Warum wird heute das Geldsparen bestraft?


Viele Menschen ärgern sich heute über Nullzinsen. Durch die Inflation werden diese ja zu realen Negativzinsen. Und es drohen sogar negative Nominalzinsen, da die Geschäftsbanken solche an die Zentralbank zahlen müssen.

Aber was hat sich eigentlich gegenüber früheren Zeiten  geändert, als es noch ordentliche Prämien für das Sparen gab?

Da könnte man nun einfach mal die Ökonomen fragen. Hier habe ich aber eine schlechte Nachricht für Sie. Diese Spezies ist beim real existierenden Kapitalismus noch gar nicht richtig angekommen.  Da muss man sich schon selber schlau machen. Kapitalismus ist aber einfach, das Wesentlichste wissen sie auch schon: Es geht den Kapitalisten um den Gewinn, ohne Gewinnaussichten investieren sie nicht und entlassen die Leute.

Was sie vermutlich aber noch nicht genau wissen ist, woraus sich der Gewinn der Gruppe der Kapitalisten ergibt. Hier werden die meisten vermuten, dass sich dieser daraus ergibt, dass Kapitalisten den Arbeitern einfach zu wenig bezahlen. Aber so funktioniert es für die Summe der Unternehmen nicht, da (weniger) Ausgaben = (weniger) Einnahmen der Anderen, was man wohl auch so manchem Unternehmerverband mal wieder erklären sollte.   Die ordentlichen Gewinne der nationalen Unternehmen ergeben sich vielmehr streng logisch aus folgender Formel:

Nettoinvestition + Unternehmerkonsum zuzüglich Verschuldung des Rest der Welt

dies ist die moderne Version, früher hatte man sie so aufgeschrieben:

Nettoinvestition  + Unternehmerkonsum abzüglich Geldvermögensbildung des Rest der Welt.

Nettoinvestition ist das, was sich nach Abzug der Abschreibungseinnahmen aus den Vorperioden von der Bruttoinvestition der laufenden Periode ergibt. Da Sachwerte das einzige Nettovermögen dieser Welt sind, bildet ihr Zuwachs auch die Basis für alle gesamtwirtschaftlichen Gewinne. Die Ausgaben für den Unternehmerkonsum sind die Zusatzeinkommen der Gruppe.

Was sich gegen früher verändert hat ist, dass die Nettoinvestition in den wichtigsten Industrienationen fast auf der Null-Linie liegt, obwohl brutto eigentlich ganz normal investiert wird.
Sie finden eine anschauliche Grafik dazu hier:

In der Folge muss der Rest der Welt (staatliche und private Nichtunternehmer)  heute per Saldo Schulden machen, um den Unternehmern in Summe noch einen Gewinn durch zusätzliche Geldvermögensbildung zu ermöglichen. Früher, bei regelmäßig zweistelliger Nettoinvestition konnten die per Saldo geldsparenden Nichtunternehmer dagegen die Gewinne durch ihr Sparen reduzieren. Dies, da eben die Netto-Sachvermögensbildung so groß war, dass die Unternehmen auch mit Schuldenmachen per Saldo noch einen Gewinn hatte.

Aber wie konnte die Nettoinvestition verschwinden, wo doch brutto investiert wird? Ganz sicher kann ich dies auch nicht sagen, aber vermutlich ist einfach die Inflation (der Abschreibungseinnahmen) zu niedrig. Wir brauchen wohl eine höhere Wert als (Ziel)Inflation, um das System Kapitalismus wieder in einen normalen Betriebsmodus zu bringen. Dies wird nun wohl auch nicht das sein, was Sie als Sparer hören wollten? Die gute Nachricht – diese höhere Inflation ist nur durch höhere Löhne und Renten zu erreichen. Höhere Löhne + höhere Beiträge zu den umlagefinanzierten Sozialsystemen als Basis für höhere Renten wären die Alternative für eine sichere Vorsorge bei gesellschaftlicher Stabilität. Mehr Sachwertsparen der Nichtunternehmer könnte auch nicht schaden. Oder wir machen eben unseren Frieden mit der Staatsverschuldung.
Am Anfang steht doch aber erst mal der Gedanke, dass insbesondere die ökonomische Wissenschaft im real existierenden Kapitalismus ankommen muss. Wir können nichts erfolgreich reformieren, was wir grundlegend missverstehen.

Wie künstliche Intelligenz (KI) unsere gesellschaftlichen Probleme lösen kann.


Wie hier schon vertieft ausgeführt, leidet unser Hirn am Abgleiten in #Urteilsdenken und #Wunschdenken, sobald es um gesellschaftliche Fragen geht. Es ist einer demokratischen Mehrheit der Menschen gar nicht möglich gesellschaftliche Fragen ausreichend rational zu denken. Selbst Bildung nützt hier nichts, denn was das rationale-Ich (Erwachsenen-Ich)  weiß, ist für das Denken im Urteils-Modus oder Wunschdenken-Modus nicht verfügbar. Und wenn bei gesellschaftlichen Fragen diese Hirnareale angesprochen werden, sitzen wir scheinbar in einer unlösbaren Falle.  Dies spiegelt sich auch in einem erbärmlichen Zustand der Gesellschaftswissenschaft, welche bezüglich der einzelwirtschaftlichen Wahrnehmung bzw. Wünschen paradoxe Zusammenhänge nicht erfolgreich verarbeiten kann. Die VWL sitzt in einem wissenschaftlichen Neandertal der Tauschwirtschaft fest, welches auch durch plurale Deutung einer Subsistenzwirtschaft nicht realitätsnäher wird. VWL ist enorm von Urteilen geprägt, welche aus der Beobachtung eines Einzelhaushaltes hergeleitet werden. Diese sind aber völlig paradox zu den Zusammenhängen der Gesamtwirtschaft. In der Soziologie haben sich dagegen wohl vor allem die versammelt, welche die Paradoxa von „Gut Gemeint Gesellschaft“ gerade nicht wahrhaben wollen, also sehr stark dem Wunschdenken verfallen sind.

Eine künstliche Intelligenz für gesellschaftliche Entwicklung könnte  von den wenigen Menschen programmiert werden, welche bei gesellschaftlichen Paradoxa rational denken können. Diese KI müßte dann aber eine Institution werden, welche auf die Gesellschaft einwirkt? Nur als Ersatz der dissfunktionalen Gesellschaftswissenschaft oder auch bei Demokratieversagen? Aus dem oben hergeleiteten Bildungsversagen resultiert ja auch letzteres? Ich vermute aber, dass dieses Bildungsproblem in frühester Kindheit lösbar ist.  Ein Erwachsener ist „fest“ in seinen Wünschen und Urteilen – aber ein Kind? Müßte die KI also die Kinder zu den gesellschaftlichen Paradoxa unterrichten? Beitrag zur Verfeinerung nach Diskussion – was ist Eure Meinung?

#Schuldensparen versus #Wertsparen, lösen neue Begriffe das Horterproblem?


Sparen kann man in Geldhaltung (also Dritter Schulden)  oder in Sachwerten. Ersteres erhöht die globale Verschuldung, zweiteres das globale Vermögen.  Wäre es nicht eine gute Idee, wenn man die Begriffe #Schuldensparen und #Wertsparen verpflichtend als Produktkennzeichnung für Finanzprodukte (auch Direktinvestitionen  in Sachwerte kann man ohne weitere Kredithebel verbriefen) verwenden würde?
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Trump, die #Staatsschuldenformel und die deutsche Arroganz


Donald Trump kann jetzt offenbar etwas, was eine deutsche Wirtschaftsjournalistin nicht kann, mit der #Staatsschuldenformel und damit der trivialen Identität von Überschüssen und Defiziten zu denken: Weiterlesen „Trump, die #Staatsschuldenformel und die deutsche Arroganz“

Professor Südekums Frühstück, das Klimapaket und die Schuldenbremse


Professor Südekum ist einer der fähigsten Ökonomen dieses Landes. Er hat aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und emotionalen Intelligenz ein hohes Ansehen bei den politischen Entscheidern. Weiterlesen „Professor Südekums Frühstück, das Klimapaket und die Schuldenbremse“

Die paradoxe gesamtwirtschaftliche Logik und der Staatshaushalt


Dieser Beitrag versteht sich als Weiterbildung zu einem wichtigen Thema, welches leider in der Schule „vergessen“ wurde.  Er richtet sich an den Wähler, die Politik und natürlich auch an die, die zu den Paradoxa der Staatshaushalte eigentlich aufklären müßten.
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Klimaeinkommen und Konjunktureinkommen verbinden


An der bargeldbedingten Nullzinsgrenze hat die klassische Geldpolitik der Notenbanken fertig. Wenn dann noch die privaten Pläne zur Geldvermögensbildung über den Plänen zur privaten Verschuldung liegen droht der Absturz in die Depression. Genau dort stehen wir heute in Europa. Jetzt wäre die Zeit für Fiskalpolitik,  der Staat könnte die für die Geldsparer nötige Verschuldung übernehmen. Dieser Weg wurde aber mit minderschlauen  Schuldenbremsen verbaut und ist politisch schwer umsetzbar. Weil es ja nicht bekannt bzw. nicht diskutabel ist, dass wir die Staatsschulden für die Geldsparer brauchen.

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