Wolfgang Stützels Beitrag zu einer rationalen Ökonomie


Heiner Flassbeck (erscheint in einem Sammelband zum 75. Geburtstag von Wolfgang Stützel im Herbst 2000)
Wenn man heute Wolfgang Stützels Beitrag zur Volkswirtschaftslehre Revue passieren läßt und sich gleichzeitig den Stand der aktuellen wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung vor Augen führt, ist man zwischen Verzweiflung und Zynismus, Wut und Erstaunen hin– und hergerissen. Wolfgang Stützel ging es vor dreißig Jahren ähnlich. In der Veranstaltung zu Wirtschaftstheorie– und politik, die er mit Vorliebe sein „Oberseminar“ nannte, begann der vortragende Seminarist regelmäßig mit der Darstellung hochtrabender theoretischer Modelle und endete, im Gefolge eigener Fehler oder „angeregt“ durch Wolfgang Stützel, regelmäßig bei der Deklination der volkswirtschaftlichen Saldenmechanik. Solche Kurse würde man auch heute noch vielen Ökonomen und Politikern wünschen. Genau wie damals werden heute in der wirtschaftspolitischen Diskussion ohne Unterlaß Positionen bezogen, von denen man schon aufgrund der saldenmechanischen Zusammenhänge weiß, daß sie nicht haltbar sind. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen haben die Ökonomen, in Deutschland insbesondere, ein gespaltenes Verhältnis zu ihren eigenen logischen Grundlagen.
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Wir müssen uns neue Bilder schaffen – Global Change im ökonomischen Denken = Globalsatzdenken, die „neue kopernikanische Wende“


Wirtschaftliche Definition unterscheiden sich wesentlich nach der Betrachtungsperspektive.  Stützel hat die dafür die Begrifflichkeiten der Partialsätze und Globalsätze geprägt.

Partialsatz
– die Betrachtung für ein einzelnes Wirtschaftssubjekt
Globalsatz – die Betrachtung für die Summe aller Wirtschaftssubjekte

Stützel gebraucht übrigens folgendes Kino-Bild

Partialsatz – eine Person kann durch Aufstehen ihre Sicht vebessern
Globalsatzalle Personen können durch Aufstehen ihre Sicht nicht verbessern

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Gib’s den Monetär-Analphabeten Heiner – „Nur Dummköpfe glauben an die Schuldenkrise“


Aber die schlichte und uralte Erkenntnis, dass ein Staat nicht wie ein Privathaushalt sparen kann, um seine Verschuldung zu reduzieren, wird in Deutschland, anders als in den angelsächsischen Ländern, in den Medien nicht einmal erwähnt. Von Politikern, die solch fundamentales Wissen über Wirtschaft hätten, können wir nur träumen.


link zur Badischen Zeitung

Die Presse – „Endspiel um den Euro“ – endlich mal ein saldenmechanischer Durchblicker


Endspiel um den Euro

17.06.2011 | 18:19 | Von Stephan Schulmeister (Die Presse)

Die Euroländer tanzen nach US-Pfeifen, wissen es aber nicht. Wie man die Eurokrise entschärfen könnte: Vorschläge für eine neue Strategie wider die einfältigen Mainstream-Ökonomen


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Stützels Comeback und Westerwelles Abstieg (Blog ohne Namen)


Volkswirtschaftliche Saldenmechanik. Das Wort klingt alt. Nach Gewinden, quietschenden Kurbeln – und einer mechanistischen Auffassung von Wirtschaft. So manch ein Ökonom dürfte dieser Tage trotzdem den guten alten Sützel aus dem Regel holen, dessen Hauptwerk eben genau diesen Titel trägt.

Grund dafür ist der jüngste Vorstoß von Frankreichs Finanzministerin Christine Legarde – jene, die von der „Financial Times“ zur Finanzministerin des Jahres 2009 gewählt wurde. Sie forderte Deutschland auf, das gerne mit den Finger auf andere zeigt und sich selbst als großes strahlendes und exportstarlkes Vorbild sieht, wenigstens „a little something“ gegen die globalen Ungleichgewichte zu tun, die seit der Finanzkrise in den Fokus der internationalen Politik gerückt sind.

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»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke« – Stützel Schüler erzählen


»Manchmal frage ich mich, warum ich so anders denke«, sagt Bofinger heute, »und dann muss ich an Stützel denken.« Der mittlerweile verstorbene Professor Wolfgang Stützel wurde sein Ziehvater an der Universität in Saarbrücken. Stützel war überzeugter Vertreter der Lehre von John Maynard Keynes. Jenes oft zitierten britischen Ökonomen, der in den dreißiger Jahren erstmals die These verbreitete, dass die Nachfrage das Angebot bestimme und nicht umgekehrt.

hier der ganze Artikel zu Prof. Bofinger

aber Stützel = Keynesianer – da fragen wir mal seinen Schüler O.Issing

Für mich persönlich gibt es noch einen zweiten Grund zur Freude, heute hier bei der Preisverleihung der Hayek-Stiftung vor Ihnen stehen zu dürfen. Ich bin ein Stückchen stolz darauf, ein Schüler von Professor Wolfgang Stützel zu sein, der bei Walter Eucken studiert hat, dem Begründer der Freiburger Schule und Wegbereiter Hayeks. Stützel hat mich in seinen Vorlesungen über Ordnungspolitik, über die langfristige Wirkung wirtschaftspolitischer Instrumente, mit der Einbeziehung der Rechtswissenschaften in die Wirtschaftswissenschaften immer wieder begeistert. Heute kommt die Ordnungspolitik an den rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten viel zu kurz. So dürfen wir uns nicht wundern, dass Politik und Wirtschaft oft als kurzfristiger Aktionismus wahrgenommen werden. Stützel ging es um den großen Rahmen; er kam von der Mikro- zur Makroökonomie, nicht umgekehrt; Zählen, Messen, Wiegen waren seine Ausgangsbasis. Hinzu kam das Faszinosum des Verbalen, richtige Grundsätze müssen eben auch lebendig und faszinierend vermittelt werden. Stützel zitierte Hayek oft, unter anderem den Beleg, dass sozial gut gemeinte Eingriffe in die Marktwirtschaft am Ende oft ungemein unsoziale Resultate hervorbrachten. Und er verwies gern auf Hayeks Kritik an sogenannten „Wiesel-Wörtern“, womit er den oft missbräuchlichen Gebrauch von „Gerechtigkeit“ oder „sozial“ meinte, wichtige Anliegen, für die es aber keine eindeutige Festlegung gibt, so dass oft Täuschung, Missbrauch oder Illusionen mit dem Einsatz solcher Begriffe einhergehen.

hier die Rede von Prof. Issing

also war Stützel wohl doch eher, wie hier von Bofinger beschrieben, ein Selberdenker ohne ökonomische Glaubenskonfession – in der Saldenmechanik geht es um WARUM fragen, und eben nicht um WER’s – deshalb steh ich so auf Stützel