5 Jahre Vordenker-Vorsprung – heute Bargeldabschaffung und Alternativen

2009 habe ich am Rande des G20 in London einen Film uraufführen lassen, welcher das Mittel der Bargeldabschaffung als Lösungsansatz für die eskalierende Guthabenkrise aufzeigen sollte. Das Thema wird nun schon seit 2014 immer mal wieder diskutiert – hier nun Prof. Dr. Max Otte  zum Thema.

Nun ist eine Bargeldabschaffung ebenso wie nominale Negativzinsen maximal unpopulär und ein großer Eingriff in unsere Freiheitsrechte. Deshalb habe ich weiter gedacht und 2012 längst Alternativen dazu entwickelt. Nur leider finde ich niemanden – der das Thema mit mir diskutiert und verbreitet. 😦

Die Bargeldabschaffung ist noch ein recht nahe liegender Gedanke für die Guthabenbremse, da sie negative Nominalzinsen ermöglicht. Für die Kreditsteuer als Alternative und Lösung noch ganz anderer Euro-Probleme muss man dagegen gewaltig „um die Ecke denken“ können. Da habe ich jetzt echt Angst, dass dieser doch so „risiken- und nebenwirkungsfreie“ Lösungsansatz nicht verstanden wird und auch in 2017 noch nicht von allein populär wird.

Ich bitte um Mitwirkung aller wirtschaftlich interessierten Menschen – gern auch mit Kritik und Diskussion zu diesem Problemfeld –  es geht bei diesem Thema um Krieg oder Frieden!

Und parallel zu diesem Globalsteuerungskram via Notenbank / Monetative braucht es bitte noch eine andere Diskussion – zurück zu Blüm – zurück zu „die Rente ist sischa äh sicher“ :-).

45 Kommentare zu „5 Jahre Vordenker-Vorsprung – heute Bargeldabschaffung und Alternativen“

    1. Lieber Jörg, Lieber Herr Felsberger,

      Eigenkapital? Hortung? Unter der Bezeichnung “Investmentbanking” oder “asset management” (Vermögensverwaltung) geht es um die Verwaltung von gehortetem Vermögen, oder? Ein Teil des Bankgeschäfts ist nicht mehr Kreditgeschäft, sondern Investmentbanking; ein Teil der Zinsgewinne wird Provision.” Das Ziel der Banken sind nicht Zinsgewinne und Rückzahlung der Kredite, sondern Provisionen.

      Diese Kredite, um beim Thema zu bleiben, sind doch bei naäherer Betrachtung „Schall und Rauch“! Die Banken verpacken Kredite zu “strukturierten Produkten”, durch Ratingagenturen werden diese mit Bestnoten versehen und weitervermittelt. So sind die “Kredite” dann in den Büchern von anderen Banken IKB, HRE, Landesbanken) gelandet, die diese Kunstprodukte unter Einsatz hoher Kredithebel gekauft haben, ohne zu wissen und bewerten zu konnten, was sie da eigentlich kaufen. Wegen der Unmöglichkeit, diese Produkte zu bewerten, können weder die Landesbanken, noch die IKB, noch die HRE zum Entsetzen von Politik und Öffentlichkeit ihre Verbindlichkeiten genau angeben.

      Da landen wir wieder bei der Ursache/Wirkung, nämlich: wie entsteht Geld? Kredite? OK? Aber die Kredite sind doch Dinglich abgesichert? Wer bewertet das EK? Abschaffung von Zentralbankgeld? Giralgeld ist doch kein gesetzliches Zahlungsmittel?

      Die Stellschraube Zinsen ist auch wenig hilfreich. Es sollte zur Diskussion stehen, Glücksspiele und Wetten als solche zu behandeln, auch wenn sie “Finanzinnovation” genannt werden. Hierbei können nationale Regeln sehr effektiv sein. Spanien hat seinen Banken verboten, strukturierte Finanzprodukte in Zweckgesellschaften auszulagern und damit vor Verlusten aus diesen Geschäften bewahrt. Der Verweis auf internationale Regelungen darf nicht Entschuldigung sein für fehlende nationale Regelungen. Deutsche Sparer und Steuerzahler können und müssen geschützt werden durch deutsche Gesetze, da schliesst sich der Kreis und wir landen wieder bei den Steuergestzen!

      Wenn man nach Lösungsvorschläge sucht muss man die Vogelperspektive einnehmen und die strukturellen Zusammenhänge hinterfragen.

      1. Herr Nabucosodor: Es gilt (für die Welt) immer: „Netto-Forderungen der Haushalte = Netto-Verbindlichkeiten der Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten der Staaten“. Der Bankensektor ist neutral, wenn man von seinem EK einmal absieht. Er hält Forderungen gegen Unternehmen und Staaten (Aktiva), und er hat Verbindlichkeiten gegenüber den Haushalten (Passiva). Von daher ist der Bankensektor nie das Problem, sondern immer nur das Verschuldungungsverhalten der Unternehmen und der Staaten. Alle Forderungen, die wir als Haushalte haben, beziehen sich im Endeffekt auf Unternehmen und Staaten. Der Bankensektor ist nur ein Intermediär, der diese Forderungen in GB-Geld (=Verbindlichkeiten) übersetzt.

        1. Herr felsberger,

          hmm..Intermediär? Mag sein, ganz bestimmt, dennoch ist dies eine lückenhafte Analyse die, gestatten Sie mir die Formulierung, an der Realität vorbeigeht.

          Geldverwalter (Banken-Finanzdienstleister) diktieren der Gesellschaft und der Politik ihre eigenen Regeln.

          Umso Realitätsfremd erscheint Ihre Argumentation:

          Zitat:

          „Der Bankensektor ist neutral, wenn man von seinem EK einmal absieht. Er hält Forderungen gegen Unternehmen und Staaten (Aktiva), und er hat Verbindlichkeiten gegenüber den Haushalten (Passiva). Von daher ist der Bankensektor nie das Problem, sondern immer nur das Verschuldungungsverhalten der Unternehmen und der Staaten.“

          Sie erkennen nicht, dass der moderne Bankensektor einem Spielcasino gleich organisiert ist. Die Grundlage jedes Wirtschaftens, Mehrwert schaffen, wird zerstört. Das solidarische Fundament des Gemeinwesens wird gesprengt. Doch die Politik stellt sich in den Dienst der Finanzmanager. Immer mehr Lebensbereiche werden im Sinne der Finanzwirtschaft umgestaltet. Selbst das Sozial- und Rentensystem wird der Gier der Finanzmanager ausgeliefert.

          Die Kreditsteuer kann eine von vielen Lösungsmöglichkeiten sein.

          1. Das Geld hat gewonnen, der Mensch verloren und zwar alle, selbst die Rothschild´s. Sie glauben es nur nicht. Aber sie geben allen einen Preis, ohne zu merken, wie doof das ist. Die politik hat sich so bereits verkauft, hat nur noch materielle Gewalt, keine moralische mehr. Sie könnte, will aber nicht, weil sie glaubt vom Geld zu partizipieren (Gewinn zu machen) und haben ihr Volk nur noch als Störenfriede.Sie haben ihr Gewissen tatsächlich verkauft. Die Handlungsunfähigkeit der Politik wurde von der Wirtschaft ,via Lobby, übernommen. Wikkipedia nennt das Faschismus. Ich übrigens auch. Die Politik hätte Spielgeld und Geld trennen müssen. Wer spielen will, bitte aber mit seinen eigenen Geld, nicht mit meinem. Ich möchte die Welt erhalten und nicht Verwetten. Wir werden von den Besitzern des Geldes regiert. Was die Anderen da zu suchen haben weiss ich nicht mehr, ist nur noch eine Tarnkappe. Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich meine Bücher hierher schreiben, hier stehen sie nicht nur im Regal. Aber auch ich bin von diesen „Geld“ abhänig. Wir nehmen das Geld nicht ernst genug.

            1. Hallo Herr Harzig,
              an Kommentare wie von Herr felsberger2012, 4. März 2015 at 12:25, erkennt man wie schwierig es ist überhaupt die Ursachen von den Symptomen auseinanderzuhalten.

              Ich glaube nicht an „Rotschild“ und dunkle Gestalten in Hinterzimmern die eine Zigarre rauchen und über das Schicksal der Menschheit Monopoly spielen, sondern vielmehr ist es ein Konstruktionsfehler im System. Es wird sehr viel mit Nebelbomben argumentiert.

              Die Sache mit Bargeldabschaffung und Kreditsteuer muss man auseinander halten. Was geschieht mit den Verbindlichkeiten der Banken wenn Bargeld (Zentralbankgeld) abgeschafft würde? Was mit der Kreditärengeldschöpfung der GB bei Einführung einer Steuer auf Kredite?

              Mann stelle sich vor; Banken können durch einen Buchungssatz fast beliebige Mengen Recheneinheiten durch unkorrekte Buchführung produzieren und zu Geld im Sinne von gesetzlichen Zahlungsmitteln veredeln, indem sie einfach eine doppelte Schuld verbuchen.

              Auf der einen Seite als Kredit / Forderung / Kunde mit der Gegenbuchung Verbindlichkeit / Sichteinlage / Kunde. Diese Buchung täuscht nur Geld im gesetzlichen Sinne, vor, es stellt eine Behauptung seitens der Bank dar, dass der Kreditnehmer über Buchgeld, die Kaufkraft darstellen soll, nun verfügen würde.

              Weil das alle Wirtschaftssubjekte glauben, der Vorgang nicht hinterfragt wird und das Buchgeld (Giralgeld) annehmen verfügen die Geschäftsbanken über eine Möglichkeit verzinste Schuldscheine auszustellen, die vom Publikum als Zahlungsmittel verwendet werden. Weil die auf diese Weise erzeugten Zahlungsmittel immer zwingend eine verzinste Schuld darstellen (Kreditvertrag als Schuldanerkennungsvertrag) ist es letztlich unmöglich, dass alles Schulden insgesamt bezahlt werden können, denn dazu muss man ja immer wieder neue verzinste Schuldscheine (Geld) im Kreditvorgang (irgendjemand) erwerben. Dadurch ist es dem Publikum unmöglich aus der Schuldenspirale heraus zu kommen. Mit der Schuld geht ja immer eine Verpflichtung einher, die das Publikum als Leistung erbringen muss und so erhalten die Banken permanent Volksvermögen und Leistungen ohne selbst einen tatsächlichen Gegenwert zu erbringen.

              Scheinargumentationen wie: „ja, aber es gibt doch die Sicherheiten!“ – sind nicht stichhaltig, zumal von zentraler Bedeutung die von der Finanzindustrie entwickelten strukturierten Finanzprodukte, insbesondere die mittels Verbriefung aus Krediten abgeleiteten Produkte wie CDO, MBS, CDS und ähnlichen sind, die einer willkürlichen BEWERTUNG seitens der Wirtschaftsprüfer/Ratingagenturen unterliegen; -wie inzwischen Aktenkundig festzustellen ist.

              1. In den meisten Punkten hast du klar Recht. Rohtschild´s existieren leider doch. Das deutsche Wirtschaftswunder, das nicht partizipieren der Banken, speziell der City of London, war der Grund, warum England vor dem 2.Weltkrieg alle Friedensbemühungen, deren es viele gab, zu Nichte machte. Die Banken beschlossen besonders die jüdischen, riefen sogar den heiligen Krieg gegen Deutschland aus, Deutschland muss um jeden Preis vernichtet werden. Das ganze nur wegen Tauschhandel. Wenn sich soetwas rumspricht, fallen die ganzen leistungslosen Löhne weg, und die haben alles Geld, die Macht damit die Medien, einfach alles. Für uns bleibt nur die Arbeit übrig. Das Finanzsysten ist von a-z auf Profit für Nichtstuer ausgerichtet. Das ist schon clever. Das ganze Steuersystem steht Kopf, hier nur ein Beispiel. Menschenarbeit wird hoch besteuert. Maschienenarbeit, die ja zwangsläufig Arbeitslose schaffen muß wird subventioniert, das heißt alles Geld in die Hand eines Bosses. So muss jedes System pleite gehen.Da blickt keiner mehr durch, soll auch nicht. Weiter unten erwähne ich noch ein paar Punkte.

                1. >>>Weiter unten erwähne ich noch ein paar Punkte.

                  Ja, Du hast hier eigentlich genug „Punkte“ abgelassen. Auf diesem dem gesamtwirtchaftlichen DENKEN orientierten Blog ist nicht der Platz auf „jüdische Banken“ und „die Rothschilds“ zu projezieren. Mache dies doch bitte woanders…

                  Danke, Jörg Buschbeck.

                  1. Sorry, wenn die Wahrheit nichts mehr wert ist, bleibt nur noch die Lüge übrig. Ich weiss, das die Politik da hochsensibel ist. Es geht auch nicht gegen die Menschen, sondern gegen das Finanzsystem.

          2. Herr Nabucosodor,

            Alle, die das Übel des Kapitalismus im Kreditgeld suchen, liegen falsch. Am Kreditgeld gibt es nichts auszusetzen, es arbeitet logisch und effizient. Es garantiert die Arbeitsteilung zwischen den gesellschaftlichen Klassen, indem es die Arbeiter zu temporären Gläubigern der Unternehmen macht, deren Forderung erst mit dem Kauf des Endprodukts erlischt. Exzessive Geldforderungen, die über Perioden angespart werden, werden durch Konkurs eliminiert oder durch Inflation entwertet. Verschuldung, Entwertung und Entschuldung greifen perfekt ineinander und ermöglichen erst das, was den Kapitalismus auszeichnet: die Konzentration des gesellschaftlichen Eigenkapitals in den Händen weniger. Man wird noch solange über das Kreditgeld forschen können, man wird nichts finden, was nicht systemadäquat wäre. Dies ist auch der Grund, warum die besten Kreditgeldtheoretiker es niemals zu einer fundierten Kapitalismuskritik brachten. Oft entstammen sie dem liberalen Lager und kommen bei der Durchforstung des Kreditgeldes zu dem Schluss, dass der Einzige, der das korrekte Arbeiten des Geldsystems verhindert, der Staat sei. Manchmal sind es grenzwertige Linke oder Konservative, die dem Bankensystem alles Elend dieser Welt umhängen wollen. Oder sie konstruieren gleich eine Zukunft, wo sie das Kreditgeld eliminiert sehen wollen und der von ihnen so bewundernte Kapitalismus endlich florieren kann. Das ist alles Kinderei und nicht sonderlich überzeugend. Das Kreditgeld ist ein notwendiger Baustein auf dem Weg zur Eigenkapitalkonzentration, zur völligen Versklavung der Menschheit, zur Beherrschung der Welt durch das Eigenkapital weniger. Nichts ist daran auszuetzen, zumal es nahtlos der kapitalistischen Logik folgt. Wer in dieser Welt was ändern will, wird nicht Symptome bekämpfen können, sondern muss sich gegen die Systemlogik (=Eigenkapitalkonzentration) selbst wenden.

            1. Hallo Herr Felsberger2012,

              „Am Kreditgeld gibt es nichts auszusetzen, es arbeitet logisch und effizient. Es garantiert die Arbeitsteilung zwischen den gesellschaftlichen Klassen, indem es die Arbeiter zu temporären Gläubigern der Unternehmen macht, deren Forderung erst mit dem Kauf des Endprodukts erlischt.“

              Ganz bestimmt tut der das, – und wie! Ich finde diesen Blog deshalb Interesssant, weil es die Andere Seite der Medaille versucht zu beleuchten.

              Die Guthaben! Aber was ist das schon im heutigen verzinsten Schuldgeldsystem? Man stelle sich vor,Kredithebel (leverage) erhöhen die Eigenkapitalrendite!!!

              Heute wird an der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals der Erfolg einer realwirtschaftlichen Investition ebenso wie der einer Finanzanlage bewertet. Wo liegt das Eigenkapital in der Bilanz einer Geschäftsbank? Und wer bewertet dessen realen Wert?

              So und jetzt zu Ihren Kreditgeld an dem es angeblich nichts aussetzen sei: Beispiel: Zahlen und Modelle aus diesem Link herausgefiltert:

              http://www.lombardstreetresearch.com/

              Ein Anleger legt 1 Million Euro in einen Dachfonds für Hedgefonds ein. Der Dachfonds verdreifacht sein Anlagevolumen in dem er einen Kredit über 2 Millionen aufnimmt. Mit den 3 Millionen beteiligt er sich an einem Hedgefonds. Für diesen sind die 3 Millionen Eigenkapital. Bei einem Kredithebel von 10 nimmt er 30 Millionen Euro Kredit auf und erwirbt dann für 33 Millionen Euro Derivate. Mit einem Derivat werden Ansprüche auf die unterliegenden Basiswerte oder Underlyings erworben, für die nur ein Bruchteil des Wertes (ein Zehntel oder weniger) bei Abschluss der Transaktion hinterlegt werden muss. So kann mit der ursprünglichen Einlage von 1 Million Euro schließlich ein Portfolio mit einem Nominalwert von mehr als 330 Millionen Euro aufgebaut werden. Hohe Kredithebel wirken also als enormer Verstärker – auch im Negativen. Weil für den Handel mit Derivaten nur ein geringer Einsatz nötig ist, entstehen riesige Hebel. Das Londoner Analysehaus Lombard Street Research hat errechnet, (vgl. Link), dass die bei Derivaten möglichen Hebel dazu führen können, dass ein Preisverfall von nur 2 Prozent ein ganzes Hedge-Fonds-Portfolio auslöschen kann.

              Bei der Kreditärengeldschöpfung der Geschäftsbanken ist das Spiel ebensosehr perfide, weil Geschäftsbanken mittels Schreibvorgang das Geld für die Sachanlagen dem Verkäufer zur Verfügung stellen können, deshalb dieser Vorgang gleichzusetzen wäre mit einem Kauf ohne Mittelerwirtschaftung. Und da kommt, dass Dilemma Bargeldabschaffung ja oder nein?? Ich sage, NEIN! Wieso? Weil diese aus bargeldlose Finanzierung der bestehende Sachanlage (Giralgeld); also Verbindlichkeiten geg. Kunden von den Banken, somit nie eingelöst werden müsste, da ein Bankenrun auf das Bargeld nicht mehr möglich wäre. Die Buchführungsregeld der GB und wie Giralgeld ensteht und innerhalb des Interbakensystem zirkuliert, sind das Instrument für die schleichende Enteignung, Verschuldung, Versklavung und umanitäre/soziale Katastrophe in der wir uns befinden.

      2. Hast Du eine Telefonnummer? Ich würde gerne mal mit Dir reden. Wenn möglich sende sie mal an Wzig@live.de Keine Angst, ich liebe Menschen die selbstständig denken, und möchte Dir lediglich ein paar Vorschläge machen.

  1. Der historische Irrtum der Sozialdemokratie liegt darin, die Eigenkapitallosen mit höheren Anteilen am laufenden Sozialprodukt (Reallohn, Sozialleistungen, Pensionen) versorgen zu glauben, ohne an der Verteilung des gesellschaftlichen Eigenkapitals etwas ändern zu müssen. Die Zahl der Eigenkapitallosen ist heute nicht kleiner als zur Zeit einer Rosa Luxemburg. Man hält die Leute wie Haustiere in der Hoffnung sie damit beschwichtigen zu können, man raubt ihnen Eigeninitiative und bürokratisiert das System, anstatt endlich an die Wurzel des Problems (Eigenkapitalverteilung) zu gehen. Vorschläge dieser Art werden als revolutionär und leistungshemmend abgetan, als glatter Widerspruch zu den Verhältnissen, in denen wir leben. Damit aber gibt es keine politische Kraft, die die Umverteilung des gesellschaftlichen Eigenkapitals durchsetzen könnte, und folglich häufen sich die Katastrophen, die diesen Prozess erzwingen (Bürgerkrieg, nationaler Krieg). Man kann von „Systemtreuen“ keine Vorschläge erhoffen, die gegen das Prinzip der Eigenkapitalkonzentration gerichtet sind, und man wird auch nirgends Kräfte finden, die für dieses Ziel zu kämpfen bereit sind. Noch immer gilt Privateigentum als heilige Kuh, bis zu dem Tag, wo sie von den Bürgern selbst geschlachtet wird. Konsequent ist daher der Niedergang der Sozialdemokratie als Vorbote der Katastrophe, ihr Verlust an Lösungskompetenz und Glaubwürdigkeit. Man hat in dieser Welt nur die Wahl: Ein „Systemgegner“ zu sein, oder sich für den Bürgerkrieg zu rüsten. Dazwischen passt kein Blatt Papier, und alle, die sich als reformistisch geben, werden das gleiche Schicksal wie die Sozialdemokratie erleiden. Sie werden vielleicht eine Zeitlang gehört werden, werden aber schon bald den Nimbus des Lügners an sich tragen. Erreichen werden sie so oder so nichts. Die Systemkräfte sind stärker als jeder Gedanke, mag er auch noch so verlockend klingen und auch noch so ehrlich formuliert sein.

    PS: Einmal haben Sie, Herr Buschbeck, zu mir gesagt, dass mir das Gefühl für Sozialismus und seine verherrenden Tendenzen abgeht. Das stimmt. Aber ihnen fehlt nicht minder das Gefühl für Kapitalismus und seine vernichtenden Kraft. Man muss schon ein Leben lang in diesem Wahnsinn gelebt haben, um das Schicksalhafte der Systeme zu verstehen. Glücklich all jene, die von einer Welt in die andere wechseln durften, und sich sich dadurch einen Rest an Hoffnung bewahrt haben.

    1. >>>Das stimmt. Aber ihnen fehlt nicht minder das Gefühl für Kapitalismus und seine vernichtenden Kraft.

      Lieber Herr Felsberger,

      diese „steile These“ wird schon in der Überschrift des verlinkten Grund-Beitrages dieses Blogs wiederlegt.

      http://kapitalismus-verstehen.de/

      Und was macht bitte jemand, der Geldsparer zu Eigenkapitalsparern machen möchte?

      Und warum mussten bitte die Löhne in Deutschland hinter der
      der Produktivität zurückbleiben um wieder mehr Beschäftigung zu ermöglichen?

      Alles für die Horter, alles für die Katz…mit Guthabenbremse können die Löhne endlich wieder steigen – die Unternehmer nehmen ein, was Sie ausgeben, niemand ist mehr auf Lohndumping oder Nachfrageraub beim arbeitslosen Nachbarn als Wirtschaftsmodell angewiesen.

      Schon kurios, mit welchem wiederkehrenden Projektionsmustern man als Guthabenkritiker belegt wird.

      „Du willst….(angeblich)….dies und das “ – scheint ein kognitiver Schutzmechanismus von „Horterschützern“ zu sein. 🙂

      Nix für ungut, ich nehme das „Du willst…“ mittlerweile mit Humor, hoffe Sie auch.

      1. Das Geldhorter-Karussell ist ein Phänomen der Kapitalisten- und nicht der Arbeiterklasse. Die Unternehmen schütten mehr an Gewinnen aus als die Eigentümer (=Geldkapitalisten) zu konsumieren bereit sind. Mit den Arbeitern, die im Durchschnitt und seit jeher nur ihren Lohn konsumieren, hat das rein gar nichts zu schaffen. Sie Geld-sparen nicht und können es auch nicht. Indem man dieses Geldhorter-Karussell abschafft, mag man die ökonomische Aktivität und die Beschäftigung heben, aber sicher nicht das Eigenkapital der Arbeiterklasse. Wo seit jeher nichts ist, wird auch in Zukunft nichts sein. Die Lohnentwicklung folgt eigenen Gesetzen, namentlich jenen der internationalen Konkurrenz. Aus Geldkapitalisten Sachwertkapitalisten machen zu wollen, ist ein Widerspruch in sich, eben weil jene Klasse schon lange sich für den Status des Geldkapitalisten und gegen den des Sachwertkapitalisten entschieden hat, und zwar schon vor 150 Jahren. Sie werden sich nicht freuen, wenn sie nun genau dort zurück sollen, wo sie mit großer Inbrunst das Schiff verlassen haben. Anstatt solcher kosmetischer Maßnahmen, die auf eine bloße Transformation von Eigenkapital hinauslaufen, schlage ich eine weltweite Abgabe auf Eigenkapital in der Höhe von 10% vor, bei gleichzeitigem Transfer zur Arbeiterklasse. Dann könnte es schon sein, dass die Löhne zum Steigen beginnen, eben weil der Zwang zur Lohnarbeit abnimmt, ähnlich wie einst in den USA, wo eigentumslose Lohnarbeiter Seltenheitswert hatten. Das Herumdoktern an der Kapitalistenklasse, die Transformation ihres Eigenkapitals, beseitigt das Grundproblem nicht, nämlich: dass jenes Eigenkapital einfach zu hoch ist (in Realation zu dem der übrigen Menschen). Der Kapitalismus krankt an der Verteilung, nicht des jährlichen Produkts, sondern des gesellschaftlichen Eigenkapitals, und wer dieses Übel nicht anzugehen bereit ist, wird dieses System nicht retten.

        PS: Tut mir leid, dass ich Ihnen immer wieder eine Meinung unterstelle, aber ich bilde mir ein, dass ich auch das Recht dazu habe, eben weil ich ihre Beiträge und Meinungen ja immer lese. Missinterpretionen mögen dabei immer vorkommen, beabsichtigt sind sie nicht. Ich würde mich freuen, wenn sie ein bisschen an revolutionären Schwung aufnehmen würden anstatt an einem durch und durch kranken System herumzudoktern.-)

        1. >>>schlage ich eine weltweite Abgabe auf Eigenkapital in der Höhe von 10% vor, bei gleichzeitigem Transfer zur Arbeiterklasse.

          die es dann horten darf? 🙂 Was ist an der Eskalation des Hortungswahns bitte revolutionär?

          Revolutionär ist es, wenn alle Unternehmer sind, dieses System hatten wir noch nicht.

          Dass alle keine Unternehmer sind kenne ich schon, da wären wir übel dran gewesen, wenn wir nicht in der Freizeit Unternehmer gewesen wären.

          1. >Was ist an der Eskalation des Hortungswahns bitte revolutionär?> Eigenkapital besteht ja aus Sachvermögen UND Geldforderungen, folglich der Transfer durch Steuer ebenso. Alles eine Frage der Abwicklung. Man muss diese Abgabe ja nicht monetarisieren, man kann ja Beteiligungen auch direkt übertragen. >Revolutionär ist es, wenn alle Unternehmer sind, dieses System hatten wir noch nicht.> Das stimmt. Eine verlockende Vorstellung. Wo die Eigenkapitalkonzentration erträglich ist, z.B. hier in Vorarlberg, funktioniert auch der Kapitalismus.

            1. Nur gibt es doch nur einen wirklichen Grund kein Unternehmer zu sein – man scheut das Risiko. Ansonsten gäbe es ja massenweise Genossenschaften von Leuten, die allein das Eigenkapital nicht stemmen können.

              Produktionsmittel sind absolut frei verkäuflich, bekommt man regelrecht aufgedrängt, ebenso wie den Kredit zum Eigenkapital. Einfach das Haus verpfänden und los….

              1. >Nur gibt es doch nur einen wirklichen Grund kein Unternehmer zu sein – man scheut das Risiko.> Das Risko hängt vom Eigenkapital ab, über das man verfügt. Was für einen Kapitalisten völlig risikolos ist, kann für einen Arbeiter ein Hasardspiel sein. Auch so eine Ideologie, das Gerede vom Risko, die man schleunigst zur Seite legen sollte……

                1. Auch Eigenkapital kann man leihen, konnte ich auch nicht anders machen.

                  Und natürlich können die Leute doch als Genossenschaft wirtschaften und so EK und PFÄNDER (omis Häuschen) bündeln.

                  Nix Ideologie alles Schutzbehauptungen, kaum jemand will sich den Stress und die Schulden als (Selbst)Ausbeuter über den A..ch ziehen.

        2. ich bin übrigens ein großer Freund von Vermögenssteuern, schon wegen der Marktvermachtung – dafür ist eine Guthabenbremse aber Bedingung, nur sie beseitigt den realen Grund, warum man es bisher nicht macht, machen kann.

          1. >dafür ist eine Guthabenbremse aber Bedingung, nur sie beseitigt den realen Grund, warum man es bisher nicht macht, machen kann.> Es stimmt schon, dass man Unternehmen, die mit Fremdkapital überladen sind, staatlicherseits nicht substanzbesteuern will.Anderseits sind es genau dieselben Unternehmen, die sich quasi selbst substanzbesteuern, wenn sie Gewinne auf der Basis von FK-Erhöhung an die Eigentümer ausschütten. So kam ja das ganze Desaster zustande: Die historisch geschlossene Kapitalistenklasse hat sich in zwei Fraktionen gespalten: Unternehmen hier, Geldkapitalisten dort. Seitdem ertrinkt die Welt in Geld.

          2. Letztendlich kann die Menschheit immer nur kleine Schritte gehen, und selbst, was im Moment als grosser erscheint, entpuppt sich im Nachinein zumeist als kleiner. Wie gross erschien den Zeitgenossen die französische Revolution und wie unbedeutend war sie im Nachinein. Deshalb sollte man für Dinge kämpfen, die machbar sind, und nicht sich in Gefilde schwingen, die für eine Generation ausserhalb ihrer Reichweite liegen. Machbar scheint im Moment die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins, mit der Konsequenz einer europäischen Schuldenunion und der Abkehr vom nationalen Interesse. Machbar ist auch, die Entdämonisierung der europäischen Staatsschuld und die Einsicht, dass ihre Bedienbarkeit zu jeder Zeit eine politische Entscheidung ist, und nicht eine ökonomische. Das sind zwei wesentliche Schritte um den Bewusstwerdungsprozess der Menschheit, die sich in dunklen Kräften gefangen fühlt, voranzutreiben. Man kann Gestaltungsspielräume erschliessen, die man im Moment für undenkbar hält, indem man den Ausbau der Infrastruktur vorantreibt, die Bildung forciert und die Versorgung der Alten und Kranken weiterentwickelt. Und dies alles, indem man als europäischer Staat ein bißchen Schuld in die Hand nimmt, die man nie zu tilgen gedenkt.

            Man kann die Inaktiven und Brachgelegten anstossen, indem man sie nicht bloß versorgt, sondern in die Gemeinschaft einbindet. Man kann das Verhältnis zum Aussen bestimmen, indem man Frieden und massvolle Integration sucht. All dies ist machbar, und vieles, was die europäischen Staaten tun, weist in diese Richtung. Lettendlich ist der kapitalistische Kern, allein aufgrund seiner starken Rationalisierungstendenz, im Schrumpfen begriffen, und nur, wenn die Menschheit über den Kapitalismus hinausdenken lernt, wird sie all ihre Potentiale zu nutzen wissen. Die Methode, um dies zu erreichen, ist die konsequente Ausdehnung der Staatsschuld und ihre Umpolung Richtung alternativer ökonomischer Prozesse, die keinen „Mehrwert“ in sich tragen. Wenn man heute aufmerksam um sich schaut, wird man viele neuentstandene Felder finden, wo der Kapitalismus längst im Rückwärtsgang ist: Bildung, Krankenpflege, Sozialarbeit, sozialer Wohnbau und viele mehr. Noch in den 20er Jahren benötigten die Austromarxisten Steuergelder, um den sozialen Wohnbau in Wien voranzutreiben. Heute genügt die Ausdehnung der Staatsschuld und dafür lohnt es sich zu kämpfen!

        3. >>>Mit den Arbeitern, die im Durchschnitt und seit jeher nur ihren Lohn konsumieren, hat das rein gar nichts zu schaffen. Sie Geld-sparen nicht und können es auch nicht.

          Auch wieder „steile These“ – so war es vielleicht zu Zeiten vom Karl Marx. Heute führe ich schon für fast alle Mitarbeiter Lohnanteile an die „Riester-Rente“ und alle möglichen sonstigen Konstrukte ab, die in Höhe der Geldsparquote Deutschlands liegt. Da müssen die noch nicht mal was vom Lohn zusätzlich beiseite legen…

          1. Über das Eigenkapital der Arbeiterklasse gibt es aus gutem Grund keine Statistik. Und ich habe „im Durchschnitt“ gesagt, weil Arbeitnehmer mit positivem Eigenkapital auch vielen mit negativem Eigenkapital gegenüberstehen. Ich bezweifle es, dass das Eigenkapital der Arbeitnehmer selbst in Deutschland nennenswert positiv ist. Ein paar Krümel, ja so wird`s sein……

            1. Ja klar – die Arbeiterklasse verarmt ohne Guthabenbremse

              – muss Lohnzurückhaltung für Exportüberschüsse leisten

              – hat keine realen Renditen auf ihr Sparvermögen

              – und verliert alles in der kommenden Depression und folgendem Krieg 😦

              Nur warum erzählen Sie mir dies, der dies ändern will? 🙂 🙂

      2. Es ist einfach eine Obszönität, wenn weltweit ein paar zig-tausend Unternehmen und ein paar zig-tausend Menschen den grössten Teil des Eigenkapitals auf sich vereinen. Da helfen auch die Versprechungen eines ewig steigenden Lebensstandards (=jährliches Sozialprodukt) nichts, um das Unvermeidliche, dass sich die Habenichtse eines Tages gegenseitig in die Haare geraten, zu vermeiden. Sich selbst gegen die Attacken der Habenichtse zu immunisieren, mag den Kapitalisten mit enormen Aufwand gelungen sein, den Krieg der Habenichtse gegen die Habenichtse, den „bellum omnium contra omnes“, werden sie nicht zu verhindern wissen. Was soll das für eine Welt sein? Wer will so leben? Umso erschütternder, dass es ein Heer von Doktoren gibt, die genau diese Welt retten wollen, im Regelfall bezahlt von den Krümeln, die die Kapitalisten unter das Volk werfen. Man muss sich genieren und mit Grauen abwenden und nicht eine Rettungsaktion für dieses unwürdige Schauspiel starten. Noch nie hat man Ökonomen über die Verteilung des Eigenkapitals diskutieren hören, immer nur über die Verteilung des jährlichen Sozialprodukts. Sie wissen genau, warum sie den Diskurs so gestalten und nicht anders, sie sind die Propagandaminister der Moderne. Jeder, der sich diesem Diskurs anschliesst, macht sich schuldig und trägt sein Schäufchen dazu bei, dass diese Welt in den Orkus geht. Und genau das werfe ich den modernen Geldtheoretikern vor, die doch immer nur das alte Lied vom Wachstum und der Verteilung des jährliche Produkts aufs Neue anstimmen. Sie sind ein Produkt der letzten Finanzkrise und haben keinen Funken „Systemkritik“ in sich. Die Finanzkrisen kommen und gehen, ihre Ursache: die Verteilung des Eigenkapitals, bleibt.

  2. Mich stört, Herr Buschbeck, dass Sie Geldhorten als risikolosen Vorgang darstellen. Dem ist nicht so. Der Geldhorter riskiert a) dass seine Forderungen nicht bedient werden, b) dass sie über die Zeit an Kaufkraft verlieren, und c) dass er als „Geldsack“ oder als „raffendes Kapital“, wie so oft in der Geschichte, gebrandmarkt wird. Wenn man diese Bedrohungen ernst nimmt, dann sollte man auch zugestehen, dass Geldhorten keine Einbahnstrasse ist, und dass zu jeder Zeit genügend Kräfte existieren, die das Ausmaß der Geldhorterei begrenzen. Im Gegensatz zu Ihnen gehe ich nicht von der These aus, dass die Welt an „Geldhorterei“ krankt, sondern: dass es die Ungleichverteilung des Eigenkapitals ist, die das System an die Wand fährt. Wenn nämlich ein großer Teil der Bevölkerung kein positives Eigenkapital aufbaut oder aufbauen kann, entsteht ab einem gewissen Zeitpunkt Lohndruck, der die Verteilung des Eigenkapitals noch mehr ramponiert. Ein sich selbst verstärkender Prozess kommt in Gang, wo diejenigen, die kein Eigenkapital haben, für noch geringere Löhne arbeiten müssen, und diejenigen, die welches haben, von diesen niedrigen Löhnen auf die eine oder die andere Art profitieren. Eigenkapitalkonzentration und Rationalisierung greifen ineinanander und treiben das System in eine völlige Schieflage. Für gewöhnlich geht dieser Punkt mit einer Stagnation des gesellschaftlichen Eigenkapitals Hand in Hand, was die Konzentrationsprozesse noch mehr verschärft. Zu glauben, dass man mit einem Kampf gegen die Geldhorteri die Verteilung des gesellschaftlichen Eigenkapitals ändern kann, gehört zu den großen Verirrungen des ökonomischen Denkens. Wenn, dann muss man das Problem an der Wurzel packen (= Eigenkapitalverteilung) und nicht an seinen Symptomen.

    PS: Kapitalismus ist ein Verfahren, dass bei einer annähernden Gleichverteilung des gesellschaftlichen Eigenkapitals (Beispiel: Japan und Deutschland nach dem 2.WK; China nach der Öffnung) eine enorme Produktivkraft Richtung Steigerung des Eigenkapitals entwickelt, zugleich aber dessen Ungleichverteilung bis zu einem Punkt vorantreibt, wo das System in Stagnation übergeht. Hier bedarf es dann einer gesellschaftlichen Katastrophe (Bürgerkrieg, nationaler Krieg, sozialistische Revolution) um diese Wachstumsgrenze zu sprengen und die annähernde Gleichverteilung des Eigenkapitals auf einem niedrigeren Niveau wiederherzustellen, um den Prozess von vorne und auf einem höheren gesellschaftlichen Wissensstand zu starten. Es ist ein schwerer Irrtum zu glauben, dass die Gleichverteilung sich ohne gesellschaftliches Leid durchsetzen lassen könnte. Selbst dann, wenn man sie im Rahmen eines Rechtsstaats abwickelt, wird die Frustration der Betroffenen und ihr Widerstand grenzenlos sein. Es ist in diesem System kein Verfahren denkbar, das einen von Natur aus schmerzhaften Prozess (Wiederherstellung der Gleichverteilung des Eigenkapitals) in einen schmerzlosen verwandeln könnte. Gerade die „systemtreuen“ Sozialdemokraten mit ihrem Glauben an schmerzlose Verfahren sind für gewöhnlich die Vorreiter der Katatrophe, nur um sich im Nachhinein als Opfer zu stilisieren. Der einzige Weg, den ich sehe, ist den höheren gesellschaftlichen Wissensstand zu nutzen, um bei den zukünftigen Opfern Einsicht zu erzeugen, ein lebenslanges Lernen und Verstehen, dass die staatliche Enteignung (oder alternativ: der Bürgerkrieg) ein notwendiger Bestandteil des Kapitalismus ist, um die annähernde Gleichverteilung des Eigenkapitals wiederherzustellen. Diese Einsicht kann sich nur über viele Generationen entwickeln, und mehr als dazu beizutragen, können wir alle nicht. Das schmerzlose Wundermittel, von dem Sie, Herr Buschbeck, träumen, existiert nur in ihren Kopf.

  3. Die Idee mit den negativen Nominalzinsen wirkt aus meiner jetzigen Sicht noch so wie „von hinten mit der Faust durchs Auge“.
    Es ist ja eben nicht nur das „Horten“ von Bargeld ein Problem, sondern sparen (=nicht wieder ausgeben) von Geld. Bei negativen Guthabenzinsen würde sofort die Suche nach alternativen Sparmöglichkeiten losgehen. Es ist ja sogar poitisch gewollt, private Altersvorsorge usw. zu betreiben. Das ist also schonmal sehr widersprüchlich zur derzeitigen Politik.

    Was außer einer Assetpreis-Inflation (Gold, Wertpapiere, Immobilien) hätte man also gewonnen? Tagesgeld und weitere kurzfristige Anlagen würde in langfristigere Anlagen gewandelt, je nach Liquiditätspräferenz. Vielleicht nimmt der ein oder andere auch einen negativen Realzins in Kauf.

    Nur an der Problematik „Sparen erfordert Netto-Neuverschuldung sonst gibt es über kurz oder lang Deflation“ ändert sich erst mal nichts?! Wenn Konsens bestünde, dass Staatsschulden vielleicht doch nicht so schädlich sind, wie sie immer hingestellt werden und Vermögensaufbau bei den Privathaushalten erst ermöglichen, ja dann wäre man einer Lösung wohl entscheidend näher gerückt.

    1. Hallo @thewisemansfear – schön das und was Du hier mal schreibst.

      Gemessen an den ausgelösten Emotionen stehen die negativen Nominalzinsen für mich eben auch in Frage, solange man Alternativen – z.B. negative Realzinsen sieht.

      Ich habe ja weiter unten geschrieben – 10% BIP Staatsschulden tun es auch:
      https://guthabenkrise.wordpress.com/2015/02/07/die-rote-zehn-statt-der-schwarzen-null-es-geht-auch-ohne-guthabenbremse/

      Aber kannst Du Dir dies als politischen Konsens im Land der Staatsschulden-Neurotiker vorstellen?

      Ich denke deshalb, dass auch dieser klassische Keynesianismus ohne Beschränkung der privaten Geldsparpläne kein Weg ist. Nach meiner Wahrnehmung ist er ja auch daran in der Kommunikation gescheitert – da auch in guten Zeiten die Geldsparpläne nicht unter die Verschuldungspläne sinken, steigen die Staatsschulden einfach immer. Wenn man daraus kein Problem machen würde und dies zinslos finanziert aber sicher kein großes Problem.

      >>>>“Sparen erfordert Netto-Neuverschuldung sonst gibt es über kurz oder lang Deflation” ändert sich erst mal nichts?!

      Eben nicht, nur Geldsparen erfordert Neuverschuldung – selbst wenn die alternative Investition der bisherigen Sparer eine reine Assetpreisinflation wäre – verhindert dies Deflation bei Neuschuldner-Mangel. Im besten Fall investieren wir aber gut gesteuert in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

      1. Ich bin beim Thema Staatsschulden voll bei Dir und soweit, dass zu einem Mindest- auch ein Maximum gehört. Sonst kommen wir nie auf einen grünen Zweig. Die Politik hätte so unendlich viel Gestaltungsmöglichkeiten in die Richtung, allein sie nutzt sie nicht…
        Sorry, war oben zu unpräzise formuliert. Habe an Geld-Sparen gedacht, aber nicht geschrieben.

        Die Frage ist also, was ist besser? Negativer Realzins über Inflation (dazu müsste man mal den Monetarismus in der Mottenkiste versenken) oder über negativen Nominalzins weshalb Bargeld abgeschafft werden müsste?

        1. >>>Die Frage ist also, was ist besser? Negativer Realzins über Inflation (dazu müsste man mal den Monetarismus in der Mottenkiste versenken) oder über negativen Nominalzins weshalb Bargeld abgeschafft werden müsste?

          Negativer Realzins dank aufgewachter Gewerkschaften wäre in vielerlei Hinsicht besser – nur brauchen wir ja heute die Exportüberschüsse und Lohnzurückhaltung gerade wegen der Horterei.

          Und vor allem brauchen wird die dauerhafte ERWARTUNG negativer Realzinsen für Geldhaltung – darum geht es bei der KREDITSTEUER, sie wirkt gegen die gegenteilige Erwartung.

          Investiert wird ja nicht, weil jetzt die Investitionsrendite größer ist als ein „Krisenzins“, sondern wenn die Rendite über den Investitionszeitraum höher erwartet wird.

          1. Die Gewerkschaften werden es nicht reißen, so meine Befürchtung. Jetzt sind effektiv gerade einmal 2,7% Steigerung auf Jahresbasis (+ Einmalbonus) bei der IGM rausgekommen. Und der Exportsektor hat nun einmal eine gewisse Schrumpfkur vor sich. Die Arbeitgeber werden, so die Umsätze nicht wieder anziehen, spätestens bei den kommenden Abschlüssen mächtig auf die Tränendrüse drücken. Bei mir im Betrieb wird die Steigerung zwar mitgemacht, aber es werden unterdessen auch Stellen abgebaut…

    2. Man will ja, dass das Geld gehortet wird, da ist es leichter zu stehlen. Das ganze Rentengeschwafel kannst Du vergessen, ist die hohe Schule des über den Tisch ziehens. Natürlich hast Du Recht, dass Geld zirkulieren muss. Dadurch erhält es, oder steigert es seinen Wert. horten, heißt Wahre nicht Verkaufbar zu machen, also spekulieren.

  4. Mit Inflation haben wir auch eine negative Verzinsung, wenn der Nominalzins unter der Inflationsrate liegt. Warum sollte man dafür das Bargeld abschaffen?

    Die Kreditsteuer im Euroraum ist dagegen eine ganz gute Idee und die Kreditsteuer hätte vor 2007 das Problem lösen können, dass für die Südländer das Zinsniveau zu niedrig war und in diesen Staaten die Konjunktur sich überhitzt hat.

    Grundsätzlich ist aber das Problem zu beachten, dass es halt gar keinen Kapitalmangel gibt. Man kann also schlecht die Geldvermögen in die Realwirtschaft umlenken, sondern sollte durch eine gleichmäßige Verteilung der Einkommen das Sparen verhindern. Das wird allerdings Widerstände der betroffenen Schichten hervorrufen, also der oberen 10 Prozent, die in den USA die Hälfte der gesamten Einkommen der Ökonomie kassieren.

    Für solche Überschüsse der Einkommen gibt es nur eine reale Investition: Krieg!

    1. >>>Grundsätzlich ist aber das Problem zu beachten, dass es halt gar keinen Kapitalmangel gibt.

      Klar Wolfgang – aber bei extremen Boom könnten sich Käufermärkte in Verkäufermärkte wandeln, was inflationär ist.

      Und für eben diese Einwände der Inflations- und Staatsschulden-Neurotiker gibt es die staatsschuldentilgende Kreditsteuer. Falls die postulierte Knappheit im real existierenden Kapitalismus mal auftaucht. Ansonsten ist sie nur ein Kommunikations-Trick 🙂 Angebotsknappheit im Kapitalismus ist ähnlich wahrscheinlich wie Angebotsüberschuss im Sozialismus. 🙂

    2. Gib den Menschen , die die Ware schaffen auch das Geld, um sie kaufen zu können.Alles andere geht früher oder später in die Hosen.
      Bargeld abschaffen gäge, die Kunst des Schenkens, aber bekommen sie das mal mit diesen Menschen hin. es ist wie mit der Demokratie. Der Euro ist Feuer mit Wasser gemischt. Eins geht garantiert drauf.
      Geld haben wir tatsächlich viel zu viel, bloß wo, bei den Nichtstuern. Alles was sie mit ihren Augen wahrnehmen, haben Arbeiter geschaffen. Das Geld haben allerdings die Anderen.(guten?) so sagt man uns, denn sie besitzen auch die Medien.

  5. Hallo Jörg,

    nun, wie könnte ein bargeldloses System konkret aussehen? Wir würden dann nur noch mit EC- oder Kreditkarte zahlen? bzw. die bisher eher unbeliebte „Geldkarte“ Funktion nutzen?

    Gruß,
    Phil

    1. Man kann Deine Idendentitär, dann nach belieben auslöschen, und hat dich so unter totaler Kontrolle. Ein falsches Wort kann da schon genügen. Häcker werden auch ihren Spaß haben. Natürlich könnte es auch ohne Geld gehen . Hier empfehle ich Lewis Heyd onder Mamonides zu lesen. Mit Geld Silvio Gesell.

  6. Lieber Jörg,

    wenn du mich nicht „fachlich“ zertrampelst tausche ich mich sehr gerne mit dir.:)).

    „Die Bargeldabschaffung ist noch ein recht naheliegender Gedanke für das Horter-Problem.“

    Ich setze mich seit langem mit dem Thema „Geldschöpfung – Giral/Buchgeld – Mindestreservesystem – Zentralbankgeld – 3 stufiges Geldsystem und zu Letzt, ja, du ahnst es schon, die Steuergesetze!!!!

    Bitte korriegiere mich:

    95% der Geldmenge ist Giralgeld der produziert wird von GB, oder?

    Ergo: Bargeldabschaffung ist der TRAUM des Bankensystem, da dadurch ein Bankrun unmöglich ist! Weiter können Bilanzen weiterhin, und noch mehr wie bisher manipuliert werden.

    Dabei ist es wichtig das Interbankensystem zu berücksichtigen, schliesslich ist es dieser ORT wo Giralgeld zwischen den GB zirkuliert, oder?

    http://www.antibilanz.info/

    http://www.horstseiffert.de/tefg/

    Man sollte davon ausgehen, dass Kredite nicht vergeben werden, weil der Zinssatz niedrig ist, sondern weil der Kreditnehmer genügend Sicherheiten bietet, den Kredit zurück zu zahlen, oder? War/Ist das so?

    Es gibt auch EINIGE die behaupten:

    1. Die Giralgeldschöpfung aus dem Nichts der GB und ZB sei ein Märchen, vielmehr seien die Kredite Dinglich besichert. Nochmals die Laien Frage: WER bewertet die Sicherheiten auf der Bilanzseite? Bitte um deine Geduld, aber das scheint mir einer der Knackepunkte zu sein.

    2. Die Negierung des Zins und Zinseszinseffekt durch mathematischen Modellen und Buchhaltung. Die Negierung das der Zins bei der „Schöpfung“ nicht mitgeschöpft wird.

    3. Mit Steuergesetzen wurde die Risikobegrenzung bei der Kreditvergabe für das Geldgewerbe de facto aufgegeben. Kredite und strukturierte Finanzprodukte müssen seither nicht mehr mit Eigenkapital unterlegt sein, sie werden in Zweckgesellschaften ausgelagert und nicht mehr in den Bilanzen der Banken ausgewiesen. Zusätzlich wurden die Zweckgesellschaften von der Gewerbesteuer befreit.

    Die Realwirtschaft wird degeneriert zu einer Quelle von Provisionen und Boni. Wofür? Die Bösen Bankster oder Politiker? Nein. Nach allem was ich erleben durfte, ist es die Stellschraube Geldsystem die mathematisch bedingt zum stottern gekommen ist.

    Nach dem Motto: Vor der Krise ist nach der krise!

    In der Finanzwirtschaft werden riesige Vermögen verwaltet. Sie betragen ein Vielfaches des Weltbruttoinlandsprodukt. Die politischen Weichenstellungen in der Verteilung des Wohlstandes weg von den Lohnabhängigen hin zu den Kapitalbesitzern, (sind in den Steuergesetzen zu finden – und dies Global), sorgen dafür, dass diese nicht in der Realwirtschaft eingesetzten Vermögen weiter steigen und der Finanzwirtschaft damit ein steigender Strom von Provisionen garantiert wird. Mit der Verwaltung dieser riesigen Geldmengen wird im Gegensatz zu Tätigkeiten in der Realwirtschaft kein Mehrwert geschaffen, dass zu begreifen ist von entscheidender Bedeutung.

    1. Um das zusammen zu fassen – die Krisen haben natürlich auch Gewinner, vielleicht auch nur vermeintliche….

      Auch deshalb muss man eine funktionierende Globalsteuerung haben. Und dazu muss man sehen, was überhaupt die Regelaufgaben sind.

      Ganz offensichtlich sind Pläne Geld zu sparen (mehr zu verkaufen als zu kaufen) auch bei Nullzins noch über den Verschuldungsplänen (mehr kaufen als verkaufen) kreditwürdiger Schuldenkäufer.

      Dann bleibt nur extensive Staatsverschuldung oder globale Depression, welche in den Krieg führt. Staatsverschuldung soll nicht sein, also stehen wir ohne Guthabenbremse vor Depression und Krieg.

      Wir müssen also die Guthabenbremse diskutieren und nicht verwirrendes Pillepalle (meist Verwirrung aus doppeldeutigen Begriffen wie Geld, Geldmenge etc.) wie es einige „Alternativökonomen“ so gern machen.

      Deshalb ja auch der Gedanke das Bargeld abzuschaffen, um eine Guthabenbremse durch nominal negative Zinsen zu ermöglichen. Und die Alternative, Nullzins auch als dauerhafte ERWARTUNG und dafür Kreditsteuer, wenn man mal bremsen muss. Darum geht es in diesem Beitrag und es lohnt beim Thema zu bleiben. 🙂

    2. Das Geld gehört City of London und das gehört der Rohtschilddynastie. Die hat man vergöttert. Wieviel Geld existiert weiss kein Mensch. Die Welt ist schon mehrfach verkauft, selbst Sonne, Mond und Sterne. Ist alles im Internet findbar. Kann man diese Unmengen Falschgeld noch ernst nehmen? Wenn alleine die Rohtschild Familie ihr Geld abhebt (in Bar), ist die Welt pleite. Was die für soviel Geld gemacht haben, garnichts. Die würden nie, sich die Finger schmutzig machen. Was meinen sie wer all die Kriege in den letzten 100 Jahren arrangiert und bezahlt hat und dabei immer reicher wird. Die morden nicht. Die lassen morden. Bei Krediten macht nur einer ein gutes Geschäft, die Bank. Natürlich wollen die viel lieber die Sicherheiten. Falschgeld können die ohne Ende drucken und damit die Welt ausrauben, alles bestechen, erpressen, zerstören wie ihn gerade beliebt. Dieses Geld kann man nicht mehr ernst nehmen, also besser Werte statt Geld. Was meint ihr, wo z.B. das deutsche Gold ist?,blöde Frage, da gibt es nur einen Ort. Er kommt dann als großer Gönner und Weltretter daher, die Jungen werden es noch erleben. Hebelgesetze kennt doch jeder, wenn ich hunder Euro besitz, kann ich davon 900 ausgeben, dann habe ich noch Sicherheiten. Die hätten Mathematikuntericht mal lieber mitmachen sollen. Na gut als Bänker braucht man das nicht. Die wetten ohne Geld auf Dinge, die es garnicht gibt und machen damit aber reale Gewinne. Magie ist dagegen garnichts. Fragen sie nie die Frösche, wie man Sümpfe trocken legt.

Und was denkst Du so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s