„Privatüberschüsse“ als Neusprech für Staatsdefizite


Mir ist wieder mal ein neues Wort eingefallen. Während meiner Mitarbeit an der neuen Webseite zum gesamtwirtschaftlichen Segen einer 100% Energiewende, werden natürlich die Importdefizite Deutschlands thematisiert.

Aber so wie man Exportüberschüsse natürlich auch als Importdefizite bezeichnen kann, worauf auch schon andere gekommen, passt natürlich auch für Staatsdefizite der Begriff „Privatüberschüsse“.  Anhängern klassisch keynesianischer Lösungsmuster möchte ich hiermit natürlich mit diesem neuen Buschi-Neusprech beglücken. 🙂

Wer hat eigentlich was gegen Privatüberschüsse ?

Synergiewende durch nachhaltige Investitionen – neuer Schwerpunkt auf diesem Blog


Liebe Leser,

das Aufzeigen neuer Investitions-Wege ist vermutlich konstruktiver als das Beklagen der ökonomischen Schieflage im Land der Guthabensünder. Auch gibt es ja kein lösbares Theorieproblem, wenn emotionale Blockaden, bedingt durch Erziehung und „German Angst“ wohl das eigentliche Thema sind.

Ich vermute, dass der Klimawandel durch CO2 ein reales Problem ist, aber 100% sicher bin ich mir da auch nicht. 100% sicher ist aber, dass wir unsere Exportüberschüsse durch Investitionen in unser Land ersetzen müssen, wenn wir den ökonomischen und politischen „Higway to Hell“ verlassen wollen. Und es tut sich in dem EE-Bereich gerade grundlegendes. Solar- und Windstrom wird spottbillig – und die Speicherprobleme durch Methanisierung mit besten Wirkungsgraden auflösbar.  Die technologische Entwicklung erlaubt die wirtschaftliche Kapitalbindung zu einer 100% Energiewende bis 2040.   Das einzige Problem könnte sein, dass so eine 100% Energiewende mittlerweile zu billig ist, um die überschüssigen Sparleistungen  zu absorbieren, dann machen wir eben gleich noch eine „cradle to cradle“ Naturverbrauchswende hinterher.

Die KO-Frage für Neoklassiker – die Suche nach dem unschuldigen Einkommen

Kennen Sie jemand, dessen Einkommen nicht aus dem Geldvermögensabbau Dritter stammt?


„Kennen Sie jemand, dessen ordentliches* Einkommen nicht aus dem Geldvermögensabbau Dritter stammt? Denken Sie mal nach, fällt Ihnen wirklich niemand ein?“

Nein, dann dürfte logisch bewiesen sein, dass in arbeitsteiligen Gesellschaftsformen schlussendlich nur Verschuldung  die Einkommen schafft. Und das zumindest in Käufermärkten (kein Angebotsmangel) der Geldsparer der Schuldentreiber im System ist. Geldsparen ist das Blockieren der Tilgung der Vorfinanzierung des eigenen Einkommens. Natürlich muss der Kunde, der Chef oder Staat nicht unbedingt direkt Kredit  aufnehmen, um das eigene Einkommen durch Geldvermögensabbau vorzufinanzieren. Möglicherweise hat er große Guthaben, die aus der Blockade von Dritten durch Verschuldung  vorfinanzierten Einkommens stammt. Dies ändert nur eben alles  nichts an der zwingenden Logik, dass die Verschuldung am Anfang der Einkommen und damit des Wirtschaftens steht. Und der Geldsparer eben der Schuldentreiber ist und nicht der Held, der mittels Einlagen bei Banken das Investieren ermöglicht.

Genau diese nötige Neubewertung des Geldsparens dürfte die Ursache sein, warum im Studiengang VWL weiterhin lieber eine Subsistenzwirtschaft mit Überschusstausch als ökonomisches Grundmodell gelehrt wird. Die Menschen wären sicher empört wenn Sie wüssten, dass man sich dort gar nicht mit dem realen arbeitsteiligen Wirtschaftssystem auseinander setzt. Schließlich wäre dies die Voraussetzung, um das System zu warten und vor Crash, Krisen und Krieg zu bewahren.  Nur wenn Sie erfahren würden, dass man  sonst den Schuldner als Einkommensermöglicher loben und den Sparer als Einkommensvernichter bashen müsste,  hätten die meisten wohl Verständnis?

*aufgrund von Diskussionen ergänzt – „ordentlich“ meint in Anlehnung an den betriebswirtschaftlichen Begriff des „ordentlichen Gewinns“ die Einkommen ohne Bewertungsveränderungen von Sachvermögen. Zusätzliche zu den „außerordentlichen Einkommen“ aus Bewertungsveränderungen von Sachvermögen gäbe es in diesem Kontext ja auch noch „stille Einkommen“, welche aus ungebuchten bzw. nicht an einer Börse sichtbaren Sachvermögensänderungen bzw. gebuchten Abschreibungen > tatsächlichem Wertverlust resultieren. Die Einführung des Begriffs macht den Artikel sicher nicht besser, soll aber helfen, zur Diskussion des eigentlichen Anliegens zu gelangen.

Keynesianische Revolution 2.0


Zinsfehler


Zwei der einflussreichsten internationalen Ökonomen der Gegenwart − Larry Summers und Olivier Blanchard − haben unter der Headline Back to the Future die zweite keynesianische Revolution ausgerufen und die deutschen Medien berichten hierüber mit keiner einzigen Zeile. Das ist unglaublich.

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Das Kreislaufgleichgewicht und seine Steuerungsprobleme


Das Kreislaufgleichgewicht ist das Gleichgewicht der Pläne der Wirtschafter, in einer Periode ihre Geldvermögen zu erhöhen und bzw. zu senken.

Änderungen von Geldvermögen sind nach Ablauf der Periode aber natürlich immer identisch zwischen den einzelnen Wirtschaftern, der Geldvermögensabbau des Einen ist der Geldvermögensaufbau des Anderen. Dies bedeutet, dass es bei Abweichungen der Pläne zu ungeplanten Änderungen der Geldvermögen kommt.

Fall 1 – Überwiegen die Pläne  die Geldvermögen zu senken, kommt es logischerweise zu ungeplanten Aufbau von Geldvermögen bei Wirtschaftern. In der Folgeperiode scheint es nun sehr wahrscheinlich, dass die Wirtschafter auch wieder mehr ausgeben. Da diese Zusatzausgaben auch die Zusatzeinnahmen des  Rest der Welt sind, könnte sich aus einem ungesteuerten Fall 1 eine inflationäre Übernachfrage entwickeln.

Fall 2 – Überwiegen die Pläne  die Geldvermögen zu erhöhen, kommt es logischerweise zu ungeplanten Abbau von Geldvermögen bei Wirtschaftern.  Diese werden deshalb in der Folgeperiode wohl ihre Ausgaben kürzen. Eventuell ist es auch gar keine Frage des Wollens, wenn der unplanmäßige Geldvermögensabbau gar nicht finanziert ist. Er also nicht mit der Verfügbarkeit von Zahlungsmittel aus Beständen oder Kredit unterlegt ist – auf gut deutsch – aus offenen Rechnungen besteht. Bei Unternehmen senken ungeplanter  Geldvermögensabbau natürlich regelmäßig die Neigung und Fähigkeit (Kreditwürdigkeit) zu Investitionskäufen.  Und da Ausgabekürzungen in der Folgeperiode die Einnahmekürzungen des Rest der Welt sind, können sich aus  Fall 2
eine deflationäre  Abwärtsspirale entwickeln.

Nun gibt es offensichtlich (Details wären eine längere Geschichte) keinen Marktmechanismus der das Kreislaufgleichgewicht sicherstellt. Vielmehr versucht die Notenbank dieses Kreislaufgleichgewicht mit einem Leitzins zu steuern. Dies hat aber heute zumindest im deutschsprachigen Raum das Problem, dass auch bei nominalen Nullzins die Pläne der Privaten ihre Geldvermögen zu erhöhen größer sind, als die kreditwürdigen Pläne Privater ihre Geldvermögen durch Verschuldung zu senken.

Deshalb bleibt heute nur die Verschuldung von Staaten bzw. dem Ausland (via Exportüberschuss) zum Erhalt des Kreislaufgleichgewichts. Diese Subprime-Verschuldung ist Kern der laufenden Krise (für D A CH verdeckt durch Exportüberschuss = Verschuldung der Anderen)   und ihrer absehbar kommenden Eskalation.

Auswege sind Änderungen an der Altersvorsorge und der „Bewaffnung“ der Notenbanken wie hier beschrieben.

Die wahre Alternative für Deutschland: Exportsteuer an Zusatzrente statt neuem Vertrag von Versailles


Deutschland soll wieder zahlen, dies ist der Plan des französischen Präsidenten. Es geht ja auch gar nicht anders. Deutschlands „Eliten“ sind in ihrem Wahn gleichzeitig für wachsende Exportüberschüsse und gegen die Staatsverschuldung, die wir damit z.B. nach Frankreich exportieren. Dagegen gibt es logisch nur ein Konzept, wir deklarieren gleich die Exportüberschüsse als Geschenk. Oder eben über ein paar Umwege in einem EU-Haushalt verschleiert.

Wenn wir also, weder das Eine (Staatsverschuldung der Anderen)  noch das Andere (Verschenken unseres Sozialproduktes) wollen, müssen wir Signale senden, dass wir von den Exportüberschüssen wegwollen. Dies geht eh nicht von heute auf morgen, denn die wirtschaftlichen Strukturen brauchen Zeit zur Anpassung, aber der Weg muss klar sein.

Exportsteuer an Grundrente (Zusatzrente) – dann klappt’s auch wieder mit dem Nachbarn.

„Es kann über Nacht der Blitz auch in unser Haus schlagen“ – Finanzminister Franz Josef Strauß bei Einführung der Exportsteuer 1968


„Gegen die Stimmen der Freien Demokraten erlegten die Koalitionspartner den Exporteuren bis zum 31. März 1970 vier Prozent Steuer für alle Warenlieferungen über die Grenzen auf. Hingegen sollen die Importeure künftig durch einen vierprozentigen Nachlaß bei der Mehrwertsteuer subventioniert werden. Damit soll der westdeutsche Exportüberschuß von zuletzt 15 Milliarden Mark jährlich vermindert werden.“

15 Mrd.DM – also ca 7,5 Mrd.€ Exportüberschuss = Staatsschuldenexport waren damals den anderen Ländern zu viel, die DM sollte aufwerten, was der Euro heute ja wegen der schwachen Südschiene + Frankreich nicht macht.

Und heute exportiert Deutschland ca 270 Mrd.€ Staatsverschuldung via Exportüberschuss. Heute ist das Problem nominal 36 mal so groß. Natürlich gibt es die Inflation – aber auch in realen Werten sind wir bei einem Vielfachen. Und deshalb wird
es jetzt direkt oder indirekt eine „Besteuerung“ unserer Exporte geben.

Nachtrag – umgerechnet 273Mrd € war das nominale BIP 1968 – 7,5 Mrd.€ Exportsaldo sind gerade mal 2,7% BIP Exportüberschuss, die damals ein steuerungswürdiges Probem war. 

Können wir nochmal so schlau sein wie Franz Josef Strauß und unsere Exporte lieber selber besteuern, eh dies andere tun.   Auch wenn der Spiegel wieder „Schlag ins Kontor“ titeln wird?