„Tauschwirtschaftsweiser“ – aus der Reihe „Buschis schröckeliche Worterfindungen“

Tauschwirtschaftsweiser – heute noch Wirtschaftsweiser genannt, ist ein ehemaliger Student der Volkswirtschaftsleere, der es zu höheren Weihen gebracht hat.

Der neue Begriff wurde notwendig, da die Tauschwirtschaftsweisen immer wieder zu gesamtwirtschaftlichen Fragestellungen des real existierenden Kapitalismus gehört wurden, von welchen diese offensichtlich keine Kenntnisse haben. Ein schlimmes Beispiel ist die geniale Umlagerente, die in Unkenntnis gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge „in den Wald gefahren“ wurde. Thema auch bei Norbert Häring.

Chef der Wirtschaftsweisen gibt zu: Seine Vorschläge zur Rente kommen ohne Fachwissen aus

 

5 Kommentare zu „„Tauschwirtschaftsweiser“ – aus der Reihe „Buschis schröckeliche Worterfindungen““

  1. PS: Spannend wird aus meiner Sicht die Neujustierung der USA und was dies für Europa, und natürlich für Deutschland, bedeutet. Leicht möglich, dass man die Sanktionen gegen Russland auf`s Eis legen muss, ganz einfach, weil sie nicht mehr zeitgemäß sind. Eine Nord-Achse, getragen von USA und Russland, kündigt sich an, die den früheren Ost-West-Konflikt durch einen Nord-Süd-Konflikt ablöst, und die allmächtigen Transatlantiker in Deutschland alt aussehen läßt. Will man in etwa nicht Teil dieser Nord-Achse sein? Der Ost-West-Konflikt ist vorüber und ich bin gespannt wie lange Deutschland braucht um das zu begreifen..-)

    PS: Wenn man die übliche Lernkurve Deutschlands zugrundelegt, wird`s wohl Jahrzehnte dauern…-)

    Just my two cents!

    LG
    A.F.

  2. Sehr geehrter Herr Buschbeck,

    Da ich Österreicher bin, fühle ich mich doch hier glatt angesprochen.-) Kurze Antwort: Das österreichische Pensionssystem „funktioniert“ besser, weil es seit je – ich glaube, es geht zurück auf Kreisky -, einen Pensionszuschuss, aktuell in der Höhe von über 10 Milliarden Euro, aus dem jährlichen Butget gibt. Stellen Sie sich mal vor, wie gut das deutsche Rentensystem „funktionieren“ würde, wenn die BRD – übertragen auf die aktuellen Größenverhältnisse – 80 bis 100 Milliarden pro Jahr aus dem Budegt in das Rentensystem einschiessen würde.-)

    LG
    A.F.

    1. Zunächst einmal Herr Buschbeck: Schöne Weihnachtsfeiertage und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

      Dann: Ich habe mich nun doch entschlossen W.Stützel zur Gänze und bis in jedes Detail zu lesen, auch wenn das eine Ewigkeit in Anspruch nehmen wird. Auf Seite 91 der „Volkswirtschaftlichen Saldenmechanik“ finde ich einen Kommentar zum Sachverhalt „Reduktion der Staatsschuld“, den auch wir schon mehrmals besprochen haben:

      „Zusammengefaßt: Da dem Fiskus einen anyonyme Gesamtheit gegenübersteht, die den durch die Fiskalüberschüsse ausgelösten Effekt möglicherweise jeweils ganz unterschiedliche Ursachen zurechnet, ist keineswegs damit zu rechnen, dass die Grenzsitutation eintritt, in der sich die privaten Wirtschaftssubjekte geschlossen weigern, die aus der fiskalischen Überschußpolitik resultierende Geldvermögensverminderung hinzunehmen. Deshalb darf man in diesem Fall damit rechnen, dass der Fiskus einen Plan der geschilderten Art „normalerweise“ verwirklichen kann und nicht auf einen totalen Gesamt-Ausgabe-Streik oder auch Steuerstreik trifft. Deshalb kann man in dem besprochenen Beispielfall sagen: Die Überschußpolitik des Fiskus hat unter normalen Bedingungen die Folge, dass die private Wirtschaft allmonatlich ihr Geldvermögen um 200 Millionen DM verminert; die Überschußpolitik ist die „adäquate“ Ursache der Geldvermögensverminderung und des Verschuldungszuwachses der Privaten.“ (A.F.: sic!) (S.91 f.)

      Mit einem Wort: Stützel bestätigt meine Aussagen, die dem Staat (und nur dem Staat!) die alleinige Fähigkeit zu seiner Schuldenreduktion zuspricht vollumfänglich und gibt als unbedeutenden Randfall nur einen Keynes-Multiplikator von Unendlich an, wo diese Absicht des Staates scheitert. Selbst diesen Spezialfall, um das klarzustellen und ohne das hier begründen zu wollen, stelle ich in Frage! Wichtiger ist mir jedoch, dass ich nicht verstehe, warum Sie, Herr Buschbeck, gegen meine Argumentation immer wieder Stützel ins Felde geführt haben. Ich finde nichts, dass das rechtfertigen würde. Im Gegenteil bin ich von dem Zuspruch zu meiner Sichtweise, den ich aus diesem Buch erfahre, doch einigermaßen erstaunt. Ich bitte um Aufklärung des Sachverhalts, warum wir zwei Stützel in Bezug auf die Frage der Staatschuldenreduktion so unterschiedlich lesen…

      PS: Natürlich habe ich noch keinen Gesamtüberblick, aber das, was ich bis jetzt lese, läßt vermuten, dass keine radikale Trendumkehr Stützel`s in dieser Frage mehr zu erwarten ist. Ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren….

      Mit freundlichem Gruss
      Alfred Felsberger

      1. Lieber Herr Felsberger,
        auch Ihnen beste Wünsche, insbesondere für das kommende spannende Jahr.

        Sie zitieren über Vermutungen über menschliches Verhalten (also keine Saldenmechanik!), die in einem bestimmten Kontext zutreffen können. Ihre selektive Hortersicht 🙂 könnte ich mit der selektiven Enthortersicht 🙂 ergänzen: Stützel stellt die Wirksamkeit meiner Guthabenbremse zum Staatsschuldenabbau fest, er spricht ja von einem geSTEUERten Geldvermögensabbau des Privatsektors, den dieser irgendwie hinnimmt. 🙂

        Ihr Schluss:

        „Stützel bestätigt meine Aussagen, die dem Staat (und nur dem Staat!) die alleinige Fähigkeit zu seiner Schuldenreduktion zuspricht vollumfänglich und gibt als unbedeutenden Randfall nur einen Keynes-Multiplikator von Unendlich an, wo diese Absicht des Staates scheitert.“

        ist aber völlig unzulässig, weil dies steht da nie und nimmer. Der saldenmechanischen Logik entspricht es zu 100% – dass der Staat Überschüsse macht, wenn der Rest der Welt Geldvermögten abbauen möchte. Dass „nur der Staat“ ist also völlig falsch, man kann nur diskutieren, ob es der Staat auch kann.

        Und ich verwende ich die Saldenmechanik mit Abgleich auf die aktuellen Rahmendaten und pflege selber zu denken, statt auf einen Meister abzustellen, der nun wegen länger zurückliegenden Ablebens sicherlich keine aktuellen Beiträge liefern kann. Und die aktuellen Rahmendaten sind eben völlig andere als in den 70ern, wo man noch echte Nettoinvestition und damit entsprechendes Gewinnpotential der Unternehmen hatte. Eigentlich ist mit Null Nettoinvestition längst Spielende, wir haben heute die Sondersituation, dass eben nicht mit Zinssenkung einer wegen Gewinnmangel nachlassenden Verschuldungsbereitschaft gegengesteuert werden kann.

        Mit dem „augenblicklich still stehen“ handelt es sich natürlich um einen praxisfernen Sonderfall, da ja nun jeder auch Grundbedürfnisse und feste Kaufkontrakte hat. Jenseits aller Theorie können Sie im Süden Europas studieren, wohin solche Versuche führen. Wir haben dies auch schon mehrfach diskutiert. Es kommt mit der leichtesten Deflation (im Sinne von Unternachfrage) zur massenhaften Bankenpleite und damit zur Insolvenz der Sparguthaben. Wenn wir diese zulassen würden, und nur dann, wäre der „Felsberger Weg“ als Bereinigung gangbar. Will aber keiner, Ihre Idee von der periodischen Überraschungs-Guthabenkürzung ist unsozial und wird hunderttausende in Selbstmord und plötzliche Krebserkrankung (Selbstmord per Gedanken) bringen. Da lob ich mir vernünftigere Guthabenbremsen.

        Man darf auch nicht übersehen, dass wir heute mit 12% BIP Kredittilgungen der Privaten haben. Und was ist dies bitte? Ex ante fixierter Geldvermögensaufbau des Privatsektors! Da rechnen wir jetzt noch die vertraglichen Privatrentenzahler dazu und dann erklären Sie mir mal, wo sie die Schuldner hernehmen, wenn der Staat Überschüsse eintreiben möchte und die Wirtschaft aber in eine Depression rutscht.. Und wo in der Gewinnformel die Gewinnaussichten für eine weiteres Vorfinazieren der Wirtschaft.

        Und wir hatten die keynsche Gewinnformal ja auch schon mal gemeinsam auseinander genommen, dass diese eben nur für die ordentlichen Gewinne gilt. Und wir brauchen heute längst zusätzlich „unordentliche“, also Bewertungsgewinne von Sachwerten. Ich habe keinen Zweifel, dass ein schlauer Mann wie Wolle Stützel
        in der Wertung heutiger Salden der Gewinnformel und der Dimension des ex ante fixierten Geldvermögensaufbau des Privatsektors sich solche Sätze nicht bedienen würde. Die Frage ist ja eben auch nicht, wann die Wirtschaft still steht, sondern wann das Bankensystem fertig hat und wie man damit sinnvoll menschlich umzugehen gedenkt.

        MFG JB

        1. Danke für ihre Antwort, Herr Buschbeck. Beidseitigkeit ist klar bei einem spiegelbildlichen Saldo. Ich hatte ja nur im Kopf, dass Sie dem Staat seine Fähigkeit zur Schuldenreduktion per se absprechen wollen. Damit haben wir das geklärt….

          PS: Griechenland als chronisches Leistungsbilanzdefitzitland kann niemals ein „Erklärungsmodell“ für den allgemeinen Fall abgeben. Es ist ein Sonderfall und als solchen muß man ihn auch behandeln…

          LG
          A.F.

Und was denkst Du so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s