Die Sonnenseite des Kapitalismus – die mögliche Konversion des militärisch industriellen Komplexes


Diesen Traum haben natürlich andere schon vor mir geträumt. Die Produktivität und Innovationskraft ist die Stärke des Kapitalismus. Während man in unserem Land diese Sonnenseite des Kapitalismus systematisch über ständig steigende Regulierung zerstört, ist dies in den USA wohl etwas anders. Nur wünscht man sich ja auch Regulierung, wenn die Innovation „Fracking“ oder neues Kriegsgerät heißt. Staatliche Steuerung braucht es als also, aber eben in dem man das Richtige beSTEUERt statt den Kapitalismus schleichend in eine kapitalsozialistische EU-Misswirtschaft umzuwandeln, wo jeder zweite entweder Normen-Deuter, Normen-Kontrollierer oder Zertifizierer ist. An dem Tag, wo dies verstanden wird, wir z.B. Naturverbrauch statt Arbeit besteuern, wird der Kapitalismus zum ökologischen Kreislaufwunder. Ansonsten werden wir in eine STRATFOR_Zukunft laufen, welche sich als Horror-Kombination der Schattenseiten von Sozialismus (mangelnde Produktivität und Innovation) und Kapitalismus (Marktvermachtung, Naturzerstörung, Kriegsbedarf) gestalten wird.

4 Kommentare zu „Die Sonnenseite des Kapitalismus – die mögliche Konversion des militärisch industriellen Komplexes“

  1. Eine wirkliche Emanzipation der Menschheit ist nur denkbar, wenn sie sie sich aus dem Wahn des Zahlensystems befreit. Wir haben uns alle daran gewohnt, gesellschaftliche Anliegen in Zahlen zu übersetzen, und seien sie auch noch so komplex. Man sagt heute noch: „Das Pensionssytem ist unfinanzierbar“, ganz so, als ob es ein Zahlenmysterium wäre, das die Altersversorgung blockiert. und nicht der gesellschaftliche Wille. „Zahl rauf, Zahl runter“, hat ein Bekannter mal zu mir gesagt, „ist das Dümmste, was es gibt. Das gesellschaftliche Bedürfnis ist viel komplexer, als dass es sich in einem Zahlensystem abbilden lassen könnte.“ Die gesellschaftlichen Produktivkräfte haben längst ein Stadium erreicht, wo sie sich dem Zahlensystem widersetzen. Nichts anderes meint der von Marx behauptete Widerspruch von „Produktionsverhältnis (=Zahlensystem) und Produktivkräfte (=Technologie)“. Alle Absurditäten, die wir heute erleben, fußen auf der Unmöglichkeit, das aufgebaute Wissen und Bedürfnis weiter in das Korsett der Zahlen zu sperren. Man muß nun die „Büchse der Pandora“ öffnen, langsam und behutsam, und die Menschheit schrittweise in die Freiheit entlassen. Dazu kann man zunächst auf „Bilanztricks“ zurückgreifen, später auf die Schaffung nicht-monetärer Wirtschaftskreisläufe, die man über freie Abstimmungen organisiert. Die Menschheit ist auf einem guten Weg, es fehlt nur noch die Initialzündung. Ich bin frohen Mutes, dass ihr dieser Schritt eines Tages aufgezwungen wird…..

  2. Sehr geehrter Herr Buschbeck,

    Kapitalismus hat viel mit Illusion und Schaffung derselben zu tun. Wenn es heute zum Beispiel gelingt, Akkumulation und Ausdehnung der Aktiva durch Staatsverschuldung zu „simulieren“, so kann man das Potential an Illusion erahnen, das in der Bilanz schlummert. Man hat sich als Unternehmen daran gewohnt, Staatsverschuldung auf die Aktivseite der Bilanz zu stellen, so als ob man gegen seinen „Herren“ eine Forderung erheben könnte, ein Vorgang, der einen mittelalterlichen Bauern noch erschaudern hätte lassen. Ebenso hat man eine Vielzahl an Bilanzposten geschaffen, so zum Beispiel den (originären) „Goodwill“, durch den „Reichtum“ auf „künstliche“ Art gedehnt wird. Kapitalismus ist ein dualer Prozess, hier: die Reichtumserfassung (=Bilanz), dort: der Ausstoss und Absatz an Waren (=Umsatz), wo das Erstere eine Simulation ist, und das Zweitere real. Damit ist klar, wo man das System hebeln muss – bei der Reichtumserfassung -, um den Output anzukurbeln. Die Frage ist also: Sind Methoden denkbar, die über die heutigen der Staatsverschuldung und der bilanziellen „Tricks“ hinausweisen, die zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden können? Und die Antwort kann nur „JA!“ lauten. Man kann zum Beispiel, so unerhört das noch klingen mag, einen Posten auf der Aktivseite der Bilanz einführen, den man „akkumuliertes soziales Engagement“ nennt und wo man alle immateriellen, nicht-monetären Leistungen, die das Unternehmen an der Allgemeinheit erbringt, eintragen darf. Das kann sein: Arbeitsbedingungen, Verkürzung der Arbeitszeit, Umweltverträglichkeit und vieles mehr. Man kann also das Preissystem umschiffen, indem man direkt über die Reichtumserfassung das Verhalten der Unternehmen zu beeinflussen sucht und „nicht-monetäres, gesellschaftliches Wohlverhalten“ honoriert. Arbeitszeitverkürzung, humanere Arbeitsbedingungen und Umweltverträglichkeit können auf diese Art gefördert werden. Der „Kapitalstock“ wächst und damit auch das Verschuldungspotential der Unternehmen. Was ich damit sagen will: Viel zu lange hat sich die Menschheit daran gewohnt sich dem Preissystem zu fügen, und dabei übersehen, dass die Gestaltungsspielräume, die das Preissystem eröffnet, viel zu gering sind. Steuern werden über die Preise weitergereicht, die reale Umverteilung ist begrenzt. Man muss den Kapitalismus dort knacken, wo sein „flexibelster“ Punkt ist: in der Bilanz, und nicht beim monetär verrechneten, „starren“ Umsatz. Wir brauchen Phantasie um das Zahlensystem aufzubrechen und mit gesellschaftlichem Leben zu füllen! Man muss die Zahlen umdeuten lernen!

    Grüsse A.Felsberger

    1. Sehr geehrter Herr Felsberger,

      >>Wir brauchen Phantasie um das Zahlensystem aufzubrechen und mit gesellschaftlichem Leben zu füllen! Man muss die Zahlen umdeuten lernen!

      Ja, das Nullzinsumfeld bietet ja über das Abdiskontieren mit extrem reduziertem Zinssatz natürlich dazu beste Möglichkeiten. Wird ja auch schon kräftig genutzt.

      In dem Beitrag geht es aber um was anderes – die Produktivität des Kapitalismus wird für eine Naturverbrauchswende jenseits der Zahlenspiele dringend gebraucht.

      sonnige Grüße JB

      1. Stimmt. Der Nullzins ist ein gutes Beispiel für eine gesellschaftliche Umdeutung eines zuvor als „Natur- oder Marktgesetz“ angenommenen Sachverhaltes. Wir brauchen viele solche Umdeutungen und Aufweichungen……

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