Die Kreditsteuer als systemischer Problemlöser


Ein kapitalistisches Wirtschaftssystem hat eine elementare Systembedingung. Investitionen müssen risikobedingt einen Gewinn gegenüber risikoloser Geldhaltung erwarten lassen. Für diese Gewinne der Unternehmen gibt es eine gesamtwirtschaftliche Formel, welche uns beim Verstehen und Lösen von Systemproblemen hilft:

Unternehmergewinne = unternehmerische Nettoinvestition
zzgl. Unternehmerkonsum (nur Einzelunternehmen)
abzgl. Geldvermögensbildung des Rest der Welt.

Die unternehmerische Nettoinvestition muss also stets größer als die Geldvermögensbildung des Rest der Welt sein. Ansonsten können die Unternehmen in Summe keinen Gewinn erzielen. Und genau an dieser Stelle haben wir heute ein Problem. Schon lange vor der Corona-Krise wurde die unternehmerische Nettoinvestition kleiner als die Pläne der privaten Nichtunternehmer solche Geldvermögen zu bilden.

Nun gibt es den Weg, das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht incl. ausreichender Gewinne der Unternehmen über eine immer weiter ausgeweitete Staatsverschuldung herzustellen. Dabei machen auch Länder wie die USA Staatsschulden, welche über deutsche Exportsalden zu den Gewinnen deutscher Unternehmen werden.
Dies weil die „Geldvermögensbildung des Rest der Welt“ ja aus der Sicht der Unternehmer der saldierte Wert von Staaten, privaten Nichtunternehmern sowie des Auslandes ist.

Staatsverschuldung ist tatsächlich auch kein Problem der Finanzierung, da diese per Notenbank prinzipiell unbegrenzt ist.

Die selbst gewählten Beschränkungen bei den Staatsdefiziten und derer Finanzierung durch die Notenbank bestehen aber auch nicht völlig grundlos. Schließlich sind auch die Guthaben aus Staatsverschuldung Ansprüche auf das Sozialprodukt. Diese sind nur so lange überhaupt kein Inflations-Problem, wie die Privaten keinen starken Abbau ihrer Geldvermögen planen. Es stellt sich also schon die Frage, ob es nicht Alternativen zu einer immer stärkeren Ausweitung der Staatsverschuldung gibt.

Die Alternative liegt logischerweise darin  Bedingungen zu schaffen, bei welchen der Privatsektor reale Investitionen der Geldhaltung vorzieht. Mit der klassischen Methode der Zinssenkung ist man aber an einer Grenze angekommen. Würde man den Zins auf Sparkonten unter Null senken wollen, führt dies neben starker gesellschaftlicher Verärgerung auch zur Flucht in das hortbare Bargeld. Nun könnte man das Flucht-Problem durch Abschaffung des Bargeldes oder seine Belastung mit Haltekosten lösen. Dies schafft aber nicht das  Problem der daraus resultierenden Frustrationen aus der Welt. Der Autor dieser Zeilen hat sich lange darum bemüht solche Lösungsansätze zu popularisieren. In der Erfahrung aus ca. 25 Jahren sind negative Nominalzinsen  schlicht indiskutabel.

Dieser Beitrag will nun erläutern, wie man mit einer Kreditsteuer der nationalen Notenbank das systemische Problem lösen könnte.  Auf den ersten Blick ist es natürlich unlogisch, ein auch mit  Geldsparpläne > Verschuldungspläne zu beschreibendes Problem mit einer Kreditsteuer lösen zu wollen. Wenn die kreditwilligen Schuldner schon zu knapp sind, werden sie auch noch mit einer Steuer beim Kredit begrenzt?

Der Gedanke ist aber gar nicht, diese Kreditsteuer jetzt zu erheben. Solange die privaten Pläne der Geldvermögensbildung nur mittels staatlicher Defizite ausgeglichen werden können macht dies keinen Sinn. Die Kreditsteuer soll vor allem dann erhoben werden, wenn die Privaten irgendwann mal ihre Geldvermögen reduzieren wollen. Dies wäre die Situation, in der heute die Sparzinsen wieder steigen würden.

Die Kreditsteuer schafft also die Erwartung ab, dass es jemals wieder Sparzinsen für risikolose Geldhaltung gibt.

Und dies ist natürlich höchst relevant für die Frage, ob man langfristige Vorsorge in Geld oder lieber in Sachwerten betreibt. Mit einem auch langfristig sicheren negativen Realzins werden deutlich weniger Menschen ihre Vorsorge als Geldhaltung disponieren. Es wird national recht unterschiedlich sein ob und wann wieder die privaten Verschuldungspläne die Pläne zur Geldvermögenbsildung überwiegen. Und hier kommen wir zum Vorteil des Kreditsteuerkonzeptes für Gemeinschaftswährungen. Die Kreditsteuer erhebt die nationale Notenbank zur Tilgung der nationalen Staatsschulden. Es ist also wieder eine nationale Geldpolitik auch innerhalb von Gemeinschaftswährungen möglich. Der Leitzins Null ist überall gleich, die Kreditsteuer bedarfsweise in einem Euro-Land hoch und in einem anderen nicht vorhanden.

Es gibt einen festen, von einer evtl. populistischen Legislative unabhängigen, Mechanismus, mit einer inflationären Übernachfrage umzugehen. So entfallen aber auch die Argumente gegen eine Notenbankfinanzierung der staatlichen Defizite.

Die Notenbank bucht bei Unternachfrage:

Aktivseite                                             Passivseite
Forderung gegen Steuerzahler  an Sichtguthaben Staat

Wird eine Kreditsteuer erhoben, wird diese von der Passivseite eines Steuerkontos nun wieder gegen diese „Forderungen gegen Steuerzahler“ gebucht. Die Staatsschulden werden bei Übernachfrage also automatisch getilgt. Ausgaben für Kreditsteuer werden nicht wieder zu Einnahmen anderer Wirtschafter sondern verschwinden in der Tilgung. So werden die  Zusatzausgaben eines entsparenden Privatsektors ausgeglichen.

Bei der Kreditvergabe ersetzt die Kreditsteuer den Sparzins

heute
Sparzins + Bankmarge = Kreditzins

dann
Kreditsteuer + Bankmarge = Kreditzins

Die Kreditsteuer könnte auch ein Weg sein, um eine zu starke Kredit-Hebelwirkung bei Investitionen gezielt zu vermeiden. Dieser Leverage Effekt beeinträchtigt die Stabilität des Finanzsystems und die gesunde Absorptionsfähigkeit der Sparvermögen durch die Sachwerte.

Die Notenbank übernimmt in dem Konzept also einen Teil der Fiskalpolitik. Sie tut dies berechenbarer als eine Legislative, was auch wieder Sicherheit für reale Investitionen und damit Anreize für ebendiese schafft. Es wird also mit geringen Risikoaufschlägen realwirtschaftlich investiert, beste Bedingungen für einen Kapitalismus, der langfristige ökologische Investitionen tätigt und die Einkommen bei den Leistungserbringern statt der Kapitalseite konzentriert.

Die Kreditsteuer könnte ein Baustein sein, wie wir zu einem neuen System der binnenwirtschaftlichen und außenwirtschaftlichen Stabilität kommen. Dies insbesondere,  um im Kontext der Corona-Krise nicht die katastrophalen Entwicklungen ab 1929 zu wiederholen. Ein neues System fester Wechselkurse oder gar einer Weltwährung wäre über eine Kombination von Kreditsteuer mit Mechanismen gestaltbar, die Löhne nach der goldenen Regel anzupassen. So wäre auch die weitgehende Saldenlosigkeit im Außenhandel zu erreichen, was wohl eine Bedingung für eine deutsche Zukunft in Frieden und Wohlstand ist.

19 Kommentare zu „Die Kreditsteuer als systemischer Problemlöser“

  1. Was Binärsystematikern fehl geht ist die Symbiose von Technologie und Kunst. Deren Symbiose sich in ‚Analythischer Philosophie‘ sucht. Doch dieser Kausale Denkprozess ward nach dem kläglichen Scheitern des ‚Wiener Kreises‘ geschleift. Fortan befüllten althergebrachte Korrelative Ungeister die Hohen Stühle der Wissenschaft und verbannten Symbiotisches Denken.
    Seither feiert das Nichts astrologische Urständ auch in der Ökonomie…
    Dato herrscht nur der sektorale Blick auf Korrelative Mechanik/Technologie vor.
    An/Aus A/B mehr funzt nicht in der Oberstube. Nach Alexander Chizhevsky aufgrund Solarbedingter Ursache…. DAS ist ein unkommunizierbares Übel und doch des Pudels Kern.
    Nur die Linke – kalkulierende, einreihende, gleichschaltende, faschistisierende…, Hirnhälfte scheint im Übermaß frequentiert.
    Aufgrund dessen ist es wie es ist. Amen.
    Spengler forderte dennoch eine Symbiose ein um den Geist einer damaligen – und gegenwärtig noch viel schlimmeren – verfahrenen Gesellschaft wieder gerade zu rücken.
    Ansonsten erfüllt sich sein elender Zyklus immer aufs neue. Wie eben deutlich zu bemerken ist. Wir stehen daher wieder am Anfang, wie einst die endende Antike.
    Heraus zu lesen in „Ich beneide jeden, der lebt“.
    Einem Abgesang an die pure Technokratie, dato verso: Totale Digitalisierung, welche überall wahrnehmbar in immer fataleres Produzieren von Befehlsempfängern und Prozessbetreibern mündet. Merkantilismus, Binus, Spahn und Konsorten sind Legion purer Degeneration. Sind Marionetten ausufernder Technokratie. Geld ist nur das Vehikel, vergleichbar einem Schmiermittel.
    Leitsatz ökonomischer Flagellanten, um ihren elend endlosen Turingtest zu bestätigen.:
    „Das haben wir schon immer so gemacht!“

    Dieses „Wissen“ führt in der Tat zu „NICHTS“ Herr felsberger.
    Exakt darum ist’s wieder mal kurz vor Mitternacht.
    Und wir sind nur die Doofen in einem Heer von Schafen….
    Beste Grüße R.

    1. >Totale Digitalisierung, welche überall wahrnehmbar in immer fataleres Produzieren von Befehlsempfängern und Prozessbetreibern mündet.>

      Das haben Sie schön gesagt. Da kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen……

      LG
      F.

  2. Wissen Sie eigentlich, Herr Buschbeck, was der Hauptgrund ist, dass die Menschen immer mehr in Forderungen sparen? Die grassierende Kinderlosigkeit. Ich beobachte das in meinem Bekannten- und Freundeskreis immer wieder aufs Neue: Jene, die Kinder haben, sparen in Sachwerte, jene, die kinderlos geblieben sind, ziehen Forderungen vor, ganz einfach, weil ihr Zeithorizont und damit ihre Inflationserwartung verkürzt sind. Es ist also nicht, wie uns die Ökonomen weismachen wollen, die Risikominimierung oder die Liquiditätspräferenz, die Sparen in Forderungen anheizt, nein, es ist: Dekadenz. Nicht abwertend gemeint freilich, sondern ganz sachlich gesprochen.

    Und wissen Sie eigentlich, warum der Staat darauf verzichtet seinen kinderlosen Bürgern diesen Spass zu verderben? Denn anders als Sie immer wieder behaupten, hätte der Staat sehr wohl die Macht seine Schuld einzutreiben, ganz unabhängig davon, was die Haushalte ex-ante planen. Es ist die Schmerzvermeidung aller, die ihm so am Herzen liegt, das Wohlfühlgefühl seiner Vereinzelten. Denn dass seine Steuereintreibung zu unermeßlichen Schmerzen führen würde, weiß mittlerweile jedes Kind. Es sind nicht einmal die Parteien, die nach Stimmen lechzen und deshalb sich dem Notwendigen verweigern, es ist der Staat selbst, der sich immer mehr pastoral gebärdet – gerade heute wieder zu bestaunen.

    Was ich damit sagen will: Hier sind Kräfte am Werk, die unsere Vorstellungskraft bei weitem sprengen und zu deren Verständnis man Philosophen benötigen würde, und nicht Ökonomen. Man kann nicht gegen Windmühlen ankämpfen, wenn alle Menschen auf Anpassung getrimmt sind. Ich denke wir sollten uns schön langsam mit dem Gedanken abfinden, dass die Tage der Geldherrlichkeit – oder sollte ich sagen: Geldherrschaft? – gezählt sind. Die Kräfte, die dagegen aufbegehren, sind exakt jene, die immer hysterischer nach noch mehr Staatschuld schreien. Man hängt an der Nadel und verkauft diese Abhängigkeit als Ideologie. Wer aber keine Kraft mehr hat, wird dem Treiben erliegen.

    PS: Man kann sich ja auf fünf Finger ausrechnen, wohin das Gebäude der stets steigenden Zahlen führen wird: Mit ihm wachsen auch die Begehrlichkeiten und Wünsche der Menschen stetig an. Unzufriedenheit macht sich breit, gepaart mit Unwissen. Ein verherrender Cocktail, der sich an irgendwelchen Vorwänden immer wieder aufs Neue entladen wird. Unruhige Zeiten kommen auf uns zu, vergleichbar mit den letzten Jahrhunderten des Romanum Imperium. Daran wird kein Gedanke etwas ändern, kein Verbesserungsvorschlag, und auch kein politisches Engagement. Denn was sich hier „Politik“ nennt, ist schon längst die Betreuung des Niedergangs…..

    LG
    A.F.

    1. @Felsberger
      Ob nun mit Kindern oder ohne, wenn ich für meine Vorsorge mit einem garantierten negativen Realzins auf Geldhaltung rechnen muss, wird ein Gutteil anders disponieren. Sachwerte kann man ja auch verbriefen und damit liquide halten.

        1. Dies hat sicher etwas gegenüber der Situation geändert, dass man keine negativen Realzinsen gehabt hätte. Ich höre als Verkäufer privater Investitionsgüter mit geringer Rendite oft den Kaufgrund negativer Realzins. Es ist n.m.E. recht zwingend logisch, dass absolut sichere Verluste aus Geldhaltung realen Investitionen einen Schub geben.

          1. >Es ist n.m.E. recht zwingend logisch, dass absolut sichere Verluste aus Geldhaltung realen Investitionen einen Schub geben.>

            Nach meiner Einschätzung ist die alles entscheidende Einflußgröße auf die Netto-Investition der Sättigungsgrad einer Ökonomie. Zu ihrer Preisbildung verwenden die Unternehmen ein Auktionsverfahren: Man beginnt mit einem hohen Preis in der Hoffnung einen möglichst großen Teil der Ware abzusetzen, und schraubt den Preis dann sukzessive nach unten um das Lager zu leeren. Es gibt keinen Gleichgewichtspreis, sondern immer nur einen Auktionspreis. In einer gesättigten Ökonomie zeitigt die Auktion immer schlechtere Ergebnisse: Viele Kunden warten auf den Abverkauf, von dem sie wissen, dass er kommen wird. Damit unterliegt eine gesättigte Ökonomie einer deflationären Tendenz und schraubt die Umsatzrendite sukzessive nach unten. Der Rationalisierungszwang erfaßt alle, weil man hofft, die sinkenden Einnahmen über die Kosten auffangen zu können. So wird die ganze Ökonomie auf Effizienz getrimmt und daher auch das Investitionsvolumen zurückgeschraubt. Der Zinssatz ist in diesem ganzen Schauspiel ein Nebendarsteller. Man sieht es ja: Selbst bei Realzinsen < Null springt die Nettoinvestition nicht an….

            LG
            A.F.

            1. Der größte Irrtum ist, wenn man glaubt: Man muss nur möglichst viel Staatskredit in eine gesättigte Ökonomie hineinpumpen, damit die Umsatzrendite der Unternehmen wieder steigen kann. Falsch gedacht! Sie bleibt niedrig und die Unternehmen bleiben so effizient wie davor. Staatdessen wird der Staatskredit über Gewinnausschüttungen tonnenweise an die Haushalte transferiert, wo die Forderungen dann völlig sinnlos herumliegen. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Der ganze Staatskredit der Welt, der sich in den letzten beiden Jahrzehnten mehr als verdoppelt hat, liegt gebunkert bei den Haushalten. Conclusio: In einer gesättigten Ökonomie gibt es kein Mittel die Nettoinvestition wieder anzustossen, weder Nullzinssatz noch Staatskredit. Man muß damit leben….

              1. So wie Sie die Gewinnformel schreiben, Herr Buschbeck, schaut es so aus als ob der Staatskredit die Gewinne der Unternehmen anstoßen würde. Ja, schon, aber vor oder nach Ausschütung? Das ist die Gretchenfrage! Es gibt zwei Gewinnformeln, jene vor Ausschüttung (1), und jene nach Ausschüttung (2):

                (1) Gewinne vor Ausschützung: Netto-Investition minus Netto-Forderungszunahme der Arbeitnehmerhaushalte minus Netto-Forderungszunahme der Staaten

                (2) Gewinne nach Ausschüttung: Netto-Investition minus Netto-Forderungszunahme der Eigentümerhaushalte minus Netto-Forderungszunahme der Arbeitnehmerhaushalte minus Netto-Forderungszunahme der Staaten

                Was nutzt es, dass im Falle(1) die Gewinne mit dem wachsenden Staatskredit ansteigen, wenn im Schritt(2) alle diese Gewinne an die Eigentümerhaushalte transferiert werden, wo sie dann die Netto-Forderungen immer mehr anwächsen lassen? Hier wechselt der Staatskredit direkt die Hand: Vom Staat zum Eigentümerhaushalt, und die Unternehmen agieren nur als Durchlaufposten. Anders bei der Nettoinvestition: Hier steigt der Kapitalstock an und nicht die Forderungen der Eigentümerhaushalte. Man sieht: Staatsschuld kann Nettoinvestition nicht erstezen. Es ist eine reine „Simulation“ von Gewinn zugunsten der Haushalte….

                1. Herr Felsberger,

                  ich bin Unternehmer – da gibt es keine Auktion. Die Preise steigen jedes Jahr, auch bei deflationärer Unternachfrage und notfalls passt man die Mengen an! Da gibt es Sektoren, wo es anders ist, aber dies ist n.m.E nicht die Masse.

                  Die Gewinnformel würde ich vor Gewinnverwendung anwenden. Zum einen werden die Gewinne nicht komplett ausgeschüttet und zum anderen nicht komplett (und eben nur diese) in Geldhaltung gespart.

                  Aus 100 Kaufkraft würden bei 2% Inflation in 20 Jahren eine Kaufkraft von 68. Wer da noch langfristig in Geldhaltung spart, soll dies bitte tun. Wäre in meinem System nicht schlimm. Vermutlich tritt aber genau das Richtige – es ist extrem wichtig, dass kurzfristige Geldhaltung nicht völlig sanktioniert wird, sonst sind wir sofort in der Hyperinflation. Wenn also kurzfristig „auf irgendwas“ und nicht mehr langfristig „auf irgendwann“ gespart wird, haben wir eine regelrechte Perfektion im System.

                  lG JB

                  1. >ich bin Unternehmer – da gibt es keine Auktion>

                    Die Arbeitnehmer treten nur beim Endprodukt als Käufer auf. Daher entscheidet auch nur der Preis des Endprodukts in welcher Relation es zwischen den Klassen aufgeteilt wird und wie hoch die Umsatzrendite der Unternehmen in toto ist. Alle vorgelagerte Produktion ist Hokuspokus, weil sie nur über die Verteilung zwischen den Unternehmen entscheidet. Manche mögen hier eine höhere Umsatzrendite genießen, manche eine niedrigere, aber der allgemeine Pegel wird durch den Preis des Endprodukts bestimmt. Und hier findet Auktion statt. Jeder kann das Spektakel Tag für Tag beobachten, wenn ein und die gleiche Konsumware auf einmal 20% billiger angeboten wird….

                    LG
                    A.F.

                    1. >Die Gewinnformel würde ich vor Gewinnverwendung anwenden. Zum einen werden die Gewinne nicht komplett ausgeschüttet und zum anderen nicht komplett (und eben nur diese) in Geldhaltung gespart.>

                      Auch hier muss ich widersprechen. Die Gewinnformel sollte nach Ausschüttung angewendet werden, weil nur dies den Zustand des Unternehmenssektors adäquat wiedergibt. Hier sieht man dann, dass der Kapitalstock kaum gewachsen ist und die Netto-Verschuldung des Sektors viel zu hoch ist. Wir leben in einer Zeit, wo sich die Eigentümerhaushalte rücksichtslos an den Unternehmen bedienen, mit dem Ergebnis: dass sie die großen Halter des Staatskredits sind….

                      PS: Die Summen, die hier ausgeschüttet werden, sind ganz und gar keine Peanuts. Man nehme Daimler als Beispiel: Die Netto-Verschuldung des Konzerns steigt Jahr für Jahr und trotzdem weicht das Unternehmen nicht davor zurück ca. die Hälfte des Gewinns an die Eigentümerhaushalte auszuschütten. So zu agieren ist der sichere Weg zu einem Zombie-Unternehmen bei gleichzeitigem Ausstopfen der Eigentümerhaushalte mit Geld, das sie sowieso nicht benötigen…..

                      PSS: Warum schütten die Konzerne so brutal hoch aus? Weil sie mit dem Staatskredit nichts anzufangen wissen, weil sie in einer gesättigten Ökonomie leben…..

                      LG
                      A.F.

    2. Absolut richtig Werter Herr Felsberger!
      Des Pudels Meta-thematischer Kern schlummert in menschlicher Sterblichkeit!
      Dieses kollektiv verdrängte Problem sucht Kraft natürlicher Unerfüllbarkeit eine Kompensation in illusorischer Sicherheit.
      Ob generativ erzeugter Sachwert oder dekadent kreierter Geldwert bleibt beides letztlich gleich.
      Angesichts dieser ‚Galaktischen Bewußtwerdung‘ erzeugte sich einst das Konzept monotheistischer Religionen und brachte die polytheistische Antike zu Fall.
      Stellt man sich heute als schlichter Beobachter des sich dekonstruierenden Zeitgeist abseits und entzündet gedanklich das einstige Licht von bspw. Celsus, Hadrian oder Tertullian, so erschließt sich das vollzogene wie ein marottenhafter Spuk unbewußter Massen. >Dessen geringster Teil wir ja selbst als Beobachter sind.
      Welcher Psychologe will das benennen, gar heilen, ohne vorab ans Kreuz geschlagen zu werden ?

      1. Na, sehen Sie, Herr Rico, wir sind ja doch einer Meinung: Wer sich Heilung in dieser Phase des Abendlandes erhofft, ist ein Phantast. Hier sind Kräfte am Werk, die unser Bewußtsein bei weitem übersteigen….

        LG
        F.

        1. Werter Herr Felsberger
          Das was unsere Meinung diesbezüglich eint ist letztlich tiefste Basis auf Buschbeck’s Blog.
          Und ja; wenn die Masse sich keiner Kausalbetrachtung bedient vollzieht sich Spengler’s Konzept wiederholt rigoros.
          Die Blockade besteht im Binär-korrelativem Denken, welches dem Ternär-kausalen hoffnungslos unterliegt.
          Doch letztere haben keine Aussicht auf Anhörung, da sie die Binärsystematiker entthronen würden und viel schlimmer noch von einer Monosystematischen Masse nicht verstanden werden.
          Will überheblich bedeuten: ‚Ist die Information zu stark sind die Synapsen zu schwach vernetzt‘.
          Damit falsifiziert jedweder proklamierte „Wir sind alle gleich im Geiste“ Wahn. Oder diniert hier irgend einer Sonntags mit den Ludolfs?

          Metaphilosophisch betrachtet wird eine überwiegend im Monokameralen Glaubensprozess verharrende Masse von korrelativen Binärsystematikern geleitet. So können auch nur Sektorale Entscheidungsprozesse auf Basis von Wittgensteins unnatürlicher Grenzbetrachtung (Tractatus Logico-Philosophicus) erfolgen. Dieses Dilemma formalisierte sich exakt im Hilbertprozess und ward von Gödel falsifiziert. Doch exakt nach diesem Binärprozess handeln wir immer noch in Ökonomie & Wissenschaft. Das Universum muß deshalb ein Würfel sein.
          Beweis: suche die Form des Universum laut Wikiblödia.

          Ökonomisches Beispiel:
          Aktuell nimmt der Bund „zur Bewältigung der Coronakrise“ 218 Mrd. Euro Schulden auf. Davon soll Sachsen 6 Mrd. erhalten und jährl. 75 Mill. tilgen….
          In Anbetracht des Strohmann „Corona“ werden tatsächliche Ursachen Ökonomischer Kausalverhältnisse nicht kommuniziert. Es begreift kein Prozessbetreiber aus der Sparte Binärsystematiker den eigentlichen Informationsgehalt seiner Aussage.
          So nimmt es kein Wunder das Sachsens Rechnungshofpräsident Karl-Heinz Binus (Nomen est omen) folgende Sätze prägte. (Zitat FP 18.6.2020 S. 4):
          „…Sachsen in der Vergangenheit nicht nur eigene Einnahmen permanent steigern und Ausgaben begrenzen, sondern auch noch jährlich 75 Mill. Euro Schulden tilgen.“

          So will die Tilgung in 80 Jahren (! man beachte das Durchschnittliche Lebensalter eines Menschen !) – bis ca. 2100 abgeschlossen sein. Wohlgemerkt bei gleichzeitiger Hortung, im Sinne von mehr Einnehmen als Ausgeben! Das heißt im Klartext der Spuk knüpft 2100 nahtlos an gegenwärtige verhältnisse an.
          Hier frohlockt der Glaube an eine Thanatistische Dystopie zukünftig gesellschaftlicher Verwahrlosung höchsten Außmaßes.
          Binus fährt damit die ohnehin vernachlässigte Infrarstruktur der letzten 20 Jahre sprichwörtlich an die Wand, trocknet Land und Teilnehmer nach dem ver-rückten Binärsystematischen Prozesses aus, erzeugt auf Basis dessen Krieg oder Krise…! Detroit = Deutschland….
          Nur um die Habenseite überzugewichten….
          Der natürliche Kapitale Kausalprozess Guthaben = Schulden resp. A = A kehrt sich itzo um in A < ∀ .
          Das erzeugt langfristig Deflation und begünstigt alle Guthabenhalter die sich Prozessbedingt untereinander kannibalisieren und zum anderen Schuldner per Krise oder Krieg produzieren müssen…!

          Das Trauma erzeugt letztlich ein Monopol dem sich alle unterordnen müssen.
          Das Kommissariat Brüssel ist gegen das was sich dato global erzeugt eine lumpige Gartenlaube.
          Max Webers protestantische Unethik der Monopolen Machtentfaltung auf Basis des Hortungsgedanken vollzieht sich hierbei in Reinform. Ein neu geschmiedeter Meisterring würde Tolkien wohl meinen.
          Binus fährt fort.:
          „Auch auf Sachsen können harte Monate und Jahre mit wachsenden sozialen Leistungen zukommen. Mittelfristig wird es massive Steuerausfälle geben.“
          Man setzt also Wirkung als Ursache fest.
          Binus erzählt im binärsystematischen Mantra von Steuerabpressung zugunsten des Hortungsgedanken weiter.:
          „Dazu muss es auch Umschichtungen geben, Ausgaben sollten eingespart und Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft werden.“
          Völlig aussichtslos hier noch nach einen klaren Gedanken zu suchen, wenn derartige Dilettanten die Wirtschaft zu lenken glauben.
          Es ist kurz vor Mitternacht und Spengler noch vor Buschbeck ein verdammt guter Prophet.

          1. Herr Rico: Bewußtwerdung ist kein Mittel um die Spengler`schen Zyklen zu sprengen. Denn es hieße nichts weniger als dass die abendländische Kultur in der Lage wäre sich wie Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Sie ist es natürlich nicht. Der Glaube an die Aufklärung war der Hochsommer der Kultur, wo sie noch jungfräulich und stark war und ihrer Kräfte bewußt. Heute ist dieser Glaube längst erloschen. Kein Mensch sieht in Bewußtwerdung heute noch ein Mittel der Befreiung, eher einen pekuniären Gelderwerb.

            Überhaupt: Das Geld ist nur ein Symptom der Phase, in der wir leben. Es steht für hemmungslosen Genuß, für Macht, für Egoismus und Korruption. Es ist ein Zeichen, nicht mehr. Dass es die Form annimmt, die es hat, liegt am Emporstreben des Abendlandes gegen die Unendlichkeit. Man baut die Dome in den Himmel genauso wie die Symphonien einen unendlichen Klangraum spiegeln und der Staatskredit gegen das Unendliche wächst. Nur dieses „faustische Geld“, wie es Spengler nannte, erfüllt die Bedingung der Unendlichkeit, niemals die Münze.

            Schließlich: Gerade Herrn Buschbeck würde ich nicht als Vertreter einer philophischen Zunft sehen, bei allem Respekt, sondern eher als einen mordernen „Geldmenschen“ wie ihn Spengler ja einforderte für den Spätwinter, wo wir nun hindriften. Bekanntlich hat er die Abendländer dazu aufgerufen sich endlich mit Technologie und Geld zu beschäftigen anstatt die Energie in Philosophie und Künste zu verpuffen, die in dieser Phase sowieso nichts mehr taugen. Es fehlt im nur der kalte Blick – nämlich einzusehen, dass Wissen hier zu nichts mehr führt.

            LG
            A.F.

            1. Richtig AF, Buschbeck ist kein Philosoph, der ist Unternehmer. Das sind die Leute, die die Dinge tun, während andere nur darüber wortreich diskutieren, warum man eh nichts machen kann.

              1. Auch das Wissen, dass man nichts machen kann, ist: eine Erkenntnis…..

                PS: Im übrigen bewundert Spengler den Unternehmergeist. Er unterscheidet zwischen Priestern und Tatmenschen, und ordnet den Ersteren die Philosophen zu, den Letzteren aber das Unternehmertum und die Politik. Das Gruselige am Spätwinter ist, dass die Priester die Macht übernehmen, abzulesen daran, dass die Politik zu einem Verein von Moralisten verkommt. Man schaue sich die deutsche Politik an und man erschaudert….

                LG
                F.

              2. Kann ein Philosoph nicht auch Produzent sein? Wäre dies perfekte Symbiose?
                Das würde mich ja ganz unüberheblich zum verdammten Metatron erheben. Treiben mich doch Gedanke und Tat wie wahnsinnig an… 🙂
                Treibt das Rad jedoch nur eines von beiden Charakteren läuft man stetig im Kreis. Darum kann man eh nicht s machen obwohl man permanent tut.
                Ein psychisches Massenproblem?

                Ein typisches Phänomen bei Chasaren war, das die Fähigsten gemieden, gar gemeuchelt worden sind vom Durchschnitt….
                Siehe als Beispiel die Causa Julius Cäsar. Erkannt von Francesco Carotta.

                Da man lieber unter seinesgleichen ist war das mein letzter Auftritt hier.
                Gute Nacht

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