Wir sollten mit der bedingungslosen Grundrente (BGR) mal anfangen

Es gibt viel gute Argumente für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), aber auch noch viel Klärungsbedarf für die Umsetzung. Liberale, wie der Autor dieses Blogs, sehen im BGE die Möglichkeit, die für diverse Marktversagen nötigen Lenkungssteuern ohne Eingriffe in den einzelwirtschaftlichen Wettbewerb rückzuführen.  Liberale BGE-Anhänger wollen auch keineswegs den Arbeitsmarkt als Käufermarkt aushebeln, andere Anhänger sehen darin gerade den Sinn eines BGE.  Auch die Finanzierung sorgt immer noch für Diskussionen, weil ein großes BGE ja tatsächlich erhebliche Summe bewegt und eine Guthabenbremse indiskutabel bleibt. Mit der Annahme, dass eine Zusatzausgabe des Staates nicht von den Privaten gespart wird, ist sie ja 1:1 wieder Staatseinnahme. Aber dies geht nun mal nicht in deutschen Köpfe, soll hier auch nicht schon wieder vertieftes Thema sein.

Vielmehr ist die Zeit doch nun reif, mal mit der bedingungslosen Grundrente anzufangen, statt die idiotische Diskussion über einen angeblichen Generationskonflikt zu führen und das Renten-Niveau  auf 43% sinken zu lassen? Sollen die die Deutschen noch mehr in der Idiotie der „privaten Vorsorge“ verarmen? Noch mehr Geldsparen = Schuldensparen, wo doch Schulden gebremst werden sollen? Noch mehr Exportüberschüsse verschenken, noch mehr Lohndumping um dies zu erreichen?

So verarmt die nachfolgende Generation!

Die geniale Umlagerente muss wieder gestärkt werden, aber es muss eben nicht auf die Arbeitseinkommen umgelegt werden. Die Zeit ist reif für die bedingungslose Grundrente als Zusatzrente, finanziert aus der Besteuerung der großen Marktversagen des Kapitalismus  – Marktvermachtung = Vermögenskonzentration und Naturverbrauch. Und wenn es grad mal Hirn regnen sollte, macht man evtl. noch eine Export(überschuss)steuer. Das BGE ist in seiner Ausgestaltung noch strittig, die BGR ist einfacher, die BGR kann klein anfangen – die BGR kann jetzt anfangen, als die Wahlfrage 2017? Was meint ihr?

Der real existierende Kapitalismus als Robinsonade

Der Beitrag wurde vor 5 Jahren erstellt – die Probleme weiter aktuell – Teil1 Modellbildung 

Geldgeier Wirtschafts-Sturzflug spielt auf: „Ja Ja Ja jetzt wird wieder auf das Konto geguckt -wir halbieren das Insel Sozialprodukt“🙂
Sofort beschließt Robinson seinen Fischkonsum einzuschränken, ein Fisch täglich müsste auch genügen. Aus seinem früheren Leben hatte er sich gemerkt, wenn man einfach weniger ausgibt als man einnimmt, wächst auch das Geldvermögen.

Link zu Teil 2 aktuell gesperrt wegen laufender Überarbeitung

Teil 2 – Problem und Eskalation

Lieber Michel – Exportüberschüsse sind das Recht, später Importüberschüsse zu machen

Michel:
Ja, unsere Exportüberschüsse wachsen ganz fabelhaft, aber niemand kann sich Deutschland als Importüberschussland vorstellen? Wir wollen doch einfach nur Geld haben?

Guthabenbremse:
…auch Geldvermögen sind nur das Recht später überschüssig zu kaufen.

Michel:
Aber man muss ja nicht kaufen? Wir wollen uns doch absichern!

Guthabenbremse:
Nö, man kann seine Rechte zu kaufen  auch abschreiben. Oder mächtige Schuldner sorgen dafür, dass man kauft. Sie können uns Käufer aus anderen Ländern in die Sozialsysteme schicken, welche statt uns konsumieren. Oder unsere Export-Konzerne und Banken müssen auf einmal Schadensersatz für irgendwas kaufen. Oder wir müssen leider Kriegsgerät kaufen. Unsere Sozialabgaben und Steuern werden so hoch, dass wir unser kleines Rest-Einkommen vollständig für unsere notwendigsten Bedürfnisse konsumieren müssen.

Michel:
also müssen wir ja jetzt noch mehr sparen um dafür vorzusorgen?

Guthabenbremse:
Nein, wir müssten mehr kaufen, also mehr in unser noch schönes Land investieren, damit wir nicht wieder in Krieg und Elend landen.

krasse Bundesbankzahlen – deutsche Exportaggression im Siegesrausch?

Die Bundesbank hat die Finanzierungssalden für 2015 veröffentlicht  (SEITE17!) – die Exportüberschuss-Wirtschaft läuft völlig aus dem Ruder. Wundert Euch nicht über die Aufrufe für Notvorräte – wir sind im Krieg und müssen mit „römischen Lösungen“ rechnen!

263.000.000.000 € Forderungen haben wir im Ausland erbeutet, wir wissen nur noch nicht, was man mit diesen Forderungen nun anstellen sollen. Mit 263.000.000.000 € haben wir im Ausland in 2015 zusätzlich verschuldet und die wissen auch noch nicht, was sie mit diesen Schulden nun anstellen sollen. Die Exportüberschüsse von heute, sollten die Importüberschüsse von morgen sein – oder wir werden diese Forderungen abschreiben. Egal wie wir uns entscheiden, wir sollten es jetzt verkünden, bevor wir den Frieden verlieren.

Extremes Geldvermögens-Wachstum der Unternehmen, dieses ist mit 121 Mrd. € fast auf dem Niveau der Privaten mit 145. Mrd.€ – da auch hier ein Teil betrieblich (Einzelunternehmen) sein wird, ist der Geldvermögensaufbau zunehmend ein Phänomen der Betriebe. Die werden aber wohl zum Großteil den Geldvermögensaufbau über Schuldenabbau realisiert haben. Ökonomisch ist dies grad das Gleiche.

„Dann geht doch rüber“ – bald Export von Ökonomen nach Nordkorea?

Oft wird der Saldenmechanik entgegen gehalten, dass aus den Ableitungen von Identitäten allein noch keine ökonomischen Vollaussagen möglich sind. Wenn man jetzt aber nur eine weitere Grundannahme trifft, den kapitalistischen KÄUFERMARKT mit seinem Angebotsüberschuss, wird dies völlig anders.

Dann kann man z.B. aus der Identität:

private Verkaufsüberschüsse (globale Geldvermögensbildung) = staatliche Kaufüberschüsse (globale Staatsverschuldung)

herleiten, dass die Geldsparer die globalen Staatsschuldentreiber sind. Einfach weil keine Angebotsknappheit wie in Verkäufermärkten ihren Nachfrageverzicht bedingt. Niemand kann mit demokratisch akzeptierten Mitteln aktuell die private Geldvermögensbildung ausreichend sanktionieren.

Bei den Horterökonomen werden dagegen die Verhältnisse des Verkäufermarktes postuliert, die für sozialistische Staaten mit ihrer Unterproduktivität typisch sind. In der DDR haben wir am Ende nach Bestellung 10 Jahre auf einen neuen „PKW Trabant“  und 25Jahre auf einen „Wartburg“ warten müssen. So geht „crowding out“ – der Staat kauft uns alles weg!

Und so bleibt eben der Spruch aus dem Titel, den sich viele Linke vor dem Mauerfall immer wieder anhören mussten. „Dann geht doch rüber“, liebe crowding out Ökonomen, in das Land wo eure Theorie noch passt.

Wir leben völlig über unsere Verhältnisse – und zwar über die ökologischen…

Der Herr spricht mir aus dem Herzen – by design or by desaster. Es ist aber nicht komplex – entweder gibt es eine ökologische Globalsteuerung über das Steuersystem oder eben nicht.  Dies bedingt auch eine funktionale ökonomische Globalsteuerung – die eben keineswegs die Segnungen des einzelwirtschaftlichen Wettbewerbs aushebelt, sondern diese sogar fördert. Denn der ökologische Wandel muss  beim intelligenten Einsatz der Ressourcen ja nochmal eine Schippe anlegen. Ob diese knappe Ressource künftig Naturverbrauch und nicht Kapital ist, spielt da keine prinzipielle Rolle.