Bargeld erhalten – Inflationsziel besser gestalten


Jede private Investition in reale Dinge stellt ein Risiko gegenüber Geldhaltung dar, deshalb wird ohne Erwartung von Gewinn gegenüber Geldhaltung nicht von Privaten investiert. Dies kann man auflösen, in dem nur noch der Staat der Investor ist, man nennt diese Lösung Sozialismus. Nachdem sich das irgendwie auch nicht so gut bewährt hat schlagen wir uns wieder mit dem ollen Kapitalismus und seinen Krisen herum bzw. sollten wir dies tun. Unsere Gesellschaftswissenschaft mit Namen VWL tut dies nicht, die lebt immer noch in einer Traumwelt der Tauschwirtschaft (Subsistenzwirtschaft) und kann deshalb zu Krisen des arbeitsteiligen Kapitalismus wenig beitragen.

Dies ist bedauerlich, denn offensichtlich steht die nächste Großkrise des Kapitalismus unmittelbar bevor. Krisen sind Kapitalismus dadurch definiert, dass es an Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern mangelt. Da die Nettoinvestition (nach Abschreibungen) gleichzeitig auch das gesamtwirtschaftliche Gewinnpotential darstellt, droht insbesondere bei ausgereiztem Zinssenkungspotential  eine selbstverstärkende Abwärtsspirale.

Eine Idee der Auflösung kapitalistischer Krisen ist es deshalb, ein unbegrenztes Zinssenkungspotential durch die Abschaffung des Bargelds herzustellen. Ist das Bargeld weg, kann eine Guthabensteuer als nominaler Negativzins jederzeit ein Gewinnpotential realer Investitionen gegenüber Geldhaltung herstellen. Der Autor dieser Zeilen hat vor 10 Jahren diesen Gedanken am Rande des G20 in London mit einem Kurzfilm angeregt, nur hat sich seither auch einiges in Richtung Überwachungsstaat geändert. Es sollten also bessere Antworten auf die Krisen des Kapitalismus gefunden werden.

Statt den Nominalzins auf negative Werte zu bringen, kann man einfach auch den Realzins (bereinigt um Inflation) auf negative Werte bringen. Dies geht, in dem das Inflationsziel auf 4 % erhöht wird und der Nominalzins bei Null bleibt. Eine Ziel-Inflation von nur 2% entwertet die Abschreibungseinnahmen nicht ausreichend.  So verschwindet global die Nettoinvestition (siehe Statistiken) und damit das Gewinnpotential in einem gigantischen Sachkapitalstock. Um die Inflation auf 4 % zu bringen, müssen allerdings die Löhne und Gehälter nach folgender Formel steigen:

Lohnsteigerungen/a = Produktivitätswachstum/a in % + 4 % Inflationsziel

Es sind jetzt also die Notenbanken, Gewerkschaften und Medien gefragt, das Bargeld,  die Freiheit  und den Frieden zu erhalten – dank 4 %/a Inflationsziel.

2 Kommentare zu „Bargeld erhalten – Inflationsziel besser gestalten“

  1. »Es sollten also bessere Antworten auf die Krisen des Kapitalismus gefunden werden«

    D‘accord.
    Ich fürchte allerdings, dass Dein Vorschlag das grundlegende Problem im Kapitalismus nicht löst.

    Was ist das grundlegende Problem?

    Im Kapitalismus werden die benötigten Güter und Dienstleistungen (die „Lebensmittel“ im weitesten Sinne) als „Waren“ produziert, die über „Kauf“ und „Verkauf“ ihrer Bestimmung – menschliche Bedürfnisse (seien sie gesamtgesellschaftlich oder individuell) zu befriedigen – zugewführt werden.

    „Waren“ haben ein doppeltes Gesicht. Einerseits sind sie Träger von „Wert“ und anderseits nützliche Dinge. Die Menschen brauchen die nützlichen Dinge. Die ökonomischen Einheiten, die Wirtschaftssubjekte, brauchen im Kapitalismus den „Wert“ oder den „Mehrwert“. Bei der Produktion von „Mehrwert“ ist es völlig wurscht, mt welchen Produkten der „Mehrwert“ erzielt wird. Jacken wie Hosen, Vorlesungen über Ökonomie an der Uni oder Braunkohleabbau, für die Produktion von „Mehrwert“ ist die „Qualität“ der Produkte unerheblich. Für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse gilt dies nicht. Aus diesem Widerspruch erwachsen die Scheußligkeiten des Systems.

    Diesem Dilemma ist nur zu entkommen, indem das warenförmige System aufgehoben wird. Das heißt die Basiskategorien des Kapitalismus, „Ware“, „Wert“, „Geld“, „Zins“ und „Kapital“ und deren Ableitungen müssen aufgehoben und transformiert werden. Ohne diese Aufhebung bleiben alle gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen vergebliche Liebesmüh. Fürchte ich.

    Ein erster Schritt wäre, diesen Sachverhalt zu verstehen.
    (P.s.: Die Analyse dieses Sachverhaltes ist der Teil des Werkes von Karl Marx in den „Grundrissen“ und im „Kapital“, der auch heute noch aktuell ist)

    1. Ich komme da leider nicht mit, ein Produkt lässt sich nur mit Gewinn verkaufen, wenn es für den Kunden nützlich ist, und natürlich auch die Qualität erkennbar stimmt. Dies ist eher die Sonnenseite des Kapitalismus. Grundlegend zu händelndes Problem ist natürlich der „Zwang zur Gewinnaussicht“ und auch, dass eine einzelwirtschaftlicher Preis ja via Externalitäten nicht alle Kosten enthält. Auch dass es eine natürliche Tendenz zur Marktvermachtung gibt, Und das Krieg ein Mittel ist, kapitalistische Systemkrisen zu händeln, was der alte Karl ja gut erkannt. Aber mit dieser Wertform-Theorie fehlt mir als Kapitalismus-Praktiker jedes Bild.

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