Der real existierende Kapitalismus als Robinsonade

Der Beitrag wurde vor 5 Jahren erstellt – die Probleme weiter aktuell – Teil1 Modellbildung 

Geldgeier Wirtschafts-Sturzflug spielt auf: „Ja Ja Ja jetzt wird wieder auf das Konto geguckt -wir halbieren das Insel Sozialprodukt“🙂
Sofort beschließt Robinson seinen Fischkonsum einzuschränken, ein Fisch täglich müsste auch genügen. Aus seinem früheren Leben hatte er sich gemerkt, wenn man einfach weniger ausgibt als man einnimmt, wächst auch das Geldvermögen.

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Teil 2 – Problem und Eskalation

47 Kommentare zu „Der real existierende Kapitalismus als Robinsonade“

  1. Wo man die Ursache für die steigenden Forderungen/Verbindlichkeiten ansetzt, und wo die Wirkung, ist in Wahrheit Willkür. Das Einzige, was man auf der einen wie auf der anderen Seite beobachten kann, ist der Wunsch nach Schmerzvermeidung. Die Haushalte „übersparen“ genauso wie der Staat „unterspart“, um sich Schmerzen zu ersparen. Die Einzigen, die im System noch auf Schmerzerfahrungen getrimmt sind, sind die Unternehmen. Sie geraten damit in Widerspruch zu den Schmerzvermeidern, das heißt: der Kapitalismus schlittert in eine veritable Legitimationskrise. Nichts verdeutlicht das mehr als das Heranwachsen „links-liberaler Intellektueller“, die so von Schmerzvermeidung erfüllt sind, dass sie am liebsten die ganze Welt retten würden…..

  2. PS: Im Sozialismus sind die Menschen ja nur durch die Preiskontrollen zu „Verkaufsüberschüssler“ geworden. Hätte man die Preise frei laufen lassen, hätten die Arbeiter die angebotenen Waren zum x-fachen Preis aufgekauft ohne irgendeine Geldersparnis zu bilden. Dies allein zeigt schon wie sinnlos es ist das Konzept „Käufer-/Verkäufermarkt“ im Sozialismus überhaupt anzuwenden….

  3. >Darum geht es, wenn ich hier den Begriff Käufermarkt verwende, den man evtl. auch noch anders definieren kann>

    Das Problem ist: Es gibt nur EINE sinnvolle Definition für Käufermarkt: Das Angebot ist größer als die Nachfrage (= Verkaufsüberschüsse der Haushalte). Welche andere Definition will man denn sonst einführen? Man kann doch nicht sagen: Im Sozialismus waren die Regale leer, im Kapitalismus sind sie voll. Denn was heißt das denn? Nichts anderse als: dass im Kapitalismus Verkaufsüberschüsse der Haushalte herrschen (Angebot > Nachfrage) und im Sozialismus Kaufüberschüsse (Angebot < Nachfrage). Die Menge der angebotenen Waren ist für die Definition des "Käufermarkts" KEINE relevante Größe. Es ist völlig wurscht, ob im Regal 3 Essiggurkerl stehen oder 1000, entscheidend ist bloß ob Verkaufsüberschüsse herrschen oder nicht. Ergo: Der Begriff "Käufermarkt" ist als eigenständige Variable zurückzuweisen!

    LG
    A.F.

    1. >>Da sind ganz normale Anpassungsprozesse, von denen keynesianische Ökonomen natürlich nichts hören wollen. Sie wollen ja partout die Todesspirale nach unten konstruieren…..

      Wir befinden uns doch schon hinter dem Ereignis, ich muss nichts konstruieren, sie müssen nicht spekulieren. Die erste Defla-Aktion in einer durch das Geldsparen erzwungenen Fremdkapitalisierung der Wirtschaft ist die sofortige Insolvenzreife des Bankensystems.

      Wir haben 2008 gesehen, was dann in breitem gesellschaftlichen Konsens passiert, staatliche Guthabengarantie = staatliche Schuldengarantie – eine ordnungspolitische Katastrophe -maximal marktfeindlich. Dazu extreme Subventionen für private Investitionsgüter (KFZ) als Guthabenbremse.

      Ich habe den Horter-Ökonom Sinn noch niemals die Rettung seiner Guthaben beklagen hören. Wohl habe ich ihn klagen hören, über die Rettung der Schulden der Südländer. Dass dies ein und dieselbe Sache ist, wird von den ach so liberalen Hohepriestern ganz elegant außerhalb der Wahrnehmung verfrachtet.

      Da kommt auch hier keine Antwort – VOLLSCHATTEN

    2. Lieber Herr Felsberger,

      Ihre Definition von Käufermärkten ist völlig falsch und völlig unbrauchbar, daraus konstruieren Sie dann den „Kurzschluss“, den Käufermarkt (die Sonnenseite des Kapitalismus!) als Prämisse gleich ganz zu verwerfen.

      Der „15_Jahre_auf_ein-Pappauto-Warter“ in der DDR war ein astreiner Verkaufsüberschüssler. Private Verkaufsüberschüsse sagen eben gar nichts aus, sondern es geht um die Spannungen, welche sie haben entstehen lassen:

      >>Im Sozialismus waren die Regale leer, im Kapitalismus sind sie voll. Denn was heißt das denn?

      Dass man in einem Verkäufermarkt(Sozialismus) eben Zwangssparer ist, und in einem Käufermarkt eben nicht.

      Dies ist völlig trivial, lächerlich trivial, Dass ein demokratischer Staat in einem Käufermarkt auch Zwangsschuldner ist, ist genauso zwingend logisch. Dass man in einem Abschwung nicht noch versuchen sollte, eine Guthabenbremse als weitere Einkommensbremse durch Steuererhöhungen durchzuziehen, bedarf keiner intellektuellen Glanzleistungen und wirklich nur einem Minimum an gesamtwirtschaftlichem Verständnis. Wenn man etwas mehr gesamtwirtschaftlichen Verstand in die Sache stecken kann, bedenkt man die Auswirkungen der Kredittilgungen und der Neukreditvergabe als Multiplikator von solcher Suizidalpolitik.

      MFG J.B

      1. >Der „15_Jahre_auf_ein-Pappauto-Warter“ in der DDR war ein astreiner Verkaufsüberschüssler>

        Dann haben wir ein definitorisches Problem. Es liegt wohl auf der Hand, dass die Wolkenkuckucksheim-Wünsche der Arbeitnehmer niemanden interessieren, sind sie es doch, die all die Waren produzieren. Waren in geringsten Mengen zu produzieren und dann zu klagen, dass man sie nicht bekommt, hat mit einem Verkäufermarkt nun wirklich nichts zu tun. Das ist schlichtweg:Idiotie. Ich schlag`daher vor den Sozialismus auszublenden und das Begriffspaar „Käufer-/Verkäufermarkt“ nur im kapitalistischen Kontext zu verwenden. Allerdings werden Sie mir, Herr Buschbeck, dann eine Definition anbieten müssen, die von „Verkaufs-/Kaufüberschüssen“ unabhängig ist. Ansonsten werde ich weiterhin auf Tautologie pochen müssen….

        LG
        A.F.

        1. Schön, dass wir uns einig sind, also dass der Käufermarkt fast nur ein anderes Wort für Kapitalismus ist. Eben weil dies der Regelzustand ist, von dem nur unter ganz besonderen Bedingungen abgewichen werden kann.

          Beispielsweise kommt es neben der Angebotszerstörung durch Sozialismus eben in extremen inländischen Kriegshandlungen zu einer Zerstörung der Angebotsstruktur. Richtigerweise könnte sich dies ohne Preiskontrollen auch kaum entwickeln, die man zur Vermeidung einer Hyperinflation bzw. Unterversorgung von Menschen mit kleinen Einkommen dann aber wohl ergreifen wird. Wolfgang Stützel beschreibt in „Marktpreis und Menschenwürde“ seine „Verkäufermarkt-Fleischer-Erlebnisse“ nach dem Krieg und wie schnell sich dies mit der DM wieder änderte.

          Ohne Krieg ist die Hyper-Inflationsangst der Deutschen also völlig gaga, was droht ist eine Hyper-Deflation.

          Auch für ein sehr hohes bedingungsloses Grundeinkommen werden Effekte befürchtet, welche das Angebot zumindest bei relativer Preisstabilität unter die Nachfrage senken könnte.

          Die Begrifflichkeiten Käufermarkt = Angebotsüberschuss für Private und Verkäufermarkt mit dem Gegenteil machen also definitiv Sinn, wenn man über gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge konstruktiv sprechen möchte. Gerade auch, um aus saldenmechanischen Zusammenhängen eben sinnvolle Schlüsse zu ziehen.

          Sie haben mit Ihren obigen Ausführungen die von Horter-Ökonomen aufgestellte „crowding-out-Theorie“ Lügen gestraft, dass der Staat dem Bürger alles wegkauft und deshalb ihm die Schuld innerhalb der Identität von staatlichen Kaufüberschüssen und privaten Verkaufsüberschüssen zuzuweisen wäre.

          Quod erat demonstrandum 🙂

          Und man kann bei Nullzins die Horterschutzbehauptungen eben auch nicht mehr so erweitern, dass der Staat eben die Zinsen mit seiner Nachfrage hochgetrieben hat.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Crowding-out

          1. Gewisse Tatsachen, Herr Buschbeck, muss man einfach respektieren:

            1) Die Staaten gehen weltweit praktisch NIE von einem geplanten ausgeglichenen Haushalt aus. Sie planen IMMER zusätzliche Verschuldung. Daher steht ihre Hierarchie-Hypothese (Verkaufsüberschüsse der Haushalte => Kaufüberschüsse der Staaten) von vornherein auf tönernen Füssen.

            2) Es gibt keine Begrifflichkeit, die außerhalb von „Kaufüberschüsse/Verkaufüberschüsse“, steht, die ihre Hierachie begründen könnte. Der Begriff „Käufermarkt“ heißt für Sie anscheinend bloß „Kapitalismus“. Ich sehe hier keine Erklärung für die behauptete Hierarchie……

            3) Die Annahme einer Deflation in einem Umfeld ewig steigender Steuern ist völlig absurd. Das gesellschaftliche Produkt besteht zunächst nur aus Lohnzahlungen, dann wird (a) der Gewinn d´raufgeschlagen, dann (b) der Zins, schließlich (c) die Steuern. Deflation wäre nur zu erwarten, wenn (a),(b) und (c) schrumpfen würden. Mit Ausnahme von (b) ist das nirgends in Sicht.

            Sie sind einfach, Herr Buschbeck, ein sehr guter Saldenmechaniker, aber leider keynesianisch „verseucht“. Ich werd`nicht aufgeben Sie in eine andere Richtung bewegen zu wollen…-)

            Liebe Grüsse
            A.F.

            1. Mein lieber Herr Felsberger,

              ich gebe so schnell auch nicht auf, Ihnen die trivialarithmetischen Zusammenhänge in Käufermärkte zu vermitteln.

              >>Sie planen IMMER zusätzliche Verschuldung.

              Mal abgesehen, dass unsere schwarze Nullen dies offensichtlich nicht tun. Wie kann ein Staat seine Verschuldung planen? Hat er wie ein Arbeitnehmer ein Fixeinkommen und plant einfach seine Ausgaben?

              War eine Million zu versorgende Flüchtlinge + Betreuerkosten für 2015 von der BRD im Haushalt eingeplant?

              Wohl kaum – und trotzdem macht der deutsche Staat Überschuss. Nah so was aber auch – da gab es jetzt schon politische Erklärungen, dass die Flüchtlinge offensichtlich gar nichts kosten.

              Sollte man etwa in der Politik begreifen, dass die Staatsausgaben bzw. deren Planung gar nichts mit der Staatsverschuldung zu tun haben? Dann sollten Sie als heller Kopf dies auch können, lieber Herr Felsberger. 🙂

              Die Staatsschuldenformel für Käufermärkte nochmal zum Mitmeiseln:

              Staatsschuldenwachstum = inländische Netto-Geldvermögensbildung der Privaten bereinigt um das Exportsaldo.

              Kommen irgendwo Staatsausgaben in dieser Formel vor?

              Natürlich kann der Staat auf seine Verschuldung Einfluss nehmen, aber eben nicht durch Planung von Ausgaben, sondern Einwirkung auf die Kaufsalden des Rest der Welt.

              Die Agenda 2010 war als Exportüberschuss-Agenda so eine scheinerfolgreiche Maßnahme für die deutsche Nation durch Export des Problems. Nachhaltig ist nur die inländische Guthabenbremse. Natürlich hätten die Staaten die Macht dafür – den Kampf gegen die Guthabensünder zu führen, darum geht es ja hier.

              Wer Staatsschulden zum großen Problem erklärt (ich gehöre nicht dazu) , der muss halt gegen die Sparer vorgehen und nicht etwa Ausgaben kürzen. Der Sparerfeind ist nicht Jörg Buschbeck, es sind die Staatsschuldenproblematisierer.

              1. >Wie kann ein Staat seine Verschuldung planen?> Ein Staat, Herr Buschbeck, kennt die Einnahmen der Vorperiode. Wenn er seine Ausgaben in der darauf folgenden Periode diesen Einnahmen anpasst, kann er seine Verschuldung/Entschuldung planen. Der Staat unterscheidet sich in keiner Weise von einem Unternehmer. Der kennt auch nur die Einnahmen der Vorperiode und passt dann die Ausgaben in der nächsten Periode an. Wenn Sie also, Herr Buschbeck, dem Staat seine Verschuldungs-/Entschuldungs-Pläne absprechen wollen, dann sollten Sie dies den Unternehmen gegenüber auch tun….

                PS: Dann wäre der Kapitalismus, so wie Sie ihn zeichnen, ein wunderbarer am Haushalt orientierter Automat, wo alles von den Konsumenten bestimmt wird. So läuft das Spiel nicht: Es gibt Ursachen und Wirkungen, die unentwegt die Positionen tauschen. Was heute Ursache ist, kann morgen schon Wirkung sein. Starre Kausalitäten sind kein guter Ratgeber beim Studium des Kapitalismus….

                LG
                A.F.

                1. >>PS: Dann wäre der Kapitalismus, so wie Sie ihn zeichnen, ein wunderbarer am Haushalt orientierter Automat, wo alles von den Konsumenten bestimmt wird. So läuft das Spiel nicht:

                  soll dies ein logisches Argument sein?

                  >>Es gibt Ursachen und Wirkungen, die unentwegt die Positionen tauschen.

                  oder dies etwa?

                  >>Was heute Ursache ist, kann morgen schon Wirkung sein. Starre Kausalitäten sind kein guter Ratgeber beim Studium des Kapitalismus….

                  sorry – was für ein argumentfreies Postulat-Geschreibe? Wir sprechen bei Saldenmechanik über Identitäten und nicht über Zusammenhänge. Solches „Alles-ganz-komplex- Geschw…el“ verhindert seit langer Zeit so so einfache wie zwingend richtige Erkenntnisse wie:

                  „Wer ein Problem in staatlichen Schulden sieht, muss gegen private Geldvermögensbildung vorgehen.

                  irgendwie in das kollektive Bewusstsein dringt.

                  Denn beides steht nicht etwa in irgendeinem streitbaren Zusammenhang, sondern ist eine Identität – zwei Worte für die gleiche Sache. Genauso könnte man formulieren, wer ein Problem in der wachsenden Zahl der Autos sieht, sollte die Anzahl der PKW begrenzen. Ich hab kaum noch Bock auf solche Gaga- Diskussionen.

                  Natürlich können sich aber Zusammenhänge, die von menschlichem verhalten abhängen, jederzeit ändern. So hat Moneymind schon recht, wenn er auf die Stagflation mit eingeschränkten Käufermärkten verweist. Wenn morgen ein großer Meteoriteneinschlag auf der Erde sicher zu erwarten ist, dann wird man schlagartig einen tollen Verkäufermarkt Das man über die aktuelle oder künftige Existenz von Käufermärkte streiten kann, ändert nur eben wieder gar nichts daran, dass man mit Käufermarkt-Prämisse eben klare Schlüsse aus den Identitäten ziehen kann.

                  MFg

                2. >>Wenn Sie also, Herr Buschbeck, dem Staat seine Verschuldungs- /Entschuldungs-Pläne absprechen wollen, dann sollten Sie dies den Unternehmen gegenüber auch tun….

                  Sie wollen mir auch nicht im ernst weismachen, dass Sie den Unterschied nicht kennen? Die Ausgaben eines einzelnen Unternehmens oder Haushaltes haben so gut wie keine Rückwirkung auf seine Einnahmen. Dagegen nimmt der Staat ein, nur eben bereinigt um die Geldsparquote dieser Ausgaben, was er ausgibt. Aber dies wissen Sie ja selber.

                  1. Ich fasse zusammen:

                    1) Was Sie, Herr Buschbeck, als „Käufermärkte“ bezeichnen, nenne ich „gesättigte Märkte“.

                    2) Es handelt sich also um keine Natureigenschaft des Kapitalismus, sondern um ein Stadium, in das er hineingewachsen ist.

                    3) Sättigung hat zwei Dimensionen:
                    Sie bezieht sich auf Konsumgüter genauso wie auf Kapitalgüter.

                    4) Diese Stadium führt zur Herausbildung eines spezifischen Menschenschlages, der sich durch illusionäre schmerzvermeidende Hoffnungen auszeichnet.

                    5) Der Staat reagiert mit wachsender Staatsschuld, die Schmerzoption „Liberalismus“ (=Anpassung des Kapitalstocks an die Sättigungsgrenze) negierend.

                    Meine Kritik an Ihrer Sicht der Dinge betrifft im Wesentlichen die Vorstellung, dass man gesättigten Konsummärkten mit einer Ausdehnung des Kapitalstocks begegnen könnte. Ferner: Die Annahme, dass man „Gesättigte“ (=Horter) durch politische Rahmenbedingungen „umerziehen“ könnte.

                    PS: Ich kann daher keine politischen Strategien entwerfen. Alles, was ich tun kann, ist die Entwicklung abschätzen, die auf uns zukommt: Noch mehr Staatschulden, kaum reales Wachstum, ewig niedrige Zinsen und latente, hohe Unterbeschäftigung. Wie die Gesellschaft damit umgehen wird, kann ich nicht abschätzen.

                    PS: Ich honoriere Ihren Einsatz, ich kann damit aber, seien Sie mir nicht böse, nichts anfangen. Ich glaube auch nicht, dass sich Wissen politisch einsetzen läßt. Die Bühne dort ist geschaffen für Agitatoren und nicht Denker…..

                    Mehr habe ich nicht zu sagen.

                    LG
                    A.F.

                    1. >>>Ich honoriere Ihren Einsatz, ich kann damit aber, seien Sie mir nicht böse, nichts anfangen. Ich glaube auch nicht, dass sich Wissen politisch einsetzen läßt.

                      Ehrlicher wäre – Ich WILL damit nichts anfangen. Dazu kann man ruhig stehen, dies ist doch völlig normal, so sind ALLE. Sie gehören sicher nicht zu den Menschen, die mit TRIVIALarithmetischen Zusammenhängen intellektuell überfordert wären. Spätestens mit der Robinsonade könnte es mit gutem Willen auch jeder Trottel begreifen.

                      Natürlich kann und muss eine Gesellschaft Rationalitätenfallen händeln. Man könnte sonst wirtschaftlich vorteilhaft seine Nachbarn erschlagen und dessen Besitz beschlagnahmen. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind aber so, dass es sich eben nicht rentiert. Das Horten bringt heute und vor allem in naher Zukunft x-fach mehr Menschen um, als das direkte Morden aus Habgier. Und es ist nun wirklich kein Problem, dies mit entsprechenden Rahmenbedingungen zu vermeiden.

                      Das Problem ist das „Mordsproblem Horten“ sehen zu WOLLEN. Und damit geht es politisch nicht, man vertut seine Zeit es Menschen erklären zu wollen, die es eben nicht verstehen wollen. Die vielmehr ihre ganze geistige Energie darauf verwenden, eine Horter-Schutzbehauptung nach der Anderen auszugraben (die ich dann alle schon 1000mal gehört und als solche entlarvt habe).

                      „Meine“ Guthabenbremsen kommen wohl trotzdem. Es werden eben nur recht indiskutable Guthabenbremsen sein, wenn keine Diskussion möglich ist. Die Bargeldabschaffung ist ja auch mal eine Idee von mir gewesen. Längst habe ich bessere, aber es ist eben nicht kommunizierbar. Viel Spass allerseits mit den indiskutablen Guthabenbremsen…

            2. Verseucht? Verblendet. Stützel war das nicht, und hat an den Keynesianern gerade bemängelt, daß diese Käufermärkte implizit als IMMER gegeben unterstellen, obwohl sie eben nur einen Sonderfall darstellen siehe Paradoxa …, S. 183-199. Angesichts der Situation der 30er versteht Stützel auch, wie Keynes dazu kommen konnte, in den 70er Jahren dagegen war die Situation gerade umgekehrt, und daher hat Stützel da fürs Lambsdorff-Papier.

              Zum Verständnis der heutigen Situation in Europa reicht aber auch Saldenmechanik + die hervorragend sparsam gewählten Stützel’schen ergänzenden „Verhaltensvermutungen“ samt seiner Konjunkturtheorie nicht. Denn die unterstellt immer schon, daß Rechts- und Vertragssicherheit überall in gleicher Weise gegeben sind, was in Europa nicht der Fall ist. GR ist eine neopatrimoniale Bananenrepublik ohne Rechtssicherheit, die nicht mal zuverlässig Steuern eintreiben kann. Wer nicht haftbar gemacht werden kann, verschuldet sich gern auch dann noch, wenn das kein anderer mehr will. Und Geld von Banken bekommt er dann, wenn diese davon ausgehen, daß solvente Staaten diese Schuldner aus Angst retten werden.

              Hierfür die Alleinschuld (Stützel: „Verursachungsvorrang“) allein Deutschland zuzuschieben, zeugt von Realitätsverlust. Der allerdings herrscht auch bei Schäuble, wenn er meint, GR könne sich per Roßkur „gesundsparen“, OHNE seine neopatrimoniale Kultur zu überwinden.

              Länder wie GR könnten in der Eurozone nur bestehen, wenn es internationalen Zwang (per übernationalem Gewaltmonopol) zum Leistungsbilanzausgleich gäbe. Genau den aber gibt es nicht, und keiner will ihn (das wäre doch gaaaaaanz schlimm, weil dann die Nationalstaaten gaaaaaaaaanz viel Souveränität aufgeben müßten).

              Ohne das aber können beggar thy neighbor Prozesse – in Stützel’scher Terminologie: nationales Disponieren aufgrund von Partialsätzen – kaum verhindert werden, denn: „Solche fatalen Prozesse können nur durch Globalmaßnahmen über den Gesamtbereich jeweils unmitelbar miteinander konkurrierender Wirtschafter gesteuert werden.“ (W. Stützel: Paradoxa der Geld- und Konkurrenzwirtschaft, Aalen 1979, S. 395)

              1. Herr Moneymind,

                Ich habe Stützel nicht gelesen und ich werde das auch nicht tun. Mir gefällt, von dem wenigen, das ich gelesen habe, auf das Ganze zu schließen, seine Sprache nicht. Den Begriff „Käufer-/Verkäufermarkt“ lehne ich rundum ab, sofern er über die simple Definition (Lageraufbau/Lagerabbau) hinausgeht. Märkte schlagen immer in die eine oder andere Richtung aus, was soll daran diskussionswürdig sein?

                Was Ihre Einschätzung von flexiblen/festen Wechselkursen betrifft, möchte ich nur so viel sagen: Flexible Wechselkurse stehen für Schmerzvermeidung, zumal es durch Abwertung gelingen kann, notwendige Anpassungsprozesse hinauszuschieben. Feste Wechselkurse stehen für bewußte Schmerzerfahrung. Daher ist die europäische Einheitswährung nicht auf der Höhe der Zeit, die auf Schmerzvermeidung pocht, und zieht den Hass aller auf sich. Ich halte es für notwendig die Einheitswährung wieder fallenzulassen (oder alternativ: einen europäischen Staat zu bilden), will man nicht in fatale Zustände abdriften….

                LG
                A.F.

  4. „Also mit der Prämisse, dass die Privaten nicht bereit sind, ihre verkaufsüberschüsse (Geldvermögensbildung) auszuweiten – weil es z.B. eben dann restriktionen = Guthabenbremse gibt, dann schafft er es einfach nicht, egal was er ausgibt. Zusatzausgaben des Staates sind dann sofort wieder Zusatzeinnahmen.“

    Wie sollte eine solche Prämisse in der Praxis je funktionieren?

    Die Geldvermögensbildung IM GANZEN (alle Haushalte mit Verkaufsüberschüssen) soll also konstant bleiben. Gleichzeitig soll es doch – vermutlich – möglich sein, daß es zu Umschichtungen zwischen einzelnen Individuen kommt; daß also der eine sein Sparkapital verringert und ein anderer steigert. Eine solche Kontrolle auf individueller Ebene ist unmöglich, weil Geld bekanntlich kein Mascherl hat. Sprich: Es ist nicht zuordenbar, ob jetzt ein einzelner zu viel gespart hat, weil man immer nur eine Aussage für das Kollektiv, für die Gesamtsumme über alle treffen kann.

    Ein weiteres Problem:

    Der Staat könnte dann theoretisch beliebig viel Geld ausgeben. Was würde das bedeuten? Beispielsweise könnte sich der Staat entschließen, jedem ein bedingungsloses Grundeinkommen von z. B. 100.000 Euro monatlich zu zahlen. Daß das nicht funktioniert, ist offensichtlich: Geldentwertung (Hyperinflation) usw.

    Eine Alternative zum staatlichen Geldverschenken wäre ein staatliches Beschäftigungsprogramm: Der Staat kauft sich Infrastruktur wie z. B. Autobahnen, Schulen, Spitäler, Militär samt Personal usw. usf. Also ein stark aufgeblähter Staatssektor zu Lasten eines verkleinerten Privatsektors. Das bedeutet hohe Steuern und Inflation (mit allen Konsequenzen daraus) oder die Leute kaufen mit ihrem staatlichen Lohngeld direkt die staatlichen „Produkte“, ob sie das Produkt nun wollen oder nicht. Also Zwangskonsumation von Produkten, die sich irgendwelche Politiker und Bürokraten ausdenken. Hör ich da Gelächter?

    Bleibt als Denkvariante die Annahme, daß der Staat sich – trotz „garantierter“ Einnahmen – in seinen Ausgaben einschränkt und diese nicht ausweitet. Warum lachen jetzt alle?

    1. >>Wie sollte eine solche Prämisse in der Praxis je funktionieren?

      In dem es eine Nachfrageverzichtsprämie gibt, die dieses Gleichgewicht herstellt. Also eine nominal oder real negative Nachfrageverzichtsprämie.

      Eine so funktionale Globalsteuerung greift dann aber eben nicht marktfeindlich ein, wie wir es mit der Bankenrettung/Guthabenrettung sehen mussten, wo wie wir uns de facto für alle Schulden dieser Welt staatlich verbürgt haben. Der gute Dr. Paul C. Martin hat 2008 im Gelben deshalb das Ende des Kapitalismus ausgerufen, war es auch.
      Von Abwrackprämien und sonstigen Fördergetöns gar nicht zu sprechen. Und die katastrophalen Exportsalden als Produkt alternativer Globalsteuerung werden uns noch gewaltig auf die Füße fallen. Die Gegensteuerung von Soros stürmt uns schon.

      Nicht ohne Grund nannte der Erfinder der negativen Zinsen sein System Freiwirtschaft, er war ein orthodoxer Liberaler.

      1. „Also eine nominal oder real negative Nachfrageverzichtsprämie.“

        Das gibt es in Japan seit Jahrzehnten. Und inzwischen auch bei uns. Die Staatsverschuldung steigt trotzdem. Also irgendwie ist da die Praxis anders als die Theorie.

        1. In Japan gibt es weder nominale noch real negative Zinsen. Inflation kann eine Notenbank nicht erzeugen, da braucht es reale Lohnerhöhungen. Dafür sind die Tarifpartner verantwortlich.

          1. „Im Juli 2016 wiesen Anleihen im Wert von 9 Billionen Euro negative Renditen aus. Zwei Drittel dieses Betrages entfielen auf japanische, ein Drittel auf europäische Anleihen. In anderen Industriestaaten sind die Renditen positiv, aber ebenfalls auf oder nahe historischen Tiefständen.“

            https://de.wikipedia.org/wiki/Negativzins

            1. dies bedeutet noch lange nicht, dass den japanischen Hausfrauen (die ungefähr so drauf sind wie die schwäbischen) ein Nachfrageverzichtsmalus vom Konto gebucht wird.

              Im übrigen bin ich aber der letzte, der einer alternativen Zinspolitik die alleinseeligmachende Wirkung andichtet.
              Natürlich gäbe es mit Bargeldabschaffung oder Befristung die Möglichkeit, Nominalzinsen so lange zu senken, bis die Privaten so viel kaufen, dass der Staat keine Schulden macht.

              Nur hängen sinnvolle Investitions-entscheidungen sicher nicht an den kurzfristigen Zinsen, sondern an den Erwartungen innerhalb des Investitionszeitraums.

              Für eine Begrenzung der privaten Einnahmeüberschüsse sind andere Dinge viel
              einfacher umzusetzen – z:B:

              Umlagerente fördern/gutreden statt Sparrente fördern/gutreden.

              Und vor allem müsste das Geldsparen halt mal in seiner gesamten Problematik in eine gesellschaftliche Diskussion. Bisher ist dies ja noch positiv besetzt und der Michel begreift die EZB-Politik gar nicht, empfindet sie als Irrtum oder Folge einer auswärtigen Krise, die mit Deutschland nichts zu tun hat.

              1. Ich denke, das deutsche Volk hat einige historische Erfahrung mit dem „Geldsparen in seiner gesamten Problematik“: 1. Weltkrieg, Hyperinflation, 2. Weltkrieg, Währungsreform usw. Die kommenden Erfahrungen hat z. B. Prof. Sinn in diversen Vorträgen bereits prognostiziert.

                Ich glaube auch, daß social engineering – Eingriffe ins System (z. B. „Begrenzung der privaten Einnahmeüberschüsse“) unsinnig, überflüssig, kontraproduktiv sind und sehe es wie der Kommentator „felsberger2012“: „Das System regelt sich … von ganz alleine.“

                1. Es hätte sich 2008 ganz allein geregelt – nun haben wir Guthabengarantie = Schuldengarantie für alle Schulden dieser Welt. Marktfeindlicher geht es nicht. Kurios dass dies 2008 alle im TV gesehen haben und dann hat man die EU-Schuldenrettung geklagt, als ob dies nicht 2008 verkündet wurde.

                  Diese Wahrheit verdrängt ihr alle tapfer, natürlich regelt sich das System selber durch Pleite der Guthaben. Aber da hängt ihr die Politiker an die Laterne und da wollen die nicht hin.

                2. 1. Weltkrieg, Hyperinflation, 2. Weltkrieg, Währungsreform usw.

                  In ihrer Aufzählung fehlt die Deflation von 1929 bis 1932 – mit 40% BIP-Rückgang.

                  Sie hat uns den Adolf und den Krieg gebracht – diese fehlende Wahrnehmung der Hyperdeflation ist auch so typisch deutsch und unglaublich.

                  Die Deflation mit ihren Millionen Tote und wird vergessen, die Inflation ist das Schreckgespenst, während die Deflation schon in der Tür steht.

                  Gerade die von Ihnen angesprochene historischen Erfahrungen, also von Hyper-Deflation und natürlich auch der Hyper-Inflation sollten uns lehren, dass wir für beides eine funktionale Globalsteuerung brauchen.

                  1. Also ich – und einige andere – brauchen keine „funktionale Globalsteuerung“.

                    Ja, mach nur eine Steuerung
                    Sei nur ein großes Licht
                    Mach noch ne zweite Steuerung
                    Geh’n tun sie beide nicht.

                    1. »Also ich – und einige andere – brauchen keine „funktionale Globalsteuerung“«

                      Aber vielleicht die Menschheit als Gesamtheit? Und wenn Sie unter den Trümmern der jetzigen Ordnung hervorkriechen – falls Sie den Zusammenbruch überhaupt überleben – werden Sie sich vielleicht reuig nach ein bisschen „Globalsteuerung“ sehnen. Dann wird es allerdings zu spät sein.

  5. PS: Man müßte den Staat durch ein Gesetz im Verfassungsrang zwingen ungeplante Mehreinahmen zur Schuldentilgung einzusetzen. Dann wäre ihr Modell der „Guthabenbremse“ konsistent. Nur, wie soll das in dieser verweichlichten Kuschel-Demokratie möglich sein? Als Österreicher, der schon genug Erfahrungen mit verschiedensten Regierungen gemacht hat, sage ich Ihnen: Welche Partei auch immer, ob links, ob Mitte oder rechts, sie haben das Ohr am Herzschlag des Volkes. Und wannimmer sich die Chance bietet das Leid zu mindern, sind sie zur Stelle…..

  6. „Ich habe satt das ewige Wie und Wenn. Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn“, klagt der Kaiser. Mephistopheles antwortet: „Ich schaffe, was ihr wollt, und schaffe mehr“. Das ist die Faust`sche Verführung: Wer mit Staatsschuld beginnt, wird bei noch mehr Staatschuld enden. Es ist der Mensch (der Fürst, der Staat) selbst, der sich dieses Grab schaufelt und nicht eine wie auch immer antizipierte Systemdynamik…..

    1. In welcher Welt leben Sie?

      Es war in diesem Land mit Staatsschuldephobie möglich, die Zerstörung von Einkommen und Renten demokratisch wählen
      und von „linken Parteien“ umsetzen zu lassen.

      Ich habe Ihnen schon geschrieben, dass es mir um die Nutzung des ökonomischen, ökologischen und des Friedenspotentials des Kapitalismus geht.

      Staatsschulden interessieren mich nicht, nur insofern dieses Nullsummenspiel durch Problematisierung Dritter tatsächlich zum Problem wird. Und diese, völlig befreit von saldenmechanischen Kenntnissen für Käufermärkte, daherkommende Problematisierung bringen Sie jetzt wieder.

      Staatsschulden sind etwas, was in Käufermärkten durch das private Sparen entsteht, und nicht etwa durch falsch geplante Budgets oder Kreditaufnahme des Staates. Wer in Staatsschulden ein Problem sieht, muss gegen die Sparer vorgehen.

      1. >Staatsschulden sind etwas, was in Käufermärkten durch das private Sparen entsteht, und nicht etwa durch falsch geplante Budgets oder Kreditaufnahme des Staates.>

        Na, wenigstens haben wir jetzt den entscheidenden Gegensatz in unserer Sichtweise herausgearbeitet.

        PS: Ich kann es kaum fassen, dass Sie jedem Privaten Pläne (und deren Korrekturen) zutrauen, aber nicht dem Staat…..

        PSS: Was macht denn der Herr Schäuble? Die Einnahmen sind seit Jahren Jahr höher als im Budget geplant, und zahlt er damit Schuld zurück? Natürlich nicht…….

        LG
        A.F.

        1. Deutschland hat via Lohndumping und Rentendumping Exportüberschüsse generiert, welche gleichzeitig die Staatsverschuldung exportiert. es ist für die nominale Höhe ja grad egal, ob der Staat oder das Ausland die Kaufüberschüsse macht.

          Dass uns dies viel schlimmer auf die Füße fallen wird, als die bei Nulllzins kostenlosen Staatsschulden habe ich schon so oft hier erläutert, dass ich es einem treuen Leser wie ihnen nicht erneut erklären muss. 🙂

          Und es nützt eben nichts, wenn der Staat keine Schulden plant, er kann dies nicht durchsetzen, ohne einen deflationären crash auszulösen, in dem er noch mehr Schulden erlangt. Diese schon einfachst logisch darstellbare Sache ist ja nun in Südeuropa empirisch gut belegt worden.

          Staatsverschuldung ist in Käufermärkten (Kapitalismus) eine Restgröße der privaten Geldvermögensbildung bereinigt um die Exportsalden. Damit sind die beiden praktisch möglichen Stellschrauben benannt. Für das Volksvermögen, Volkswohlstand und den Frieden gibt es nur eine sinnvolle Stellschraube.

          1. Und gerade, wenn man der ausufernden Staatswirtschaft und des wie es Stützel nannte „neuen Hofschranzentums“ entgegen treten möchte, ist die Anregung der privaten statt der staatlichen Investitionstätigkeit ja wohl auch ein Argument für die Guthabenbremse.

            1. Ich glaub`, Herr Buschbeck, wir sind hier am zentralen Punkt angelangt und ich kann Sie nicht einfach so ziehen lassen. Sie unterliegen zwei Gedankenfehlern:

              1) Die Vorstellung, dass sich durch Kaufüberschüsse der Privaten die Staatschuld reduzieren könnte. Das ist falsch. Sie reduziert sich in diesem Fall NUR dann, wenn der Staat die Mehreinnahmen auch tatsächlich zur Tilgung der Schuld einsetzt. Die Erfahrung lehrt, dass dies nicht der Fall ist.

              2) Wenn der Staat seine Schuld trotz Mehreinnahmen nicht reduziert, dann bedeuten Kaufüberschüsse bloß, dass die Forderungen die Hände wechseln. Im Regelfall wandern die Forderungen von den Haushalten zu den Unternehmen, während sich an der Staatsschuld (und den Guthaben) gar nichts ändert.

              Damit sollte Ihnen klar sein, dass OHNE kooperative Mitwirkung des Staates eine Reduktion der Guthaben unmöglich ist. Es steht Ihnen natürlich frei an das Gegenteil zu glauben.-)

              Liebe Grüsse
              A.F.

              1. Es geht bei Saldenmechanik nicht um Glauben, sondern um Logik, trivialste Logik die aber nun mal anders ist als die bilder vom (eigenen) Einzelhaushalt, die man so schwer aus dem Kopf bekommt. Sie haben die Saldenmechanik scheinbar immer noch nicht verstanden.

                Selbst wenn der Staat sich bemühen würde, unbedingt Schulden machen zu wollen, solange der Käufermarkt existiert, kann ihm dies nicht gelingen. Also mit der Prämisse, dass die Privaten nicht bereit sind, ihre verkaufsüberschüsse (Geldvermögensbildung) auszuweiten – weil es z.B. eben dann restriktionen = Guthabenbremse gibt, dann schafft er es einfach nicht, egal was er ausgibt.

                Zusatzausgaben des Staates sind dann sofort wieder Zusatzeinnahmen.
                Ganz mechanisch – saldenmechanisch halt.

                In Verkäufermärkten geht dies schon, weil die Privaten dann durch leere Regale zum Zwangssparer werden. Ich kenne diese Sache sehr gut, man wartet 15 Jahre auf ein Auto.

                1. Herr Buschbeck: Das ist nicht Saldenmechanik, was Sie hier präsentieren, das ist eine behauptete Wirkung, die mit Saldenmechanik nur das Fundament der Logik gemein hat. Das ist ja das Problem: Man muß immer unterscheiden zwischen (a) Logik (das heisst: Saldenmechanik) und (b) einer „Ursache-Wirkung-Behauptung“, die dann Theorie ist. Vom Letzteren halte ich nichts….

                  PS: Ich bemühe mich so wenig wie möglich mit „Ursache-Wirkung“ zu argumentieren. Nur, wenn ich einen Akteur für stark genug halte (in diesem Fall: den Staat), dann wage ich es.

                  LG
                  A.F.

                  1. Sie postulieren ohne Argumente und ohne Kenntnisnahme des hier regelmäßig vermittelten Antworten.

                    🙂

                    reine Saldenmechanik

                    staatliche Kaufüberschüsse = private Verkaufsüberschüsse

                    (national bereinigt um Exportsalden)

                    Sagt nichts über Ursache Wirkung
                    Dies ändert sich mit der Prämisse des Käufermarktes. Hab ich schon zigmal erläutert. Volle Regale und Nullzins = der totale Käufermarkt. Die crowding out Prediger können nicht mal mehr behaupten, dass der Staat mit seiner Nachfrage die Zinsen erhöht.

                    1. >Dies ändert sich mit der Prämisse des Käufermarktes. Hab ich schon zigmal erläutert.>

                      Herr Buschbeck: Ich habe Ihnen Ihren Zirkelschluss auch schon hundertmal erklärt. Was ist ein Käufermarkt? Wenn das Güterangebot größer als die Güternachfrage ist, wenn sich also bei den Unternehmen (ungeplantes) Lager bildet. Was ist ein Verkaufsüberschuß der Haushalte? Wenn sie mehr verkaufen als sie kaufen, wenn sich also bei den Unternehmen (ungeplantes) Lager bildet. Daher: Käufermarkt = Verkaufsüberschuss der Haushalte. Sie können also auf den Begriff „Käufermarkt“ getrost verzichten. Ja, die Logik gebietet es sogar! Sprechen Sie einfach von Verkaufsüberschüssen der Haushalte. Mal schaun`, was dann von Ihrer „Ursache-Wirkungs-Theorie“ (Private Verkaufsüberschüsse => staatliche Kaufüberschüsse) überbleibt.-)

                      LG
                      A.F.

                2. Im Gegensatz zu Ihnen gehe ich von einem simplen Vergleich „logischer Zuständen“ aus, die es erlauben sich der tatsächlichen „Ursache-Wirkungs-Beziehung“ anzunähern:

                  1) Wäre die Staatschuld Null, dann gäbe es keine Verkaufsüberschüsse der Haushalte über den Kapitalstock der Unternehmen hinaus, ganz einfach, weil der Unternehmenskonkurs sie eliminieren würde.

                  2) Wäre die Staatsschuld auf der Höhe des staatlichen Kapitalstocks, und würde der Staat entsprechend der Abschreibungen auf diesen Kapitalstock seine Steuern eintreiben, sich also „rational“ verhalten, dann gäbe es keine Verkaufsüberschüsse der Privaten, ganz einfach, weil der Unternehmenskonkurs und die Steuereintreibung sie eliminieren würde.

                  Daraus folgt: Kaufüberschüsse der Privaten setzen Staatsschuld (über der Höhe des staatlichen Kapitalstocks hinaus) voraus. Die Haushalte benötigen die Kooperation des Staates um ihr „Horterspiel“ überhaupt spielen zu können….

                  1. hatte ich ihnen zuletzt im Oktober 2015 geschrieben:

                    guthabenkrise 30. Oktober 2015 at 19:14 # Bearbeiten
                    0 0 Rate This
                    Wir kommen wieder zum Eingangsthema – Ihre Argumenation fusst auf den Grundannahmen der Tauschwirtschaft.

                    Die Vorfinanzierungswirtschaft (Kapitalismus) funktioniert nur mit Gewinnaussichten für die Vorfinanzierer und Plankongruenz bei der Geldvermögensentwickling, der Staat ist keineswegs frei in seiner Besteuerung. Wolfgang Stützel außert sich in anderen Worten (Bezug Keynes) in der Saldenmechanik in einer Fussnote zu diesem Thema:

                    „die Wirtschaft stünde augenblicklich still….“

                    Wolfgang Stützel beschreibt einen theoretischen Grenzfall, in dem der Staat unbedingt einen Geldvermögensaufbau durchsetzen will, aber kein Privater einen Geldvermögensabbau hinnehmen möchte: „Die Wirtschaft stünde augenblicklich still.“, und erläutert weiter: „In diesem Fall wäre der Keynes-Multiplikator negativ und unendlich groß; denn die Summe der Pläne, Geldvermögen zu vermehren, überstiege bei jedem Einkommensniveau die gleichzeitigen Pläne, Geldvermögen zu vermindern.“[15]

                    https://de.wikipedia.org/wiki/Saldenmechanik

                    1. Praktisch hat der Staat eben keine Macht über seine Schulden,schon gar nicht in einer Demokratie – sondern die Sparer.

                      Es steht ihnen jederzeit frei, ihre Einkommen nicht zu konsumieren oder zu investieren. Direkte Rückwirkungen des individuellen Nachfrageverzichts auf das eigene Einkommen sind extrem unwahrscheinlich.

                      Und dies sind sofort und ohne irgendwelche Kreditaufnahmen oder Haushaltsplanungen staatliche Ausgabeüberschüsse.
                      Der Lacher ist ja immer, dass man glaubt Staatsschulden entstehen aus falschen Haushaltsplanungen Planungen oder geplanter Kreditaufnahme.

                      Dies gilt alles nur, solange die Regale nicht leer sind und man deshalb nicht zum Zwangs-sparer wird. Darum geht es, wenn ich hier den Begriff Käufermarkt verwende, den man evtl. auch noch anders definieren kann. Man könnte kaufen, will aber nicht – und man hat damit die Macht den Staat zu verschulden. Der Staat müßte einen umgekehrt um das komplette Einkommen bringen, was über der nackten Exiestenz verbleibt. Wer wählt so eine Politik? Dies wäre ja auch eine Art Guthabenbremse, die will aber erst recht keiner.

                    2. >„die Wirtschaft stünde augenblicklich still….“>

                      Das ist ja das Problem: Diese Aussage ist FALSCH.

                      PS: Man geht von gleich starken Spielern aus (Staat, Haushalte, Unternehmen), wo dann notwendigerweise die Masse entscheidet. In Wirklichkeit sind die Spieler nicht gleich stark, der Staat hat das Gesetz auf seiner Seite. Die ganze ökonomische Theorie fußt auf einem völligen Mißverständnis des Staates….

                      PSS: Was tatsächlich passiert, wenn in einem Land (mit ausgeglichenem Leistungsbilanzsaldo) der Staat seine Schulden eintreibt, ist Folgendes: Die Haushalte können sich nicht wehren und müssen dem Wunsch des Staates folgen. Dadurch reduziert sich die Nachfrage nach Gütern. Es kommt zu Deflation, auf jedem Fall zu Lagerbildung und Schrumpfen der Gewinne. Die Unternehmen passen ihre Pläne an, kündigen Mitarbeiter, reduzieren das Güreangebot, und der Markt findet sich am Ende der Periode im Gleichgewicht auf niedrigerem Niveau wieder. Da sind ganz normale Anpassungsprozesse, von denen keynesianische Ökonomen natürlich nichts hören wollen. Sie wollen ja partout die Todesspirale nach unten konstruieren…..

                      LG
                      A.F.

  7. Herr Buschbeck,

    Wir plädieren beide dafür die (weltweite) Staatschuld auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Nichts anderes kann Ihre Forderung nach einer „Guthabenbremse“ bedeuten, zumal ja gilt: „Netto-Forderungen der Haushalte (+Stellvertreter) = Netto-Verbindlichkeiten der Unternehmen + Netto-Verbindlichkeiten der Staaten“. Dabei scheinen Sie von der Vorstellung auszugehen, dass der Impuls zur Reduktion der Netto-Forderungen/-Verbindlichkeiten von den Haushalten auszugehen hat. Ganz nach dem Motto: Bauen die Haushalte ihre Netto-Forderungen ab, dann erhöhen sich die Einnahmen des Staates über die Plangrößen hinaus, was zur Reduktion der Staatschuld führt. Dieser Automatismus ist falsch. Denn, auch wenn die Staaten zu (ungeplanten) Mehreinnahmen kommen, ergibt sich daraus noch lange nicht, dass sie ihre Netto-Verbindlichkeiten auch tatsächlich reduzieren werden. Die Erfahrung lehrt vielmehr, dass die Staaten diese (ungeplanten) Mehreinnahmen gleich wieder zu Schmerzlinderungszwecken (Sozialpolitik, etc.) einsetzen, womit das Karussell von vorne beginnt und die Guthaben auf dem alten Niveau bestehen bleiben. Es hilft nichts: Der Staat ist der große Entscheider und nicht die Privaten, so sehr sie sich das auch wünschen mögen….

    PS: Was es stattdessen bedarf, ist das Bekenntnis der Staaten zur Reduktion der Staatsschuld. Dies ist eine Schmerzstrategie und nur so können die Netto-Forderungen der Haushalte auch tatsächlich schrumpfen. Dies aber führt uns weit vom Bereich der Ökonomie weg hin zur Soziologie und zur berechtigten Frage: „Wie soll eine durch und durch verweichlichte Gesellschaft, die seit Jahrzehnten nichts anderes tut als Schmerzen durch Staatschuld zu lindern, bereit zur Selbstqual sein? Alleine schon die Demokratie steht diesem Verfahren im Wege…..

    LG
    A.F.

  8. Herr Buschbeck: Ich finde es schade, dass sie Ihr tiefes Verständnis für die Saldenmechanik einer ökonomischen Theorie opfern, namentlich der Unterkonsumtionstheorie in ihrer keynesianisch-marxistischen Ausprägung, die logisch falsch ist. Im Kapitalismus (mit Unternehmen und Haushalte) kann es keine Unterkonsumtion geben, da die Geldersparnis der Haushalte, die über den Kapitalstock hinausreicht, durch Unternehmenskonkurse eliminert wird. Simpel gesagt: Das System regelt sich über den Unternehmenskonkurs von ganz alleine. Mehr noch: Er erst zeigt an, dass Produkte gesellschaftlich entweder nicht gewünscht sind oder in übertriebenem Maße produziert wurden. Punkt.

    Den Unternehmenskonkurs aus dem System eliminieren zu wollen, heißt nichts anderes: als das Leiden des Systems, das als Kehrseite der Reichtumsproduktion notwendig ist, über Bord werfen zu wollen. Es heißt auch: die bürgerliche Welt als Ganzes in Frage zu stellen. Anstatt sich, fehlgeleitet von marxistisch-keneysianischen Ideologen, Gedanken darüber zu machen wie Unternehmenskonkurse zu reduzieren sind, sollte man die Mechanismen der Leidensreduktion auf ihren Inhalt hin hinterfragen. Sie schlagen sich primär in der Staatsschuld nieder, deren Ausdehnung immer dann gefordert wird, wenn die Gesellschaft wiedereinmal notwendiges Leiden verweigert.

    Wohin diese Verweichlichung der Gesellschaft führt, können sie dann an so Ereignissen wie der Flüchtlingsfrage studieren. Anstatt Neuhinzugekommenen von Tag Eins an den Härten des Systems auszusetzen, werden sie verhätschelt und verweichlicht, bis jene, die sich um Verhätschelung betrogen fühlen, mit der Hacke auf diese Leute los gehen. Sie können es auch an gefallenen Staaten wie Griechenland studieren, wo die Staatsschuld Jahrzehnte lang zur Leidensminimierung eingesetzt wurde, und wo die Menschen mittlerweile glauben ein Recht auf Versorgung durch Deutschland zu haben. Man kann es drehen und wenden wie man will: Was man an „Gutem“ gewinnt, kommt doppelt „schlecht“ auf einen zurück.

    PS: Nur ein Diskurs ist konsequent ehrlich: das Ende des Kapitalismus zu fordern. Alles andere ist Augenauswischerei und Kränkung des Verstandes. All das, unter dem Deutschland heute leidet, läßt sich auf einen Nenner reduzieren: eine völlig verhätschelte intellektuelle Schicht, die für alle das „Gute“ fordert und die allen letztendlich nur das Elend bringt. Die Klardenkenden stehen in der Pflicht diesem Irrsinn entgegenzutreten anstatt diese Leute mit keynesianisch-marxistischem Unterkonsumtions-Schwachsinn weiter zu füttern. In diesem Sinne hoffe ich, dass auch sie sich eines Tages zu einem Besseren belehren lassen….

    Liebe Grüsse
    A.F.

    1. >>PS: Nur ein Diskurs ist konsequent ehrlich: das Ende des Kapitalismus zu fordern.

      Nö, ich habe die unproduktive Alternative erleben dürfen und bin ein regelrechter Kapitalismus-Freak. Ihr Kurzschluss, eine wettwerbsneutrale gesamtwirtschaftliche Steuerung greift auch überhaupt nicht in die Segnungen einzelwirtschaftlichen Wettbewerbs ein, fördert ihn vielmehr.

      Das Produktivitätspotential und damit auch Friedenspotential des Kapitalismus bleibt ohne ökologische und ökologische Globalsteuerung ungenutzt. Was für eine Narretei notwendige einzelwirtschaftliche Unternachfrage und Marktauscheiden mit gesamtwirtschaftlichen Dingen zu vermengen. Einzelwirtschaftlich richtige Dinge von gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen zu abstrahieren, ist Grundthema dieses Blogs. Und mit notwendigen klaren Ansagen an unsere angestammten und zugereisten Kostgänger hat dies nun auch überhaupt nichts zu tun, bzw. nur insoweit, uns diese Kostgänger als Ersatz einer Globalsteuerung zugeführt wurden.

    2. »All das, unter dem Deutschland heute leidet, läßt sich auf einen Nenner reduzieren: eine völlig verhätschelte intellektuelle Schicht, die für alle das „Gute“ fordert und die allen letztendlich nur das Elend bringt«

      Wer soll das denn sein? Vielleicht mal Ross und Reiter nennen?

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