Eine ökonomische Theorie des Friedens – worum es mir eigentlich geht


auch dies wieder ein Beitrag aus dieser Diskussion:

Was diskutieren wir hier eigentlich? Was will denn dieser Clown? Der Mann ist Unternehmer, hat der nichts Besseres zu tun?   Wo kommt sein Frust her? Gut, das Saldenzeuchs wird nicht so stark beachtet, aber im Großen und Ganzen ist doch alles bekannt. Und im Detail oft auch, wie man gerade dem ebenso vorlauten Felsberger nachweisen konnte.

Also, was soll der Quatsch?
Mein Frust auf den aktuellen Ökonomiebetrieb ist mein Hass auf den Krieg, und um den geht es eigentlich. Ich werde jetzt hier nicht ausbreiten, wo mein ganz spezieller Hass auf den Krieg herkommt, sondern was dies mit der Diskussion und meinen Anregungen für eine „Saldenökonomie“ zu tun hat.

Ich habe wie Herr Quaas die DDR bewusst erlebt, dies impliziert für die Debatte vor allem zwei Dinge.
1. Man kann das produktive Potential des Kapitalismus, seine Käufermärkte noch viel positiver einordnen, als jemand der dieses ökonomische Elend nicht persönlich erlebt hat. Dass es den Menschen in der DDR noch gar nicht so schlecht in Russland ging, hing mit einer funktionierenden Feierabend-Marktwirtschaft zusammen, welche aber an Vormaterialmangel aus dem sozialistischen Sektor litt. Prinzipielle Alternativen zum Kapitalismus bestehen also nicht, wenn man bedenkt, dass es nur zwei Grund-Varianten gibt. Entweder der Staat finanziert dysfunktional das Wirtschaften vor oder der Unternehmer funktional gegen Gewinnaussichten.   Ob eine reformierte „Privatvorfinanzierungswirtschaft“ noch die gleichen Schattenseiten hat, wie der heutige Kapitalismus sei erstmal dahin gestellt, darum geht es ja hier eigentlich.

2. Man wurde zwangsweise mit den Gedanken von  Marx und Lenin konfrontiert. Es konnte ja eigentlich nur Blödsinn sein, sonst wäre es uns in “der Zone“ ja nicht so schlecht gegangen, aber man musste es halt lernen. Nun hat man den Marx und Lenin halt aufbereitet bekommen, nur ganz wesentlich ist bei mir hängen geblieben, dass es da irgendwie durch Kapitalakkumulation Krisen geben soll, die Imperialismus (Globalisierung) als Zeitgewinn haben und dann im Krieg enden. Irgendwie sollte eine tendenziell fallende Profitrate damit zu tun haben. Und irgendwie musste auch der kapitalistische Staat  am Ende der Krisen immer mehr in der Wirtschaft agieren.  Konnte aber alles nicht stimmen, die Dauerkrise war bei uns und nicht drüben. Und außerdem führte die BRD ja keine Kriege sondern baute lieber schöne Autos.

Nun hat der Ossi folgendes Problem, er hat das ungefähr so in der Schule gelernt, was da heute tatsächlich so abgeht. Also hatte Marx zumindest bei den Krisen recht, dann hatte er also auch beim Kriegsmonster Kapitalismus recht? Auf einmal führt auch die BRD wieder Kriege, die USA konnten eh nie damit aufhören, und größeres scheint noch im Anmarsch. Der Import von Millionen Anhängern des politischen! Islam nach Europa verheißt auch nichts Gutes.

dazu Buschi‘s Theorem:
jeder ökonomische Kriegsbedarf schafft sich sein Angebot selbst

Dies ist eine empirische Theorie, die ich auch nicht mit ihren Mechanismen unterlegen möchte. So wie eben auch Marxens Theorie von der tendenziell fallenden Profitrate wohl auch eher eine empirische  bzw. falsch hergeleitete war. Marx ist es wohl gelungen, Marktversagen durch Rationalitätenfallen im Arbeitsmarkt ohne Sozialsystem gut zu beschreiben, mit dessen negativen Folgen für Arbeitnehmer und Unternehmer. Daraus hat man schon was gemacht, Gewerkschaften können dort ihre Existenzberechtigungen herleiten. Ob es bessere Dinge gäbe, die nun wieder andere Marktversagen im Arbeitsmarkt verhindern ist hier nicht das Thema.

Aber beim tendenziellen Fall der Profitrate war er wohl nicht erfolgreich, eben auch, weil er Geld in Goldstücken statt Salden dachte! Wir kommen hier zum Punkt, wer den Kriegsbedarf des Kapitalismus denken will, um zu einer ökonomischen Theorie des Friedens zu kommen, muss in die Saldenökonomie einsteigen, er muss in Salden denken.

Die Profitrate enthält Salden, das Kreislaufgleichgewicht ist ein Saldenphänomen.
Die Profitrate fällt tendenziell, für alle Unternehmen durch Verschwinden der Nettoinvestition. Nicht weil nicht mehr investiert wird, sondern weil die wachsenden Abschreibungen von den Bruttoinvestitionen nichts übrig lassen. Hier liegt dann der ökonomische  Reiz, auf andere Länder Bomben zu werfen und dann ganz großzügig Kredite für den Wiederaufbau zu vergeben.

Eine Ökonomie des Friedens muss mit fehlender Nettoinvestition leben lernen, dazu muss sie die saldenmechanischen Optionen diskutieren und werten.

Im Vorkriegskapitalismus mit weitgehend verschwundener Nettoinvestition gilt:

Die Pläne kreditwürdiger und kreditwilliger Kaufüberschüssler sind kleiner als die Pläne Geldvermögens, also Verkaufsüberschüsse zu bilden, in der heißen Phase auch bei Nullzins.

Dies wird auch nicht mehr anders, es sei denn die abzuschreibenden Güter werden zerstört. Dies bedeute nun wieder, es gibt eine große Knappheit:

kreditwürdige und kreditwillige Schuldenkäufer, die knappen Schuldner schaffen die begehrten Geldvermögen bei der Geldvermögenschöpfung des Kaufüberschuss, die Banken machen Sie nur umlauffähig bei Zahlungsmittelschöpfung. Kaufüberschüsse kann man nicht drucken, man kann sie nur machen!

Unsere Vorstellung, vom gebenden Gläubiger und nehmenden Schuldner ist also völlig verdreht, es ist genau andersrum. Wir müssten die Schuldnerländer loben und preisen, sie schaffen unser geliebtes Geldvermögen.

Natürlich haben wir aber auch nichts davon, wenn die Schuldenkäufer eigentlich gar nicht kreditwürdig waren. Die ganze Finanzkrise ist doch aber nur das Phänomen, dass wir längst für das Kreislaufgleichgewicht nur noch die Wahl zwischen Staatsverschuldung oder Subprime-Verschuldung haben.

Dies sind die Themen die wir für eine Ökonomie des Friedens diskutieren müssen, und dazu brauchen wir die Saldenökonomie.

Rosinenkuchen –eine narrative Geschichte künftiger VWLer-Arbeitstage


auch dies ein Beitrag aus einer Diskussion auf Ökonomenstimme http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2017/08/was-machen-die-oekonomen-eigentlich-so-den-lieben-langen-tag/

Lieber Herr Quaas,

mit fortlaufender Dauer der Diskussion, der Sie sich von der kritisierten Seite her ganz allein stellen, habe ich ein wachsendes Problem. Dass Sie dies ganz allein tun hat zur Folge, dass ich das aktuelle VWL-Versagen nun gerade anhand Ihrer Gedanken nachweisen muss. Nun halte ich klare Benennung des modell- und arbeitsweisebedingten VWL-Versagens schon für eine legitime Sache, aber nun gerade Sie als einzig konstruktiven Gegenüber wegen Mißachtung gesamtwirtschaftlicher Logik blosszustellen, ist mir selbst bei den gegebenen Einschränkungen meiner emotionalen Intelligenz zunehmend unangenehm. Ich möchte deshalb festhalten, dass Ihre Gedanken ja nur stellvertretend für das Hauptstrom-Gedankengebäude sind, überhaupt niemand von den über 1000 Fachlesern ihres Griechenland-Beitrags diese Verstöße gegen gesamtwirtschaftliche Logik erkennen konnte. Gleichzeitig spürt man ja gerade bei Ihnen auch das Unbehagen gegen dies, was Ökonomen heute halt den lieben langen Tag so tun. Sie haben einiges zum Problem selbst gesagt, der fehlende Werkzeugkasten dürfte das Schlimmste sein. Kein Handwerker hat Freude an der Arbeit, wenn er kein gutes Werkzeug hat. Ähnliches gilt, wenn die Aufgabe und Ziele nicht klar genug definierbar, man beim Nachhausegehen nicht sehen kann, was man heute so mit der Arbeit erreicht.

Ich möchte hier deshalb nochmal die narrative Geschichte eines VWLer Arbeitstages erzählen, es ist die Geschichte vom großen Rosinenkuchen, den der Ökonom künftig unter allgemeiner Begeisterung backen kann. Und die große Freude bei der Ausbildung der Lehrlinge, welche hoch motiviert die Rezepte für den Rosinenkuchen immer weiter verfeinern. Dieser neue ökonomische Rosinenkuchen hat einige Zutaten, einige haben auch gar nichts mit der Lösung des VWL-Problems zu tun, sind Folge der gleichzeitigen umfassenden Krise der seit 68 gesinnungsethisch geprägten Gesellschaft im Westen. Daraus wird sich eine Rückkehr der Verantwortungsethik ergeben, also eine neue Kultur, die Dinge bis zum Ende zu durchdenken und damit nachhaltig zu gestalten. Diese neue Verantwortungsethik stellt die Kapitalismus-Wissenschaft vor die klare Aufgabe, Marktversagen im ökonomischen, sozialen und ökologischen Bereich so synergetisch zu steuern, dass keine Staatsversagen und Demokratieversagen seine produktive Kraft bremsen, die gerade Teil der Lösung für ökonomisch, soziale und ökologische Probleme ist. Diese Arbeit wird also mehr Spass machen, die „Meister des Rosinenkuchens“ sind ja auch die angesehensten Leute der Gesellschaft.

Nur muss die VWL doch erst mal im real existierenden Kapitalismus ankommen, eh sie ihn gestalten kann. Der Weg dahin ist klar zu zeichnen:

1. Kapitalismus ist ein Ungleichschritt-System – weg mit der Gleichschritt-Modellierung der Tauschwirtschaft, die Kapitalismus-Probleme treten im Ungleichschritt auf. Wer Ungleichschritt wegdefiniert, kann keine Kapitalismusprobleme lösen.

2. Geld ist sowohl als Geldvermögen wie als Zahlungsmittel ein Phänomen dieses Ungleichschrittes –da ist kein Geldding, nirgendwo, auch das Zentralbankgeld ist kein Ding. Das Dingbild wurde gebraucht, um sich fehlschlüssig im Gleichschrittsystem zu bewegen.

3. Die Zusammenhänge der Gesamtwirtschaft sind regelmäßig völlig paradox, wer dies nicht reflektiert, kommt aus der Beobachtung der einzelwirtschaftlichen Zusammenhänge zu 180° falschen Schlüssen. Und genau dieses Problem findet permanent statt, eine VWL als Ansammlung von Trugschlüssen aus Komposition. Definitorisch wird die VWL erst zur Lehre von der Gesamtwirtschaft, wenn sie die paradoxen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge auch beachtet.

Lassen Sie uns dies bitte weiter diskutieren, beste Grüße, Jörg Buschbeck

Die logische Herleitung des VWL-Versagens aus der aktuell populären Arbeitsweise


Dies war ursprünglichein Diskussionsbeitrag auf Ökonomenstimme:
http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2017/08/was-machen-die-oekonomen-eigentlich-so-den-lieben-langen-tag/#c3285

Herr Quaas hat mir als interessierten Laien, man darf mich übrigens gern auch den Salden-Clown nennen, dankenswerterweise konkreteren Einblick in die Arbeitsweise der Ökonomen gegeben. Dies nicht nur im Eingangsbeitrag, sondern auch in Reflektion der bachmanschen „Empirie-VWL“

Nun kann der Salden-Clown auch logisch herleiten, wie sich dieses VWL Versagen aus der aktuellen VWL-Arbeitsweise ergibt:

Die gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge (Globalsatz) sind regelmäßig völlig paradox zu den einzelwirtschaftlichen Zusammenhängen (Partialsatz) oder solchen, welche für Gruppen von Wirtschaftern gelten (Größenmechanik).

Eine von der Beobachtung der Partialsätze oder der größenmechanischen
Zusammenhänge her kommende VWL muss deshalb genau die falschen Politikempfehlungen geben, wenn sie die Paradoxie ihrer wissenschaftlichen Beobachtung nicht reflektiert, ihre Empfehlungen in die falsche Richtung sind Folge einer falschen Arbeitsweise.

Die Lösung ist aus der Problemanalyse völlig trivial in der künftigen Beachtung der Globalsätze zur Vermeidung von „Trugschlüssen aus Komposition“. Eine Lehre von der Gesamtwirtschaft muss die paradoxen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge beachten.

fertsch, sagen wir in Sachsen

Wo darf ich die Rechnung für meine Consulting-Leistung hinsenden? 🙂

Synergiewende – eine erste Definition


Lieber Leser dieses Blogs,

haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir ins Weltall fliegen können, die einfachsten Dinge auf der  Erde aber nicht geregelt bekommen? Warum können wir eine Weltraumrakete konstruieren, aber keine nachhaltige Gesellschaftsordnung, welche wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange so zusammen bekommt, dass man eben von echter Nachhaltigkeit sprechen kann.

Ich habe mich mit dieser Frage etwas länger befasst und bin zu folgendem Schluss gekommen: Die zu konstruierende Komplexität der Weltraumrakete ist wesentlich größer als die zu regelnde Komplexität für eine nachhaltige Gesellschaftsordnung. Aber woran scheitern wir dann, was ist der Unterschied zwischen den beiden Dingen?

Meine Erklärung dazu ist, dass wir gesellschaftliche Konstruktion einfach nicht auf die gleiche Art und Weise, mit der gleichen Art zu denken und zu arbeiten tun. In der gesellschaftlichen Konstruktions- und Serviceabteilung, also der Volkswirtschaftslehre, wird in diesem Sinne leider keine saubere Arbeit gemacht. Dabei ist den Ökonomen zugute zu halten, dass sie hier eben mit den gleichen Problemen kämpfen, die alle Menschen bei solchen Fragen haben. In den Bildern der  Transaktionsanalyse ist lange bekannt, dass wir verschiedene „Ich-Zustände“ haben. Neben dem rationalen Erwachsenen-Ich als ideales „Konstrukteurs-Ich“, gibt es das von Emotionen geprägte „Kindheits-Ich“ und das von erlernten Dogmen geprägte „Eltern-Ich“. Und diese völlig „unkonstruktiven“ irrationalen Ich-Zustände werden permanent bei einzelwirtschaftlichen, gesellschaftlichen und weltanschaulichen Fragen angesprochen.

Haben Sie: „Über Geld spricht man nicht“ schon mal gehört? Würden Sie es jetzt als Anscheinsbeweis für die obige These gelten lassen, dass das reale Geldsystem aus dem vorherrschenden ökonomischen Grundmodell herausdefiniert wurde? Was solche Modelle dann noch in einer kriselnden Geldwirtschaft taugen, muss ich wohl nicht ausführen?

Können Sie sich eventuell an elterliche Anregungen erinnern, lieber zu sparen als Schulden zu machen?  Sollte es uns dann wundern, wenn Hänschen so eine gute Erziehung hatte, dass Hans Werner Ökonom private Geldvermögensbildung gut findet, aber ihrer gesamtwirtschaftlichen Identität, der Staatsverschuldung, so gar nichts abgewinnen kann?  Dass er an deutschen Exportüberschüssen kein Problem erkennen kann, obwohl dies gesamtwirtschaftlich die bösen Staatsdefizite der Schuldenländer sind?

Merken Sie, was das Problem ist? Ja, die Emotionen solcher Themen, aber auch die erziehungstypische Einteilung gesellschaftlicher und weltanschaulicher Sachverhalte in gut und böse.  Kein Konstrukteur käme auf die Idee, Materialien als  gut oder böse zu bewerten. Jedes Material hat Stärken und Schwächen. Stahlblech rostet schnell und Lack ist nicht mechanisch stabil. Diese Bauteileigenschaften sind völlig emotionslos in einem Stärken/Schwächenprofil erfasst. Nun ist der Konstruktionsprozess einfach ein Prozess der Synergie. Die Materialen werden so kombiniert, dass ihre jeweiligen Stärken ihre jeweiligen Schwächen überwinden.  Und mit dem gleichen Prinzip des Synergiedenkens, statt des Gut/Böse Denkens, könnte man die nachhaltige Gesellschaftsordnung konstruieren. Dies wäre dann die Synergiewende, der gesellschaftliche Wandel durch das Narrativ einer ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft. Einfach nur saubere Konstruktionsarbeit, dies sind „Gedanken jenseits von gut und böse“.

Was muss man also für diese Aufgabe mitbringen? Man muss natürlich schwer erziehbar und emotional gestört sein. Dies mal vorsorglich für Nachfragen bezüglich der Qualifikation des hier schreibenden Synergiewende-Inspirators. 🙂

Gerade wenn diese Definition für Sie nicht zutrifft, dürfen Sie gern mitmachen. Die Synergie liegt in der konstruktiven Kombinationen mit ihren Gedanken. Geben Sie bitte Feedback und Anregungen.  Verbreiten Sie, was Ihnen gefällt.

vielen Dank vorab, Jörg Buschbeck, Vorstand Global Change 2009 eV

PS
hier geht es künftig zum Konstruktionsblatt der synergetischen Gesellschaftsordnung.

Das Modellversagen der „Volkswirtschaftsleere“ nochmal für Normalos


Ich bin zu Recht kritisiert worden, dass die Sprache zum Modellversagen der VWL in diesem Artikel so unverständlich ist. Wer die Herleitung wissenschaftlich prüfen will, muss diesen alten Artikel wohl immer noch lesen, für alle Anderen die Sache nochmal ohne Fachbegriffe. Ihr könnt an Eurem Haushalt sehr gut folgendes sehen:

Kauft ihr mehr ein, als ihr Einkommen habt, baut sich Euer Geldbestand ab. Und umgekehrt habt ihr natürlich immer mehr Geld, wenn ihr mehr verdient als ihr ausgebt. Ob ihr im Geld schwimmt, oder immer mehr Schulden habt,  ist also eine Frage der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Im Grundmodell der VWL ist aber definiert, dass alle Leute, Betriebe und Staaten genauso so viel ausgeben wie sie einnehmen. Und dies eben nicht nur in Summe, was ja richtig ist, sondern jeder Einzelne gibt exakt so viel aus, wie er einnimmt. Die Ökonomen nennen dies „Prämisse für strengen Gleichschritt“.

Es kann also im Modell der Ökonomen per Definition gar keine Schuldenkrise geben, da das Problem, dass Eingaben und Ausgaben auseinander fallen, einfach wegdefiniert wurde. Auf dieses realitätsfremde Grundmodell als Fundament, haben die Ökonomen
dann ein hochkomplexes Haus mit ganz komplizierten Berechnungen gebaut. Dieses muss jetzt abgerissen werden, da eben nur unnütze Dinge gerechnet werden, wenn die Grundannahmen nicht passen. Die Berechnungen und Rechenwege sind also nicht falsch, nur völlig unnütz, da eben die Probleme nicht enthalten.

Die Ökonomen sind aber absehbar nicht begeistert von dieser Erkenntnis, da diese ja ihr Einkommen gefährdet. Motivieren kann man sie sicher neben der Bloßstellung der Problematik, in dem man  auf die tolle Aussicht und Befriedigung nützlicher Arbeit verweist.

Geld als Phänomen des Ungleichschritts – das logische Modellversagen der VWL


Unser Finanzsystem ist mittlerweile so krank, dass es nur noch mit extremen Staatseingriffen (siehe z.B. Sparguthabengarantie und Notenbankgarantien) vor einem großen Knall bewahrt werden kann. Und das Problem wird speziell für Deutschland durch seine große Exportüberschüsse von fast 9% BIP = Verschuldung der Anderen immer extremer.

Diese Krisen kann die VWL aber weder kommen sehen, noch erklären, noch heilen. Und warum ist dies so? Der Grund klingt fast nach einer Verschwörungstheorie, ist aber belegbar keine Fake-News.  Es gibt das real existierende Geldsystem gar nicht in den Modellen der  Ökonomen, es kann keine Probleme mit dem Finanzsystem geben, da es im Modell nicht existiert.

Und der Sachverhalt ist auch nicht neu:

„Geld  in jeder Form ist immer ein Medium zur Ermöglichung von Abweichungseffekten“

schreibt Wolfgang Stützel in der „Paradoxa der Geld und Konkurenzwirtschaft“ von 1979 auf Seite 181. Abweichungseffekte meint das Auseinanderfallen von Einnahmen und Ausgaben bei Wirtschaftern, auch Ungleichschritt genannt, Geld ist also in jeder Erscheinungsform ein Phänomen des Ungleichschritts, es entstehen Kaufsalden. Diese Kaufsalden  gibt es aber im Walrasianischen Grundmodell nicht, da es gerade strengen Gleichschritt der Einnahmen und Ausgaben als Prämisse hat. Man versucht dann, das Geld als „Ding von der Zentralbank“ wieder über die naive Quantitätstheorie einzuführen, was logischerweise scheitern muss, da es nun mal kein Dingphänomen sondern ein Saldenphänomen des Ungleichschrittes ist.

Stützel hält 1979 an gleicher Stelle fest:

„An diesem Widerspruch krankt die theoretische Nationalökonomie dieser Tradition bis zum heutigen Tage“

Dies ist nun fast 40 Jahre her, es ändert sich nichts, wie Matthias Binswanger hier festhält.
http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2016/12/makrooekonomische-modelle-jenseits-der-realitaet/

Auf meine Nachfrage auf Ökonomenstimme:  „“Wie wollt ihr Saldenkrisen mit einem Modell ohne Salden erklären“ eisiges Schweigen.

Man kann auch nur schweigen, man kann es nicht seriös bestreiten. Wenn man aber zustimmt, kann man das ganze große alte VWL Gebäude abreißen, welches auf ein Sandfundament gebaut wurde.  An dem Dingbild klebt ja eben auch das Tauschparadigma mit dem Tauschmittelding, was man gegen ein Modell des Kapitalismus austauschen müsste. Ein Modell, was noch dazu schrecklich einfach ist. Hier wirken Rationalitätenfallen auf die Ökonomen, welchen man wohl nur mit einer Doppelstrategie aus Bloßstellung und dem Narrativ beikommen kann, welch tolle Aufgabe die ökologische und ökonomische  nachhaltige Gestaltung des Kapitalismus sein könnte. Ja,  wenn man den real existierenden  Kapitalismus denn nun endlich mal statt der fiktiven Tauschwirtschaft als Grundmodell wählen würde.

Begriffe und Personen


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B
C
D
E
Eigenwert der Verträge
ex ante
Exportsteuer
ex post
F
Freiwirtschaft
G
Geld
Geldvermögen
Gesell, Silvio
Gesinnungsethik
Gleichgewicht
Gleichheit
Gleichschritt
Grundeinkommen
Grundrente
H
I
Investieren
J
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Kapitalismus
Käufermarkt
Kaufvorsprung
Keynessche_Lehre
Kreditsteuer
Kreislaufgleichgewicht
Konjunktur
L
Lautenbach; Wilhelm
Lenkungssteuer
M
Martin, Dr. Paul C. Martin
Marx, Karl
Monetative
N
Nachhaltigkeit
O
P
Preis, Wert und Macht
Produzenten-Subvention
Q
R
Rationalitätenfalle
S
Sachwert
Schatten (Wahrnehmung)
Staatsschulden
Stützel, Wolfgang
Sparen
Sozialismus
T
Trugschluss_der_Division
Trugschluss_der_Komposition
U
Unternehmer-Gewinnformel
V
Verantwortungsethik
Vertragsfreiheit
Verkaufsvorsprung
Verschuldung
Vorfinanzierungsbedarf des Wirtschaftens
Volkswirtschaftliche Saldenmechanik
Verkäufermarkt
W
Wechsel
X
Y
Z
Zahlungsmittel
Zentralbank