Vollgeld als gefährliches Vollzinsgeld

Vielleicht ist Vollgeld aber gar keine dumme Idee, sondern vielmehr eine kreuzgefährliche?

Wenn man das Vollgeldversprechen nur auf außerbilanziell geführte Sichtguthaben bei Banken bezieht, dann müßten die Geschäftsbanken tatsächlich zu jedem Kredit selbst 100% bei den Einlegern leihen. Dieses Geld wäre dann tatsächlich auch für den Einleger weg, z.B. auf 15Jahre bei einer Baufinanzierung. Geht die Bank in diesen 15Jahren pleite, hat der Einleger halt alles verloren, wenn er eben nicht auf einem Sichtkonto lieber in Liquidität gespart hat.

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Sind die Zinsen noch zu hoch oder nur die Einkommenszuwächse zu niedrig?

Flassbeck kritisiert die prominenten Gesellianer aus den USA. Dabei ist es doch so, dass die eine Sache mit der Anderen total zusammen hängt:

Deutschland betreibt Lohndumping, weil die Zinsen regelmäßig zu hoch sind! Exportüberschüsse durch Lohndumping müssen wir haben, weil die Geldsparer durch zu hohe Real-Zinsen und insbesondere zu hohe Zinserwartungen nicht ausreichend gebremst werden können.

Man muss also beides ändern, Löhne müssen mit Zielinflation plus Produktivitätswachstum steigen. Dazu brauchen wir aber eine Guthabenbremse, sonst sind wir bei einbrechenden Exportüberschüssen in der Depression.

Marktwirtschaft geht auch als Kreislaufwirtschaft und ohne Wachstumszwang

Eine freie Marktwirtschaft braucht Unternehmer, welche gegen Gewinnaussichten das Risiko der notwendigen Vorfinanzierung der Angebotserstellung eingehen. Ansonsten muss man eine staatliche Planwirtschaft machen, wobei der Staat das Angebot an Produkten und Leistungen plant und vorfinanziert.

Beispiel zur Marktwirtschaft:
Unternehmer kauft eine Maschine und muss über 10 Jahre Abschreibungszeit versuchen, die Vorfinanzierung über die verkauften Produkte wieder einzuspielen. Das Risiko der Verschuldung und den Einsatz von Eigenkapital wird der Unternehmer also nur eingehen, wenn er einen
Gewinn, also eine Risikoprämie bekommt. Eventuelle Fremdkapitalgeber riskieren auch Verluste und kalkulieren diese in den Kreditzins ein.

Allein aus diesen Überlegungen „fehlender Zinsen und Renditen“ leiten einige Ökonomen den kausalen (Schulden)Wachstumszwang der Wirtschaft her. Dies ist aber eine unzulässige Problemverschlingung, wie uns Prof. Dr. Johannes Schmidt. in diesem Vortrag erklärt Es werden zwei Dinge vermengt, die eben nicht kausal zusammengehören:
1. Gewinn/Zins als Einkommensart und
2. Ausweitung der Guthaben/Schulden als Art der Einkommensverwendung.

Vielmehr könnte man den Gewinn auch in Sachwerten realisieren und es könnten sogar bestehende Sachwerte sein, die bei sinkendem Kapitalisierungszinssatz in der Ertragswertberechnung im Wert steigen. Es ist also möglich eine Marktwirtschaft völlig ohne Wachstumszwang zu betreiben, wenn ein funktionierender Geldmarkt in jedem Fall für die Investition von Gewinnen und gesparten sonstigen Einkommen sorgt. Der Wachstumszwang heute ist also nur eine Manifestation des gestörten Geldmarktes. Ein Wachstumszwang, der insbesondere die heutige System-Kernschmelze bei einer Deflation verhindern soll und also mit einem funktionierenden Geldmarkt nicht länger besteht.

Auch die „Wegwerfgesellschaft“ ist ein reines Phänomen gestörter Märkte, den eigentlichen Wert von Ressourcen geht einfach deshalb nicht in die Preisbildung ein, weil künftige Generationen nicht mitbieten können und externe Kosten von Umweltverbrauch nicht enthalten sind. Würde der Preis der Ressourcen Ihren eigentlichen Wert abbilden, wäre wohl keine Wirtschaftsform besser geeignet eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, als eine freie Marktwirtschaft.

Königsweg = Lenkungssteuern auf Ressourcenverbrauch und Rückgabe/Akzeptanz über ein Grundeinkommen für jedermann.

Wenn sich cradle to cradle rechnet – werden wir cradle to cradle haben – link zu Prof. Braungart

DER Systemfehler: „Schulden haben einen Rückzahltermin – Guthaben nicht“

die Gesellschaft der Schuldscheinsammler kann Ihre Probleme kaum länger verdrängen
mit der „Relativitätstheorie des Gewinns“ aus der ökonomischen und ökologischen Krise,
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Details zum Kreditsystem = Geldsystem

Kreditvergabe ist die “Geldschöpfung” aus dem Pfand des Kreditnehmers unter zusätzlicher Absicherung des Ausfallrisikos durch das Eigenkapital der Bank

Die Vorfinanzierung des Leistungsaustauschs erfolgt i.d.R. durch die Beleihung von Pfändern/Eigentum im Zuge der Kreditvergabe. Man kann diesen Vorgang auch verklärend Geldschöpfung nennen. Diese ist aber keineswegs „aus dem Nichts“ weil neben dem mit Pfand gedeckten Leistungsversprechens des Kreditnehmers die zusätzliche Sicherheit des Bankeneigenkapitals beteiligt ist. Auch durch die Risikostreuung entsteht hier ein umlauffähiger, weil abgesicherten Leistungsanspruch (Geld-Guthaben).

die Bank muss die selbst geschaffenen „Einlagen“ per Saldo binden
Weiterhin muss die Bank zur Vermeidung der Illiquidität in Zentralbankgeld die selbst geschaffenen Guthaben/Einlagen NACH der Geldschöpfung an sich mittels Zinsen binden. Der Kredit wird ja aufgenommen, um die Einkommen der Leistungserbringer im Vorgriff auf die Nachfrage zu finanzieren. Und bei diesen „Einlagenbeziehern“ (Vorlieferanten,Mitarbeiter) steht die Bank in gewissen Wettbewerb um relativ knappes Zentralbankgeld, welches bei schlechtem Zinsangebot der Bank für die geschaffenen Einlagen abzufließen droht.

Geld-Guthaben sind dokumentierter Nachfrageverzicht aus Einkommen oder Kredit
Geld ist also kein „Ding“, sondern ein als Bankprodukt abgesicherter Kontrakt, der gegenüber der Volkswirtschaft einen offenen Leistungsanspruch (Geld-Guthaben) oder ein Leistungsversprechen (Geld-Schuld) dokumentiert.

es gibt eine „gesunde Menge“ an Schulden
Eine gewisse „gesunde“ Schulden und Guthabenmenge wird zur Vorfinanzierung/Liquidität immer gebraucht – dies erklärt aber keineswegs die aktuell eskalierende Schuldenproblematik. Auch die Fälligkeit von Zinsen auf die Kredite kann dieses Problem nicht erklären – die Schulden wuchsen zuletzt viel stärker, als dass die derzeit kleinen Zinsen zur Erklärung genügen würden.

Fiat Money, Schuldgeld, Zinsen, private FED, keine Golddeckung, alles kein Problem?
Zu jeder Tilgung und Zinszahlung der Kredite wird nun nur die Nachfrage aus den vorfinanzierten Einkommen aus allen Einkommensarten (Lohn,Transfer,Zins, Abschreibungen,Rendite) gebraucht. Diese Nachfrage der Einkommen nach Konsumgütern oder Sachwerten wäre die Rückzahlung der Geld-Guthaben und damit auch der Geld-Schulden des Leistungs-Anbieters.

Zusammenfassung gutes Geld = guter Kredit,
mit der Grundannahme, dass wir nur freiwilligen Investoren mit ausreichend Pfand und Bankeneigenkapital einen Kredit geben müssen, also mit diesem Personenkreis und Verschuldungsbedarf „Geldschöpfung“ betreiben, ist an dem Fiat Money System nichts auszusetzen. „Fiat Money“ als „Falschgeld“ ist hingegen nicht vollstreckbarer Kredit, z.B. an Staaten und ausländische Schuldner, dem traurigen Äquivalent von dauerhaften Exportüberschüssen.

Edelmetall, als Wertaufbewahrungsmittel top, als Zahlungsmittel der Weg in Krise
Da wir selbst bei Schuldgeld schon Hortungsprobleme haben, würde sich dies bei Edel-Metallgeld noch deutlich verschlimmern. Die Idee die Geldproduktion(Kreditvergabe) zu begrenzen, den Geldverbrauch(Sparen,Horten) aber noch attraktiver zu machen, ist eine kausal kriegerische und bekämpfenswerte „Horterphantasie“. Der Gedanke resultiert aber natürlich auch aus der „unerklärlichen Schuldenausweitung“ Edelmetall ist aber ein sehr gutes Mittel zur Wertaufbewahrung. Dazu sollte es auch gern verwendet werden, als Zahlungsmittel ist es aus dem gleichen Grund völlig ungeeignet. Auch wäre in einem Goldgeldsystem für ungehortetes Geld, wieder nur die Qualität der Kreditverhältnisse entscheident. Wenn ein Kredit aus verliehenen Goldstücken kein zusätzliches Pfand hat, nützt mir Goldgeld als Gläubiger überhaupt nichts, wenn der Kredit notleident wird.

Das Zinsproblem
Zinsen sind prinzipiell eine Einkommensart wie andere auch. Ob ein Zins als Nachfrageverzichtsprämie für Guthabenhalter moralisch ist, hängt davon ab, ob tatsächlich Bedarf an Nachfrageverzicht besteht oder nur eine Prämie für’s „Nicht-in-Bar-Horten“ gezahlt werden muss. Das Problem der wachsenden Schulden ist ein Zinsproblem, aber anders als immer wieder beschrieben. Es „fehlt“ nicht der Zins und erzwingt Verschuldung, sondern es fehlt aller Guthabenaufbau und Kredittilgung und der Zins kann in gesättigten Zeiten nicht tief genug fallen, um die Guthaben zur Investition zu bewegen. Dies wird auch von Deutschlands renomiertesten Geldtheoretiker und Ex-Bundesbank Vorstand O.Issing so gesehen.

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