Keynesianische Revolution 2.0


Zinsfehler


Zwei der einflussreichsten internationalen Ökonomen der Gegenwart − Larry Summers und Olivier Blanchard − haben unter der Headline Back to the Future die zweite keynesianische Revolution ausgerufen und die deutschen Medien berichten hierüber mit keiner einzigen Zeile. Das ist unglaublich.

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wie Herr Dr. Quaas die schöne neoklassische Wirtschaftstheorie zerstörte (eine narrative Geschichte)


Vorab, irgendwas stimmt nicht mit den Sachsen, die machen nur Ärger. Dies zieht sich seit 500 Jahren von diesem Luther (Wittenberg gehörte damals zu Sachsen) bis zu völlig unkorrektem politischen Denken und Wählen in der heutigen Zeit. Und nun eben noch dieser Herr Quaas.
Georg Quaas ist Mitarbeiter am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Leipzig. Und man hatte ihn auch noch gewarnt, nicht mit Laien und Querulanten auf Ökonomenstimme zu diskutieren. Aber nein, er diskutierte nicht nur, sondern legte sich auch noch auf folgende fatale Aussage fest:
„Ich bin inzwischen Empiriker mit dem Schwerpunkt Theorientest.“
Und nun nahm das Unheil seinen Lauf. In einer Diskussion um die Bewertung der Vorgänge in Geschäftsbanken wurde die These aufgestellt, dass man für das Verständnis dieser Vorgänge das Tauschparadigma der Neoklassik verwerfen müsse. Und mit Bezug auf seine verhängnisvolle Festlegung forderte ihn ein Querulant (gleiches Bundesland) auf, doch einfach mal das Tauschparadigma der neoklassischen Wirtschaftstheorie empirisch zu prüfen. Ja, er versuchte noch auszuweichen, dass dies doch nicht prüfbar wäre. Aber es war schon zu spät, da die empirische Prüfungsfrage einfach zu formulieren ist:
„Welche relevante Gruppe von Wirtschaftern hat ein Einkommen, welches nicht aus Dritter Geldvermögensabbau stammt.“
Denn diese Gruppe muss es ja logischerweise geben, die ihre Überschüsse dann via Bank und Geld als Mittel zur Tauscherleichterung verleiht. Und so nahm das Unheil seinen Lauf – Herr Quaas konnte in empirischer Arbeit weder diese Einkommensbezieher noch einen Mechanismus finden, in dem das Geld zur Tauscherleichterung eingespeist wird. Die Notenbanken hatten bei empirischen Untersuchungen gar kein Personal, welches als Inumlaufbringer beschäftigt wurde. Bei Befragungen von Bürgern und Finanzministern wurde festgestellt, dass niemand je einem Inumlaufbringer der Notenbank begegnet ist.
Im Nachgang betrachtet hätte man den Anfängen wehren soll – empirische Wirtschaftsforschung ist ein absehbares Risiko für jedes Theoriegebäude.

Das Kreislaufgleichgewicht und seine Steuerungsprobleme


Das Kreislaufgleichgewicht ist das Gleichgewicht der Pläne der Wirtschafter, in einer Periode ihre Geldvermögen zu erhöhen und bzw. zu senken.

Änderungen von Geldvermögen sind nach Ablauf der Periode aber natürlich immer identisch zwischen den einzelnen Wirtschaftern, der Geldvermögensabbau des Einen ist der Geldvermögensaufbau des Anderen. Dies bedeutet, dass es bei Abweichungen der Pläne zu ungeplanten Änderungen der Geldvermögen kommt.

Fall 1 – Überwiegen die Pläne  die Geldvermögen zu senken, kommt es logischerweise zu ungeplanten Aufbau von Geldvermögen bei Wirtschaftern. In der Folgeperiode scheint es nun sehr wahrscheinlich, dass die Wirtschafter auch wieder mehr ausgeben. Da diese Zusatzausgaben auch die Zusatzeinnahmen des  Rest der Welt sind, könnte sich aus einem ungesteuerten Fall 1 eine inflationäre Übernachfrage entwickeln.

Fall 2 – Überwiegen die Pläne  die Geldvermögen zu erhöhen, kommt es logischerweise zu ungeplanten Abbau von Geldvermögen bei Wirtschaftern.  Diese werden deshalb in der Folgeperiode wohl ihre Ausgaben kürzen. Eventuell ist es auch gar keine Frage des Wollens, wenn der unplanmäßige Geldvermögensabbau gar nicht finanziert ist. Er also nicht mit der Verfügbarkeit von Zahlungsmittel aus Beständen oder Kredit unterlegt ist – auf gut deutsch – aus offenen Rechnungen besteht. Bei Unternehmen senken ungeplanter  Geldvermögensabbau natürlich regelmäßig die Neigung und Fähigkeit (Kreditwürdigkeit) zu Investitionskäufen.  Und da Ausgabekürzungen in der Folgeperiode die Einnahmekürzungen des Rest der Welt sind, können sich aus  Fall 2
eine deflationäre  Abwärtsspirale entwickeln.

Nun gibt es offensichtlich (Details wären eine längere Geschichte) keinen Marktmechanismus der das Kreislaufgleichgewicht sicherstellt. Vielmehr versucht die Notenbank dieses Kreislaufgleichgewicht mit einem Leitzins zu steuern. Dies hat aber heute zumindest im deutschsprachigen Raum das Problem, dass auch bei nominalen Nullzins die Pläne der Privaten ihre Geldvermögen zu erhöhen größer sind, als die kreditwürdigen Pläne Privater ihre Geldvermögen durch Verschuldung zu senken.

Deshalb bleibt heute nur die Verschuldung von Staaten bzw. dem Ausland (via Exportüberschuss) zum Erhalt des Kreislaufgleichgewichts. Diese Subprime-Verschuldung ist Kern der laufenden Krise (für D A CH verdeckt durch Exportüberschuss = Verschuldung der Anderen)   und ihrer absehbar kommenden Eskalation.

Auswege sind Änderungen an der Altersvorsorge und der „Bewaffnung“ der Notenbanken wie hier beschrieben.

Die wahre Alternative für Deutschland: Exportsteuer an Zusatzrente statt neuem Vertrag von Versailles


Deutschland soll wieder zahlen, dies ist der Plan des französischen Präsidenten. Es geht ja auch gar nicht anders. Deutschlands „Eliten“ sind in ihrem Wahn gleichzeitig für wachsende Exportüberschüsse und gegen die Staatsverschuldung, die wir damit z.B. nach Frankreich exportieren. Dagegen gibt es logisch nur ein Konzept, wir deklarieren gleich die Exportüberschüsse als Geschenk. Oder eben über ein paar Umwege in einem EU-Haushalt verschleiert.

Wenn wir also, weder das Eine (Staatsverschuldung der Anderen)  noch das Andere (Verschenken unseres Sozialproduktes) wollen, müssen wir Signale senden, dass wir von den Exportüberschüssen wegwollen. Dies geht eh nicht von heute auf morgen, denn die wirtschaftlichen Strukturen brauchen Zeit zur Anpassung, aber der Weg muss klar sein.

Exportsteuer an Grundrente (Zusatzrente) – dann klappt’s auch wieder mit dem Nachbarn.

„Es kann über Nacht der Blitz auch in unser Haus schlagen“ – Finanzminister Franz Josef Strauß bei Einführung der Exportsteuer 1968


„Gegen die Stimmen der Freien Demokraten erlegten die Koalitionspartner den Exporteuren bis zum 31. März 1970 vier Prozent Steuer für alle Warenlieferungen über die Grenzen auf. Hingegen sollen die Importeure künftig durch einen vierprozentigen Nachlaß bei der Mehrwertsteuer subventioniert werden. Damit soll der westdeutsche Exportüberschuß von zuletzt 15 Milliarden Mark jährlich vermindert werden.“

15 Mrd.€ – also ca 7,5 Mrd.€ Exportüberschuss = Staatsschuldenexport waren damals den anderen Ländern zu viel, die DM sollte aufwerten, was der Euro heute ja wegen der schwachen Südschiene + Frankreich nicht macht.

Und heute exportiert Deutschland ca 270 Mrd.€ Staatsverschuldung via Exportüberschuss. Heute ist das Problem nominal 36 mal so groß. Natürlich gibt es die Inflation – aber auch in realen Werten sind wir bei einem Vielfachen. Und deshalb wird
es jetzt direkt oder indirekt eine „Besteuerung“ unserer Exporte geben.

Nachtrag – umgerechnet 273Mrd € war das nominale BIP 1968 – 7,5 Mrd.€ Exportsaldo sind gerade mal 2,7% BIP Exportüberschuss, die damals ein steuerungswürdiges Probem war. 

Können wir nochmal so schlau sein wie Franz Josef Strauß und unsere Exporte lieber selber besteuern, eh dies andere tun.   Auch wenn der Spiegel wieder „Schlag ins Kontor“ titeln wird?

Es gibt kein ökonomisches „Weiter so“ für Deutschland, nicht im Krieg und nicht im Frieden.


Deutschlands Kreislaufgleichgewicht* hängt an extremen Exportüberschüssen. Diese sollen in den nächsten Jahren weiter steigen und Frau Merkel versprach im Wahlkampf schon künftige Vollbeschäftigung

Das Problem daran ist, deutsche Exportüberschüsse (besser Importdefizite) sind die exportierte Staatsverschuldung Deutschlands. Staatsverschuldung ist die Nettogeldvermögensbildung (Guthaben-Schulden) der Privaten. Deutschlands Private produzieren > 8% BIP Nettogeldvermögensbildung = Staatsschuldenwachstum im Jahr. Diese Staatsverschuldung wird aber durch den Exportsaldo nur in den Haushalten anderer Länder sichtbar. Zu allen Überfluss, regen sich unsere Politiker und Ökonomen auch noch über die Staatsverschuldung der Länder auf, die wir über unsere Exportüberschüsse selber verschulden. Darunter ist unser Nachbar Frankreich und der große Bruder in Übersee. Nein, es gibt kein „Weiter So“ – und alles hat auch mit dieser Unmöglichkeit des „Weiter-So“ zu tun. Die französischen Pläne sind, dass wir künftig den Rest Europas gleich direkt für den überschüssigen Einkauf bei uns bezahlen. Natürlich auch das Agieren amerikanische Kräfte gegen unsere Auto- und Finanzindustrie und auch die Organisation der „Flüchtlingskrise“. Weiterlesen „Es gibt kein ökonomisches „Weiter so“ für Deutschland, nicht im Krieg und nicht im Frieden.“

Buschi-Prognose – Künstliche Intelligenz wird demnächst für blöd erklärt


Die FAZ berichtet von Frau Lagarde, die Notenbanken werden künftig künstliche Intelligenz einsetzen. Notenbank-Computer schauen sich dann unbeschadet von menschlichen Emotionen die volks- wirtschaftlichen Fakten an. Da dies seit Jahren mein Hobby ist, kann ich auch schon sagen, was dabei herauskommen wird:

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