Braucht wirtschaftliches Gleichgewicht heute ein Bargeld-Verbot?

Eine Wirtschaft ist im Gleichgewicht, wenn die Pläne auf Nachfrageverzicht der Einkommen (Geldsparen/Schuldentilgungen) mit den Plänen für Nachfrage auf neue Verschuldung übereinstimmen. Wollen sich auch bei Nullsparzins weniger Menschen neu verschulden als in Geldhaltung sparen, liegt der Gleichgewichtszins offensichtlich unter Null.* An dieser Stelle ist auch wichtig zu sagen, dass wir bei Plänen für Geldvermögensänderungen über KAUFSALDEN sprechen und Kaufsalden kann man auch nicht „drucken“ oder durch Neubewertung herbeizaubern.

Nun ist diesem negativen Gleichgewichtszins aber das hortbare Bargeld im Weg. Ein Problem, welches immer mehr auch in das Bewusstsein der nichtdeutschen Notenbanker und Politiker gelangt. Die deutschen „Eliten“ pflegen ihre diesbezügliche Verdrängung erfolgreich damit, dass sie über ca. 250Mrd.€ Exportüberschüsse ihren Neuschuldnerbedarf erfolgreich decken können. Dieses verschärft natürlich die Situation der Anderen, weshalb nun schon in EZB-Veranstaltungen über Silvio Gesell diskutiert wird. Eine Abschaffung des Bargeldes wäre nun der einfachste Weg, der auch mit „unverantwortlicher Bargeldhortung“ auch noch den Bürgern als „Verschulden Dritter“ verkauft werden könnte. Wir haben diesen Weg deshalb schon 2009 am Rande des G20 vorgestellt. Nur bleibt diese Sache natürlich maximal unpopulär und ein im Kontext der eh schon laufenden „Stasi 2.0 Entwicklung“ bedenklicher Baustein.

Was wäre denn nun aber die Alternative? Die Pläne für Geldhaltung lassen sich auf sehr vielen Wegen reduzieren. Sie werden viel stärker von langfristigen Erwartungen geprägt als von kurzfristigen Zinsen. Mit dieser Erkenntnis könnte man sehr viele Wege einer Guthabenbremse diskutieren – nur diskutiert halt niemand mit. Da muss man dann halt eben sagen: „Selbst schuld, liebe Problemverdränger, wenn die Alternativen zur Bargeldabschaffung nicht durchdringen.“

*Es folgt dann kausal eine deflationäre Abwärtsspirale, welche mit Zwangsinvestitionen in Lagerbestände beginnt und sich in gegenseitigem Kaputtsparen bis zur Komplettinsolvenz oder einem militärischen „Befreiungsschlag“ fortsetzt.

4 Kommentare zu „Braucht wirtschaftliches Gleichgewicht heute ein Bargeld-Verbot?“

  1. Man sollte die Gefahr der Bargeldhortung nicht dramatisieren. Wie sollte so etwas gehen? Sperrt man das zu Hause in den Kasten oder in einen Safe? So oder so schläft man schlecht und ist in seinem Aktionsradius eingeschränkt. Ich halte den aktuellen Nullzinssatz für völlig ausreichend, um die Nachfrage zu stimulieren. Sollte es dennoch zu weiterem Aufbau von Geldvermögen kommen, dann werden diese „Sparmeister“ halt lernen müssen, dass man das Geld in einem Bankenzusammenbruch auch verlieren kann. Man sollte nicht dem Fehler verfallen: jeden zu jeder Zeit schützen zu wollen. Letztendlich ist es ein Fehlverhalten, wenn jemand über Gebühr Geld spart, und er wird daraus auch die Konsequenz tragen müssen. Auserdem ist der Vorgang der Geldvernichtung im Konkursfall äusserts „gerecht“ und „demokratisch“. Habe ich ein bisschen Geld, verliere ich kaum etwas, habe ich viel, verliere ich mehr….. .

    PS: Ihr lapidares „Die Überwachung haben wir eh`schon“ finde ich befremdend. Zeit dagegen anzukämpfen!

    1. >>PS: Ihr lapidares “Die Überwachung haben wir eh`schon” finde ich befremdend. Zeit dagegen anzukämpfen!

      Scheint doch keinen anzuheben, nun kommt mit der Maut noch das komplette Bewegungsprofil.

      Und bezüglich ihrer Lösung – klar, aber die Reaktion des volkes werden „Laternengedanken“ für die handelnden Politiker sein – da werden die noch mehr die „Laternen-Gesinnung“ des volkes überwachen müssen.

      Lösungen müssen Akzeptanz haben, dies hat weder Bargeldverbot noch Guthabenabschreibung. Ein funktionales System braucht außer für religiös irre keine Überwachung – deshalb bin ich da so lapidar. Entweder es kommt ein funktionales System, oder eh alles schlimme.

  2. Ein Bargeldverbot ist undenkbar. Es ist in keiner Weise mit den Bürgerrechten kompatibel. Das ist ja die Gefahr des heutigen Kapitalismus: Dass er auf der Suche nach „Lösungen“ in autoritäre Muster verfällt. Man muss als Kritiker sich stets bewusst sein, wo man zunächst und vor allem zu stehen hat: Auf der Seite der Bürgerrechte.

    1. Am Ende des tages geht es um Krieg oder Frieden und die Totalüberwachung haben wir schon so oder so. Und das Bargeld-Verbot ist nahe liegend, für Alternativen muss man um die Ecke denken können. Die meisten können aber gar nicht mehr denken, wenn es um “Gott-Bremsen” äh Guthabenbremsen geht.

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