Hauptsache Arbeit – warum wir Verarmung und Krieg wählen und was die Alternative wäre


Liebe Landsleute,

In der anstehenden Wahl wird für die ökonomische Politik absehbar das „Weiterso“ gewählt. Dies trotz der Tatsache, dass viele Menschen mit den Reformen der letzten Jahre unzufrieden sind, welche Einkommens- und Rentenerwartungen unter unser ökonomisches Potential begrenzt haben. Und auch trotz des Sachverhaltes, dass wir mittlerweile auch bei den Vermögen das ärmste Volk Europas sind.

Die Linke spricht dies mit einer intellektuell und rhetorisch den beiden „Kanzlerkandidaten des Weiterso“ haushoch überlegenen Sahra Wagenknecht an, aber trotzdem wird die neue Kanzlerin Merkel und nicht Wagenknecht heißen.

Der Grund für dieses Wählerverhalten ist sehr einfach. Die Menschen sehen, dass die Groko-Politik irgendwie Arbeitsplätze schafft und erhält. Und sie ahnen, dass dies mit Wagenknecht-Politik anders wäre. Und dies stimmt auch, wenn man nicht an bestimmten  Stellschrauben dreht. Wenn man aber an diesen Stellschrauben drehen würde, könnte man auch die Verarmungspolitik beenden und natürlich sollte man dies auch tun. Unsere Verarmungspolitik ruiniert nämlich nicht nur unseren Wohlstand, sie gefährdet auch Frieden und Stabilität in Europa.

Was ist das Problem?
Deutschlands Ökonomie ist nur noch mit extremen Exportüberschüssen stabil! Würde man diese Exportüberschüsse ohne weitere Maßnahmen gefährden, gerät dieses Land in eine ökonomische Abwärtsspirale, mit massenhaften Insolvenzen und Rückkehr der Massenarbeitslosigkeit. Umgekehrt kann Merkel sogar Vollbeschäftigung versprechen, wenn man die Politik der ständig steigenden Exportüberschüsse fortsetzt. Also ist es doch richtig, Frau Merkel zu wählen? Selbst wenn man zu Erhalt und Ausbau dieser Exportüberschüsse (oder besser Importdefizite) eben Lohn- und Sozialdumping braucht?

Es kann nicht funktionieren – raus aus der Verdrängung!
Exportüberschüsse sind die Defizite des Rest der Welt, wir rauben damit in den anderen Ländern die Beschäftigung, die wir bei uns damit aufbauen. Auch führt dies ökonomisch dazu, dass wir mit den Exportüberschüssen in den Importüberschussländern Staatsverschuldung erzeugen. Wir exportieren 8% BIP Staatsverschuldung in das Ausland und zeigen dann sogar noch mit dem Finger darauf. „Warum macht ihr es nicht so wie wir? Macht doch einfach auch so tolle Reformen“. Daran sehen wir, dass in unserem Land der ökonomische Wahnsinn grassiert. Natürlich können die Überschüsse Deutschlands ja nur sein, wenn der Rest der Welt Defizite macht. Nun können wir versuchen, die ganze Euro-Zone zur Überschuss-Zone zu machen, dies bedeutet dann aber einfach nur eines – entweder es bleibt beim Versuch oder es gibt Krieg in Europa. Die USA können und werden es nicht hinnehmen, dass wir in noch weiter wachsendem Umfang Arbeit und Gewinne rauben und die US-Staatsverschuldung durch die Decke treiben. Würde man dagegen Europa wieder in einen Krieg z.B. gegen Russland treiben, oder wenn es einen Bürgerkrieg mit eingeschleusten Anhängen des politischen Islam gibt, hätte man über die EU-Importüberschüsse beim Wiederaufbau eine ganz  wunderbare Möglichkeit „Amerika great again zu maken“.  Es geht beim „Weiterso“ also um eine suizidale Politik, dazu müssen Alternativen gesucht werden.

Die Exportüberschüsse müssen weg wenn wir überleben wollen – also muss unsere Abhängigkeit von ihnen weg.

Die Exportüberschüsse brauchen wir für unser sogenanntes Kreislaufgleichgewicht. Dies ist die Frage, dass sich die einen Wirtschaftsakteure so stark verschulden wollen, wie die anderen Geldvermögen bilden wollen. Da sich in Deutschland per Saldo kein Sektor verschulden will, nicht die Privaten, nicht die finanziellen und nichtfinanziellen Körperschaften, nicht der Staat, können wir nur das Ausland für unser Kreislaufgleichgewicht in Höhe der deutschen Geldsparpläne verschulden. Und diese Verschuldung des Auslandes ist der Exportüberschuss. 86% der Netto-Vermögensbildung in Deutschland wurde 2016 aus der Verschuldung des Auslandes generiert.

Der Alternative zu Verelendung und Krieg ist also in der Sache sehr einfach, kulturell dagegen ein großes Problem. Wir müssen bei Strafe unseres Unterganges darüber reden lernen, wie wir die Pläne zur Geldvermögensbildung stark reduzieren. Dann können wir die Exportüberschüsse reduzieren, werden nicht in Kriege verwickelt und müssen auch kein Lohn und Sozialdumping mehr betreiben, um eben diese Exportüberschüsse zu erzwingen.

Unten stehende Maßnahmen würden wohl  einiges bringen:

öffentliche Diskussion des Problems der zu großen Geldsparpläne der Deutschen

Sofortiger Stopp der staatlichen Förderung der  sog. „privaten Altersvorsorge“

Einführung einer zusätzlichen Grundrente, welche aus einer Exportsteuer finanziert wird. Exportsteuer an Grundrente – die deutsche Friedensbotschaft an die Welt.

Alternatives Sachwertsparen/Investieren anregen – negative Realzinsen auf Geldvermögen als dauerhafte Erwartung – Kreditsteuer statt Sparzinsen als neues Steuerelement der  Notenbanken.

https://guthabenkrise.wordpress.com/2012/01/30/ein-grundlegender-losungsansatz-fur-die-systemkrise-notenbanken-werden-zur-monetative/

Bitte bringen Sie sich aber auch mit ihren Gedanken in diese kulturelle Revolution ein. Ja, es ist eine revolutionäre Herausforderung für Deutsche, eine Guthabenbremse zur Vermeidung von Elend denken zu lernen. Über die paradoxe Gegensätzlichkeit von einzelwirtschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen lernen wir leider nichts an Schulen und Hochschulen.

2 Kommentare zu „Hauptsache Arbeit – warum wir Verarmung und Krieg wählen und was die Alternative wäre“

  1. Wenn Du in dem Stil weiter argumentierst, werde nicht mal mehr ich Dich unterstützen können. Die Deutschen sind für die Politik nicht verantwortlich und Merkel und Konsorten betreiben diese Politik nicht auf Wunsch und zum Wohl der Deutschen. Wenn Du meinst, du kriegst aber mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch, wenn Du Deutschland und die Deutschen für das Elend verantwortlich machst, dann mag das in gewissen Kreisen sogar so sein, also bei der antideutschen Linken oder den von Soros finanzierten NGOs und ihren Anhängern. Aber die werden Dich nur benutzten, um zuletzt jauchzend zu zeigen, dass sogar Du der Meinung warst, dass die Deutschen wieder schuld sind. Die werden nicht Deine Ideen zum Sachwertsparen übernehmen, sondern nur Deine Anklage gegen uns.

    Damit die Exportüberschüsse weg kommen und die müssen ja weg, da sind wir uns einig, brauchen wir zuerst einmal kräftig steigende Löhne, Renten und Sozialleistungen. Wenn Du Dich da wenigstens auf die Seite von Flassbeck stellen könntest, wäre ja noch ein gemeinsamer Boden. Aber da kommst Du sofort und an erster Stelle mit Deiner Behauptung, dass das Geldsparen so eine deutsche Marotte wäre und die zuerst mal bekämpft werden solle. Das ist völliger Unsinn, weil niemand die Deutschen gefragt hat, wenn die Deutsche Bundesbank wieder mit Hochzinspolitik den Häuslebauer ruiniert hat und dafür der Geldsparer in noch mehr Geldsparen getrieben wurde.

    Du musst da keine falsche Mentalität der bösen Deutschen bekämpfen, sondern eine gegen die Interessen der Deutschen gerichtete Politk. Die Deutschen sind alle für höhere Löhne und Renten und dafür weniger Exportüberschuss, da rennst Du offene Türen ein. Die Deutschen haben damals SPD und GRÜNE gewählt, weil sie genau die Politik nicht wollten, die von denen dann gemacht wurde. Aber unsere Politiker sind halt vom Volk gewählt und vom Kapital gekauft. Die Deutschen da verantwortlich zu erklären, bringt es ganz und gar nicht. Damit argumentierst Du Dich selber in die antideutsche Ecke, wo man Dich zwar benutzen, aber nicht unterstützen wird.

    Die revolutioneäre Herausforderung für Deutsche ist immer noch, das bei uns zum Schaden der Deutschen installierte Regime samt Massenmedien und korrupter Wissenschaft los zu werden, wie einst in der DDR.

    1. Lieber Wolfgang,

      in diesem Beitrag geht es um die Anregung einer Diskussion, nicht um Schuldfragen. Natürlich ist niemand schuld an Problemen, die gar nicht bewusst sind. Es ist natürlich niemand schuld, wenn er in eine staatlich geförderte Riesterrente einzahlt. Schuld sind die Narren, die dies eingeführt haben. Trotzdem ändert dies nichts daran,

      1. dass wir über die Geldvermögensbildung als „Sparen auf Irgendwann“ Problem reden müssen und wir uns kulturell extrem schwer tun, Geldvermögensbildung als Problem der gesellschaftlichen Verarmung zu diskutieren.

      2. dass man eine Argumentation braucht, warum sinkende Exportüberschüsse nicht zu Arbeitslosigkeit führt, um die Folgen der Abwesenheit einer solchen Argumentation geht es ja in dem Beitrag.

      Dass das Kreislaufgleichgewicht einfach dadurch wieder hergestellt wird, dass Unternehmen wieder Schulden machen wie dies Flassbeck erhofft, übersieht einen wichtigen Punkt. Nämlich Dass die Nettoinvestitionen mit Kriegsabstand im Kapitalismus verschwinden, die Situation heute völlig anders ist als vor 30 Jahren.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Nettoinvestition#/media/File:InvestitionsquotenUSAJBRD.svg

      Die Unternehmer also nicht auch noch Schulden machen können, wenn die Nettoinvestitionen bei Null, wenn sie nicht ohne Gewinn und damit Finanzierung dastehen wollen (Keynes-Formel). Und deshalb ist es also tatsächlich so, dass man die Reformen für höhere Löhne/Renten eben nur zusammen mit einer Guthabenbremse machen kann, welche alle Geldsparpläne, (insbesondere eben auch die der Unternehmer) reduziert. Gewinn ist übrigens ja auch relativ, ist der Geldzins real negativ, ist auch ein Unternehmer-Gewinn von real Null schon ein Gewinn.

      PS
      ja, die Überschrift ist natürlich missverständlich in dem Sinne, dass man hier eine bewusste Fehlhandlung unterstellt, so war es aber nicht gemeint. Mehr so um im Wahlkampfmodus um Aufmerksamkeit flehend – das Thema hat ja eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung. 🙂

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