Das Verschwinden der Nettoinvestition als Excel

Nettoinvestition

Ich habe jetzt mal eine Excel Tabelle (unnötigerweise) auf 50 Jahre gebaut, um die Entwicklung der Nettoinvestitionen auch mit nominal steigenden Investitionen abzubilden. Das Ergebnis ist eindeutig – das weitgehende Verschwinden der Nettoinvestition über die Abschreibungsfinanzierung ist ein Prozess, der mit zeitlich mit der durchschnittlichen Abschreibungsdauer, im Excel 10 Jahre, identisch ist. Weiterhin fällt die Nettoinvestition in dieser Zeit eben nur völlig auf Null, wenn es kein Wachstum der Ausgaben gibt. Bei 3% nominalem Wachstum wären es 12% verbleibende Nettoinvestition und bei 10% Nominalwachstum sind es 32%. Dies wäre also mal ein Grund, Wolfgang Waldners höhere Inflationsraten zu begrüßen.

Es kann so also aus der Akkumulation der Abschreibung nur ein Zeitraum von ca. 10 Jahren erklärt werden. Das Verschwinden der Rest-Nettoinvestition aus Wachstum scheint tatsächlich ein „felsbergerischer Sättigungsprozess“:-)   zu sein, wenn kein Stretching aus Wiedervereinigungen, Osterweiterungen und sonstiger Globalisierung mehr möglich ist. Zusätzlich wohl auch aus dem Rückgang der Inflationsraten.

5 Kommentare zu „Das Verschwinden der Nettoinvestition als Excel“

  1. Simpel und exakt gesagt: Im „Sättigungs-Zustand“ bleibt der der Kapitalstock konstant. Die nominale Nettoinvestition ist Null, die Aktivseite ruht. Um das Gleichgewicht auf der Passivseite zu halten, müßte das Verhältnis EK zu FK konstant bleiben. Der thesaurierte Gewinn der Unternehmen wäre Null, der ausgeschüttete konstant Die Gesellschaft wäre in einem Zustand der „gleichgewichtigen“ Stagnation.

    Das Problem ist, dass die Gesellschaft sich mit einer konstanten EK/FK-Quote schwer tut. Die Bürger neigen zu „Angstsparen“ und „Sicherheit“. Damit häufen sich die Verlustjahre, das EK sinkt, während das FK steigt. Normalerweise würde nun der Konkurs dieses Ungleichgewicht beseitigen und Teile des FK vernichten. Das Anspruchsdenken der Bürger („Sicherheit“) verhindert dies, der Staat springt mit Verschuldung ein….

    PS: Mit einem Wort: Man tut dem Kapitalismus Unrecht, wenn man ihm Versagen im Wohlstans-Zustand vorwirft. Versagen tun einzig und alleine die Bürger (mit ihrem Anspruchsdenken gegen den Staat). Sie lassen den Mut zum Risiko vermissen, den die Unternehmen haben….

    1. >>>Mit einem Wort: Man tut dem Kapitalismus Unrecht, wenn man ihm Versagen im Wohlstans-Zustand vorwirft. Versagen tun einzig und alleine die Bürger (mit ihrem Anspruchsdenken gegen den Staat). Sie lassen den Mut zum Risiko vermissen, den die Unternehmen haben….

      Volle Zustimmung!

      >>>der thesaurierte Gewinn der Unternehmen wäre Null, der ausgeschüttete konstant Die Gesellschaft wäre in einem Zustand der “gleichgewichtigen” Stagnation.

      Ohne Gewinnaussichten geht aber keiner ein Risiko gegen Geldhaltung ein.

      Wir haben als sicher verbleibende „Gewinnquelle“ ja noch den Unternehmerkonsum, diese Quelle wird ja heute nur durch die Geldvermögensbildung der Nichtunternehrnehmer verzehrt. In einer Welt mit ordentlich geregelter Guthabenbremse ist also kreislauftheoretisch alles gut.

  2. Die Nettoinvestition ist ja eine Zuwachsgröße. Wenn sie gegen Null geht, heißt das nur: dass der Zuwachs stagniert. Es gibt, mit anderen Worten, im „Wohlstands-Zustand“ keinen EK-Zuwachs, der Gewinn stagniert. Das Problem ensteht nun daraus, dass die Bürger vom Geldspar-Wachstum nicht abkehren: Der EK-Zuwachs ist Null, aber der FK-Zuwachs ist positiv. Sinkende Profitrate: EK-Zuwachs/ (EK+FK). Die Bürger tun dies aus Angst und eben, weil sie dies tun, fordern sie „Sicherheit“. Das heißt: Sie weigern sich die überschüssige Sparleistung durch Konkurs vernichtet zu sehen. So kommt das „Verschuldungsrad“, dessen Zeuge wir sind, in Gang……

    Grüße
    A.F.

  3. Noch was, Herr Buschbeck: Bei 3%-igem Wachstum der nominalen Bruttoinvestition schrumpft die nominale Nettoinvestition im Zeitablauf. Bei 5%-igem Wachstum der nominalen Brutto-Investition noch immer! Erst ab 9%-igem Wachstum der Bruttoinvestition scheint das Wachstum der Netto-Investition in ihrem Beispiel in etwa Null zu sein…..

  4. >Es kann so also aus der Akkumulation der Abschreibung nur ein Zeitraum von ca. 10 Jahren erklärt werden>

    Bemerkenswert und vielen Dank! Und ja: Inflation ist zu begrüßen, nur leider nicht herbeizuzaubern. Denn noch immer ist es so, dass mit der Abschwächung des Wachstums der Nettoinvestition auch das Wachstum der Inflation abflacht.

    PS: Lehrreich ist, dass der Kapitalismus keine endogenen Mechanismen kennt, um diese „Sättigung“ zu managen. Es bedarf eines „deus ex machina“, der Verschuldung des vielgeschmähten Staates, um die Abschwächung des Wachstums der Nettoinvestition nicht auf die Gewinne durchschlagen zu lassen. Anders der Feudalismus, der mit einer stagnierenden Nettoinvestition gut leben konnte….

    LG
    A.F.

Und was denkst Du so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s