Mehr Diktatur wagen – oder wie gehen wir mit Rationalitätenfallen um?


Wolfgang Stützel hat das Grundproblem jeder Gesellschaft definiert – die Rationalitätenfalle. Dies ist einfach der regelmäßige Widerspruch zwischen einzelwirtschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Interessen. Nun ist eine Wahlentscheidung aber eine einzelwirtschaftliche Entscheidung. In der Konklusion kann man doch nur folgern, dass Rationalitätenfallen der Mehrheit der Menschen nicht ohne Weiteres Gegenstand demokratischer Prozesse sein können?  Als bildhafte Beispiele würde ich dringend nötige Sanktionen gegen Naturverbrauch oder das heute maximal asoziale Geldsparen  sehen. Wie soll es einen demokratischen Prozess geben, der gesamtwirtschaftliche Notwendigkeiten mit gegensätzlichen einzelwirtschaftlichen Interessen synchronisiert? Sicherlich wäre über die Ebene „Moral und Werte“ etwas möglich. Nur wie sollen gesamtwirtschaftliche Notwendigkeiten auf eine einzelwirtschaftliche Moralebene gebracht werden, wenn dies schon an den Rationalitätenfallen  der eigentlich zuständigen „Gesellschaftsklempner“ scheitert?

Dies ist übrigens ein Aufruf zur Diskussion, nicht zum Putsch. 🙂