Macht uns Corona arm oder schlau?


Wir erleben gerade einen gigantischen ökonomischen Schock. Der kann uns tatsächlich bettelarm machen. Er kann uns aber auch reicher machen, wenn er uns schlauer macht. Denn wenn wir nun bei gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen schlau würden, könnten wir das volle wirtschaftliche, soziale, ökologische und friedenssichernde Potential des Kapitalismus nutzen.

Aktuell wird Ökonomie so gedacht wie Betriebswirtschaft. Nicht nur der Normalbürger sondern auch der Ökonom denkt in Bildern, welche sich aus der Beobachtung des (eigenen) Einzelhaushaltes ergeben. Die ganze Ökonomie ist in der Realität aber völlig paradox zum Einzelhaushalt, weshalb wir hier dann auch regelmäßig falsch denken. Ökonomen haben dies zwar auch mal anders gelernt, aber dieses Wissen muss in einer unbewussten Ebene feststecken.

Ein Beispiel dazu:
Was sollten Sie tun, wenn Ihnen privat die Schulden über den Kopf wachsen?
Klar, einfach mal die zu hohen Ausgaben senken. Gar keine Frage – dies funktioniert 100%tig!

Was sollten also Staaten tun, wenn ihre Schulden zu hoch werden?
Da höre ich Sie rufen: Na, einfach auch die Ausgaben kürzen! Damit wäre dann schon der Beweis erbracht, dass Sie im Fach Ökonomie noch etwas dazu lernen müssen.

Es gilt gesamtwirtschaftlich zwingend logisch:
Öffentliche Schulden = Überschüsse des Rest der Welt.

Kürzt der Staat seine Ausgaben, kürzt er auch die Einnahmen des Rest der Welt, ohne Zinssenkungspotential (also heutige Bedingungen) also auch die Konjunktur. und mit einbrechenden Einkommen und Konjunktur nimmt der Rest der Welt aber weniger neue Kredite auf, tilgt die alten Kredite und bildet vorsorglich Geldvermögen. Der Rest der Welt wird im Ergebnis höhere Geldvermögen bilden -> die staatliche Verschuldung steigt via einbrechende Steuereinnahmen mit den Ausgabekürzungen. Ja, dies klingt völlig verrückt, ist aber gleichzeitig völlig logisch. Aber nur, wenn man eben mit dieser Logik denken kann, sie kennt und auch nicht verdrängt.

Das größte und wohl auch am meisten verdrängte Paradox ist wohl die gesamtwirtschaftliche Identität von Überschüssen und Defiziten – Guthaben und Schulden. Dazu fehlt uns jedes Bild, da einzelwirtschaftlich doch Guthaben das genaue Gegenteil von Schulden sind. Durch fehlende BILDung stecken hier auch so viele frohe Botschaften fest:

1. Die Guthaben wachsen immer mit, wenn die Schulden wachsen.

2. Die Schulden verschwinden automatisch und aber erst an dem Tag, an dem die mit den Guthaben mehr kaufen als verkaufen.

3. Es ist überhaupt nicht nötig, dass die Staatsschulden wegen Corona-Zusatzausgaben der Staaten  steigen. Solange die Privaten nicht ihr Geldvermögen zusätzlich erhöhen, ist dies sogar völlig ausgeschlossen. Eine Handlungs-Anleitung für neuschlaue Wähler und Politiker hier entlang.

4. Die ganze Sache mit Guthaben und Schulden ist gesamtwirtschaftlich betrachtet völlig überbewertet. Wir reden hier saldiert von einem Nullwert!

5. Das einzige Nettovermögen dieser Welt ist das Sachvermögen. Dieses wird in der Corona-Krise aber  nicht verschwinden. Zumindest nicht, wenn wir gesamtwirtschaftlich schlau werden.

Das Sachvermögen hat aber ein Problem, es hat keinen festen Wert, sondern wird in Märkten bewertet. Hier könnten wir also tatsächlich netto sehr viel ärmer werden, wenn Sachvermögen in Krisen niedriger bewertet wird. Aber auch hier gibt es eine gute Nachricht, die Bewertung der Sachwerte erfolgt anhand der sogenannten Abdiskontierung der Erträge. Die Sachwerte werden dazu mit den Erträgen risikoloser Geldhaltung zzgl. Risikoaufschläge berechnet. Je niedriger der Geldzins, und desto stabiler das ganze Wirtschaftssystem, desto wertvoller werden die Sachwerte.

Wenn wir in der Krise schlau werden, werden wir die Möglichkeiten finden, dass Bargeld nicht mehr ohne nominalen Wertverlust gehortet werden kann.Dann werden nominale Negativzinsen möglich und dies ist auch in sozialer, ökologischer und friedenssichernder Hinsicht der Durchbruch für den Kapitalismus. Es werden dann die Zwänge überwunden, die Verschuldung (des Auslandes) auf das Sparen anzupassen. Für Deutschland bedeutet dies das Ende einer extrem dummen Verarmungspolitik, nur um über Exportüberschüsse/Importdefizite das Ausland für die deutschen Sparer zu verschulden.

Aber für die armen Sparer ist dies doch ganz schrecklich? Nein, die sparen dann auch lieber in realen Sachwerten, in Frieden, mit realen Erträgen. Und real zu investieren gibt es bei geringen Renditeanforderungen genügend, da wir u.a, auch in eine ökologische Kreislaufwirtschaft wechseln sollten.

„Ja aber“, höre ich Sie wieder rufen : „dann bekommen wir ja noch größere Blasen“

Es gibt aber keine gefährlichen Blasen mit Eigenkapital. Als wenn der Sparer statt Schuldscheine (sog. Geld) reale Werte kauft, bläselt so rein gar nichts. So entsteht vielmehr eine stabilisierende Eigenkapitalisierung des Wirtschaftens. Erst große Kredithebel muss man steuern. Damit kommen wir zur Kreditsteuer, als neuem Steuerungselement der Notenbanken. So werden auch grundlegende Probleme von Gemeinschaftswährungen wie dem Euro gelöst. Konzept hatte ich schon 2012 fertig, nun redet doch endlich mal mit mir, wenn noch irgendwas unklar ist.

7 Kommentare zu „Macht uns Corona arm oder schlau?“

  1. Hat zwar nicht unmittelbar mit diesem Beitrag zu tun, aber wenn jetzt Karlsruhe die EZB-Anleihekäufe als teilweise verfassungswidrig erklärt, sollte man da nicht auch mal die permanenten Exportüberschüsse Deutschlands von Karlsruhe überprüfen lassen?

    1. Sicherlich könnte man die Exportüberschüsse prüfen.
      Doch was nützt es wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt?
      Ob Deutschland gegen die EU oder das Brüssler Konglomerat gegen den Rest der Welt intrigiert. Völlig egal! Stets ist das eine nur der Teil des anderen.
      Die gegenwärtig entstehende Coronadiktatur korreliert auffällig mit dem 70 Jährigen Zerfallszyklus einer über tausend Jahre eingeübten Zwangswertökonomie die monopolkapital getriebenen ist.

      Was sich gegenwärtig abzeichnet ist darum das Endstadium des jüngst durchlaufenen Zyklus, welcher sich nicht nur rein Zufällig der durchschnittlichen Lebenserwartung anpasst.
      Der Sterbeprozess bald dahin scheidender Prozessteilnehmer will anscheinend mit Maskenzwang verkürzt werden, um somit auch den Endprozess umzuverteilender Sachwertverwaltung zu verkürzen… – so könnte man verschwörungstheoretisch spekulieren….
      Dieser chronologisch ca. 70 – 80 Jahre währende Zerfallszyklus global operierender Geldwirschaften zeigt sich als elementarste Ebene im jüngst durchlebt europäischen Gesellschaftsprozedere.
      Exemplarisch vergleichbar dem aufkeimen des Deutschen Kaiserreich um 1848, mit nachfolgender Begründung um 1871, bis zum Zerfall um 1918 spiegelte sich in Deutschland der gegenwärtige 70 Jährige Auf- und Niedergang nach 1945 geisterhaft wieder.
      Gemessen an diesem Beispiel studiert sich das gegenwärtig aufkeimende Weltfieber als vorläufiger Sturm im Wasserglas.
      Vorausgesetzt man setzt den Status Quo – dato – mit der Stunde Null um 1918/20 gleich.
      Denn was damals danach kam war nur der Anfang vom elenden Ende bis 1945.
      Dies würde also bedeuten – wenn sich der Gesellschaftsprozess weiterhin in Form einer kollektiv-autistisch unbelehrbaren Marotte des Try & Error vollführt – das dessen ultimatives Ende im Jahre 2050 wäre.
      Dann Da‘ capo global?

      Nehmen wir also an der mit geradezu religiösem Eifer von neuem durchgezogene Schweinezyklus bliebe wie gehabt kollektiv unerkannt, will heißen würde wieder unbewußt – ganz automatisch – nachexerziert bis zum bittersten Paukenschlag….

      Ohne mit dieser Erkenntnis nun Marx oder Hiob das Wort zu reden, bestätigt sich diese gesellschaftlich-geldsystematische Determinative auch in den wortreich illustrierten Überzyklen Oswald Spenglers.
      Der diesen statistischen Prozess poetisch mit „Untergang des Abendlandes“ beschrieb.
      Drum ein Hoch auf alle Statistiker die mit ihren selektiven Grenzwertfunktionen ∞ X = F/W|p zwar wie Wittgenstein nicht die Realität berechnen können, aber damit wenigstens die Irrealität simulieren mögen. Um wie Zauberlehrlinge ihre zwangsökonomischen Gespinste vom geldwerten Guthaben bis zur globalen Gesundheit mittels gläubiger Politiker in alle geimpften Gehirne zu stäuben.

      Drum lautet die Frage aller Fragen.: Hält Corona geistig arm, macht es schlau oder ist alles nur Folge eines kausal-globalen Gesamtzustandes geistiger Umnachtung???

  2. Hallihallo,
    da spring ich gleich mal zu Punkt 3.:

    Corona-Zusatzausgaben = Notwendige Staatsschulden.
    Der jüngst anberaumte Börsenrutsch durch „Corona“ ist wohl & übel als notwendige Guthabenvernichtung anzusehen. Doch dieser gewieft globale ‚Lehmann-Brothers 2,0‘ Schachzug reicht nicht um den „Spielemarkt“ ins Nash equilibrium zu ziehen.
    Die Brüssler Geldkompanie bewilligt drum eben mal 500 Milliarden und schiebt – natürlich – den Osterhasen „Corona“ vor.
    Deutschland beraumt ein 150 Mrd. „Coronakrisenpaket“ an, daß durch Staatsanleihen bedient werden soll. Black-Rock Chairman Friedrich Merz spielt derweil den Verwalter gefährdeter Guthaben und zeigte sich schon mal solidarisch mit der grippalen Geldsituation im Staat, indem er wie ein Schlauer Fuchs den Scheintod gemeinsam mit allen Hühnern im Stall mimt. Alle Hühner lieben Füchse, so wie Ahnungslose starke Führer.
    Nebenbei liegen in Krankenhäusern die „Coronabetten“ frei und werden ‚anderweitig dringliche Fälle‘ auf die Warteliste geschoben….Denn offiziell gestorben wird zu Ostern 2020 nur an „Corona“.
    Alles halb so schlimm. Die Rüstungsexporte der drei ersten Monate des Jahres 2020 übertrafen die vom Vorjahr…. Krieg oder Krise; daß ist hier die Frage.

    Zu Punkt 4 & 5.:
    Absolut! Es geht Monetär = Binär betrachtet um Nichts 1 & 0.
    1 sucht sich in X und taxiert im Sachwert verfügbarer Welt….
    Doch wem gehört X? Dem „Markt“ oder den Menschen?
    Begriff wie Praktik des „Kapitalismus“ ist für alles was anderes kommen mag negativ konnotiert. Das gilt im Übrigen auch für „Demokratie“.
    Kapitalismus dankt gerade ab. Der erwarte „Durchbruch“ ist sein beginnender Einbruch.
    Doch wer sollte denn nach über Tausend Jahren heute daraus schlau werden?

    Der letzte – kurze – Akt des Dramas wird darum ein binärer „Globo“ sein, der den beginnenden Einbruch im schmerzlichen Niedergang vollendet. Erst dann ist das Fieber vorbei.

    1. @rico

      >>Der jüngst anberaumte Börsenrutsch durch „Corona“ ist wohl & übel als notwendige Guthabenvernichtung anzusehen.

      – an der Börse wird im Crash Sachwert durch schlechtere Neubewertung vernichtet, noch stärkere Anreize in Geld statt sachwerten zu sparen.

      1. Hallo Jörg,

        Du schreibst.:
        „– an der Börse wird im Crash Sachwert durch schlechtere Neubewertung vernichtet, noch stärkere Anreize in Geld statt sachwerten zu sparen.“

        Diese Aussage erschließt sich mir im Kontext nicht vollständig.

        Wenn der Crash als notwendige Guthabenbremse Ausführung fand, dann schwächen sich notgedrungen auch die Taxierungen börsennotierter Sachwerte.
        Grund ist stets eine Schieflage des Gläubiger/Schuldner Verhältnis. Da gebe ich Dir vollauf recht. Die Taxen/Guthaben müssen runter nivelliert werden – durch Krise oder Krieg -, da schlicht solvente Käufer/Kreditnehmer fehlen um die Taxierten „Werte“ zu „garantieren“. Der Markt ist gesättigt. Übertaxiert. Hat extreme Schieflage.
        Die Angstmaßnahme aller Guthabenhalter nun in Sachwerte zu „sparen“- z.B. Immobilien – verlagert nur die Schlagseite. Der Kahn oder die Blase bleibt gleich.

        Aus diesem Grunde gehe ich in folgender Hinsicht nicht mit Deiner Meinung konform den Markt mit ‚unsichtbarer Hand‘ in den Griff zu bekommen. Schlicht da die ‚zu treibende‘ Herde im globalen Maßstab zu groß ist um beherrschbar zu sein. Das ist m.M. die Achillesferse in deinem Video.
        Will heißen, daß kausale Verhältnisse – siehe Nassim Taleb’s ‚Black Swan‘ – nicht mit Hilfe simulierter korrelativen zu steuern sind. Derartige kybernetische Träume springen permanent aus der Bahn und wären letztendlich – ganz aktuell Coronadiktatur – nur faschistisch zu händeln..

        Ziel sollte sein wieder kleine eigenständige globale Gemeinschaften zu bilden – subsidiar -, nach dem ungleichen Charakter jeder Ethnie. Selbstverantwortliche Gemeinschaften, die dennoch in Symbiosen Handel resp. Ideentausch zusammen wirken. Mit dem derzeitigen Geldsystem – Cash wie Binär – ist dies unmöglich. Zumal dadurch die Karte des monopolen-monotheistischen Machtanspruchs schlicht nicht ausspielbar ist.

  3. Der Mensch wird wohl kaum jemals so schlau werden, dies zu verstehen. Bzw. die Interessengruppen werden stets dafür sorgen, dass die Experten dafür bezahlt werden, es nicht zu verstehen. Kann die Lösung also nur eine KI-Herrschaft sein?

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