Was ist schlimmer Horterland – kaufen oder abgebrannt?

Geldvermögen in seiner Natur zu verstehen – nämlich als Verkaufsüberschuss bzw. als Kaufüberschuss bei Schulden, sollte bei allen diesbezüglichen Fragen doch sehr helfen.

Es gibt exakt nur 2 Wege zum gesamtwirtschaftlichen Schuldenabbau:
1. der Gläubiger kauft überschüssig beim Schuldner.
2. der Gläubiger schreibt seine Forderung an den Schuldner ab.

Unser Wirtschaftsminister kann über solche Trivialzusammenhänge nur lachen, dies ist sehr traurig.

18 Kommentare zu „Was ist schlimmer Horterland – kaufen oder abgebrannt?“

  1. mal ’ne dumme Frage, bin kein Ökonom: Kann mir das mal einer an einem Beispiel erklären, wie das mit den entstehenden Schulden in anderen Ländern ist, wenn wir Exportüberschüsse haben. Ich dachte die Kunden, die Ware kaufen, bezahlen sie im Regelfall. Dafür sollten sie ggf. Guthaben auf der bank haben. Wo kommen dann die Schulden her, von denen gesprochen wird?

    1. hallo gube – ich bin übrigens auch kein Ökonom, zumindest keiner mit universitärer Verbildung 🙂

      Bezahlen hat mit Verschuldung nichts zu tun – Verschuldung ist ein Kaufüberschuss – und Exportüberschüsse sind ein Verkaufsüberschuss, beides bedingt logisch einander.

      Dies ist das gesamtwirtschaftliche denken, welches Du wie alle Nicht-Volkswirte nie gelernt hast. Deshalb versuchst Du in Ermanglung gesamtwirtschaftlicher BILDung mit Deinen einzelwirtschaftlichen BILDern zu denken.Was aber eben schief geht, da die gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge genau gegenteilig zum Erleben des Einzelhaushaltes sind. So baut z.B. Geldsparen einzelwirtschaftlich Verschuldung ab – gesamtwirtschaftlich entsteht Verschuldung ausschließlich durch Geldsparen (korrekter Verkaufsüberschüsse/Einnahmeüberschüsse).

      Die Volkswirte haben es gelernt, wollen es aber nicht anwenden, weil Geld sparen da schlecht wegkommt und sie selber Geld sparen möchten.

      Aufklärung zu gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen ist Anliegen dieses Blogs – wenn es Dich interessiert, muss Du Dich einlesen.

      z.B. hier
      https://guthabenkrise.wordpress.com/2014/01/23/geld-kauf-und-bezahlung/

      und grundlegend:
      https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/11/03/eine-neue-kopernikanische-wende-diesmal-zum-runden-okonomischen-denken/

  2. @Nabucosodor

    >>>Ich verfüge nicht, über, dass Wissen, um an der Diskussion teilzunhemen,

    Und der Intellekt reicht auch nicht, um auf den kurzen Eingangsbeitrag einzugehen? Oder spielt da der Bauch nicht mit? Wir haben Geldvermögensprobleme – dies sind Kaufsalden, Die ganzen Verwirrspiele mit Zahlungsmittel-Betrachtungen sollen nur das Guthabensünder-Problem verschleiern.

    Alternativ-Ökonomen und Mainstreamer gehen Hand in Hand – verwirren die Leute, sonst steht der Geldsparer an der Wand äh Anklagebank. 🙂

    1. Hallo Guthabenkrise,

      soweit ich es verstanden habe, ist eine der Hauptgründe für die Verwerfungen die Vergabe der Geldmengenproduktionsrechte. Ausserdem, Schulden und Vermögen bedingen sich gegenseitig, dass eine kann ohne das andere nicht bestehen. Einige Schulen behaupten Zentralbankgeld sei ein Passivum – andere ein Aktivum. Giral/Buchgeld der Geschäftsbank (inzwischen 95% der Geldmenge) ensteht durch eine Schuld und Zinsen werden nicht mitgeschöpft.

      Die Buchhaltung und Mathematik scheinen mir die Hauptinstrumente für die Verschleierung. Unbestritten, ist für mich die Unmöglichkeit von Wirtschaftswachstum zu sein, in gesättigten Märkten immer fortschreitende pseudo Wirtschaft und technologischen Fortschritt. Wie stoppen wir diesen riesigen Umwerteilungsmechanismus von fleissig auf reich?

      Guthaben? In einem Schuldgeldsystem muss ich mich verschulden, sofern Sie fürs Alter sparen wollen, oder? Roland Baader hat geschrieben, dass in den letzten 30 Jahren die Geldmenge, um 40 X gestiegen ist währenddessen die Güterproduktion um 4 X! Wieso produziert sich der Staat sein Geld nicht selbst? Wieso kann und darf Geld nicht Zinslos im Umlauf gelangen? Wieso schaffen wir die Buchhaltung nicht ab, wie Prof. Franz Hörmann plädiert? Die Liste ist lang und bestimmt, ist die Sache viel einfacher als man sie uns verkauft. Die Dogmen an Unis sind eine Schande und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Auf Politiker, Richter und pseudo Wirtschaftsweisen/experten zu warten ist sinnlos.
      Beste Grüsse
      Nabucosodor

  3. >und die hochkomplexen Erklärungen von @Sofisticated mir die meisten Kopfzerbrechen bereiten>- Das Problem mit dem Herrn Doktor ist, dass er tatsächlich sehr „sophisticated“ ist. Er will – sofern ich ihn überhaupt richtig verstehe – zeigen, dass „Geld-Ware-Mehr Geld“, obwohl es bei statischer Betrachtung unmöglich ist, bei dynamischer Betrachtung möglich wird. Simpel gesagt: Es ist beim Ineinandergreifen mehrerer Verschuldungsakte (=Investitionen) stets genügend Geld im System, um „Geld-Ware-Mehr Geld“ für jedes einzelne Unternehmen zu ermöglichen. Ich habe versucht das alles im Kopf zu rekonstruieren und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass er recht hat. Nur trägt diese Analyse zu noch mehr Verwirrung bei, weil auf einmal das, was statisch unmöglich ist („Mehr-Geld“) dynamisch möglich wird. Dann ist es schon leicht möglich, dass ein Neuhinzugekommener verzweifelt.-)

    1. Ich habe nie gesagt, daß die Geld-Ware-Mehrgeld Geschichte richtig ist, weder bei einer statischen noch bei einer dynamischen Betrachtung. Meine Aussage ist, daß Unternehmen bei einem (im Durchschnitt) konstanten Kreditvolumen einen positiven Gewinn machen können. Gewinn ist aber eine Stromgröße und hat mit einer Mehr-Geld Geschichte nichts zu tun. Wenn aber Gewinn zu einer Bestandsänderung bei den Geldvermögen führt, dann hat das zur Folge, daß der durch die Investition gegebene Geldbestand umverteilt wird – was dann zu dem von Ihnen angeführten anteiligen Zugriff der Unternehmer auf die produzierten Waren führen kann. Man kann zwar sagen, daß durch die Zuschlagskalkulation, die zu einem Gewinn führen soll, das reale Produktionsergebnis nicht mehr vollständig den „unmittelbaren Produzenten“ zukommt, daraus zu schließen, daß es dabei zu einem Mehr-Geld kommt ist ein bekannter intellektueller Kurzschluß.

      Kurz gesagt: durch Produktion – so effizient oder konkurrenzfähig sie auch immer sein mag – entsteht nicht Mehr-Geld, eine Geschichte, die Keynes in die Formulierung gepackt hat, daß die Produktionselastizität des Geldes gleich Null ist. Natürlich: bloß weil produziert wird, wird das dazu aufgewendete Geld nicht mehr! Deswegen muß man die Frage richtig stellen: warum sieht es so aus, als würde aus Geld auf einmal Mehr-Geld! Der Grund ist, daß das unternehmerische Mehr-Geld eine Stromgröße ist, wobei die (hoffentlich) dazugehörigen Bestandsänderungsgrößen zu einer Umverteilung des existierenden Geldbestandes führen – was letzten Endes wie schon angemerkt dazu führt, daß die „unmittelbaren Produzenten“ nicht mehr den vollständigen Produktionsertrag erhalten können.

      Ob man das Ausbeutung nennt oder nicht ist eher eine Geschmacksfrage, mal abgesehen davon, daß die Frage, ob ein Bruttozins(-gewinn)einkommen auch schon zu einem persönlichen Nettoeinkommen führt, dadurch noch nicht mal geklärt ist. Daß aber eine Kostenzuschlagskalkulation in der Preisbildung dazu führt, daß das reale Produktionsergebnis nicht vollständig durch die „Kostenfaktoren“ gekauft werden kann, ist doch weder eine Überraschung, noch ein Geheimnis!

      1. Hallo Herr Menendez, danke für Ihren Beitrag, weitere Kommentare muss ich jetzt nicht freischalten, wenn Login gleich.

        >>>Meine Aussage ist, daß Unternehmen bei einem (im Durchschnitt) konstanten Kreditvolumen einen positiven Gewinn machen können.

        Bestreiten Sie eigentlich die Unternehmer-Gewinnformel von Keynes, welche n.m.E. für den ordentlichen Gewinn gilt? Also nicht für außerordentlichen Gewinne aus neubewerteten Sachvermögen, wobei man diese ja der Nettoinvestition zuschlagen könnte.

        Wenn nicht ist klar, dass das Kreditvolumen keinen kausalen Einfluss hat.

        Also

        Unternehmergewinne eines Landes = Nettoinvestition + Unternehmerkonsum abzgl. Geldvermögensbildung des Rest der Welt.

        Ein Abbau von Geldvermögen in die Nettoinvestition und damit der Abbau der Kreditsummen führt z.B. zu steigenden Gewinnen.

        Die Gleichsetzung von Verschuldung und Investition ist n.m.E. einer der gröbsten Schnitzer in ökonomischen Betrachtungen.

        1. „Bestreiten Sie eigentlich die Unternehmer-Gewinnformel von Keynes…“

          Diese Frage ist falsch gestellt:

          es geht doch niemals um die Frage, ob man so ein Ergebnis bestreitet oder nicht, denn mit den passenden Annahmen, Definitionen und Einschränkungen kann man diese oder auch die „gegenteilige“ Formel „beweisen“. Aus diesem Grunde ist es viel wichtiger sich darüber klar zu werden, was alles an Voraussetzungen existiert, damit dieses Ergebnis abgeleitet werden kann. Und da machen Sie es sich schlicht zu einfach, indem Sie diesen Teil schlicht ausblenden und versuchen allein mit einer singulären Formel den Gang der Welt zu erklären. Das kommt zwar dem Bedürfnis nach einfachen Erklärungen nahe, hat aber mit einer sachgerechten Behandlung des Themas nichts zu tun. Wenn man sich mal nur den ersten Abschnitt des Papers von Kalecki durchsieht bekommt man ein Gefühl dafür, daß die Anwendung einer „Gewinnformel“ mit mehr Wenn und Aber gespickt ist, als es dem ersten Anschein nach aussieht.

          https://esepuba.files.wordpress.com/2011/10/kalecki-1942.pdf

          Das Spannende ist doch nicht irgendeine (statische) bilanzielle Nebensächlichkeit, sondern die Diskussion darüber, wie und aus welchen Gründen sich Aggregate im Zeitablauf verändern.

          1. >>>Das Spannende ist doch nicht irgendeine (statische) bilanzielle Nebensächlichkeit, sondern die Diskussion darüber, wie und aus welchen Gründen sich Aggregate im Zeitablauf verändern.

            Danke – aber habe ich was verpasst – bestimmen die Aggregate dieser gesamtwirtschaftlichen Logik in ihren Wirkzusammenhängen die ökonomische Debatte?

            welche davon – die Nettoinvestition? Der Unternehmerkonsum? Oder gar die privaten Einnahmeüberschüsse?

            oder wird die Debatte zu Staatsverschuldung, welche ja gerade in Bezug auf Griechenland wieder an Fahrt aufnimmt, auf Basis gesamtwirtschaftlicher Logik geführt?

            Never – die ökonomischen Grundrechenarten sitzen nicht (mehr), nein sie werden nicht bestritten.

            >>>Diese Frage ist falsch gestellt:

            Stimmt, aber ich wollte ausnahmsweise mal höflich sein.

      2. @Menendez: Dass wegen „Summe aller Geldforderungen = Summe aller Geldverbindlichkeiten“ kein Mechanismus existiert, der für die Geldsphäre ein positives Eigenkapital zulässt, ist self-evident. Eine Ökonomie, die nur Geldforderungen und Geldverbindlichkeiten aufbaute, hätte ein bilanzielles Vermögen von Null. Dies schliesst freilich nicht aus, dass Einzelne auf Kosten Anderer ein positives Eigenkapital erringen können. Von dieser Geldsphäre strikt zu unterscheiden ist das Sachvermögen (Investitionsgüter, Boden, etc), auf deren Grundlage erst ein positives Eigenkapital für das System als Ganzes erwächst. Es gilt: „Sachvermögen = positives Eigenkapital“ der Ökonomie, mit „Summe aller Geldforderungen minus Summe aller Geldverbindlichkeiten = Null“. So weit wird niemand widersprechen.

        Alle Missverständnisse resultieren aus der Einführung neuer Begriffe, im Konkreten: „Gewinn, Lohn, Zins“. Man hat sich angewöhnt, diese Begriffe als gleichwertig zu verwenden. Aber das ist grundfalsch: Der Gewinn ist ein Phänomen der Geld- und Sachwertsphäre, während der Lohn genauso wie der Zins ein reines Geldphänomen ist. Nichts falscher als diese Kategorien ineinander zu werfen. Gewinn kann für das System als Ganzes entstehen durch Zuwachs von Sachvermögen oder für die Einzelnen als Zuwachs von Geldforderungen auf Kosten der Geldverbindlichkeiten Anderer. Lohn und Zins hingegen bedeuten für das System als Ganzes immer, dass das Eigenkapital Null bleibt. Was der Einzelne hier an Zuwachs von Eigenkapital verbucht, bedeutet für die Anderen eine gleich grosse Abnahme.

        Damit ist die Dominanz des Gewinns im System (und das Marx`sche Ausbeutungstheorem) hinlänglich bewiesen, was aber nicht heisst: dass von nun an Einigkeit herrscht, wie man mit dem Gewinn verfahren soll. Ich bin kein Verfechter der Methode den Gewinn zu einem „Zwerg“ zu schrumpfen, indem man die Sachwertssphäre einfach ausblendet und ihn auf die Geldsphäre reduziert. Das hiesse letztendlich, das „Wesen“ des Gewinns zu verfälschen, um eine künstliche Einheit mit Lohn und Zins zu schaffen. Andererseits bin ich mir sehr wohl bewusst, dass ein „duales Denken“, nämlich Sachwert- und Geldsphäre zugleich zu durchdringen, auch Nachteile mit sich führt, zumal ja Lohn und Zins der Sachwertsphäre gar nicht bedürfen. Letztendlich muss jeder Einzelne diese Entscheidung treffen, aber auch die Missverständnisse akzeptieren, die er mit seiner Wahl erzeugt.

        1. Die Gewinne sind ja nur im Tauschbild des Wirtschaftens Ausbeutung. In der real existierenden Vorfinanzierungswirtschaft sind sie auch als Erwartung notwendige Bedingung, dass überhaupt Einkommen vorfinanziert werden, einfach die höchst moralische Risikoprämie. Nicht zu hoch und nicht zu niedrig müssen sie sein, und möglichst gut verteilt. Dies müßten die Ziele der Wirtschaftspolitik sein, welche ständig die relevanten Salden und Daten zu Gewinnentstehung und verteilung analysiert und entsprechend STEUERt.

          Ein Wilhelm Lautenbach konnte 1945 noch anhand des kriegsbedingten Nettoinvestitionsbedarfes einschätzen, dass der Staat eine Überschussposition betreiben musste. Heutige Ökonomen kennen die Formeln gar nicht mehr…?

          http://www.arno.daastol.com/books/Lautenbach%20%281952%29%20Zins%20Kredit%20und%20Produktion.pdf

          1. @Buschbeck: Mir gefällt es nicht in eine „Gewinnidentität“, die auf Sachvermögensbildung (=Netto-Investition) und Geld-Sparen (=Einnahmenüberschüsse) fußt, den Konsum hineinzuzaubern. Ich plädiere für folgende Umformung:

            1) Unternehmerkonsum = ausgeschüttete Gewinne – Geldsparen der Unternehmerhaushalte, daher:

            2) Gewinne = Nettoinvestition + (ausgeschüttete Gewinne – Geldsparen der Unternehmerhaushalte) – Geldsparen der Arbeiter, und damit:

            3) Gewinne – ausgeschüttete Gewinne = thesaurierte Gewinne = Nettoinvestition – Geldsparen der Unternehmer – Geldsparen der Arbeiter

            Nun sind alle Operationen, die auf den thesaurierten Gewinn hinzielen, auf Sachvermögensbildung (=Netto-Investition) und Geldsparen (=Einnahmenüberschüsse) reduziert.

            1. @Felsberger
              Die konjunkturrelevant wichtige Größe ist aber nicht der thesaurierte Gewinn, sondern die Gewinnaussicht an sich. Und da gehört der Unternehmerkonsum natürlich mit rein.

              Wenn die Rahmendaten eines soliden Wirtschaftens ohne Staatsverschuldung und Exportüberschüsse heute gar keinen Gewinn mehr zulasssen, wird eine anstehende Guthabenbremse ja auch auf Unternehmer wie Nichtunternehmer wirken müssen.

              Dadurch geringere Einnahmeüberschüsse des Unternehmenssektors zeigen sich entweder in höheren Nettoinvestitionen oder höherem Unternehmerkonsum.

      3. Hallo Dr. Menéndez,
        Ihren hochinteressanten und hochkomplexen Darlegungen in allen Ehren. Könnten Sie es auch so Schreiben, dass ein Ignorant wie ich es bin, es auch versteht?

        Wir haben; Wirtschaft, Realwirtschaft, Finanzcasino, Warmwasserverkäufer, Geldsystem mit der Ensteheung des Geldes usw…all diese Akteure und Systeme sind Teil eines riesigen Umwerteilungsystems, – und ohne in Sozialromantik, – zu verfallen, so weit ich es verstanden habe, bewegen sich die „Ströme“ immer von unten nach oben, oder?.

        Bewegen wir uns nicht Richtung „Humanitäre Katastrophe“, wenn der Effekt steigender Arbeitslosenzahlen (die tatsächlichen Zahlen) durch geringe Lohnsteigerungen und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich weiter verstärkt wird??.

        Beruht, dass von der Finanzindustrie mit Hilfe der Medien inszenierte Krisenszenario nicht auf falschen Prämissen, sei was Renten, sei es was Arbeit betrifft?.

        Ich sehe unmittelbar in meinem Umfeld und Umgebung immer wie mehr Menschen/Familien/Mittelständler die verarmen; nicht weil sie in Luxus gelebt haben, NEIN, sondern, weil Abgaben, Steuern und generell Lebenshaltungskosten seit Einführung des EURO explodiert sind.

        Das kann nicht stimmen, oder? Da läuft einiges falsch, wie kann es sein, dass in einer Überfluss/Wegwerfgesellschaft Millionen Menschen jeden Tag zu den Tafeln hinrennen müssen, um überhaupt eine warme Mahlzeit zu kriegen?

        Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

  4. PS: Marx dachte ja, dass die Bewegung des Systems: „Geld – Ware – Mehr Geld“ lautet. Es zeigt sich aber, wenn man a) bis c) berücksichtigt, dass die Bewegung ganz anders vor sich geht, nämlich: „Geldschöpfung – Ware – Ware – Geldvernichtung. Der Unternehmer nimmt Kredit, um die Arbeitskraft (W) zu kaufen. Der Arbeiter erhält dafür das neu geschöpfte Geld. Dann schreitet der Arbeiter zur Tat und produziert die Ware, die im Eigentum des Unternehmers steht. Mittels Zession kauft er ihm diese ab (W). Dadurch kehrt das Geld zum Unternehmer zurück und dieser tilgt den Kredit (Geldvernichtung). Der Gewinn liegt nicht in einem „Mehr-Geld“, sondern in einem Anteil an der Ware, die der Unternehmer zurückhält. Er liefert dem Arbeiter nur einen Teil der von ihm geschaffenen Ware aus. Die moderne Kredittheorie ist daher einerseits eine Widerlegung Marxens, andererseits aber eine Bestätigung seines Ausbeutungstheorems. Mit anderen Schulen (Keynes, Gesell, Mises,) würde ich mich gar nicht belasten. Das zentrale Problem hat nur Marx erkannt. Er konnte es nur nicht lösen.

  5. @ Nabucosodor: Ich antworte, weil Sie mich angesprochen haben, Es gibt drei Arten zu bezahlen: a) Man nimmt Kredit und bezahlt b) man bezahlt durch Übertrag einer Forderung (Zession) und c) man bezahlt den Kredit (Tilgung). In unserem Rechtssystem gilt a), b) und c) als Bezahlung, Volkswirtschaftlich jedoch ist nur b) und c) Bezahlung, während a) einen offenen Kredit zurücklässt. Aus diesem Widerspruch heraus entstehen alle Probleme. Nur eine Theorie, die diesen Zusammenhang verarbeitet und begreift, ist in sich konsistent. Denn nur dann wird klar, dass alles Geld eine offene Forderung auf „Ware/Arbeitsleistung/Sachwert“ darstellt. Erst, wenn der Kreditnehmer „Ware/Arbeitsleistung/Sachwert“ liefert, ist er in der Lage mit der daraus resultierenden Einnahme seinen Kredit zu tilgen.

    Mein Tipp: Lernen Sie die Ökonomie als Zirkulation von Wertpapiere zu begreifen. Mit einem Wertpapier wird bezahlt (Fall a – Schaffung von Kredit), das Wertpapier wird übertragen (Fall b – Zession) und es wird getilgt (Fall c). Dann sehen sie sofort, dass alle Zahiungen mit Lieferung von „Ware/Arbeitsleistung/Sachwert“ Hand in Hand gehen. Also: Der Unternehmer bezahlt Arbeitskraft mit einem neu aufgelegten Wertpapier, der Arbeiter empfängt es. Dann kauft der Arbeiter das vom Unternehmen verkaufte Produkt, das Wertpapier kehrt zum Unternehmen zurück (Zession). Zuletzt wird getilgt, indem das Wertpapier vom Unternehmen geschreddert wird. Am Ende existiert nichts ausser transferierte „Ware/Arbeitsleistung/Sachwert“: Der Arbeiter hat seine Arbeitsleistung verkauft und Ware gekauft. Sollten Wertpapiere bestehen bleiben, handelt es sich um offene Forderungen auf zukünftige „Ware/Arbeitsleistung/Sachwert“.

  6. Sehr geeherter Herr Buschbeck,

    Die Besonderheit des Euro-Systems liegt ja gerade darin, dass es Leistungsbilanz-Ungleichgewichte rigoros bekämpft. Das Geldvermögen der inländischen Haushalte der Leistungsbilanzdefit-Länder wird solange reduziert, das Geldvermögen der ausländischen Haushalte der Leistungsbilanzüberschuß-Länder solange erhöht, bis der Import der Leistungsbilanzdefizit-Länder massiv einbricht und ihr Export floriert. So geschehen in Griechenland, das 2013 erstmals einen positiven Leistungsbilanzsaldo ausweist, so geschehen auch in Spanien, Portugal und Irland. Alle diese Länder haben ihren Leistungsbilanz-Saldo ins Positive gedreht. Man mag dieses Währungs-Regime bedauern, weil es als Krisen-Überwindungsmechanismus die Verarmung der Bevölkerung der Leistungsbilanzdefizit-Länder betreibt, aber man kann ihm nicht vorwerfen, dass es Leistungsbilanz-Ungleichgewichte züchtet. Vieles spricht dafür, dass die Exzesse der ersten Jahre des Euro-Systems eine Lernphase der Beteiligten waren, während sie nun die Mechanismen des Systems verinnerlicht und verstanden haben. Es ist „Schluss mit lustig“, hier wie dort, und so wird es auch bleiben.

    Wenn nun Kritiker hergehen und das Euro-System genau in dem Punkt kritisieren, wo es im Gegensatz zum Welt-Geld-System funktioniert: nämlich bei der Beseitigung der Leistungsbilanz-Ungleichgewichte, dann muss ich an dem Verstand dieser Leute zweifeln. Die vereinten Kritiker Europas sollten sich schön langsam überlegen, was Sie bevorzugen: a) ein Welt-Geld-System wie das aktuelle, das ganz offensichtlich Leistungsbilanz-Ungleichgewichte bis zur Hemmungslosigkeit züchtet, oder ein Euro-System, das eben genau diese Ungleichgewichte beseitigt. Der dritte Weg, den manche bevorzugen, den Import eines Leistungsbilanz-Defizit-Landes weiter anzukurbeln, ist gänzlich illusionär, weil die Bevölkerung der Leistungsbilanz-Überschuß-Länder dafür nicht zu gewinnen ist. Und der vierte Weg, den sich verständlicherweise alle wünschen, eine Ausdehnung der Exporte und Importe bei ausgeglichenen Leistungsbilanzsalden ist strukturell im Euro-System nicht erreichbar, weil es den ersten Punkt zugunsten des zweiten opfert. Also, was nun? Auf jeden Fall mal mit Vorschläge aufzuhören wie Leistungsbilanz-Ungleichgewichte in Europa zu beseitigen wären. Das erledigt sich gerade von selbst.

    PS: Leider habe ich keine Daten zu den innereuropäischen Leistungsbilanzsalden gefunden, aber es gibt genügend Indizien, dass auch hier ein Konvergenzprozess im Gang ist.

    1. Sehr geehrter Herr Buschbeck
      Lieber@felsberger 2012,

      ich lese mit sehr grossem Interesse sowohl @Guthabenkrise, @Sofisticated als auch @Wolfgang Waldner. Ich verfüge nicht, über, dass Wissen, um an der Diskussion teilzunhemen, dennoch erlaube ich mir, einige Fragen zu stellen rundum die Geldschöpfung sowohl der Geschäftsbanken, als auch Zentralbanken, da dies, so glaube ich, die Wurzel der Verwerfungen ist.

      Habe so ziemlich alles gelesen, was es zu lesen gibt; von Prof. Bernd Senf, Prof Hörmman, Horst Seiffert bis Ludwig von Mises über Silvio Gesell, dann Marktwährung, fliessendes Geld, Vollgeld, Hartgeld, Goldstandard, Zins und Zinsenszinsproblemitk bis hin, zu den ganzen widersprüchlichen Bilanzrichtlinien siehe auch Anti-Bilanaz-Theorie.

      Frage: Wo liegt die Warheit? Gebe zu, dass das Buch von Horst Seiffert mich am meisten überzeugt hat, und die hochkomplexen Erklärungen von @Sofisticated mir die meisten Kopfzerbrechen bereiten, nicht inhaltlich, sondern überhaupt sie verstehen zu können und ihre Niederschläge in der Praxis.

      Gruss
      Nabucosodor

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