische und ökologische Katastrophe. Auch der Weltfrieden bzw. seine Reste sind in höchster Gefahr.

Kopf auf…Kopf auf…Kopf auf …. Zeit für einen neuen Gott, reale Investitionen in eine neue Welt.

8 Kommentare zu „Der neue Mauerfall beginnt im Kopf – unser Gott ist eine Null“

  1. „Es gibt da ein gesundes Maß – n.m.E. bei max. 100T€ Kopf – darüber geht es nur mit Fehlallokationen, für welche n.mE. eben nicht die Solidargemeinschaft zahlen sollte. “

    das sehe ich auch so. Genauso wie extreme Geldarmut Einzelner zum Problem für die Gemeinschaft wird wird auch extremer Geldreichtumg Einzelner ein Gemeinschaftsproblem.

    Ich würde gerne dabei helfen den neuen „Null-Gott Glauben“ zu verbreiten. Nach jahrelanger passiver Beschäftigung mit dem Thema würde ich mich gerne aktiver beteiligen. Hätten Sie Tips für mich wo ich mich einbrigen könnte? Nur Blogs lesen und Kommentare schreiben ist auf dauer zu wenig 😉

    S. Freichel

  2. Mich wundert, dass ich zwei Vorschläge bei Ihnen nicht finde (oder habe ich sie überlesen?), die leicht umzusetzen und marktkonform wären. Erstens: ein Debt-Equity-Swap auf Bankguthaben im Ausmass von in etwa 5% der Einlagen. Das würde die EK-Quote des Geschäftsbankensektors (auf höchst demokratische Weise!) über Nacht um einige Prozentpunkte heben und solcherart den Weg für eine stabilere Zukunft frei machen. Zweitens: Die steuerliche Bevorzugung des Goldkaufs oder gar dessen per Gesetz erzwungene Umsetzung, um die Bürger anzuhalten Guthaben im Inland gegen im Ausland produzierte Sachwerte zu tauschen. Die Bilanzsumme des deutschen Geschäftsbankensektors würde bei starken Goldkäufen der Bürger im Ausland massiv schrumpfen und die Banken als Gegenmassnahme zu einer investitionsfreundlicheren Kreditvergabe veranlassen. Ausserdem hätte man dann die Voraussetzung in Notzeiten zum Goldstandard zurückzukehren – eine Option, die man zwar nicht einlösen muss, aber über die man aber froh sein muss, wenn man sie hat. Ihrer Idee von „geförderten“ Sachinvestitionen stimme ich zu, wenngleich ich sie bei weitem nicht so effizient halte wie Goldkäufe. Immerhin geht es ja darum, die Guthaben zu drücken ohne in die private Investitionstätigkeit einzugreifen.

    A.F.

  3. Mir wird ja Tag für Tag vor Augen geführt, welche Art von Kapitalismus funktioniert und welche nicht. Ich lebe in Wien, bin aber auch oft in Vorarlberg. Es ist nicht so, dass sich die Wirtschaft Vorarlbergs von der Wiens krass unterscheiden würde. Ganz im Gegenteil zeigt die Statistik, dass die Wirtschaftszweige in beiden Räumen in etwa gleich verteilt sind. Hier wie dort gibt es Weltmarktorientierung, Industrie, Tourismus, eine Vielzahl ähnlicher Dienstleister und Handwerk. Hier wie dort wirken die gleichen Steuergesetze und der gleiche bürokratische Apparat. Aber doch hat Vorarlberg so etwas wie geschlossene Kreisläufe, die sich über das Baugewerbe und Eigenleistungen bilden, während die Ökonomie Wien`s viel aussenabhängiger ist. Gewiss arbeitet die Bürokratie in Vorarlberg um vieles bürgernäher, aber der Hauptgrund, warum das „Ländle“ die Grosstadt in vielen Statistiken so weit hinter sich lässt, ist, dass die Menschen hier in die regionale Wirtschaft eingebunden sind. Dem Monopolisierungsgrad sind durch die Binnenorientierung Grenzen gesetzt, die in Wien nicht existieren. Die Einwanderer werden besser eingebunden und haben auch eine höhere Bereitschaft sich zu integrieren. All diese Vorteile auf die Lage im Dreiländereck oder die Mentalität zu reduzieren, greift zu kurz. Es ist der Regionalismus, der Vorarlberg vom Rest Österreichs abhebt! Was hier geboten wird, ist: lebensfähiger Kapitalismus, während die Grossstadt in unlösbaren Problemen versinkt.

    A.F.

  4. Gut geschrieben! Doch ein Nachdenken muss sein! Wie wäre wohl die Welt, wenn wir alle kein oder kaum Guthaben hätten? Also: Mein Guthaben ist futsch, Ihr Guthaben ist futsch, wie würden wir uns fühlen? Ich würde mal sagen, es hinge von meinem Eigenkapital ab, dass dann nur mehr aus Sachwerte bestehen kann. Hätte ich Null Eigenkapital, also Null Sachwerte, würde ich mich als Guthabenloser verdammt schlecht fühlen. Ich wäre wohl gezwungen jede nur erdenkliche Arbeit anzunehmen und wohl auch zu jedem Preis. Auch hätte ich kaum Aussicht auf einen Kredit, weil ein positives Eigenkapital Voraussetzung dafür ist. Schlussendlich würde ich mir wohl auch dann keinen Kredit zutrauen, wenn ich einen bekäme, aus dem einfachen Grund, weil ich mit Arbeitslosigkeit rechnen müsste, die die Zahlung der Kreditraten stocken lässt. Doch selbst, wenn ich Sachwerte, sprich: Eigenkapital, hätte, wäre die Welt für mich als Guthabenloser sehr bedrohlich. Also ich habe zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung, aber kein Geld mehr. Hätte ich nicht Angst die Wohnung zu verlieren, sie verkaufen zu müssen, weil ich zum Beispiel krank oder arbeitslos werde?

    Conclusio: Eine Welt ohne Guthaben ist für mich extrem bedrohlich. Es existiert kein Polster, der mich durchatmen liesse und Strecken der Einkommenslosigkeit kompensieren könnte. Hohe Eigenkapitale sind gegenüber niedrigen Eigenkapitalen in einer guthabenlosen Welt massiv im Vorurteil, es ist davon auszugehen, dass im Zuge der Entwicklung die Schere zwischen den beiden noch weiter aufginge, ganz einfach, weil das hohe Eigenkapital kreditwürdig ist und das kleinere nicht. Liquidität ist, wie wir seit langem wissen, eine Macht und wenn man sie den Menschen abspricht, werden sie ohnmächtig gegenüber jenen, die sich potentiell Liquidität besorgen können (sprich: grosse Eigenkapitale). Conclusio: Ich sehe nichts was an so einer Welt verlockend sein sollte. Und es bedürfte wohl vieler, vieler politischer Eingriffe (Grundeinkommen, Kreditförderungen, stärkere Arbeitnehmerrechte, massiver Kündigungsschutz, etc.) um sie lebbar zu machen.

    Grüsse A.F.

    1. >>>Gut geschrieben!
      danke
      >>>>Doch ein Nachdenken muss sein!
      Dies ist doch der Punkt, es wird Guthaben = Schulden nicht gedacht. Dieses Nullsummenspiel ist doch eigentlich völlig sekundär, nur wenn die GESAMTWIRTSCHAFTLICHE Identität verdrängt wird, verelenden wir.

      >>>>Wie wäre wohl die Welt, wenn wir alle kein oder kaum Guthaben hätten?

      Es gibt da ein gesundes Maß – n.m.E. bei max. 100T€ Kopf – darüber geht es nur mit Fehlallokationen, für welche n.mE. eben nicht die Solidargemeinschaft zahlen sollte. Jedes hobby kostet, also darf maßloses Horten n.m.E. auch einzelwirtschaftlich was kosten….

      Darüber kann und muss man diskutieren….ist aber mit Mauer im Kopf vor Guthaben= Schulden bei 99,9% nicht möglich.

      Ich versuche diese Diskussion schon seit Jahren anzuregen….

      https://guthabenkrise.wordpress.com/2012/11/23/wie-wollen-wir-sparen-ein-aufruf-zur-gesellschaftlichen-diskussion/

      1. Ich denke, man sollte sich schön langsam von der Vorstellung verabschieden, dass die Krise des Kapitalismus aus dem Geldsystem stammt. Ein Beispiel: Die Geldtheoretiker glauben ernsthaft durch niedrige Zinsen (oder: Negativzinsen) die Investitionstätigkeit der Unternehmen und Menschen ankurbeln zu können. Wie kommt man auf so etwas? Indem man unterstellt, dass die Investitionsentscheidung bloss eine Frage des Kredits sei. So ist es aber nicht! Unmöglich kann ich als Neu-Unternehmer in die Autoproduktion einsteigen, oder in die Handyproduktion oder in die Bauindustrie, auch wenn ich noch so viel Kredit bekäme. Diese Märkte sind monopolisiert und praktisch für Neuankömmlinge geschlossen. Ich als Privater habe nicht das Problem Kredit zu bekommen, sondern den Markt zu finden, wo ich überhaupt konkurrenzfähig tätig werden könnte. Die Märkte sind besetzt, die Welt ist klar geteilt zwischen grossen Unternehmen, die sich die Filetstücke der Produktion gesichert haben, kleinen und mittleren Unternehmen, die zumeist die Dienstleistungen erbringen, und eine Fülle von Menschen, die nur mehr Arbeitnehmer sein können. Der viel propagierte Sprung in die Selbständigkeit ist für viele dieser Menschen ein Bauchfleck. Und in dieser geteilten Welt wirken die Kräfte des technologischen Frtschritts immer mehr monopolisierend, indem a) immer weniger Arbeitnehmer benötigt werden um den gleichen Output zu produzieren, und b) diese Menschen den Zugang zum Unternehmertum gänzlich verlieren. Natürlich kann man sagen: Selbst schuld! und hier steckt auch ein Körnchen Wahrheit drinnen. Aber die Augen vor diesen Monopolisierungstendenzen zu verschliessen, heisst nur: von den wirklichen Problemen des Kapitalismus abzusehen. Das Geld ist nicht der Grund, warum die Investitionstätigkeit lahmt. Da gibt`s viele andere (Monopolisierung, Marktsättigung) und es ist Zeit darüber nachzudenken. Just my two cents!

        Grüsse
        A.F.

        1. Ich nenne so was Horterschutzbehauptungen 🙂

          Aktien von Autofirmen werden Ihnen freilich verkauft und in meinem angeblich so schwer lesbaren Monetative-Konzept stehen noch viel sichere Dinge als Aktien – WERTGELD – verbriefte Investitionen ohne Fremdkapitalhebel. Meinetwegen soll sich mutti noch dafür verbürgen. Lieber Investitionsgarantien als Horterschutz-Garantien. 🙂

          Im übrigen gehöre ich nicht zu der Geldreformer-Sekte, welche „umlaufgesichertes Geld“ als Lösung aller Probleme propagiert. Nur ohne eine Lösung des Problemkreieses wird es bei den anderen Fragen auch nicht gehen. Die „Alternativlosigkeiten“ werden regelmäßig mit Zwängen begründet, die aus der fehlenden Selbstinvestitionsautomatik aus nominaler Nullzinsgrenze(bargeldbedingte marktstörung) und wegen staatlichen Hortergarantien resúltieren.

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