Jens Berger irrt – Griechenland kann einfach seine eigenen Euros machen

Wie könnte dieser Plan B denn aussehen? Nach den Verträgen von Maastricht kann man kein Land aus dem Euro werfen. Man kann Griechenland jedoch zwingen, den Euro zu verlassen. Sobald die EZB ihre ELA-Kredite einstellt, ist das griechische Bankensystem ausgetrocknet und de facto insolvent. Natürlich könnte Griechenland – so wie dies einige wenige Entwicklungsländer praktizieren – weiterhin den Euro als offizielle Währung behalten, ohne Banken wird dies jedoch für ein Industrieland unmöglich. Die Schaffung einer neuen Währung wäre der einzig gangbare Weg aus dieser Misere. 
http://www.nachdenkseiten.de/?p=26585

Zentralbankgelder sind stofflich Forderungen gegen die Zentralbank – und es kann eben die eigene Zentralbank sein. Und dafür die Einheit Euro zu verwenden, kann man den Griechen ebenso wenig verbieten, wie weiter in Meter zu messen. Und man kann diese Forderungen natürlich auch selber verbriefen. Also neue Währung – ja bitte – eigene griechische Euros.
Und real sind es Forderungen gegen Steuerzahler – und deshalb muss die griechische Zentralbank künftig noch eine Steuergewalt zur Staatsschuldentilgung haben, und zwar auf Einfuhren!

8 Kommentare zu „Jens Berger irrt – Griechenland kann einfach seine eigenen Euros machen“

  1. Diese Mail habe ich soeben an Dr. Diether Dehm (MdB DIE LINKE) verschickt:

    Hallo Diether,

    Zunächst bitte ich um Entschuldigung, dass ich vier E-Mail-Adressen Deines Teams gleichzeitig anschreibe. Ich will jedoch sicherstellen, dass Dich diese Mail auch erreicht.

    Nach meiner Kenntnis hast Du gute, oder sogar sehr gute Kontakte zur griechischen Regierung. Da ich mal davon ausgehe, dass auch die Regierungsmitglieder von Syriza in den konkreten Ausformungen von Finanz- und Geldpolitik den einen oder anderen Hinweis durchaus gebrauchen können, bitte ich Dich, – wenn es Dir möglich ist – diese Information weiterzugeben:

    Jens Berger schrieb auf den NachDenkSeiten am 29. Juni unter dem Titel „Operation geglückt, Europa tot“ unter anderem (http://www.nachdenkseiten.de/?p=26585):

    Wie könnte dieser Plan B denn aussehen? Nach den Verträgen von Maastricht kann man kein Land aus dem Euro werfen. Man kann Griechenland jedoch zwingen, den Euro zu verlassen. Sobald die EZB ihre ELA-Kredite einstellt, ist das griechische Bankensystem ausgetrocknet und de facto insolvent. Natürlich könnte Griechenland – so wie dies einige wenige Entwicklungsländer praktizieren – weiterhin den Euro als offizielle Währung behalten, ohne Banken wird dies jedoch für ein Industrieland unmöglich. Die Schaffung einer neuen Währung wäre der einzig gangbare Weg aus dieser Misere.

    Aber Jens Berger irrt. Zentralbankgelder sind stofflich Forderungen gegen die Zentralbank – und die griechische Zentralbank ist zweifellos eine Zentralbank. Und für diese Forderungen an die eigene Zentralbank die Einheit Euro zu verwenden, kann man den Griechen ebenso wenig verbieten, wie weiter in Meter zu messen. Und diese Forderungen können natürlich auch verbrieft werden. Also neue Währung – ja bitte – eigene griechische Euros. Die griechische Regierung hat durch die Hortung des Bargeldes bei den Bürger_innen Griechenlands sogar einen großen Trumpf: Die Menge an Bargeld in Euro ist in Griechenland derzeit riesengroß. Ein Nachschub an Bargeld, den die EZB genehmigen müsste, ist auf absehbare Zeit nicht erforderlich.

    Gelingt es der griechischen Regierung und der Zentralbank von Griechenland den bargeldlosen Zahlungsverkehr innerhalb von Griechenland reibungslos abzuwickeln – was mit der oben beschriebenen Maßnahme überhaupt kein Problem sein sollte – können nach und nach die Euroscheine wieder eingesammelt werden. Beim Zahlungsverkehr mit dem Ausland greifen die Kapitalverkehrskontrollen. Wenn die EZB sagen sollte: Die griechischen Euros sind aber keine Euros, tja, dann hat die EZB gelitten. Denn so lange die griechische Zentralbank den Zahlungsverkehr innerhalb von Griechenland hinbekommt, so lange ist die EZB ziemlich machtlos.

    Und wenn die griechische Zentralbank von den griechischen Banken griechische Staatsanleihen kauft, und somit den „Betrieb am Laufen“ hält, auch dann ist die EZB machtlos.

    Mit respektvollen Grüßen
    Hajo Zeller

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    Hajo Zeller
    Geschäftsführer
    DIE LINKE. Fraktion
    Kreistag Marburg-Biedenkopf
    Bahnhofstraße 6
    35037 Marburg
    Fon: 06421-163873
    Fax: 06421-6970794
    Mobil: 0177-9686479
    hajo.zeller@die-linke-marburg.de
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    DIE LINKE – PLAN B: für einen sozial-ökologischen Umbau
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    1. Danke lieber Hajo,

      Die Notenbank sollte schon zusätzlich eine Steuergewalt insbesondere auf Importe und Kredite bekommen, was beim begrenzten Vertrauen in griechische legislative Organe noch einige Zusatznutzen bringt.

      Am Ende der Geschichte geht es um Kaufsalden und ihre auch internationale Übertragbarkeit, also teilnahme am internationalen Zahlungsverkehr in Euro, auch ohne Kursstellung. Dazu wird man sich mit der BIZ einigen müssen.

      Ich würde dann nur einen klaren Deal anbieten, die griechische Notenbank finanziert die griechischen Staatsschulden (Kaufüberschüsse) = Nachfrageschulden der Anderen für beide Seiten zinslos mit dem Buchungssatz:

      Forderung an Steuerzahler an Sichtguthaben.

      Und dann werden diese Schulden ohne jede Abschreibung mit einer Importsteuer getilgt. Dann hat Griechenland die Nachfrage für seine Arbeitslosen, und die Anderen müssen kein Forderungen auf ihre Steuerzahler umbuchen.

      WIN/WIN

  2. Unsinn. Euro sind Forderungen gegen die EZB, falls es sich immer noch nicht herumgesprochen hat: Im Euro Raum gibt es mur eine ZB und das ist die EZB.

    Natürlich kann auch eine griechische ZB für die Währung den Namen Euro nutzen, sofern dieser nicht geschützt ist (das dürfte er sein) – aber deren Währung wäre eine Forderung gegen die ausreichende ZB, nicht gegen die EZB der Euro-Zone.

    Also das war jetzt Berufsschule Woche 1 und 2, wie ich mal amnmehme.

    1. Okay, die griechische Zentralbank vergibt morgen früh (1. Juli) einen Kredit an Bank A. Und zwar nicht indem sie dieser Bargeld auszahlt, sondern der Bank A auf ihrem Zentralbankkonto die Kreditsumme gutschreibt. Daraufhin überweist Bank A an Bank B eine Transaktionssumme. What’s wrong?

      Oder anders gefragt: So lange das innerhalb von Griechenland passiert, was soll diese Kreditvergaben begrenzen?

      1. Du hast es doch schon selber gesagt. Solange das INNERHAB Griechenlands läuft, geht das. Scheine und Münzen in € laufen aber nicht nur innerhalb Griechenlands.

        1. Na und Detlef, ist doch grad Bankenrun, dafür habe ich schon 2009 den Masterplan gemacht 🙂

          Schade, schade, das Euro-Bargeld muss jetzt leider wech oder durch ein Spezialkonstrukt mit Ablaufdatum ersetzt werden, dat geht nicht mehr ins Ausland.

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