Osterbeitrag – Frieden mit den USA durch Wiederauferstehung der Monetative nach Heilung vom Vollgeldunsinn

Die Installation einer monetativen Staatsgewalt ist ein wichtiges gesellschaftliches Projekt, um Frieden und Wohlstand zu erhalten. Warum ist dies so? Leser dieser Blogs wissen es schon länger:

“Dass die Staaten mehr ausgeben als sie einnehmen, ist logischerweise der einzige Weg, wie die Privaten mehr einnehmen als ausgeben können.”

Die Staatsverschuldung ist also, soweit keine reale Angebotsknappheit bzw. hohe Nachfrageverzichtsprämien zur Vermeidung einer solchen nötig sind, ein Produkt der Neigung der Privaten, ebendiese Einnahmeüberschüsse (Geldvermögen) zu erzielen.

Die Einnahmeüberschüsse (Verkaufsüberschüsse) der Privaten bilden also eine Identität mit den Ausgabeüberschüssen (Kaufüberschüsse) der Staaten. National liegen dann immer noch die extrem problematischen Exportsalden (nationale Kaufsalden) dazwischen. Die Einnahmeüberschüsse der deutschen Privaten sind nach der monetären Ausplünderung Europas heute z.B. die wachsende Staatsverschuldung der USA. Nun werden diese Staatsschulden aber auch in den USA als Problem gesehen, weshalb sich niemand über entsprechende Maßnahmen der USA wundern sollte. Wir haben den Exportkrieg mit der Lohndumping-Agenda angefangen, um eben in Deutschland weder eine Guthabenbremse noch Staatsverschuldung zu benötigen. Schon da wir machtmäßig den USA nichts entgegen zu setzen haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt umzusteuern und dazu brauchen wir eben eine monetative Staatsgewalt.

Eine monetative Staatsgewalt agiert unabhängig von der Legislative, sie betreibt keine kurzfristige Klientelpolitik, sondern sichert einfach das binnenwirtschaftliche und außenwirtschaftliche Gleichgewicht. Diese Unabhängigkeit von der Rationalitätenfallen der Tagespolitik schafft dann das Vertrauen für ihre gegenüber den heutigen Notenbanken neue Aufgaben der zinslosen Staatsfinanzierung. Hier bestünde ja ohne diese Unabhängigkeit die Gefahr, dass die Legislative diese Möglichkeiten der Staats-finanzierung so missbraucht, wie es in der Geschichte nun mal schon oft z.B. zur Kriegsfinanzierung passiert ist. Aufbauend auf den in der Qualitätstheorie des Geldsystems (Kaufsaldensystems) beschriebenen tatsächlichen kapitalistischen Zusammenhängen  regelt die Monetative mit neuen Werkzeugen auch die Preistabilität sowie die Ausnutzung des großen sozialen und ökologischen Potentials des Kapitalismus. Dieses Potential ist deshalb so groß, weil der Kapitalismus (Kontraktschuldwirtschaft) so unglaublich produktiv ist. Ungeregelt führt diese Produktivität in kriegerische Überproduktionskrisen  (Marx) oder Guthabenkrisen (Buschbeck 🙂 ), was ja nur 2 Worte für die gleiche Sache sind.  Nachdem sich der Sozialismus/Kommunismus (Marx) nun aber wegen seiner Unproduktivität nicht als gesellschaftliche Alternative gezeigt hat, ist es Zeit die Produktivität des Kapitalismus zu kanalisieren. Dies leistet die monetative Staatsgewalt, wenn man die Idee von dem Vollgeld-Unsinn  befreit.  Dies ist eine auf unklaren Begriffen beruhenden Problematisierung der Zahlungsmittelschöpfung, welche mit dem Bankkredit verbunden ist.

Zugabe:
Als Therapie für vom H&H* Vollgeldunsinn befallen Menschen hätte ich zwei Fragen anzubieten:

1. Würden Sie kostenlos meine Wechsel gegenzeichen? Dies ist ein der Bankengeldschöpfung  absolut identischer Vorgang.

Der vom H&H* Vollgeldunsinn befallene Mensch kann dann überlegen, ob er durch dieses Privileg reicher würde.

2. Würden Sie es gut finden, wenn Ihr Geld auf der Bank nach Einzahlung verschwinden würde, weil die Bank dieses ja verleiht?

Der vom H&H Vollgeldunsinn befallene Mensch findet die Vollgeldidee ja regelmäßig vor allem aus einer Stärkung der Geldhalterposition gut. Beantwortet er die Frage dann mit NEIN ist geklärt, dass er weiter die „Geldschöpfung“ beim Kredit will.

*Huber/Hörmann

Qualitätstheorie des Geldsystems

Qualität schlägt bekanntlich Quantität, also will ich heute mal versuchen, der naiven Quantitätstheorie des Geldes eine Qualitätstheorie mittels gesamtwirtschaftlichen Denkens  gegenüber zu stellen.

1.Begriffsklärung
Geld ist ein unklarer Begriff – er ist für eine Qualitätstheorie deshalb nicht geeignet. Er wird für GELDVERMÖGEN (alle Kaufsalden) und für ZAHLUNGSMITTEL (durch Mithaftung  Dritter übertragbare Geldvermögen) verwendet. Eine Qualitätstheorie des Geldes unterscheidet streng zwischen Geldvermögensänderungen und Änderungen der Zahlungsmittelsalden.

2. Preisniveau
Weder die absolute Menge aller Geldvermögen noch die absolute Menge der Zahlungsmittel haben direkten Einfluss auf das Preisniveau. Preise kalkulieren Unternehmer einzelwirtschaftlich anhand ihrer Kosten, der Wettbewerbsintensität und strategischer Überlegungen. Preisanker im System sind länger laufende Kontrakte,  am wichtigsten dabei  die Arbeitsverträge als Hauptkostenblock. Für die Einhaltung des Inflationsziels ist also eine jährliche Erhöhung der Löhne um Zielinflation + Produktivitätswachstum erforderlich.

3. Konjunktur
Die Konjunktur wird in Käufermärkten durch die Pläne für Konsum und Investition bestimmt. Dabei sind die Investitionsausgaben die größere potentielle Instablität mit starker gesamtwirtschaftlicher Rückkopplung. Erfolgen Investitionsausgaben unfreiwillig in den Lagerbestand, werden Unternehmen in der Folgeperiode weitere Ausgaben kürzen. Dagegen führen planmäßige steigende Investitionen zu gesamtwirtschaftlich steigenden
Gewinnen, da ja der gesamtwirtschaftliche Gewinn mit der Nettoinvestition identisch ist. Steigende Gewinne führen auch wieder zu planmäßigen Folgeinvestitionen.

4. Geldsystem und Konjunktur – 3 Zusammenhänge.

a. Plankongruenz der Geldvermögensänderungen (Quelle Logik, Stützel, Saldenmechanik)
Haben die Wirtschafter am Ende einer Periode mehr Geldvermögen als geplant, führt dies in der Folgeperiode zu potentiellen Mehrausgaben. Im umgekehrten Fall werden die Wirtschafter versuchen  in der Folgeperiode ihre Ausgaben zu kürzen. Dies wird bei mit Zahlungsmittelbeständen nur gering ausgestatteten Wirtschafter schon dadurch erzwungen, dass Ihnen eben diese Zahlungsmittelbestände für einen weiteren Abbau Ihrer Geldvermögen fehlen. Die Willigkeit und Fähigkeit der Wirtschafter solche Käufe dann auf Kredit (Zahlungsmittelschöpfung) auszuführen, wird sektoral sehr verschieden sein. Ein durch Einkommensverlust (Jobverlust) entsparter Arbeitnehmer wird seine Ausgaben sicherlich einschränken. Bei Staaten oder Unternehmen ist aber zu bedenken, dass diese
regelmäßig aus festen Kontrakten kaufen müssen, eine Verschuldung also hinnehmen müssen. Ein Staat als sehr großer Wirtschafter kann seine Verschuldung durch Ausgabenkürzungen regelmäßig auch nicht entgehen. Denn er kürzt hier natürlich auch seine Einnahmen – bei eh schon schlechter Konjunktur noch durch einen Hebel aus einbrechender Privatverschuldung verstärkt. So ist es kein Wunder, wenn bei der Austeritätspolitik in Südeuropa die Staatsverschuldung steigt.

b. Unternehmer-Gewinnformel  (Quelle Logik, Keynes, Lautenbach, Saldenmechanik )
Unternehmen und Staat finanzieren alle Einkommen der Wirtschafter vor. Vorfinanzieren meint hier, sie kaufen alle Leistungen ein, um dann später wieder eine Gesamtleistung zu verkaufen. Da das Verkaufen erst in einer ungewissen Zukunft unsicher möglich ist, entsteht in diesem Prozess für die Unternehmer ein Risiko, welches dieser nur gegen Gewinnaussichten eingehen wird. Gewinne und Gewinnaussichten spielen also eine sehr große Rolle, ob die Unternehmen Investitionsgüter und Arbeitsleistung planmäßig einkaufen. Die ordentlichen Gewinne der Unternehmen sind die Addition von Nettoinvestition und Unternehmerkonsum abzgl. der Geldvermögensbildung des Rest der Welt. Dieser „Rest der Welt“ sind in der Praxis die Geldvermögensentwicklung (Kauf Salden) von Nichtunternehmern, Staat und Ausland.

c. Zentralbankpolitik (Quelle Logik, Empirie, Stützel)
Bei überhitzender Konjunktur wird die Zentralbank versuche, durch Straffung der Bankenliquidität die Kreditvergabe für Käufe zu verknappen. Dies ist nur sehr eingeschränkt möglich, da sich die Zentralbank-Zahlungsmittel bei der Kreditvergabe ja nur dann aus Bankensicht verbrauchen, wenn diese Kreditvergabe zu einer erhöhten
Bargeldhaltung der Nichtbanken führt. Die Zentralbank kann aber über die Konditionen der Bereitstellung von Zentralbank-Zahlungsmitteln Einfluss auf das Zinsniveau nehmen. Auch dies ist nur mit gewissen Einschränkungen funktional, da die Notenbank zwar das aktuelle Zinsniveau beeinflussen kann, aber kaum die Erwartungen. Weiterhin fehlen der Notenbank geeignete Werkzeuge, wenn auch bei Nullzins die Punkte a. und b. auf eine deflationäre Abwärtsspirale hinauslaufen. Eine wesentlich verbesserte Notenbankkonstruktion habe ich schon 2012 hier beschrieben.

Situation/Konklusion
Es gibt ein friedensgefährdendes Gesetz der tendenziell sinkenden Profitrate, welches Karl Marx nur mit falschen einzelwirtschaftlichen Bildern  beschrieben hat.  Da sich mit Kriegsabstand die Investitionen immer stärker aus den steuerfreien Abschreibungseinnahmen finanzieren, wird aus Bruttoinvestion keine Nettoinvestition mehr. Die Nettoinvestition  (zzgl. Unternehmerkonsum)  ist aber nach Abzug der Geldvermögensbildung der Nichtunternehmer der Gewinn der Unternehmen. Im Ergebnis ist zur Vermeidung einer deflationären Abwärtsspirale ein Nullsaldo der Geldvermögensbildung der Nichtunternehmer erforderlich, welches
mit den Plänen der privaten Nichtunternehmer zur Geldvermögensbildung kollidiert.

Für diese Herausforderung müssen nachhaltige Lösungen gefunden werden, ansonsten wird sich die Geschichte mit einer „Abschreibung der Sachwerte im Stück“ , auch Krieg genant, wiederholen. Krieg ist die Fortsetzung der Wirtschaftspolitik mit anderen Mitteln.
Logisch ergibt sich aus den Finanzierungssalden der deutschen Volkswirtschaft, dass die Neigung zu Einnahmeüberschüssen als Sparform sanktioniert werden muss, wenn der Frieden erhalten werden soll. So eine Guthabenbremse regt das reales Sparen in Sachwerten an und erhöht damit das Volksvermögen. Eine gut gemachte Guthabenbremse tut also niemanden weh und sichert Frieden und Wohlstand. Es muss nur eben möglich werden, dass wir über Guthabenbremsen diskutieren können, um sie wirklich gut zu machen.