Wir leben völlig über unsere Verhältnisse – und zwar über die ökologischen…

Der Herr spricht mir aus dem Herzen – by design or by desaster. Es ist aber nicht komplex – entweder gibt es eine ökologische Globalsteuerung über das Steuersystem oder eben nicht.  Dies bedingt auch eine funktionale ökonomische Globalsteuerung – die eben keineswegs die Segnungen des einzelwirtschaftlichen Wettbewerbs aushebelt, sondern diese sogar fördert. Denn der ökologische Wandel muss  beim intelligenten Einsatz der Ressourcen ja nochmal eine Schippe anlegen. Ob diese knappe Ressource künftig Naturverbrauch und nicht Kapital ist, spielt da keine prinzipielle Rolle.

18 Kommentare zu „Wir leben völlig über unsere Verhältnisse – und zwar über die ökologischen…“

  1. >staatsgarantierten Horter-Depression> Ich muss hier nachhaken. Erklären Sie mir das bitte. Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Die (explizite und implizite) Staatschuld ist doch dazu da, dass die Menschen ansparen!

    1. vergleichen sie die Bankengarantie = Guthabengarantie mal mit ihrem Lobgesang auf die reinigende Insolvenz. Und wenn Staatsschuld im allgemeinen Bewusstsein so definiert wäre, wäre ja alles gut. Die leute mit so einem Verständniss passen doch mittlerweile in eine Turnhalle.

      1. Ich sehe die „Bankengarantie = Guthabengarantie“ durchaus differenziert. Aus der allgemeinen Identität: „Netto-Forderungen der Haushalte + Netto-Forderungen der finanziellen Unternehmen (Banken, Versicherungen, etc.) = Netto-Verbindlichkeiten der nichtfinanziellen Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten der Staaten“ folgt ja unmittelbar, dass die Gesellschaft zwei Wege einschlagen kann: Ein hohes EK des Bankensektors, d.h. eine hohe Versicherungsleistung, wo die Haushalte dann ceteris paribus zwar weniger Netto-Forderungen in der Hand haben, aber dafür die Staaten nicht einspringen müssen. Oder eben: ein niedriges EK im Bankensektor, was den Staat zur Garantie verpplichtet, will er gesellschaftliche Turbulenzen vermeiden. Man kann nicht a priori sagen: Eine „Bankengarantie = Guthabengarantie“ ist gut oder schlecht, das hängt von der Höhe des EK`S (=Netto-Forderungen) des Bankensektors ab…..

        LG
        A.F.

        1. Mein Nachdenkprozess mündet im Grunde in der Vermutung, dass der Kapitalismus weder (a) ein kurzfristiges geldbezogenes Steuerungsproblem hat, noch (b) ein langfristiges. Auch die stagnierenden Tenzen der EK-Entwicklung sind durch systeminternen Kräfte bewältigbar. Das wirkliche Problem des Kapitalismus, lautet: dass die nicht-marktbezogenen Mechanismen der Umverteilung nur unzureichend wirken. Es iegt also, sofern es um Besteuerung geht, ein Staatsversagen vor, und, sofern es um Arbeitszeittverkürzung geht, ein gewerkschaftliches Versagen. Durch diese nicht umgesetzten Maßnahmen wächst die brachliegende Menschenmasse unentwegt an…….

  2. Wenn Marx gesagt hat: „Akkumuliert, akkumuliert! Das ist Moses und Propheten!“, dann hat er genau diesen Sachverhalt, den ich hier beschrieben habe, auf den Punkt gebracht. Nicht die Ausdifferenzierung der Produkte, nicht die Steigerung der Arbeitsproduktivität, nicht die Steigerung des Konsums ist die Mission des Kapitalismus, sondern: die Steigerung des Eigenkapitals. Ersteres ist nur das ungewollte Nebenprodukt des Letzteren. Daher lege ich so Acht auf alle Stagnationstendenzen des Eigenkapitals, denn dies wäre die wahre Krise des Systems. Alles darf passieren, sogar die Stagnation des Konsums, nur dies nicht……

    PS: Klassische Ökonomen haben keinen Sinn dafür, mit Stagnation meinen sie doch immer nur die Stagnation des Outputs……

  3. Sehr geehrter Herr Buschbeck,

    Konsumpläne sind überwiegend kurzfristig, Investitionspläne überwiegend langfristig. Schon daraus folgt, dass eine Hierachie zugunsten der Konsumpläne besteht. Kleinste Schwankungen in den Konsumplänen können langfristige Investitionspläne ad absurdum führen. Man denke an die vollkommene oder partielle Ablehnung eines Produkts seitens der Haushalte und die dadurch in Gang gesetzten Anpassungsprozesse, die von der Reduktion der Produktion bis zum Konkurs des Unternehmens führen können. Will man sich also um eine Konjunkturtheorie bemühen, dann muss man alle nur erdenklichen Konsumplan-Variationen der Haushalte gedanklich durchspielen:

    1) Kreditaufnahme seitens der Haushalte, die das gegebene Nachfrageniveau kurzfristig heben und bei den Unternehmen zu langfristig illusionären Hoffnungen führen.

    2) Staatliche Subvention der Haushalte über zusätzliche Staatsverschuldung, dessen Nachfrageeffekt kurzfristig schlagend, aber langfristig enttäuscht wird.

    3) Veränderung von Konsumpräferenzen, die veraltete Produkte hinwegfegen.

    Würden Sie, lieber Herr Buschbeck, ein bißchen mehr als Unternehmer denken, und weniger als Ökonom, dann wären die Schlüsse fruchtbarer als die Aussage: „In Käufermärkten bestimmen die Pläne für Konsum und Investition die Konjunktur“. Wer, wenn nicht Sie, ist dafür prädestiniert das zu leisten?

    Liebe Grüsse
    A.F.

    PS: Ich nehme hier Bezug auf Ihren Kommentar bei „soffi“.

    1. Lieber Herr Felsberger,

      ihre dikussionswürdige Hierarchie macht doch den Ausgangssatz (verkürzt von Stützel!) nicht falsch? Weiterhin ist eben der Kauf von Investitionsgütern durch Nichtunternehmer (Pkw, Häuser, ihre Renovierung) im Gegensatz zu den Konsum-Ausgaben für Butter und Brot höchst instabil. Natürlich kann man sich nun streiten, ob ein Kauf eines Hauses zur Eigennutzung überhaupt eine Investitionsausgabe ist, oder eher als Konsum zu bezeichnen.Dies ist aber innerhalb meines Satzes ohne Belang.

      Es ging ja aber erst mal um eine allgemeingültige Basis konjunktureller Betrachtungen. Und es gibt eben keine „harte Konjunkturmechanik“ der Geldtheorie. , weil die Unternehmergewinne oder ungeplante Geldvermögensänderungen der Wirtschafter zwar eindeutige Auswirkungen auf die Pläne für Konsum und Investition haben, dies aber eben schlussendlich auch das Wetter hat und die exakten Auswirkungen unbestimmt. Dies bedeutet aber nur, dass eine Globalsteuerung ausreichend beobachten muss und trotzdem den eigentlich zu beinflussenden Faktor = Kaufsalden, nicht etwa Zahlungsmittelmengen, genau definieren muss.

      lG J.Buschbeck

      1. >Es gibt eben keine „harte Konjunkturmechanik“ der Geldtheorie>. Richtig. Auf das sollte man sich eigentlich einigen. Wenn es überhaupt ein wiederkehrendes, beobachtbares Element in Konjunkturzyklen gibt, dann die Verschuldung der Haushalte. Siehe 1929, siehe 2008….

        PS: Ökonomen überschätzen die Bedeutung der Investitionspläne und unterschätzen die Bedeutung der Haushaltspläne, nicht nur in Bezug auf konjunkturelle Schwankungen…..

        LG
        A.F.

        1. >>>überhaupt ein wiederkehrendes, beobachtbares Element in Konjunkturzyklen gibt, dann die Verschuldung der Haushalte.

          weil die Geldsparquote wohl recht konstant ist, erscheint die schwankende Verschuldungsneigung als DER Konjunkturfaktor. Exakt geht es aber eben um die Plankongruenz der Kaufsalden, womit ich hier immer wieder die ungeliebete Alternative zur Verschuldungsförderung präsentiere, das Einwirken auf die Pläne für Verkaufsüberschüsse (Geldvermögensbildung).

          1. Die „Plan-Kongruenz“ ist ein Begriff, mit dem ich leider nicht viel anfangen kann. Mal ehrlich, Herr Buschbeck: Wenn Sie sich persönlich vornehmen, heuer die Summe X Geld zu sparen, sind Sie dann wirklich enntäuscht, wenn am Ende des Jahres nur x/2 Geld-Ersparnis-Zuwachs rauskommen sollte? So enttäuscht, dass Sie all ihre Pläne sofort auf den Kopf stellen? Für mich ist „Plan-Kongruenz“ ein wenig richtungsweisender Begriff, den ich schon den Ökonomen immer angelastet habe…….

            PS: Unser gesamtes ökonomisches Denken ist „unternehmens-zentriert“. Nicht nur lastet man alle konjunkturellen Ungleichgewichte den Investitionsplänen der Unternehmen an, nicht nur führt man die Stagnation des Kapitalstocks auf Investitions- anstatt Haushaltspläne zurück, nein, man negiert auch den alles entscheidenden Ausgleichsmechanismus des Unternehmenskonkurses. Zu oft habe ich Unternehmen in Konkurs gehen sehen ohne dass sie eine Chance hatten großartig alternative Pläne zu entwickeln….

            LG
            A.F.

            1. Seien wir doch mal ehrlich: Der aktuelle ökonomische Diskurs ist ein wildes Mischmasch zwischen konjunktureller Unterkonsumtion und langfristiger Stagnation. Man wirft beides in einen Topf und übersieht, dass selbst, wenn man alle überschüssigen Geld-Ersparnisse aktivieren würde, nur ein kurzfristiges, aber kein langfristiges Wachstum des Kapitalstocks zu erwarten wäre. Man will sich der Tatsache der Stagnation des Kapitalstocks nicht stellen und schließt aus der schiefen Verteilung der Geldersparnisse auf ein langfristiges Wachstumspotential. Das ist eine Kinderei, der entgegenzutreten, oberste Pflicht ist…..

              LG
              A.F.

              1. langfristiges Wachstum ist ein anderes Ziel als ausreichende Stabilität des Prozesses ohne marktfeindliche bzw. moralfeindliche Staatseingriffe.

                Fakt ist, dass wir für die Verkaufsüberschüssler eine suizidale Politik machen, ökonomisch, ökologisch und auch bei den vielfältigen Spielarten der Vernichtung von Produktivität.

                Wozu braucht man bitte langfristiges Wachstum? Dies ist die Beschreibung tödlicher Krankheiten.

                1. >Wozu braucht man bitte langfristiges Wachstum?>

                  Kapitalismus heißt: Zivilisierung, Verfeinerung der Sitten, Reduktion des Lebensrisikos. Mathematisch läßt sich dieser Prozess durch ein Wachstum des nominalen Eigenkapitals darstellen: Manche Menschen, Klassen und Nationen preschen vor, erhöhen ihr Eigenkapital, zivilisieren sich, andere Menschen, Klassen und Nationen folgen ihnen. Das Wachstum des Konsums hat in diesem Prozeß bei weitem nicht den Stellenwert des Wachstums des Eigenkapitals. Man kann sich einen stagnierenden Konsum vorstellen, nicht aber die Stagnation des Eigenkapitals. Es hieße: das Lebensrisiko nicht weiter drosseln zu können und die Zivilisierung zu beenden.

                  Nach heutigem Stand entspricht das Zivisationsniveau in etwa einem Eigenkapital in der Höhe eines 12-fachen Konsum-Jahres-Niveaus. Wer über dieses Eigenkapital verfügt, kann ein ziviliertes Leben für sich, seine Familie und seine Inhalte führen. Damit meine ich, dass nach heutigem Stand ein Europäer dieses EK-Niveau einfordert. Wer darunter lebt, im Extrem mit einem EK von Null, wird kaum ein gutes Leben führen. Das Problem ist nun, dass es Mittel zum EK-Aufbau geben muß: Edelmetalle, Produktionsmittel, Wissen, Patente, Häuser, Boden, schließlich: Aussenhandel und Staatsschuld. Und diese Mittel werden Stück für Stück erschlossen, und ich bin zuversichtlich, dass der Kapitalismus noch neue Mittel finden wird, wie er es historisch ja immer getan….

                  PS: Manche dieser Mittel sind eine Sackgasse wie zum Beispiel der Aussenhandels-Überschuß. Aber das System funktioniert nun mal auf Basis von Versuch und Irrtum……..

                  LG
                  A.F.

                  1. Das gesamtwirtschaftliche „Eigenkapital“ ist identisch mit der Bewertung der Sachvermögen. Da bin ich ja mit der Guthabenbremse auf bestem missionarischen Pfaden für mehr Zivilisation. 🙂

                    Also, so mechanisch ist die EK-Sache sicher nicht, und wir kommen vom Konjunkturthema ab….

                    Ich bin mir übrigens sicher, dass eine perfektionierte Globalsteuerung die freie Entfaltung des einzelwirtschaftlichen Wettbewerbs ermöglicht. Und eine einzelwirtschaftliche Insolvenz eines nicht ausreichend marktorientierten Angebots ist eine ganz andere Sache als eine große Pleitewelle in einer staatsgarantierten Horter-Depression. Da werden unnötig Ressoursen zerschlagen.

                    1. Zweifelsohne: Sie sind auf dem richtigen Weg. Es gibt aber noch ganz andere Möglichkeiten das EK der Menschen zu strecken als den bloßen Aufbau von Sachvermögen. Man denke an das Tobin Q (Überbewertung von Aktien), an veränderte Bilanzregeln und natürlich: an die Staatschuld. Und wer weiß, vielleicht steigt eines Tages Wissen auf, das als Patent gewaltigen Wert hat. Ähnliches hat man ja in der Softwareindustrie bereits erlebt….

                      https://www.coll.mpg.de/download/Weizsaecker/CCvW%20pwp-2015-0014.pdf

                      PS: Die Zahl 12 habe ich von dort übernommen……..

            2. Für mich ist „Plan-Kongruenz“ ein wenig richtungsweisender Begriff, den ich schon den Ökonomen immer angelastet habe…….

              bin ja kein Ökonom sondern Unternehmer, und Sie haben nur das „falsche Bild“. Die Konjunkturrelevanz hat natürlich vor allem der unplanmäßige Abbau von Geldvermögen. Dieser führt mangels Zahlungsmittel (offene Rechnungen!) ganz kausal in den Kaufverzicht

              Ihr PS verstehe ich nicht – die Konkurse (Zahlungsmittelmangel bei unfreiwilligen Kaufüberschüssen) machen das Problem sichtbar und multiplizieren es um die Stakeholder-Reaktionen.

              1. >Die Konkurse (Zahlungsmittelmangel bei unfreiwilligen Kaufüberschüssen) machen das Problem sichtbar und multiplizieren es um die Stakeholder-Reaktionen.>

                Eben diese kumulativen Prozesse bestreite ich. Kurzfristig mag es sie geben, mittel- und langfristig keinesfalls. Um Ihnen ein Bild zu geben: Der Kapitalismus ist wie ein Fahrrad, der mal links (Konkurs), mal rechts (Blüte) kippt, aber doch in der Spur bleibt…..

  4. Hallo Jörg,

    durch die Besteuerung der elektronischen Transaktionen könnten die Steuern automatisch bezahlt und ein menschenwürdiges Grundeinkommen finanziert werden. Chancengleichheit würde endlich konkret in der Gesellschaft gelten. Ökologisch und Sozialpolitisch stehen wir und ich betone, wir alle, vor dem Abgrund.Der Mensch verfügt noch immer über ein Affengehirn, und Intelligenz hat er in der letzten 200 Jahren wenig gezeigt, deshalb gilt es ein Bewusstseinsprung zu vollziehen, bevor dieser Planet nicht mehr bewohnbar wird.

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