Krieg, Angst, Sparen, Krieg – das deutsche Trauma durchbrechen


„German Angst“ – wo kommt sie denn her? Natürlich aus den Kriegserlebnissen, die sich als Traumata in die deutschen Seelen gebrannt haben. Eben diese Ängst führen dazu, dass wir uns mit sicherer Geldvermögensbildung absichern wollen. Dazu müssen wir nach Krieg, Währungsreform und Wiederaufbau dann eine Export-Aggression gegen andere Völker betreiben, weshalb man uns am Ende der Kette wieder in den Krieg treibt. Lasst uns mit diesem Wahnsinn aufhören – lasst uns endlich Guthabenbremsen diskutieren, viel Zeit ist nicht mehr…

12 Kommentare zu „Krieg, Angst, Sparen, Krieg – das deutsche Trauma durchbrechen“

  1. Sehr geehrter Herr Bsuchbeck!

    Haben Sie sich eigentlich jemals überlegt, warum die Saldenmechanik, ein an und für sich nicht sonderlich schwer zu handhabendes Verfahren, auf so wenig Gegenliebe in der Öffentlichkeit stößt? Ist es die Methode selbst, die die Menschen abhält, oder sind es die politischen Schlüsse, die sie nahelegt? Aus den vielen Gesprächen, die ich in meinem Bekanntenkreis geführt habe, geht ganz klar hervor, dass das Verfahren grundsätzlich bestaunt, ja sogar bewundert wird, während fast jeder politische Schluss, den man auf dieser Grundlage wagt, brüsk zurückgewiesen wird. Dabei ist das Muster immer dasselbe: Liberal gesinnte Menschen empfinden schon das Instrument der Saldenmechanik als sozialistisch und erst recht die Schlüsse, die man daraus zieht. Sozialistisch gesinnte Menschen dagegen empfinden die gleichen politischen Ratschläge als liberal, oft sogar als „neoliberale“ Provokaton. Die Saldenmechanik scheint im politischen Niemandsland zu Hause zu sein und was sie erntet, ist die Attacke von Links und Rechts.

    PS: Es hat in der Geschichte der Sozialwissenschaft ein Schicksal gegeben, das an das der Saldenmechanik erinnert. Es ist der große Foucault. Er hat es gewagt „Wirklichkeit“ nur zu beschreiben ohne Erklärungen abzugeben. Das hat ihm den Hass von den Linken und Rechten gleichermassen eingebracht: Die Ersteren haben ihn als Rechten diffamiert, weil er die unschöne Wirklichkeit beschrieb ohne daran etwas ändern zu wollen. Die Rechten haben ihn als Linken abgetan, eben weil er dies tat und sie dahinter politische Agitation witterten. Wir scheinen in einer Welt zu leben, wo jeder mit seiner politischen Gesinnung durchs Leben geht, ohne sie jemals zu überdenken oder gar zu revidieren. Wenn er dann etwas für ihn Unangenehmes hört, spult er gleich sein „Programm“ ab. Menschen und Methoden, die neutral sind, zu denen die Saldenmechanik zählt, werden nicht als neutral betrachtet, sondern immer nur als Transmissionsriemen politischer Meinungen. Man wittert hinter jedem Menschen einen politischen Aktivisten.

    LG
    Alfred Felsberger

    1. Hallo Herr Felsberger, beste Wünsche

      ist ja wieder ein Superkommentar, in Ihrem Text

      >>Haben Sie sich eigentlich jemals überlegt, warum die Saldenmechanik, ein an und für sich nicht sonderlich schwer zu handhabendes Verfahren, auf so wenig Gegenliebe in der Öffentlichkeit stößt?

      Ja – eine der Fragen, über die ich sehr oft und sehr intensiv nachgedacht habe.

      >>>Die Saldenmechanik scheint im politischen Niemandsland zu Hause zu sein und was sie erntet, ist die Attacke von Links und Rechts.

      Sie wird doch gar nicht attackiert – sie wird verdrängt, ein Schattenthema. Ärgerliche, irrationale Reaktionen bei Konfrontation bestätigen dies. Zum Thema „Schatten“ verweise ich gern auf Dahlke:

      Oder um es kürzer zu sagen – die Liberalen und die Linken haben halt den selben Guthaben-Gott und selben Schulden-Teufel. Die gesamtwirtschaftliche Identität von Guthabengott mit dem Schulden-Teufel erklärt den SUPER_GAS – den Größten Anzunehmenden Schatten.

      Der Superschatten braucht zur Bewusstmachung die Superkrise – dies scheint aber bei den Deutschen nicht zu wirken. Während die Amerikaner eine Deflationsphobie haben, fürchten sich die Deutschen nur vor dem Tod des Geldes (Hyperinfla) , der dem Deflationskrieg folgende Tod der menschen scheint nicht ganz so schlimm. 😦

      1. „Sie wird doch gar nicht attackiert – sie wird verdrängt, ein Schattenthema.“

        Ich habe ja die Vermutung dass jede Theorie die mit „Schatte-Wörtern“ operiert automatisch auch den Schatten aktiviert und damit den Theoriemodus stimuliert.

        Bei der Saldenmechanik sind es die Wörter Schulden und Guthaben die bei den Menschen die Angst vor Schulden („wohl eher im rechten Lager“) oder vor Guthaben-Verlust („wohl eher im linken Lager“) aktivieren und damit den Theroie-Ignoriermodus auslösen.

        Vielleicht wäre es möglich die Saldenmechanik ohne diese Schlüsselwörter zu erzählen.

        1. @Sadoma: Man sollte mit den Begriffen „Forderung“ und „Verbindlichkeit“ argumentieren. Diese Begriffe sind neutral. Die Begriffe „Schulden“ – negativ besetzt – und „Guthaben“ – positiv besetzt – sicher nicht.

        2. Klar kann man auch erst mal nur von Kaufüberschüssen und Verkaufsüberschüssen sprechen – man kann sich langsam nähern – aber irgendwann wird man auch mal auf den Punkt kommen müssen. Je unklarer man sich ausdrückt, deshalb leichter aber die Verdrängung.

          1. Meine Erfahrungen mit dem Begriffspaar „Kauf-/Verkaufsüberschüsse“ sind negativ. Die Menschen verstehen das nicht. Mit dem Begriffspaar „Forderungen/Verbindlichkeiten“ kann man wenigstens die buchalterisch Geschulten einfangen. Begriffe wie „Guthaben“, „Geld“ und „Schuld“ sind überhaupt zu meiden. Hier ist das Unglück schon in den Begriffen angelegt. Das sind meine Erfahrungen aus zig Diskussionen….

            PS: Natur- und Ingenieurwissenschafter sind leichter zu überzeugen, Geisteswissenschafter und Juristen kaum. Da dürfte überhaupt eine Denkblockade (= „Verbildung“) vorliegen.

            1. @felsberger2012

              Ich teile Ihre Meinung bezüglich der Begrifflichkeitproblematik und der Zielgruppen-Betrachtung.

              „Forderungen/Verbindlichkeiten” halte ich für neutraler Sie sprechen mich jedoch noch nicht zu 100% an da ich auch Sie für zu Alltagsfern/ zu kaufmännisch halte.

              Wie wärs mit „Ansprüchen/Verpflichtungen“

              Natur- und Ingenieurwissenschafter sind weniger anfällig für den Blindenfleck den die Saltenmechanik auslöst, da Sie sich auf Prozesse und weniger auf Begriffe konzentrieren. Leider meiden Sie oft die Auseinandersetzung mit anderen Menschen da Sie die Erkenntnisse für trivial halten (was Sie nicht sind) und nicht verstehen welche gewaltigen sozialen Auswirkungen die Erkenntnisse haben.

              1. Ich bin kürzlich im Zug von Bregenz nach Wien gesessen und habe zwei Ingenieurwissenschaftern beim Gespräch zugehört. Es war beeindruckend über was sie alles plauderten: Technik, Energie, Bau, usw. Irgendwann sind sie dann auch auf das Thema „Geld“ gestossen. Mir ist sofort aufgefallen wie strukturiert sie an das Problem herangetreten sind. Kurz vor Innsbruck, ihrem Zielort, habe ich mich in das Gespräch eingeschaltet. Es blieben nur wenige Minuten um gewisse Dinge, über die sie sich nicht wirklich im Klaren waren, zurechtzurücken. Sie haben`s kapiert. So stellt man sich Bürger vor….

                PS. Umgekehrt hätte ich in ihren Fachgebieten wohl Monate oder Jahre gebraucht, um auch nur ein Stück weiter zu kommen….

                PSS: Man kann nicht einfach Begriffe erfinden, man muss schon auf Bestehende zurückgreifen. Wenn jeder Begriffe erfindet und sie in den Sprachgebrauch einführt, wird kein Gespräch mehr möglich sein. Und unter den bestenden Begriffen ist das Paar „Forderung/Verbindlichkeit“ das Beste, ganz einfach, weil es vom Gelde absieht. Wannimmer man das Wort „Geld“ in den Mund nimmt, hat man schon verloren.-)

      2. >Sie wird doch gar nicht attackiert – sie wird verdrängt, ein Schattenthema.> Da haben Sie leider recht. Im übrigen ist es klar, warum die USA sich vor Deflation fürchtet. Sie ist ein Schuldnerland. Und die Deutschen als Gläubigerland fürchten sich vor Inflation. Man sieht: Auch der Schatten dringt irgendwie in`s Großhirn vor.-)

        PS: Ein Österreicher.-) Mit einem sehr merkwürdigen Dialekt. Dürfte ein Zuag`raster (=Zugereister) sein….

        Grüsse

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